| seerosal stellt sich vor • annat |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Herbstfrau neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.11.2005 Beiträge: 19 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 07.11.2005, 16:45 Titel: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo,
am 19.10. habe ich mir endlich eingestanden, dass ich ein Alkoholproblem habe. Rumort hat das schon länger in mir. Nach einem Streit mit meinem Freund war ich auch ihm gegenüber ehrlich und hab versucht ihm zu erklären, was mit mir los ist. Er war nicht wirklich überrascht, da er mein Trinkverhalten ja schon eine längere Zeit mit ansehen musste.
Ich bin 39 Jahre, kann nicht genau sagen, wie lange ich schon regelmässiger trinke, am Anfang war es immer nur sporadisch, in den letzen 1 1/2 Jahren aber doch fast täglich. Ich hab fast ausschliesslich Rotwein getrunken, gelegentlich mal Bier, ganz selten mal Schaps.....aber immerhin war ich zum Schluss bei 1 Flasche am Abend. Ich hab auch nie tagsüber getrunken....auch nicht am WE...immer erst nach dem Abendessen. Ich hab es mit der Angst bekommen als die ersten körperlichen "Reaktionen" nicht mehr zu übersehen waren.....chronische Gastritis, Angstzustände, Panikattacken...etc.
In den letzten 3 Wochen hab ich nur zweimal Wein getrunken, jeweils 2 Gläser..alle anderen Tage waren sozusagen "trocken". Körperlich geht es mir wieder besser, die ständige morgendliche Übelkeit ist weg und die auch sicher daraus resultierenden Angstzustände (vorallem, wenn ich mit der Bahn fahren musste) sind fast weg. In den letzten Woche versuche ich zu analysieren, warum ich getrunken habe. Das ist nicht wirklich leicht..manchmal denke ich, bei mir spielt sehr vieles eine Rolle. Meine Mutter war Alkoholikerin, sie ist vor 19 Jahren daran "zugrunde" gegangen. Mein Vater ist auch Alkoholiker. Er schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Der Alkohol hat ihn sehr krank gemacht....er zeigt aber auch keine Einsicht. Ich war 16 Jahre verheiratet....mit dem "falschen" Mann...oder war ich die falsche "Frau"?. Er hat mich ersetzt. Naja und so gibt es einige "Ursachen".
Ich erhoffe mir hier Hilfe, Ratschläge, Trost. Ich will nicht so leben wie meine Eltern...oder gar so sterben. Ich hab schon soviel geschafft, DAS schaffe ich auch. Ein lieber Gruss die Herbstfrau  |
|
| Nach oben |
|
| Herbstfrau hat zum Thema: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
Abafazi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.08.2005 Beiträge: 75 Wohnort: bei Reutlingen
|
Verfasst am: 07.11.2005, 18:06 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo Herbstfrau,
herzlich willkommen im Forum.
Schön, dass Du bereits einen Anfang gemacht hast: Du hast Dir eingestanden, dass Du ein Alkoholproblem hast.
Auch ich habe abends immer viel Wein getrunken; nach einer Weile aber auch schon tagsüber. Also je eher man aufhört, desto besser natürlich!
Hast Du denn körperliche Entzugserscheinungen, wenn Du nicht trinkst? Es wird einem im allgemeinen geraten, sich für den Entzug in ärztliche Behandlung zu begeben. Ich habe dies auch getan und habe es nicht bereut!
Gut wäre außerdem, wenn Dein Freund sich auch mit dem Thema befasst, damit er Dich unterstützen kann.
Ansonsten schau Dich hier im Forum um und lies Dich durch die Beiträge; sicher findest Du das eine oder andere, was auch auf Dich zutrifft.
Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg bei Deinem Vorhaben, trocken zu bleiben!
Liebe Grüße
Abafazi |
|
| Nach oben |
|
| Abafazi hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
Herbstfrau neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.11.2005 Beiträge: 19 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 08.11.2005, 09:25 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo Abafazi,
Dankeschön für die Begrüssung. Ja es ist nicht leicht den ersten Schritt zutun, hat auch bei mir länger gedauert, obwohl ich schon recht lange weiss, dass ich ein Problem habe.
Ganz los vom Alkohol bin ich noch nicht aber die längeren Pausen haben so gut wie keine Entzugserscheinungen ans "Licht" gebracht, Kopfschmerzen hatte ich ein paar Tage, etwas Herzrasen....sonst nichts. Kommt da noch was? Sicherlich wenn ich nicht aufhöre, sondern weitertrinke.
Ich nehme seit längerem Mariendistelpräparate und Vitamin B, trinke viel Fruchtsaft, selbstgemacht, ich hab gelesen das hilft bei der Entgiftung. Ich habe immer grossen Appetit, was man leider auch auf der Waage sieht. Ich hatte auch nie abgenommen, sondern eher zu. Naja da muss ich wohl auch aufpassen.
Es gibt Tage oder vorallem Abende wo ich garkein Verlangen nach Alkohol habe, dann wieder ist der "Druck" sehr gross und ich gebe ihm nach. Was kann man dagegen tun? Beschäftigung hilft nicht immer. Ich bin glaube ich ein Problemtrinker, sobald es etwas schwieriger wird oder ich den Kopf mal wieder garnicht frei bekomme, trinke ich. Es erleichtert scheinbar...aber wirklich eben nicht. vorallem sind die Selbstvorwürfe hinterher um so schlimmer. Irgendwie ist in den letzten Jahren die Leichtigkeit in meinem Leben abhanden gekommen. Meine Mutter starb vor 19 Jahren am Alkohol, mein Vater "lebt" schon immer damit aber nicht besonders gut. Meine Ehe ist im Eimer nach 16 Jahren hat mich mein EX ausgetauscht. Ich bin seit 8 Wochen ohne Arbeit und die Beziehung zu meinem neuen Freund ist auch manchmal alles andere als leicht. Manchmal erschlägt mich das alles und dann passiert es ....das ich trinke.
Ich hab grosse Hemmungen in eine Beratungsstelle zugehen, würde wenn dann in eine reine Frauengruppe gehen. Wo finde ich in Berlin Hilfsangebote?
Liebe Grüsse Herbstfrau |
|
| Nach oben |
|
| Herbstfrau hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
Abafazi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.08.2005 Beiträge: 75 Wohnort: bei Reutlingen
|
Verfasst am: 08.11.2005, 10:15 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo Herbstfrau,
ja, in vielem erkenne ich mich auch wieder. Alkohol war längst kein Genuss mehr, sondern "Mittel zum Zweck". Allein diese Tatsache hat mich erkennen lassen, dass ich für ein kontrolliertes Trinken schon zu weit abgerutscht bin.
Der Moment, als ich den Alkohol loslassen konnte, kam eigentlich mit der Entscheidung, zum Arzt zu gehen. Deshalb würde ich auch jedem dazu raten. Es kostete mich nur 1 Anruf (und naja, halt die üblichen 10 Euro) und natürlich einige Überwindung.... Dann aber war ich so stolz und erleichtert, dass für mich klar war: jetzt ist Schluss!!! Für mich war das sozusagen der Startschuss. Aber für andere mag das etwas ganz anderes sein. Ich denke mal, das musst Du für Dich selbst herausfinden.
Auch die Frage, womit man sich ablenken kann. Den Trinkdruck habe ich auch gespürt, aber ich muss sagen, insgesamt war er wesentlich kleiner als ich erwartet hätte. Oft ist es nur die Angst davor, die einen zögern lässt!
Und wegen der Entzugserscheinungen: also ich selbst hatte keine, aber ich habe auch Medikamente bekommen! Hier im Forum wird immer wieder davor gewarnt, selbst kalt zu entziehen. Was noch kommen kann oder wie schlimm das evtl. ausfällt, das weiß ich auch nicht.
Da ich in Süddeutschland lebe, kann ich auch zu Hilfseinrichtungen in Berlin nichts sagen; da gibt es aber ganz bestimmt eine Menge. Vermutlich wissen da andere Mitglieder mehr darüber.
Die Gründe fürs Trinken sind vielfältig, und es kann nur eine Antwort geben: aufhören...
In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute
Abafazi |
|
| Nach oben |
|
| Abafazi hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
~CAT~ Gast
|
Verfasst am: 08.11.2005, 10:44 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo Herbstfrau!
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum!!!
Ich kann dich sehr gut verstehen und habe mich beim lesen deiner Geschichte in so einigem wiedergefunden.^^
Jetzt weiss ich, dass ich immer nur Trinkpausen gemacht habe. Erst waren es noch Monate, dann aber nur noch höchstens zwei Wochen! Die Abstände in denen ich getrunken habe wurden also wieder immer kleiner.
Beim letzten Besäufniss hatte ich dann einen Kontrollverlust. Es sollte eigentlich nur eine Flasche Sangria sein. Aber die war ja so schnell leer und ich bin dann nochmal los und habe mir noch eine zweite gekauft. Am Ende war ich so besoffen, das ich nicht mehr stehen laufen oder sprechen konnte. Ich bin aufgestanden und mit voller Wucht auf unseren Wohnzimmertisch gefallen. Der war aus massiven Marmor. Er ist zerbrochen. So hat mich dann mein 16 Jähriger Sohn vorgefunden.
Kurze Zeit später kam mein Mann von der Mittagsschicht....
Das war "hoffentlich" mein letztes mal. Es ist heute genau 8 Tage her.
Ich bin also so wie du auch noch ganz am Anfang.
Es hat mir sehr geholfen, dass dieses Forum hier gefunden habe. Das Lesen und schreiben hier, hat dazu geführt, dass ich mich mich in den letzten Tagen sehr intensiv mit meiner Sucht auseinandergesetzt habe. Früher hingegen, wenn es mir wieder besser ging und der Alltag kam, hab ich nur allzuschnell verdrängt und vergessen....oder auch verharmlost.....das ich Alkoholabhängig bin. Wenn dann der Saufdruck kam hab ich ihn vielleicht einen Tag rauszögern können aber spätestens am nächsten Tag bin ich losgelaufen........Immer mit dem Gedanken....einmal noch...es ist dann auch wirklich das letzte mal....
Auch in der vergangen Woche kam der Saufdruck, aber ich habe ihn sozusagen überwinden können.
Und umsomehr Tage vergehen umsomehr Mut und Selbstvertrauen bekomme ich zurück
Für mich war es das wichtigste meine Krankheit ernst zu nehmen. Und dann habe ich erkannt, das ich vorher immer nur einfach aufgehört habe zu trinken....aber sonst habe ich nichts geändert. Das heisst ich blieb immer in der gleichen Situation, nur ohne Alkohol.Und ich habe jetzt für mich erkannt, dass das falsch war. Darum beginne ich nun einiges zu Verändern. Wie gesagt, ich bin auch noch ganz am Anfang...
Da ich vorher sehr einsam war, habe ich Kontakt zu einem Hundesportverein aufgenommen. Ich habe einen Labrador und es macht mir viel Freude mit ihm zu lernen. Mein Hund ist also gewissermassen mein Hobby. Ziel ist es mal später mit ihm in die Rettungshundestaffel zu gehen.^^
Ich bin auch auf der Suche nach einer SHG in der ich mich wohlfühle und zu der ich gemeinsam mit meinem Mann (der ja so gar nichts über die Alkoholkrankheit weiss) hingehen kann. Gestern waren wir beim blauen Kreuz. Gut! Speziell in dieser Gruppe dort, hat es uns nicht so toll gefallen...aber wir suchen weiter.
SHG auch desshalb für mich, damit ich weiter aus meiner Isolation hier herauskomme. Ich möchte gerne andere Menschen kennenlernen, die mich verstehen und vor denen ich mich nicht verstellen muss.
Für mich ist dieses Forum mit all seinen lieben netten Menschen hier sicherlich eine grosse Hilfe und ich bin sehr gerne und viel hier auf der Seite, aber für mich mit meiner Problematik, darf es nunmal nicht alles sein...^^ Aber auch hier findest du Menschen, die dich verstehen und dir gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Zu Deiner Frage nach Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen in Berlin.
Schau mal oben auf dieser Seite. Dort findest du einen unterstrichenen Link: Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen. Dort findest du eine ganze Menge Anlaufstellen für Berlin.
Alles Liebe für Dich!
Kati |
|
| Nach oben |
|
| ~CAT~ hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
Herbstfrau neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.11.2005 Beiträge: 19 Wohnort: Berlin
|
Verfasst am: 08.11.2005, 14:35 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
Hallo Cat, Danke Abafazi,
herzlichen Glückwunsch Cat zu den 8 Tagen. Ich hoffe, dass auch irgendwann sagen zu können. Heute morgen ging es mir garnicht so gut. Ich hatte gestern ein Bier getrunken zum Abendessen und heute Nacht hat mein Kreislauf leicht verrückt gespielt. Es war so gegen 2 Uhr morgens...nach der organischen Uhr arbeitet da die Leber auf Hochtouren..muss wohl irgendwie damit zusammen gehangen haben. Heute morgen hatte ich einen Arzttermin beim Chirurgen und auf dem Weg dahin hatte ich das Gefühl mich hauts jeden Moment um. Ich bin dann statt mit der Strassenbahn zufahren, ein Stück gelaufen und danach ging es dann wieder. Ich bin mit mir ganz schön ins Gericht gegangen, weil ich ja weiss, dass mir, egal wieviel ich trinke, es nicht bekommt. Jetzt ist Schluss damit. Ich muss mir immer, wenn es kritisch wird, vor Augen führen, dass es mir am anderen Tag besch.....geht. Jedenfalls kann das so nicht weiter gehen. Ich bin 39 und hab noch (hoffentlich) soviele Jahre vor mir. Wie kann man nur so unvernünftig sein und sich selbst so schädigen????? Ich weiss ja wie es endet...ich hab das Drama um meine Mutter hautnah miterlebt und müsste es eigentlich besser wissen.
Ich werde mich jetzt mal nach einer SHG umsehen, vielleicht gibt es ja eine in meiner Nähe. Das schreiben hier hilft auch sehr. Ich bin noch bei den AA's im Onlinemeeting angemeldet aber ganz ehrlich gesagt, sagt mir das nicht so zu. Ich bin nicht gläubig und kann mit einer höheren Macht leider nichts anfangen. Vielleicht bin ich da auch nicht tolerant genug....ich weiss es nicht.
Der Austausch hier gefällt mir sehr gut, ich kann hier sehr viel freier erzählen.
Liebe Grüsse Herbstfrau |
|
| Nach oben |
|
| Herbstfrau hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |
chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
|
Verfasst am: 08.11.2005, 19:54 Titel: Re: Hallo, ich bin neu hier! |
|
|
hallo herbstfrau,
auch ich heisse dich hier willkommen.
das was du beschreibst deutet auf entzugserscheinungen hin. wenn du mit dem trinken aufhören willst rate ich dir einen arzt aufzusuchen und mit ihm das problem zu besprechen, damit du evtl. ein medikament bekommst. der körper muss als erstes entgiftet werden und dieses dauert in der regel 10 tage. du wirst dich hinterher besser fühlen und alles auch motivierter angehen. auch würde ich dir ein gespräch bei einer suchtberatung enpfehlen, die können dir auch bei einer evtl. gruppe behilflich sein.
auch wenn du bei deiner mutter erlebt hast wie das alles enden kann, es hält einem selbst leider nicht vom alkohol ab, das habe ich auch erfahren müssen.
lg
chrissyta |
|
| Nach oben |
|
| chrissyta hat zum Thema: Re: Hallo, ich bin neu hier! geschrieben
|
|
 |