Mondlicht neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2005 Beiträge: 210
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Verfasst am: 08.11.2005, 10:46 Titel: Die Geschichte vom Flaschenmann |
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Die Geschichte vom Flaschenmann (08.11.05)
Vor langer Zeit, in einem fernen Land,
lebte ein Flaschenmann,
der wie eine Schnecke,
sein Flaschengehäuse hinter sich herzog,
und darin lebte..
Er konnte es nicht verbergen,
man sah es ihm an,
roch es noch bevor er mit dem Scheppern,
seiner Flaschenwohung,
um die Ecke kroch......
Er wunderte sich,
warum er so einsam war,
und auch so unglücklich,
bis er begriff,
es sind die falschen Leute,
mit denen ich mich umgebe,
logische Schlußfolgerung,
Bravo !
Er gründete einen Flaschenclub,
in dem gleichgesinnte sich anhauchten,
voll-lallten und ihrem vermeintlich
"schönen Leben" frönen konnten,
und ihm einen "Sinn" gaben....
Im "Kiosk-Club" waren alle gleich...
Das schöne Leben,
dauerte immer nur ein paar Stunden...
Denn wenn der Morgen dämmerte,
tat der Kopf so weh, waren die Sinne so getrübt,
er wachte alleine in seiner Flasche auf,
und mit der Zeit wurde er depressiv...
Langsam erkannte er,
es ist die Flasche,
sie ist das wahre Problem,
ich bekomme darin keine Luft mehr,
ersticke in den Promillegasen,
ich muss hier raus....
Eines Morgens, als ihn ein fürchterlicher Kater plagte,
beschloss er sich des unangenehmen Gehäuses,
zu entledigen,
er schob sich durch den Flaschenhals,
bis sein Kopf herausguckte,
doch die Frische Luft die er mit Genuss atmete,
die bunteren Farben,
ohne das Flaschenbraun,
genoss er nur kurz,
denn er bekam Durst,
schrecklich Durst,
unten aus der Flasche stieg der Geruch von frischem Bier,
tief in seine Nase und er konnte gar nicht anders,
er liess sich wieder fallen,
plumpste wie ein "nasser Sack" in die Flasche zurück,
und soff solange bis er in Ohnmacht fiel,
und von besseren Zeiten träumte......
Die Tage, Wochen, Monate vergingen,
und als er eines Morgens zur "Abfüllanlage" wollte,
um seine Flasche aufzufüllen,
kamen ihm ein Vater mit seinem jungen Sohn des Wegs entgegen,
er lallte freundlich zu den beiden hicksend herüber,
"gudn mooorgn zsammn",
doch der Vater zeigte mit dem Finger auf ihn und mahnte seinen Sohn:
"Schau dir DIESE FLASCHE" an !
"So sieht ein Verlierer aus !"
"Wenn du mal SO wirst dann ist dein Leben vorbei...."
raunzte er, der Junge streckte ihm die Zunge heraus,
und sagte "iiihhh pappa lass uns weitergehen, der Flaschenmann stinkt !"
und die beiden zogen Hand in Hand weiter....
Der Flaschenmann fing an zu weinen,
sogar seine Tränen rochen nach Alkohol,
und er schaute in ein Schaufenster,
um sich die ungepflegten Haare zurechtzulegen,
aber er sah keine Haare,
er sah nur,
eine große Braune Flasche,
auf der ein Großes Etikett klebte:
"Verlierer" und 4,9 % Chance auf Dauer so weiterzuleben....
CUT !
Schweißgebadet wachte er auf,
"es war nur ein Traum !",
doch der Ekel ließ ihn zur Toilette laufen und erbrechen..
"Nein so will ich nicht mehr!" sprach er
Er steckte den Kopf aus der Flasche,
zog sich mit den Armen aus dem Flaschhals,
doch weiter,
weiter traute er sich nicht....
Wieder sind die Farben heller,
die Luft besser,
er harrt aus,
der Oberkörper ragt aus seiner Flaschenwohnung,
der Unterkörper steckt immer noch tief in der Flasche,
beobachtet die Welt um sich herum,
mustert sich selbst....
Von unten aus der Flasche steigt er auf,
der Duft der gemischten Gefühle,
zwischen Ekel und Begierde nach dem zweifelhaften Nass,
er steckt im Flaschenhals fest,
und wenn er sich nicht für den Weg nach "Oben",
oder "Unten" ,
für "Rein" oder "Raus",
ganz entschlossen hat...
dann steckt er dort heute noch........
Und die Moral von der Geschicht,
"Rein" oder "Raus",
denn anders geht es nicht.........
(by Mondlicht) |
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