| Die Gefühle anderer! • Die Zeit, die rennt |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 14.10.2008, 08:52 Titel: Realitäts(ver-)kennung |
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Hallo Ihr Lieben,
seit ich umgezogen bin habe ich ein Problem, zumindest betrachte ich es als Problem und frage mich, ob ich einen "Hieb" abbekommen habe. Unabhängig von Euch werde ich natürlich auch die Psychotherapeutin befragen, denke aber (da sie in dem Bereich glaube ich, nicht so firm ist) ob sie sich das erklären kann.
Ich fühle mich hier wohl und es geht mir gut - noch nicht glücklich, aber sehr oft sehr zufrieden. Ich schlafe gut und alles, aber....
Jeden Morgen wache ich auf und denke, dass alles was geschieht ist ist ein Alptraum, aus dem Du aufwachen musst. Du lebst hier gut, das steht außer Frage, Du hast den Umzug und alle anderen Schwierigkeiten geschafft, aber das, was in Verbindung mit Alk geschehen ist kann nicht sein. Klar, der Kopf bringt mich schon zurück! Aber ich habe definitiv ein Problem das als ganz real zu erfassen was geschehen ist, seien es die Übergriffe, sei es die jetzt noch stattfindenden (Be-)Drohungen. Ich komme mir vor als wäre ich in einem Horrorfilm und wollte schnell das Kino verlassen.
Wäre es nicht so dämlich, und hätte ich nicht real alle die Dinge hier im Haus geschafft, so hätte ich gesagt, ich habe einen an der Klatsche und bin traumatisiert. Ich weiß nicht, wie ich das anders erklären kann, aber ich wache auf und denke dass kann alles nicht wahr gewesen sein.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Realitäts(ver-)kennung geschrieben
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Amai Gast
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Verfasst am: 14.10.2008, 09:02 Titel: Liebe Dagmar, |
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ich vermute, dass Du jetzt zu "verarbeiten" anfängst.... Überleg` einmal....vorher hattest Du fast keine Zeit zum Reflektieren, Nachdenken, Du warst beschäftigt: Umzug planen, Umzug realisieren, ....
Das alles lässt jetzt nach und jetzt kannst Du in Ruhe schauen, was da "abgegangen" ist und wie Du Dein Leben jetzt neu für Dich gestalten möchtest.
Solange Du ihn samt der gewaltigen Action nicht wieder "herwünschst", passt`s, oder?
Viele liebe Grüße,
Ingrid |
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| Amai hat zum Thema: Liebe Dagmar, geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 14.10.2008, 09:13 Titel: Re: Realitäts(ver-)kennung |
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Oh nein, lieb Ingrid, das tue ich beileibe nicht. Aber was ist das für ein verarbeiten, wenn ich es in Frage ziehe - ich war dabei! Klar, typisch Co! Aber ich will mich ja noch nicht einmal selber belügen, sondern denke immer das kann nicht wahr sein, weiß aber es ist wahr!
Eigentlich ist alles ganz klar, erlebt und hier nachzulesen, was gibt es da noch in Frage zu stellen frage ich mich? Und warum scheine ich es dennoch zu tun? Wobei ich belüge mich nicht, nicht dass das falsch rüber kommt. Aber ich denke immer "so was kann nicht sein".
Da kommt noch was auf mich zu auch wenn die Augen wach sind und der Kopf versteht, irgendwas blockt. Wohl die Co-Heinzelmännchen
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Realitäts(ver-)kennung geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 14.10.2008, 09:19 Titel: Re: Realitäts(ver-)kennung |
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Liebe Dagmar,
Du musst wahrscheinlich erstmal alles komplett verstehen und verarbeiten. Ein Teil von Dir will es noch nicht wahrhaben was da passiert ist, will nicht ganz verstehen, warum es soweit gekommen ist. Vielleicht ist da auch die Sehnsucht nach Partnerschaft und Naehe. Tu etwas aktiv fuer Dich wenn es Dir schlecht geht. Wenn Du einen Freundeskreis hast, dann treff Dich, geh raus, hol Dir ein schoenes Buch oder schau Dir einen schoenen Film an, weine, wenn Dir nach Weinen ist. Co-Strukturen lassen sich leider nicht von heute auf morgen aufloesen, dass kommt manchmal richtig heftig schubweise.
Halt die Ohren steif,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: Realitäts(ver-)kennung geschrieben
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Amai Gast
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Verfasst am: 14.10.2008, 09:27 Titel: Liebe Dagmar, |
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kann`s sein, dass Du Stille und Ruhe derzeit nicht aushalten kannst? Dass Du bewusst die vergangene Zeit "raufholst", damit Du wenigstens in Gedanken Action hast?
Ich weiß noch, dass ich die ersten Monate gar nicht gewusst habe, was ich mit mir anfangen soll ... ich hab` mich als die langweiligste Person auf dieser Erde gesehen, liebend gern hab` ich mich abgelenkt, ... mit den Sorgen der Nachbarn, mit dem Helfen (typisch ich) bei den Problemen anderer, .... Ich hab` mich selbst nicht ausgehalten, ich war mir selbst zuwider.
Kein Wunder...ich hab` mich auch selbst nicht gemocht und gespürt hab` ich mich auch nicht (körperlich). Und außerdem war ich mein Leben lang für andere da, hab` mich über andere "erfahren".... jou, jetzt erfahre ich mich selbst .... ich bin halt dabei, die ersten Schritte zu machen.
Geduld, liebe Dagmar, ich glaube, dass diese Empfindungen, die Du derzeit hast, normal sind. Wir haben leider keinen Schalter im Kopf, der sich umlegt und uns eine Phase unseres Lebens einfach vergessen lässt.
Viele liebe Grüße,
Ingrid |
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| Amai hat zum Thema: Liebe Dagmar, geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 14.10.2008, 09:30 Titel: Re: Realitäts(ver-)kennung |
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Das mit dem Weinen - also irgendwo abschließen - klappt noch nicht. Das war am Anfang des Horrors, aber dann war wohl der Schmerz zu groß, als dass Tränen noch möglich waren.
Ich treffe mich mit Freunden, es geht mir gut, lese Bücher kaufe mir meine Blumen, bin im Garten und freue mich über Pflanzen, Holzofen und und und.
Mein Leben ist real und ich bin mir darüber bewußt, aber ich glaube, diese Angst, die noch verbreitet wird und die Übergriffe, die haben einen Macken hinterlassen. Ich spüre keinen Wunsch nach Nähe oder Partnerschaft (was aber nicht unbedingt bewußt gespürt werden müsste, die Co-Verdrängungen sind ja zahlreich).
Was natürlich auch der Fall ist: ich erkenne nun bewußt dass er "wirklich" nicht gesund war oder ist. Jetzt kann ich es nicht mehr leugnen, was ich wohl vorher gerne tat in Form von "tu ich ihm Unrecht".
lieben Gruß von dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Realitäts(ver-)kennung geschrieben
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Emilie_AllEin sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.08.2008 Beiträge: 1257 Alter: 31
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Verfasst am: 14.10.2008, 10:08 Titel: Willkommen im Land der Beklo...ten und Bescheu...ten |
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Das ist es, was mir manchmal dieser Tage durch den Kopf geht...
Hallo Dagmar,
mir geht es ganz ähnlich wie dir. Auch mir "quält" dieses Gefühl. Dieses Aufwachen und doch irgendwie nicht so richtig wach sein. Ich glaube es ist ein Definitionsproblem. Worüber habe ich mich jahrlang definiert? Über ihn. Worüber definiere ich mich jetzt? Über mich. Und dann wird man wach und denkt sich, WIESO um alles in der Welt hab ich das alles gemacht und wieso um alles in der Welt habe ich das alles mit mir machen lassen? Weil so ein bisschen mit Abstand betrachtet, ist es doch wirklich total unsinnig. Das Leben ist ein schönes Leben. Ich kann - wenn ich es will - ganz eigenständig für mich sorgen und mein Leben gestalten. Wir alle hier drehen uns, haben uns gedreht, gemacht und getan und das über Jahre. Ein Gut-Fühlen im Schlecht-Fühlen. Eine Entschuldigung der Huldigung. Und dann denkst du: ja, jetzt ist es vorbei - MEIN Leben geht weiter. Und doch fühlst du, irgendetwas blockt dich. Irgendetwas hält dich innen fest und du stehst vor dem Spiegel und fragst dich, wo sind eigentlich meine Tränen geblieben.
Ich glaube auch, es ist ein Verarbeiten. Zurück fühlen fällt schwer, fällt mir doch der Gedanke ein: "zurück gehen" - das ist es doch, was ich in gar keinem Fall will. Aber ich habe es geschafft, ich konnte Bilder vor mir sehen, die mich an irgendeinem Punkt haben weinen lassen. WEINEN. Liebe Dagmar, finde deine Tränen wieder. Du darfst sie zulassen. Du darfst dich selbst bemitleiden - jetzt und nur für dich. Einen großen Schritt bist du gegangen, jetzt ist die Zeit DEINE Wunden zu lecken. Und nicht vergessen, nach dem Selbstmitleid wieder aufstehen und weitermachen und ich sage dir, es wird besser - mit jedem Mal leichter.
Ein ganz lieber Gruß
kk. |
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| Emilie_AllEin hat zum Thema: Willkommen im Land der Beklo...ten und Bescheu...ten geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 14.10.2008, 10:37 Titel: Re: Realitäts(ver-)kennung |
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Hi Dagmar,
als ich damals ausgezogen bin und alleine gelebt habe, da kannte ich auch solche Phasen. Auf einmal lebt man alleine, kann kaum glauben, dass man wirklich diesen entscheidenen Schritt gegangen ist. Dann kam bei mir der Schock, was ich eigentlich alles mitgemacht habe, wie weit ich eigentlich in meiner Co-Abhaengigkeit verstrickt war. Es ist gut, dass Du etwas fuer Dich tust, Dich nicht verkriechst, das ist so wichtig fuer mich damals auch gewesen.
Wie gesagt, immer schon die Ohren steifhalten und das Koepfchen hoch.
Alles Liebe,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: Realitäts(ver-)kennung geschrieben
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