| späte einsicht? suchtdruck mal anders? • alles wackelt |
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Hermann 65 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 22.07.2006 Beiträge: 159
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Verfasst am: 04.10.2008, 08:41 Titel: Re: Was tun bei Suchtdruck ? |
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Hallo Micha,
mir machst Du keine Angst damit. Für mich ist das, ich würde fast sagen, normal. Ich habe auch keine "Langzeittherapie im "Sinne" von 2-3 Monaten" gemacht.
Ich habe auch nicht erwartet/erwarte nicht, das irgend jemand mir meine Trockenheitsarbeit abnehmen würde, beziehunsweise mir abnehmen könnte, trocken zu bleiben. Was für eine Ilusion...
Aus meiner heutigen Sicht sehe/schätze ich meine allerdings trockene Anfangszeit über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren ein, mit regelmäßiger
Teilnahme in meiner SHG.
Und nein, mich hat niemals jemand (außer beim ersten Mal, wo ich nichts verstanden habe) in die Gruppe geschickt. Ich tue dies alles freiwillig, sehr gerne,ich bringe sogar noch etwas mit, weil ich nirgendwo sonst soviel gelernt habe wie am "Tisch".
Für mich war/ist jedes "Meeting" ein besonderes Ereignis, auf das ich mich "fast" immer gefreut habe und heute immer noch freue.
Einmal in der Woche kommt mir zu diesem Termin auch kein anderer
dazwischen. Da war und ist für mich bis heute kein Platz für andere Unternehmungen geplant.
Im Übrigen sind die "Langzeittrockenen" die ich dort kennen gelernt habe,
nicht mehr in Therapie, aber die meisten die ich kenne, regelmäßig in der Gruppe und das sehr gerne, freiwillig, zum Teil seit über 40 Jahren, ohne Forderungen an Ihre Umwelt,Mitmenschen etc., nur für sich...
Und nun stellt sich die Frage warum die LZT in den realen Gruppen sitzen
und nicht in der Therapie? Aber diese Frage kann nur jeder für sich selbst
nachforschen, be-handeln und beantworten. Das wird einem niemand abnehmen.
Gruß Hermann
Alkoholiker - seit Januar 1995 bis Heute trocken ohne Rückfall |
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| Hermann 65 hat zum Thema: Re: Was tun bei Suchtdruck ? geschrieben
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kawi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2008 Beiträge: 3041 Alter: 41 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 04.10.2008, 08:47 Titel: Re: Was tun bei Suchtdruck ? |
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Hallo Micha,
ich sehe das Problem darin, dass nach solanger Zeit, mann/frau "über den Dingen" steht und denkt, für mich ist es keine Gefahr mehr, ich bin ja schon so lange trocken.
D.h. ich darf nicht vergessen das ich Alkoholikerin bin, egal wie lange ich trocken bin, dass erste Glas steht nur eine Armlänge von mir entfernt.
Liebe Grüsse kawi |
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| kawi hat zum Thema: Re: Was tun bei Suchtdruck ? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32798 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 04.10.2008, 09:08 Titel: Re: Was tun bei Suchtdruck ? |
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Hallo Micha,
ich war ja vor 10 Jahren in einer Wohngemeinschaft, wo es einige gab, die schon einige Jahre trocken waren.
Heute sind von allen, die mit mir angefangen haben oder schon vor mir da waren, vier gestorben wegen Rückfall und bis auf zwei, trinken alle anderen wieder.
Angst macht mir das nicht, aber ich habe auch Respekt vor dem Alkohol. Ich kämpfe nicht gegen ihn, aber ich respektiere ihn und seine Macht.
Jeder kann trocken werden und auch trocken bleiben, aber viele verlieren das Realitätsbewußtsein und heben nach einem Jahr oder ähnlichen Zeitraum ab und glauben, sie hätten es geschafft, was nie eintreten kann, denn die Arbeit an uns wird uns ein Leben lang begleiten.
Das es nur wenige schaffen, sich überhaupt vom Alkohol zu lösen und ein Leben zu führen, dass nichts mehr mit dem Alkohol zu tun hat, zeigen mir viele Beiträge hier im Forum.
Ich hatte damals beschlossen, ein Jahr mich vollkommen vom Alkohol fernzuhalten und da ich mich über ein Jahr in diese Wohngemeinschaft begab, ging das auch sehr gut.
Danach hatte ich gar kein Interesse mehr, mich dem Alkohol zu nähern oder Menschen, die Alkohol trinken.
Hier hingegen lese ich sehr oft, nach einem Jahr kannste ja wieder, aber meine Meinung ist, wer so rangeht an die Nüchternheit, wartet nur das eine Jahr ab.
Für einen Rückfall gibt es nur einen Grund. Ich will trinken, denn keiner zwingt mich zum trinken und meiner Meinung beginnt der Rückfall nicht mit dem ersten Glas, sondern hat viel früher in den Gedanken schon begonnen.
Ich hatte in den Neunzigern auch öfter nach einem Jahr ohne Alkohol, einen Rückfall, aber ich weiß heute und wußte auch damals, das ich trinken wollte.
Eine Eigenschaft, die mich an einer dauerhaften Nüchternheit gehindert hatte, was meine Überheblichkeit, die von Monat zu Monat stieg, weil ich glaubte, es geschafft zu haben oder es den anderen vorspielte.
Heute lebe ich nur für mich und meine Nüchternheit und alles kommt danach. Deshalb machen mir Rückfälle von anderen Menschen keine Angst. Im Gegenteil - ich werde in meinen Gedanken gestärkt.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Was tun bei Suchtdruck ? geschrieben
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I, alcoholic. neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.09.2008 Beiträge: 7 Alter: 37
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Verfasst am: 04.10.2008, 20:57 Titel: Zurück zum Anfang?! |
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Hallo, MichaHH und alle anderen am Thema Beteiligten.
Habe mit Interesse Eure Beiträge verfolgt und das Gefühl, dass man von der Ausgangsfrage etwas abgekommen ist.
Was tun bei Suchtdruck?
Ich fasse mal das, was bisher dazu konkret bei mir angekommen ist, zusammen:
- an die Luft gehen/ ins Licht gehen/ spazierengehen
- viel trinken (wasser/ tee)
- den Kaffee mal weglassen - sehr interessant
- seinen gepackten Koffer dabeihaben
- "Trigger"-Situationen meiden
(ohne auspruch auf vollständigkeit)
Ich hoffe, ich habe nicht überlesen, aber mir fehlen Hinweise auf Dinge wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder fernöstliche Entspannungstechniken (ich habe es mal mit Tai Chi versucht). Auch Dinge, die "einem einfach gut tun" wie Sonnenbank (Licht/ Wärme) oder Sauna (dito).
Wie steht es denn mit Euren Erfahrungen in diesem Bereich? Ist es Quatsch, sich solche neuen Dinge zu suchen, helfen sie, meinen mentalen Koffer bei mir zu tragen (den ich für am Wichtigsten halte - und noch nicht gepackt habe javascript:emoticon(' ')
Ich selber versuche im Moment, das Jogging wieder intensiv zu betreiben. Das Tai Chi war nicht schlecht, müsste aber nun (recht kostenintensiv) weiter erlernt werden. Vorsatz für die dunkle und kalte Zeit ist regelmäßig Sauna oder Solarium zu besuchen.
Habe desweiteren in der letzten Woche ein so genanntes "Mentalsystem" (Lichtbrille, Entspannungsmusik, Massage) probiert, hat mir gut gefallen, habe aber etwas das Gefühl, dass mir da ziemlich im Hirn rumgestrubbelt wurde und dass das irgendwie Humbug sein könnte. Hat jemand Erfahrungen damit (sowas ähnliches wie das hier - Link zur Info, keine Werbung: Edit... keine fremde links verwenden danke hartmut
Gruß,
I,alcoholic. |
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