| Danke und Auf Wiedersehen! • Alkoholsucht meiner Stiefmutter macht mich Krank |
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Sonnenschein76 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2007 Beiträge: 147
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Verfasst am: 08.12.2008, 01:29 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Hallo Ihr Lieben!
Entschuldigt, Ihr habt mir so lieb geschrieben und ich war nicht recht in der Lage, zu antworten. Ich musste erst einmal für mich eine Lösung finden.
Wir sind dann ein paar Tage später doch noch für 4 Tage in Urlaub gefahren. Es war relativ harmonisch, relativ...
Wie auch immer - die letzten 2 Monate litt ich immer mehr unter seiner
nicht wirklich regelmäßig stattfindenden Körperpflege, wenig Kommunikation etc. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe letztes Wochenende ausgesprochen, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr möchte, da ich keine Veränderungen sehe.
Was passierte? Rückfall herbester Art. Eigentlich war es genau das, was ich die ganze Zeit habe kommen sehen. Ich mache mir sehr große Vorwürfe, dass wir überhaupt wieder nach seiner LZT zusammen gekommen sind. Ich hatte mir von der Therapie definitiv zu viel versprochen. Sicherlich war es groß, dass er das mit der Trinkerei gelassen hat, aber alles andere war eine einzige Kreisdreherei. Und meine eigentlich aktive Ader ging auch immer mehr den Berg runter.
Wie auch immer. Er ist jetzt wieder im Krankenhaus, Entgiftung.
Es nagt an mir, sehr. Ich fühle mich schlichtweg verantwortlich, auch wenn mir jeder sagt, dass ich es nicht bin und jede andere auch gegangen wäre. Trotzdem, vier Jahre in dieser Hinsicht wirklich verblasen.
Ich versuche mich mit Arbeit, Unternehmungen und frischer Luft ab zu lenken, aber es kommt immer wieder hoch. Er hat mir Ausdrücke unterster Schublade auf dem Weg ins Krankenhaus entgegen geworfen und ich kann diesen Abgang nicht wirklich verarbeiten.
Ich ärgere mich so furchtbar über mich selbst - wäre ich doch nicht wieder zurück gegangen.
Ja, Ihr habt recht. Zu lieben heisst auch, den anderen zu nehmen, wie er ist. Aber man sollte doch nicht anfangen über Körperpflege immer wieder zu diskutieren, oder? Ich meine, dass sind Basics über die man nicht wirklich sprechen muss, oder?
Ach Leute, ich komme momentan nicht wirklich auf die Beine.
Hier hilft jetzt nur noch totale Kontaktsperre, hat auch sein Therapeut gesagt. Und genau das ist mein Problem. Ich kenne das so nicht.
Zu einem Menschen den Kontakt radikal ab zu brechen, der mich doch wirklich viel bedeutet. Ich weiss, es geht nur so....
Ich sende Euch herzliche Grüsse und wünsche Euch eine gute Nacht. |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 08.12.2008, 10:15 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Lieber Sonnenschein (im Nebel; zumindest vor meiner Haustüre),
ich kenne das Thema mangelnde Hygiene sehr gut.
Aber:
es ist sein Körper, seine Hygiene und Dein Gefühl, dass das nicht angenehm ist. Was nicht angenehm ist für Dich - kannst Du an Dich ranlassen, musst es aber nicht.
Nein, ich habe nie diskutiert über dieses Thema. Ich habe einmal festgestellt, dass ich es persönlich brauche jeden Tag meine Kleidung zu wechseln! Nicht mehr und nicht weniger - was er machte war seine Sache.
Wenn er abends einpennte und am nächsten Tag mit selbigen Klamotten zur Arbeit fährt ist es sein Problem. Ebenso wie die folgende Tatsache, dass ihn wohl Kollegen ansprachen dass er keine Dusche oder Waschmaschine habe.
Lieber Sonnenschein, genau diese Dinge sind jedem einzelnen Menschen vorbehalten. Will er sich pflegen ist das gut für ihn und das Umfeld - will er das nicht, so ist es sein Wille und auch o.k.! Was Du denkst und fühlst kann ich nur zu gut verstehen. Ich schämte mich nämlich - so, aber wenn ich mich wegen einem Partner schäme, dann habe ich wohl die falsche Auswahl getroffen.
Seine Hygiene ist seine Sache - meine Begleitung die meine. Du sagst es so schön "man muss doch eigentlich darüber nicht sprechen" NEIN, muss man/frau nicht - man hat es oder man hat es nicht! Man/frau will es oder will es nicht - aber jedermanns/fraus eigene Entscheidung.
Vorwürfe bringen Dich nicht weiter sondern halten Dich in der jetzigen Situation gefangen. Überleg Dir einfach für Dich was Du willst oder nicht willst und wie die Wege dahin sein können.
Kontaktsperre war auch mein Weg - gut für mich und die einzige Möglichkeit für den Partner zu sich zu finden, oder die nächste Co zu suchen. In jedem Fall sind so zwei Personen, die sich für ihren folgenden Lebensweg eigenständig entscheiden können und müssen. Auch mein Partner bedeutete mir viel - er sich selber scheinbar nicht, ich mir selber aber schon - somit Kontaktsperre.
Ich wünsche Dir viel Kraft
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Verlange ich zu viel? geschrieben
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 08.12.2008, 23:30 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Hi Sonnenschein,
meine Frau kostete Energie, ich hatte genug und gab gerne ab, bis ich keine mehr hatte, daß mußte so sein, sonst wäre ich nicht gewachsen. Ich bin ihr unendlich dankbar für die gewonnenen Erfahrungen. Sonnenschein, daß Leben ist schön. Wir machen das schön, nicht der Partner, nicht was sich vor die Wolken schieb, wir nehmen uns nur selbst das Licht.
LG kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Verlange ich zu viel? geschrieben
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Sonnenschein76 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2007 Beiträge: 147
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Verfasst am: 09.12.2008, 00:14 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Hallo Dagmar, hallo Kaltblut,
vielen lieben Dank für Eure Antworten über die ich mich sehr gefreut habe.
Darf ich fragen, ob Ihr Euch beide getrennt habt von Euren Partnern?
Da ich hier nach wie vor nichts von ihm gehört habe gehe ich davon aus, dass er noch im Krankenhaus ist. Der Terror wird noch früh genug wieder beginnen.
Ich lenke mich mit Arbeit ab, die Sonntage sind immer etwas schwierig.
Man denkt so viel nach. Es war für mich definitiv der Mann, den ich in meinem Leben am meisten geliebt habe. Seine Anhänglichkeit und seine Toleranz fand ich wirklich schöne Eigenschaften.
Aber so vieles andere funktionierte eben nicht.
Dagmar, Du schreibst mit recht, ich soll mir überlegen, welchen Weg ich gehen möchte. Ich möchte meinen Weg allein einschlagen, nicht mehr mit ihm da wir nur Schiffbruch erleiden werden und ich das keinen Kindern (die wir eigentlich gern zusammen gehabt hätten) antun kann.
Der Verstand ist also schon auf dem Damm, mein Seelchen irgendwie noch nicht. Ich kann nicht wirklich essen, träume nachts nur von Rückfall, Beziehungsende etc.
Ich habe mich auch von anderen Partnern im Leben getrennt (wenige, zum Glück) - das war aber anders. Es waren zwei Trennungen und da war ich einfach komplett sicher, dass ich diese nicht ausreichend liebe.
Hier habe ich immer wieder den Eindruck, dass ich mich aus Vernunft getrennt habe und das wir in keinster Weise genug Gemeinsamkeiten für eine Zukunft haben. Das nagt am meisten. Trennung aus Vernunft.
Aber ich weiß, dass es richtig ist.
Ich bin so froh, dass es dieses Forum hier gibt.
Es hat mir schon so manches mal geholfen und ich wünsche mir von Herzen, dass ich jetzt einfach mal stabil bleibe.
Viele liebe Grüsse von Sonnenschein |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 09.12.2008, 08:16 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Hallo, liebe Sonnenschein,
ja, ich habe mich nach 8 Jahren getrennt.
Nach drei Todesfällen in seiner Familie ist er "rumgeschnappt" es gabe keine Moral mehr und der Konsum stieg, das Programm wurde ruckzuck - von heute auf morgen - gefüllt mit Wut, Agression und der gesamten Palette.
Ich bin ausgezogen und es hagelte lange Zeit Drohungen und böse Besuche mit Müllabladungen hier vor meiner Haustüre.
Zwar geben meine Gedanken auch noch den Menschen her, den ich mal kennengelernt zu haben meinte, nachdem wie die Entwicklung sich jedenfalls abspielte musste ich mich fragen, ob wir uns jemals kannten?
Liebe Sonnenschein,
ich vermag nicht zu beurteilen, ob dieser Mensch
- mich einfach über hatte
- der Alk von ihm Besitz ergriffen hatte
- oder ob er nie wirklich eine Moral hatte sondern nur so tat als ob...
- vielleicht auch ist sein Hirn schon toxisch vergiftet.
Egal aber, welcher Grund es ist - ich will leben in Frieden und mit Freuden und ohne tägliches Nervengeflattere. Das war in dieser Beziehung nicht mehr möglich.
Nach einer Trennung gibt es Schmerz und Nachdenken - auch ich dachte mein Expartner wäre der Mann, mit dem ich hätte alt werden wollen. Sonst hätte ich nicht meinen Freundeskreis und die Familie verlassen um 120 km entfernt zu ihm zu ziehen.
Menschen verändern sich - nicht immer zueinander hin - wir haben uns voneinander weg entwickelt und diese Traurigkeit ist der Trennungsschmerz, den ich verarbeiten und leben muss - dabei aber nicht vergessen, dass ich wichtig bin und mir während dieser Zeit ein neues, anderes, von mir gewünschtes Leben aufzubauen.
Viel Kraft und viel Sonnenschein wünscht Dir Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Verlange ich zu viel? geschrieben
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Sonnenschein76 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2007 Beiträge: 147
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Verfasst am: 11.12.2008, 21:46 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Liebe Dagmar,
lieben Dank für Deine Nachricht!
Ich kann Dich sehr gut verstehen, auch die Gründe Deiner Trennung.
Ich selbst mache mir nur den großen Vorwurf, dass ich mich trotz
Trockenheit (bis zu dem Moment, wo ich ihn verlassen habe) von ihm
getrennt habe. Natürlich gab es dafür Gründe, ich mache es ja nicht einfach so. Aber das war im Grunde aus Eigenschaften heraus, die er schon immer hatte und mit denen ich nicht klar kam.
Und ich hätte doch wahrlich wissen müssen, dass die Therapie keine Wunderwaffe ist. Also für ihn selbst betrachtet war es ja ein Riesenschritt, die LZT zu machen, nicht mehr zu trinken. Und ich habe das ganz schnell als selbstverständlich betrachtet - natürlich, ich trinke ja auch nicht.
Aber eben alles andere - wie Pflege, Kommunikation etc. stimmte eben nach wie vor nicht. Und ich dachte eben, es ändert sich auch nach der Therapie.
Kurzum: an mir nagen ganz einfach wieder diese vollkommen blöden Schuldgefühle. Ich möchte nicht zurück, aber es lässt mich nicht los, dass ich ihn mit der Trennung so traurig gemacht habe. Und es war auch nicht das erste mal, dass ich mich aus diesen Gründen getrennt habe.
Es nagt an mir, dass ich in dieser Hinsicht so wenig geradlinig war und eben nicht konstant geblieben bin - das ganze hat sich vier Jahre gezogen!
Ich weiß, ich muss jetzt ganz stark sein und werde mich nicht melden. Nur so kann ich ihm und auch mir helfen. In seinem Umfeld stehe ich wieder da wie "die war dran schuld", mein Umfeld sieht das zum Glück anders.
Also, heute habe ich nicht einen ganz so guten Tag, entschuldige.
Ich sende Dir viele liebe Grüße und sage danke.
Sonnenschein |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 11.12.2008, 23:05 Titel: Re: Verlange ich zu viel? |
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Lieber Sonnenschein (im Schnee
lass es uns doch ganz vereinfacht sagen: es gibt Partner, die passen zueinander und solche, wo sich beide in andere Richtungen entwickeln oder es eben nicht passt. Wenn es nicht passt ist die Trennung für jeden von beiden die Chance ein passendes Gegenstück zu finden.
Wer ist warum und wie schuld? Immer zwei - und sei es nur durch eine unpassende Auswahl des Partners
Nein, im Ernst: Wichtig ist, dass jeder Mensch für sich selber sorgt und dafür, dass es ihm/ihr gut geht. Das geht nur mit der Wahl eines "passenden" Partners oder eben so wie ich als Single. Zwei Partner, die sich gegenseitig unglücklich machen helfen keinem.
Da spielt der Alk nicht einmal die größte Rolle, denke ich. Aber durch seine Person hattest Du die Möglichkeit Co-Seiten zu entwickeln, deshalb vermutlich das schlechte Gewissen.
Schade nur, dass wir uns selber gegenüber kein schlechtes Gewissen hatten, als wir alle die Jahre immer mal wieder in Tiefs fielen weil etwas passierte.
Lieber Sonnenschein, vielleicht greifen viele Alkoholiker zum Gift um sich selbst mit Medikamenten zu versorgen, die gewisse Schwachstellen verbergen. Eben da würde die Arbeit nach Entzug und Therapie beginnen ... manchen gelingt es, anderen nicht. Aber zumeist hat der Alkohol ja Ursachen, an denen kannst Du nicht arbeiten, sondern nur derjenige, der diese Seiten ausblenden wollte. Er muss sie wieder ins Gedächtnis holen und bewältigen.
Halt Dich wacker Sonnenschein,
Du siehst es richtig, dass Du Dich freischwimmen kannst und musst - für Dich selber.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Verlange ich zu viel? geschrieben
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