hrw neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.10.2008 Beiträge: 5
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Verfasst am: 07.10.2008, 12:14 Titel: Der schöne Schein... |
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...nach außen hin muss unbedingt aufrecht gehalten werden - um jeden Preis...
Hallo erstmal,
so in etwa lautet seit Monaten, ach seit Jahren, das Motto meiner Schwiegereltern. Mein Schwiegervater hat - so lauten Erzählungen meines Mannes und meiner Schwägerin - bereits vor etwa 20 Jahren getrunken. Mal mehr, mal weniger. In 2004 wurde er arbeitslos und trank dann zunehmend mehr. Bis er gesundheitlich so am Boden war, dass er eine Entgiftung gemacht hat und dann sogar 1 Jahr trocken war.
Doch dann begann der Zirkus wieder erneut. "Mal ein Glas Bier...", "mal ein Glas Wein..." (ich kann's schon nicht mehr hören...). Das ging dann soweit, dass er sich eines Tages noch aufgrund einer Unachtsamkeit und der Nachwehen einer am Vortag gewesenen Feier bei Waldarbeiten schwer verletzt hat und dies mehrere Op's nach sich zog. Im Krankenhaus war ja alles "bestens". Da vertrugen sich SchwieMa und SchwiePa hervorragend (klar, da gab's auch keinen Alk, der das Wesen so nachhaltig ins Negative verändert, denn die Blutwerte wurden ja regelmäßig kontrolliert und er wollte ja auch nicht den "Anschein" erwecken, alkoholkrank zu sein...).
Kaum zu Hause ging die heimliche Trinkerei wieder los (dementsprechend dauerte der Heilungsprozess der Unfallwunde natürlich auch sehr lange, da der Körper ja auch so schon einiges bekämpfen musste).
Er kommt sich wahrscheinlich auch noch so unheimlich clever vor, dass wohl keiner bemerken würde, dass er trinkt (ich glaube, er ist sogar fest davon überzeugt…). Sehen tun wir das auch nicht wirklich (es sei denn, er trinkt für alle sichtbar „mal ein Glas…“), aber riechen… insbesondere, wenn ihn wieder eine zur Tarnung aufgelegte After-Shave-Duftwolke umhüllt… Auch sind seine ganzen Bewegungen dann fahrig, seine Antworten ruppig und so manche kleinere Details lassen darauf schließen.
Hinzu kommt, dass seine Frau erheblich an MS erkrankt ist und daher auch auf seine Hilfe angewiesen ist – sie ist somit also nicht in der Lage, ihn vielleicht auflaufen zu lassen, damit er mal kapieren könnte, dass es so nicht weitergehen kann. Die beiden verstehen sich auch überhaupt nicht. Allerdings ist ihm da nicht alleine die Schuld zuzuweisen, denn sie ist in ihrer Art auch nicht wirklich einfach und sehr befehlshaberisch… . Weiterhin wohnt im gleichen Haus noch der über 80jährige Opa, der von der SchwieMa zumindest noch bekocht wird. Alles weitere erledigt dieser selbst. Aber die 3 zusammen sind alle wie Hund und Katz – sie können sich überhaupt nicht leiden.
Wenn mein Mann und ich zusammen mit unserem Kleinen (fast 1 Jahr) sie besuchen (wir wohnen sogar direkt nebenan, tun uns diese Miss-Stimmung aber logischerweise nur ungern an, was aber nicht immer so war), geiern alle auf unseren Kleinen, nur damit man bloß nicht mit allen anderen Erwachsenen im Raum eine Unterhaltung führen müsste… Der arme kleine Kerl wird einfach dazu missbraucht, deren Unfähigkeit, mit anderen Menschen umgehen zu können zu beheben. Er fühlt sich auch sichtlich unwohl, wenn er von seinem schwankenden und nach Alkohol riechenden Opa in der Wohnung rumgetragen wird (aber das rafft der SchwiePa nicht). Wenn ich den Kleinen dann aus seinen Klauen befreie, bin ich noch die böse Schwiegertochter, die ihm den Kleinen vorenthalten will… Aber ich glaube langsam, dass es wohl noch das einzige Druckmittel ist, ihm den Kleinen vorzuenthalten, damit er vielleicht merkt, dass sich was ändern muss. Oder liege ich da falsch? Was meint ihr? (Ich finde es echt traurig, dass unser Kleiner dafür herhalten muss, aber eine andere Möglichkeit sehe ich momentan nicht. Denn der Rest interessiert ihn wohl nicht wirklich – wie’s innen in ihm aussieht, kann ich halt nicht beurteilen…)
Es hat bisher auch nichts geholfen, den Alkoholmissbrauch anzusprechen. Er sagt dazu keinen Ton, NIX – seit Jahren bereits, wenn das Thema darauf kommt. Mein Mann und meine Schwägerin hatten bereits mit seinem Hausarzt persönlich darüber gesprochen. Dieser hat auch festgestellt, dass die Blutwerte des SchwiePas „total im A….“ sind und er an einer Leberzirrhose leidet.
Der SchwiePa selbst geht hin und wieder in eine Selbsthilfegruppe (immerhin), aber meist nur dann, wenn er gerade mal nicht so sehr am Stoff ist (wahrscheinlich, damit er dort nicht sein Gesicht verliert, da er ja bereits mal 1 Jahr trocken war…). Wenn er eine extreme Phase hat, lässt er sich dort nicht so regelmäßig blicken und jammert rum, er wäre krank, hätte Fieber, blabla… und die SchwieMa wiederholt das vor anderen auch brav… (aber das ist eine andere Geschichte, denn sie hat wohl die Augen schon vor dem Ganzen mittlerweile verschlossen und will das nicht mehr an sich herankommen lassen.)
Ich weiß noch nicht mal, ob die Verwandtschaft das blickt, wie’s um ihn steht, oder ob’s im Dorf bekannt ist. Ich bezweifele das sogar. Aber sollte man das „öffentlich“ machen, zumindest in der Verwandtschaft? Von denen werden mein Mann und ich ja sogar so abgestempelt, als wollten wir mit den (Schwieger-)Eltern nix zu tun haben. Aber denen fehlt halt auch der Hintergrund, warum sich der Kontakt zeitweise nur auf das Nötigste beschränkt… Vorsichtige Andeutungen unsererseits ihnen gegenüber wurden eher so abgetan, dass wir uns das nur einbilden würden...
So, sorry für das ganze Blabla – ist jetzt echt ein halber Roman geworden, aber das musste mal raus…
Danke fürs Zu“lesen“
Liebe Grüße,
hrw |
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Spedi Gast
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Verfasst am: 07.10.2008, 13:10 Titel: Re: Der schöne Schein... |
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Servus hrw,
na, dann ist ja alles in Butter.
Nur Dein/Euer Kind als Druckmittel einzusetzen halte ich für völlig verfehlt, ganz davon abgesehen: wie würdest Du Deinem Kind das in 10 Jahren erklären wollen???
Ne, ne, lass mal lieber.
Aber grenzt Euch als Familie einfach weiter ab. Nicht im gleichen Haus zu wohnen ist doch schon mal ein Anfang und ausbaufähig. Beispiel? Wir kommen nur noch, wenn das Haus alkoholfrei ist und Opa nachweislich seit mindestens einer Woche nüchtern.
Wir kommen nur noch, wenn Opa regelmäßig in die SHG geht und trocken bleibt.
Wir kommen nur noch... Die Liste ist beliebig erweiterbar.
Nur: bitte daran denken dass derartige Forderungen erst durch konsequentes Einhalten "mit Leben erfüllt" werden. Andernfalls verpufft das ganze als "leere Drohung" und ihr werdet (nicht nur bei dem Thema) nicht mehr ernst genommen.
Öffentlich zu machen ist immer so eine Sache. Die, die es interessiert, wissen / ahnen es. Der Rest will es nicht wissen (warum auch immer) und den wirst Du damit auch nicht erreichen. Deien bisherigen Versuche bestätigen Dir das ja auch.
Ich wünsche Euch viel Kraft, lasst Euch von der Krankheit nciht vereinnahmen.
LG
Spedi |
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hrw neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 06.10.2008 Beiträge: 5
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Verfasst am: 08.10.2008, 18:11 Titel: Re: Der schöne Schein... |
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Hallo Spedi!
Danke für deine Antwort. Ja, es würde mir auch leid tun, unseren Kleinen den Großeltern vorzuenthalten. Aber es ist insgesamt auch schwierig genug, den (Schwieger-)Eltern aus dem Weg zu gehen. Wie bereits erwähnt, sie wohnen direkt im Haus nebenan. Und das auf'm Dorf... Und irgendwie bringen wir's halt auch nicht über's Herz, uns dort gar nicht blicken zu lassen, da (Schwie-)Ma extrem an MS erkrakt ist (PflSt. II) und somit halt auch wirklich auf Hilfe angewiesen ist und der (Schwie-)Pa sie halt auch nur so "einigermaßen" unterstützt, wohl aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit und weil es sich für einen "Mann" auf dem "Dorf" nicht gehört, "Frauenarbeit" zu machen... Und sich nur um die (Schwie-)Ma zu kümmern, lässt sich nicht wirklich realisieren, da er immer da ist (arbeitslos). Wenn die (Schwie-)Ma eine Wahl hätte, so hat sie bereits gesagt, würde sie am liebsten gehen...
Ich weiß nicht, wie sich da eine Konsequenz (durch Beispiele, wie du sie genannt hast) durchziehen lässt. Es ist eine verdammte Zwickmühle. Wäre der (Schwie-)Pa alleine nebenan, könnte ich das mit meinem Gewissen auch eher vereinbaren, mit nicht dort blicken zu lassen, bis diverse Forderungen erfüllt sind. Meinem Mann geht es da genauso...
LG,
hrw |
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