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Sind meine Eltern Alkoholiker?

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Manfredsch
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
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BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 08:39    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Linde,

Du schreibst:

Zitat:
Die Entscheidung für den Kontaktabbruch und auch für die Wiederaufnahme ging von ihnen aus. Dadurch bist du in einer üblen Ohnmachtssituation gelandet! Kein Wunder, daß dich das traumatisiert hat. Abhilfe schaffen kann man da nur, wenn man aus der Passivität heraus in die Aktivität reingeht. Heißt: DU bestimmst wann, mit wem, wie oft, wo... DU Kontakte pflegen willst.


Damit drückst Du wunderbar aus, was ich innerlich immer fühle, aber nicht auf den Punkt bringen konnte. Danke.
Mein Psychologe rät mir nicht direkt, den Kontakt abzubrechen. Das irritiert mich sehr. Ich komme eigentlich sehr gut mit ihm aus, aber in diesem Punkt verstehe ich ihn nicht. Andere Psychologen würden das vielleicht auch anders sehen.
Was auch immer eine gewisse Ambivalenz in meinen Gefühlen zu den Eltern schafft ist, dass sie mir viel Geld und Dinge schenken (wahrscheinlich um ihr Gewissen zu erleichtern) und dass es selten auch nette Treffen mit ihnen gibt. Das ist eben diese Unberechenbarkeit. Man kann nie wissen, wie die Herrschaften bei Laune sind. Und sowie ich etwas mache, das sie anders sehen, ist der Ofen aus.
Wie lebt man bloß mit solchen Erfahrungen?

Herzliche Grüße
Manfred[/quote]
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Manfredsch hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Nordstern
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.09.2008
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BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 15:57    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

auch meine Eltern (vor allem mein Vater, zum Glück nur "co-abhängig") haben mir schon Geld geschenkt. Ich denke auch, es ist das schlechte Gewissen. Dabei würden ein "es tut mir leid" oder ein paar offene und ehrliche Worte und Kindern viel mehr helfen. Es wird einfach überspielt.

Ich bin nicht mehr so häufig bei meinen Eltern.Ich wohne ca. 80 km von Ihnen entfernt und melde mich bei Ihnen sehr sehr selten. Ich finde einfach keinen Grund. Und eigentlich bin ich auch immer Weihnachten bei ihnen bzw. bei meiner Schwester(nicht die Vorzeigeschwester, sondern die, die alles macht, um Konflikten aus dem Weg zu gehen (wie ich gelesen habe, reagieren Kinder von Alk-Eltern aufunterschiedliche Art und Weise, um damit umgehen zu können), die auf dem Hof gebaut hat (mein Vater ist Landwirt, mittlerweile in Rente, allerdings hat er noch das Bauernhaus). Früher hab ich auch immer noch dort übernachtet. Mittlerweile schlafe ich wenn überhaupt bei meiner Schwester oder ich fahre abends noch nach Hause. Und freu mich, wenn ich wieder von meinen Freunden und meiner gemütlichen Wohnung umgeben bin.

Wie man mit solchen Erfahrungen lebt? Man muß wohl akzeptieren, dass es diese Erfahrungen gibt und lernen, damit umzugehen. Ich glaube, dass es bei uns Co-Kindern wohl nicht ohne therapeutische Begleitung möglich ist. Vielleicht auch eine SHG, in denen es allen so geht wie uns, in der wir uns nicht so allein fühlen. Ich bin auch gerade am Anfang und möchte einige Dinge in meinem Leben ändern.
Beruhigend ist doch, dass wir die Wahl haben unser Leben zu gestalten. Wenn wir ebenso abhängig von Alkohol wären (was ja durchaus hätte passieren können, oder?), hätten wir diese Wahl nicht mehr, denn dann wären wir fremdbestimmt. Du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und ich bin mir sicher, dass der Kontakt hier, allein schon das Lesen, allen hier weiterhelfen wird.

Bleib auf diesem Weg:-)

Ganz lieben Gruß

Andrea
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Nordstern hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Linde66
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 19:49    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Manfred,

Zitat:
Mein Psychologe rät mir nicht direkt, den Kontakt abzubrechen.
weißt du, was mir spontan dazu einfällt? 2 Dinge:

- ein guter Therapeut sagt seinem Klienten nicht, was der tun soll, sondern er begleitet ihn bei seinem Weg, egal wie der aussieht. So kann der Klient seine eigenen Erfahrungen machen und hat durch die Therapie die Möglichkeit, immer wieder Rücksprache zu halten und sein Verhalten zu "optimieren"

- wer sagt dir, ob dein Therapeut nicht selber ein Co ist? grins. Therapeuten sind auch nur Menschen... Co's versuchen ja auf Biegen und Brechen den Kontakt aufrechtzuerhalten, egal was ihr Bauchgefühl und ihre schlechten Erfahrungen mit der Herkunftsfamilie sagen...

Was das liebe Geld angeht, habe ich auch schon so manches zugesteckt bekommen, gerade wieder läuft eine "Attacke"... Die wollen mir ihr ganzes Anwesen überschreiben (Landwirtschaft).
Zitat:
Dabei würden ein "es tut mir leid" oder ein paar offene und ehrliche Worte und Kindern viel mehr helfen.
Damit triffst du den Nagel auf den Kopf, Andrea! Ich kann aus eigener Erfahrung sehr gut verstehen, daß du Manfred da ambivalent reagierst.

Die "Geschenke" die ich bisher bekommen habe, waren immer zu groß, immer knapp an dem vorbei, was mich wirklich glücklich gemacht hätte. Sie waren immer an Bedingungen geknüpft. Nie offensichtlich, aber da ich das Gras wachsen höre hab ich diese subtilen Forderungen gespürt! Die "Geschenke" waren oft der Versuch mich zu kaufen, zu binden, mein schlechtes Gewissen zu aktivieren, mir eine Beißhemmung aufzuerlegen und was weiß ich sonst noch alles. Das einzige was sie definitiv NICHT waren: sie waren keine Geschenke!

Ich laviere bei dem Thema auch bissel herum. Aber der liebe Gott hat das Wörtchen NEIN erfunden, das darf man gerne mal in den Mund nehmen! Das einzige, was ich mir bezahlen lasse, sind meine horrend hohen Zahnarztrechnungen. Meine irgendwann mal wunderschönen Zähne sind kaputt durch die Eßsucht, in die ich geraten bin, weil ich einer Sucht- und Mißbrauchsfamilie aufgewachsen bin. Ich bin zum Glück keine Alkoholikerin geworden, aber eßsüchtig. Das liegt durch meine jahrelange Therapie hinter mir! Sehr glücklich Darauf bin ich echt stolz, daß ich das geschafft habe! Aber die kaputten Zähne werden mich ein Leben lang daran erinnern, was mal war. Und dafür dürfen sie bezahlen.

Erst mal liebe Grüße, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Manfredsch
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 12.10.2008
Beiträge: 210
Alter: 44
Wohnort: Norddeutschland

BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 21:15    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr,
es tut mir wirklich gut, mich auszutauschen mit Menschen, denen es ähnlich geht.
Ja, es stimmt, ein paar offene Worte hätten mir sicher besser getan, als die Geschenke. Mir ist auch eine Immobilie geschenkt worden und ich glaube, dass sie sich ganz toll fühlten, weil sie dadurch wieder eine gewisse Machtposition bekommen haben. Geschenke sind oft nicht, was sie scheinen, sondern regelrechte Druckmittel. Und manchmal habe ich deswegen wirklich ein schlechtes Gewissen.
Mir tun meine Eltern hin und wieder auch unendlich leid. Das ist ein unerträgliches Gefühl, kennt Ihr das? So ein ganz tiefer Schmerz. Mitleid mit ihrer Situation, ihrer Familiengeschichte, ihrer Dummheit...und das führt dann auch zu dieser Ambivalenz.
Das mit der Eßsucht ist ganz schön heftig. Man kuckt sich das Suchtverhalten wohl ab. Ich hätte auch gut Alkoholiker werden können, wenn nicht irgendetwas in mir unbedingt und trotz allem leben wollte.
Vielleicht stimmt das mit dem Therapeuten. Er sagt immer, man könne den Kontakt nicht abbrechen, weil die Bindung zu Eltern generell zu stark sei.
Andrea, hast Du schon eine Selbsthilfegruppe gefunden? Das ist bestimmt eine gute Sache.
Ich kenne sehr gut dieses Gefühl, wieder in der eigenen Wohnung und Welt zu sein, nachdem ich einen Ausflug in diese gefahrvolle, gestörte Familienwelt unternommen hatte, in der alles unberechenbar ist, auch wenn ich von der Distanz her gar nicht so weit von meinen Eltern entfernt wohne.
Und immer wieder melden sich bei mir diese Zweifel, ob meine Eltern nun eigentlich wirklich Alkoholiker sind. Aber es ist doch nicht normal, wenn jeden Tag getrunken wird, oder? Auch wenn sie immer noch arbeiten und funktionieren können. Dabei habe ich wohl auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie Alkoholiker nenne. Ganz schön vertrakt, das Ganze.
Liebe Grüße erstmal
Manfred
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Manfredsch hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Nordstern
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.09.2008
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BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 21:41    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

ich glaube auch, dass jeden Tag trinken nicht normal ist. Meine Mutter trinkt jeden Tag. Aber sie bricht nicht die Flaschen an, die im Haus sind, sondern sie hat sie in der Scheune versteckt (das hat meine Schwester mal entdeckt). Wenn es täglich nur ein Glas WEin wäre...aber sie trinkt soviel, dass es ihre Persönlichkeit verändert. Sie hat dann so ein unechtes Grinsen...sie ist dann einfach anders nicht sie selbst. Und du kannst dich auf dein Gespür verlassen. Was sagt es? Sind sie abhängig?

Übrigens habe ich auch meine Sucht. Ich möchte nie die Kontrolle verlieren und habe große Probleme jemandem zu vertrauen. Das hat schon viel kaputt gemacht, aber genau daran will ich jetzt arbeite.

Nein, Manfred, ich habe noch keine Gruppe gefunden und hoffe, dass mir das Diakonische Werk weiterhelfen kann.

Ganz liebe Grüße

Andrea
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Nordstern hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Linde66
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 14422
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BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 22:01    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Sie sinds! Hör auf deinen Bauch. Und das Ding beim Namen zu nennen ist auch o.k.! Man meint immer, man müsse sie schonen.. Warum eigentlich? Ich meine damit, daß sie ihren eigenen Kindern ungeniert Dinge zumuten, die keiner haben will: Unzuverlässigkeit, Unberechenbarkeit, widerlichen Mundgeruch, Lügen, ätzende Familienfeiern und und und. Es ist erlaubt, das SCHEI... zu finden. Ihr Verhalten wohlgemerkt, nicht ihre Person. Alkoholiker tun alles dafür, nach Außen, im Beruf so lange wie irgend möglich perfekt zu 'funktionieren'. Da werden riesige Konstrukte gebaut, um den schönen Schein zu wahren...

Das mit dem Mitleid finde ich ist ein interessanter Aspekt! Ich versuch das mal für mich selber zu sortieren: Ich habe Mitleid mit ihnen insofern, daß ich aufgrund der Biographiearbeit, die ich betrieben habe weiß, daß sie selbst Opfer waren. Opfer von Mißbrauch bzw. selber Kinder von Alkoholikern. Dann kam noch die Kriegszeit hinzu, Halbwaise geworden, Heimaufenthalt... Fürchterlich schlimme Dinge haben sie beide erlebt. Sie haben die vorgelebten Muster übernommen, nie reflektiert, geschweige denn Therapie gemacht. Und schwupps, wurden sie an uns Kindern zu Tätern.

Mitleid mit ihnen, ja, wenn ich sie als Opfer ihrer Lebensumstände sehe. Mitleid auch, wie ich es mit jedem anderen Menschen auch hätte, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt, warum auch immer. Ich bin ja schließlich kein Steinbrocken.

Aber dann ist auch schon Ende. Dann muß man den Focus wieder auf sich selber richten! Ich habe AUCH eine grauenvolle Kindheit gehabt, zum Glück ohne Krieg. Aber was habe ich nicht alles draus gemacht!! Ich bin inzwischen höchst lebendig und geerdet! Ich hab dafür gekämpft, daß ich aus dieser Mißbrauch-Sucht-Co.-Kiste herauskomme! Das hätten sie auch tun können, haben es aber nicht! Sondern haben mich und meinen Bruder ganz tief drunten in dieser Kiste versenkt. Da hört mein Mitleid auf. Mein schlechtes Gewissen, mein Pflichtgefühl, mein Verantwortungsgefühl ebenso. Da denke ich lieber an mich selbst und mein Leben, davon hab ich was. Die müssen an ihre eigenen Baustelle arbeiten; ich arbeite effektiver an meiner.

Zitat:
es tut mir wirklich gut, mich auszutauschen mit Menschen, denen es ähnlich geht.
dito!

Danke für deine netten Worte bzgl. meiner Eßsucht. Ja, man übernimmt nicht unbedingt das Suchtmittel, sondern vielmehr das Suchtmuster. Wie sich das bei einem dann zeigt ist vielfältig: Eßsucht, Spielsucht, S**sucht, Beziehungssucht, Drogensucht... Mathias Jung hat darüber richtig gut geschrieben. Hat mich weitergebracht, ihn zu lesen.

Ja, Abstand ist wichtig, und daß man sein eigenes Zuhause hat.

Sodele, bis denn.

Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Linde66
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Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 14422
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 22:09    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Andrea,

hab deinen Beitrag gerade eben entdeckt, ich war so vertieft ins Schreiben...

Das mit den Verhaltensänderungen und Verhaltensauffälligkeiten kommt mir sooo bekannt vor. Meine Mutter, die seit 40 Jahren 'heimlich' trinkt, schlendert Dutzende mal am Tag zum Abstellraum, guckt dabei gaaaanz unauffällig und pfeift dabei. So ein Gepfiffel, weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll. Egal. Wenn ich das hörte, wußte ich immer genau woran ich bin. Mir zieht sich gerade alles zusammen, wenn ich daran denke. Ich glaub 1000 mal abgrundtief traurig gewesen reicht gar nicht... Sie ist zu der Flasche gegangen und nicht zu mir. Trauer. Ohne Worte.

Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben
Nordstern
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.09.2008
Beiträge: 32
Alter: 47
Wohnort: Lübeck

BeitragVerfasst am: 14.10.2008, 01:12    Titel: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Linde,

es ist nicht nur Trauer. Je mehr ich hier lese, je wütender werde ich auch. Wütend auf die Verantwortungslosigkeit meiner Eltern. Nicht nur meiner Mutter, sondern auch die meines Vaters, der sich seit 40 Jahren perfekt angepasst hat. Ein besseren Co gibt´s wohl nicht. Und dann zum perfekten Schein 4 Kinder in die Welt zu setzen. Denn auf dem Land war das ja ein Muß. Immer schön den Schein wahren. Und wir müssen das jetzt ausbaden mit Beziehungsproblemen, eigenen Suchten, Unfähigkeit Wärme zu geben, weil man sie selbst nicht erfahren hat. Der Weg zum Therapeuten oder zu einer SHG. Wir müssen jetzt ausbaden, was sie nicht gepackt haben. Ist es da nicht verständlich, dass man auch mal wütend werden darf? Ob ich sie es je spüren lasse, weiß ich nicht, denn ich glaube, es würde nichts bringen. Vielleicht ein Kopfschütteln und Unverständnis. Dann bin ich wieder das schwarze Schaf, dass es nicht (wie ihre Geschwister) schafft, eine glückliche Ehe zu führen, ein normales, artiges Kind zu haben (mein Sohn ist Punk, aber ein liebenswerter, intelligenter Punk, der es mit seinen 17 Jahren schafft, bereits 1 1/2 Jahre eine liebe Freundin zu haben, die ihn immer noch anhimmelt---aber er entspricht eben nicht der Norm meiner Eltern), dass zu einem Therapeuten muß, weil sie es nicht allein gebacken kriegt...Aber sie würden in ihrem alten Klischee-Denken niemals darauf kommen, dass sie das verbockt haben! Darf ich so wütend sein??? Egal, ich bin es!!

So, Manfred, sorry, dass hier ist dein Thread, aber ich mußte das mal loswerden! Das MUSS mal gesagt gesagt werden.

Bis dann Gute Nacht.

Andrea
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Nordstern hat zum Thema: Re: Sind meine Eltern Alkoholiker? geschrieben

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