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Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s

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Weitsicht
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 11:09    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

kann mir bitte eine/r die Frage beantworten, wo der Unterschied des Co-Verhaltens von Kindern von Alkoholikern, und Co-Abhängigen ist.

Ich kann mich auch im Verhalten von Co-Abhängigen wiederfinden, obwohl mein Mann kein Alkoholiker ist.

Ist bei der Aufarbeitung anders vorzugehen? Ist es wirklich ein lebenslanger Prozess, dachte schon öfters, dass ich es geschafft habe, bis ich wieder entdeckte, in alte Muster zu fallen. Sitzt bei uns Kindern vieles zu tief begraben, dass Verhaltensänderung allein nicht ausreicht? Würde mich über Anregungen und Antworten freuen.

liebe Grüsse Weitsicht
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Weitsicht hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 11:31    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Weitsicht,

ich habe das Thema mal getrennt.

Deine Frage finde ich sehr interessant.

Ich bin der Meinung das die "Kinder" es schwerer haben. Weil sie von klein auf diese "falschen" Verhaltensweisen gelernt haben und sie fester in ihnen verankert sind.

Ich freue mich auf zahlreiche Beiträge.

Liebe Grüsse
Elocin
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Nicole hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
simone545
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 22.09.2008
Beiträge: 64
Alter: 37
Wohnort: Mittelfranken

BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 12:14    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallöchen ihr,

muß dir absolut recht geben elocin.
Mein Mann wuchs als Co-abhängiger auf, ich kam in diese Situation
erst später dazu.
Es fällt mir extrem schwer, aber meinem Mann noch viel schlimmer,
denn er hat es nicht anders gelernt. Für ihn ist das
so normal wie für andere früh Zähneputzen zugehen.
Mir hingegen fällt auf das ich mich anders Verhalte als früher, das ich
in gewissen Situationen nicht so handeln kann wie ich es sonst getan
hätte.

Wenn du dein Lebenlang ein Verhalten lebst und keiner sagt dir das
es nicht in Ordnung ist, dann gibt es für dich keinen Grund an deinem
Verhalten zu zweifeln.

Lg Simone
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simone545 hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 12:38    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, ich denke auch das es für Cokinder noch schwerer ist. Und eine Therapie sehr wichtig. Allerdings empfinde ich mich auch als eine Art Co Kind, obwohl mein Vater kein Trinker war, also ich nicht in einer Trinkerfamilie aufgewachsen bin. Trotzdem wurde mir das Co anerzogen, ich bin so aufgewachsen. Deshalb wirds ja auch manchmal Beziehungsabhängigkeit genannt. Vermute ich. Aber wenn man schon als Kind voll dabei is gibt es denke ich größere Extreme... wahrscheinlich auch extremere Gefühle vom Inneren Kind was so Streit/Stress/Akutsituationen angeht. Denk ich mal.

Karotte
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Karotte hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Wärme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 453

BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 15:15    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Aus der Sicht eines EKA's.

Ich glaube bei Co. Müttern/Frauen spielt der Background vor dem Zusammenleben mit dem Alkoholiker eine riesen Rolle. Ich denke auch es kommt darauf an wie lange sie sich in der Rolle befindet. Mit welchen Alter sie in die Rollen rein kamen. Wie gefestigt sie vorher waren, welches Umfeld sie noch haben, Freunde etc. Eine Frau/Mann die seit der Jugend lange in solch einer Beziehung leben, werden es schon merkbar schwerer haben.

Ich denke als Kind trägt man das Co. Verhalten überall hin, weil es so selbstverständlich ist. Als Co. vermutlich nicht, als Co hat man anderes auch kennengelernt, weiß zumindest das etwas nicht Ok ist.
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Wärme hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Sp edi
Gast






BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 15:58    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Weitsicht,

interessanter Ansatz. Ich fände es schön, wenn hierbei auch gleich mal der grundlegende Unterschied in der Definition klargelegt würde zwischen
    - Angehörigen
    - Co-Abhängigen
    - Beziehungsabhängigkeit.
Ich meine damit allgemeinverbindliche Definitionen, wie sie in z.B. der ICD eingeteilt werden. Der Alkoholiker wäre demnach z.B. F 10.2

Dies wäre m.E. sehr hilfreich, um bei einer Diskussion immer wieder auf die hier zu diskutierende (alkoholbezogene) Abhängigkeit zurück zu kommen und nicht über allgemeine Beziehungsprobleme zu sprechen.

Die allgemeinen Beziehungsprobleme haben sicher auch ihre (Diskussions-)Berechtigung, führen in vielen Fällen sicher auch zu "kranken" Beziehungen (ab und zu auch zu einem Alkoholiker), sind aber nicht ursächlich dem Alkohol geschuldet.

LG
Spedi
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Sp edi hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Pandora
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.08.2008
Beiträge: 930
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 05.10.2008, 16:41    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe weitsicht,

ich bin in einer familie aufgewachsen,mein vater alkoholiker, meine mutter co. alles was sich bei uns abspielte,saufen, häusliche gewalt, ängste ect.wurde nach aussen verschwiegen.alles war ja nicht so schlimm...ich habe meinen vater gehasst.ich wusste schon das das alles nicht normal sein kann.ich habe mich oft geschämt und habe gelogen.damals wusste ich noch nicht das wir alle krank sind.ich kannte es nicht anders.
wie sollte es auch anders sein das ich mir genau so einen partner gesucht habe?das ganze alles also weiter gelebt nur diesmal in meiner eigenen familie.
erst vor ca. 5 jahren haben die krankheiten für mich einen namen bekommen.
seitdem bin ich dabei gesund zu werden.schwerstarbeit.
seitdem ich versuche aus diesem leben herauszukommen,sieht meine mutter was damals so alles falsch gelaufen ist,wobei sie manches doch schon verniedlicht (na so schlimm war es doch nicht ).sie steckt noch immer fest in der co. auch mein vater ist noch immer am saufen,nur machen sich jetzt die organe bemerkbar. letztes jahr krebs eine niere entfernt.jetzt wächst was an der zweiten niere. mit alk hat das alles ja nichts zu tun.
meine veränderung nehmen sie schon wahr.sie wollen es aber nicht mit sich in verbindung bringen.
was sie aber genau sehen,ist mein alki, weil der ist ja der schuldige.
ist jetzt vielleicht etwas durcheinander.will damit nur sagen für mich kein unterschied,nur andere personen und beziehung zueinander,eben partner und eltern.

lb.gr. pandora
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Pandora hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben
Weitsicht
Gast






BeitragVerfasst am: 06.10.2008, 19:07    Titel: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Elocin,

danke, dass aus meiner Frage heraus, ein eigener Thread entstanden ist, um hier immer wieder über die Unterschiede, Klarheit zu bekommen.

Der Selbstwert und die Selbstliebe konnte sich bei keinem Kind gesund entwickeln.

Wir Kinder liebten unsere Eltern bedingungslos, konnten uns nicht von ihnen trennen oder eigene Wege gehen. Waren der Situation hilflos ausgeliefert. Sie leben ja durch ihre Gene in uns weiter, und wenn wir sie ablehnen, lehnen wir Teile von uns ab. Wir glauben ja auch Schuld zu sein, dass sie getrunken haben, wir sie nicht retten konnten. Oder wir es nicht wert waren, dass sie mit dem Trinken aufhörten.

Schuldgefühle sind stark ausgeprägt

Nicht nur vom trinkenden Elternteil wurden eigene Bedürfnisse nicht gestillt, sondern wir wurden auch vom nichttrinkendem im Stich gelassen, da sie durch eigene Probleme, die Bedürfnisse von uns Kindern auch nicht wahrnehmen konnten, ansonsten hätten sie uns aus dieser Situation herausgeholt und beschützt.

Urvertrauen ist stark beschädigt.

Schamgefühle durch Peinlichkeiten des trinkenden Elternteils sind stark ausgeprägt.

Ich glaube, dass wir uns früh von unseren wahren Gefühlen getrennt haben, da vieles verwirrend und zu schlimm war, was wir sahen oder hörten.

Auch Angstgefühle sind stark vorhanden gewesen weil wir nie wussten, was im nächsten Moment geschehen konnte, wenn sie betrunken waren, Hab-Acht-Stellung.

Eine unbeschwerte Kindheit hatten wir nicht, da früh Verantwortung und Sorge um den trinkenden Elternteil übernommen wurde, sowie für jüngere Geschwister.

Ohne therapeutische Aufarbeitung ging es für mich nicht, da ich das Verhalten von meinen Eltern verinnerlicht hatte, und meine Wahrnehmung oft nicht der tatsächlichen Wirklichkeit entsprach. Ich vergleiche es mit Zeitbomben, die hochgehen können, wenn wir die Kontrolle über bestimmte Situationen verlieren. Unser Körper speichert alle Erfahrungen.

Kontrollbedürfnis ist auch stark ausgeprägt.

@ Spedi, wie können Bezeichnungen oder Einteilungen der Menschen, weiterhelfen. Ich bin eine Frau die sich ihrer Geschichte stellt, um sich selbst besser und ihre Verhaltensweisen verstehen zu können, um nicht weiterzugeben, was mir passiert ist.

Hier hatte ich Glück, rechtzeitig und in jungen Jahren Menschen zu begegnen, die mich dabei unterstützten. Es ist leider ein lebenslanger Prozess, aber eine sinnvolle Herausforderung und Aufgabe. Es gibt gesunde und liebevolle Menschen die Vorbilder sein können, diese sind für eigenen Weg hilfreich, und nicht irgendeine Einteilung, vielleicht verstehe ich nicht, was Du ausdrücken wolltest.

Vielleicht kannst Du es noch mal in anderen Worten erklären.

Liebe Grüsse Weitsicht
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Weitsicht hat zum Thema: Re: Unterschiede bei erwachsenen Kindern und Co´s geschrieben

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