| KaBe • Was tun bei Suchtdruck ? |
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Bernd G aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.11.2006 Beiträge: 827 Alter: 51 Wohnort: Waldbronn
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Verfasst am: 22.09.2008, 12:07 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Hallo alkoholic !
In deinem schreiben erkenne ich mich wieder.
Bin schon ein paar Tage länger trocken und kenne diese innere Unruhe nur zu genüge, auch Heute noch. Immer dann wenn ich mit Problemen nicht offen umgehe wenn ich mich nicht Beschäftige ist sie da.
Ich nehme mir jeden Tag zwei,drei sachen vor, die ich machen will . Nur soviel wie ich auch leisten kann, denn sonst hadere ich wieder mit mir genauso als wenn ich gar nichts für mich getan hätte.
Du schreibst das dir "Bausteine " fehlen, die Du bei der Therapie nicht bekommen hast. Die giebt dir das Leben , sei nicht so ungeduldig mit dir. Die Therapie war nur die Grundschule, das Ein mal Eins und das ABC. Alles andere wird nach und nach kommen wenn Du kapituliert hast aber nur dann. Niemand kann meiner Meinung nach die Sucht "besiegen" Du kanst aber lernen mit ihr zu Leben.
Hast doch die ersten Schritte gut gemeistert, nun heist es am Ball bleiben, Hilfe annehmen und umsetzen.
Geduld und Spass dabei wünscht dir Bernd G |
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Mandy2 Gast
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Verfasst am: 22.09.2008, 17:12 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Hallo,
Wie geht es Dir denn Heute?
Also für mich war es sehr wichtig, das ich meinen direktem Umfeld mitteilte, das ich nicht mehr trinke, damit hatte ich ja auch keine Hintertüre mehr.
Ich habe es als Krankheit akzeptiert, ein anderes Krankheitsbild, wird, ja genauso akzeptiert
Ich verzichte ja nicht mehr, ich weis, das es mir nicht bekommt und damit gebe ich mich zufrieden.
Wenn ich Diabetis hätte müsste ich ja auch Lebensmittel meiden, die mir nicht bekommen und so mache ich es mit dem Alk auch.
MLG Mandy |
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Timster neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.11.2006 Beiträge: 361
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Verfasst am: 22.09.2008, 20:04 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Hallo I,
mal meine Perspektive: man kann nicht gegen den Alkohol kämpfen. Wir sind fast alle verliebt in Begriffe wie Kämpf, Stärke, Durchhaltevermögen, Wille, Disziplin und und und. Tolle Begriffe, aber sie gehen am Kern vorbei.
Wie kämpfe ich denn gegen Alkohol ?
Springen mir täglich Flaschen ins Gesicht und wollen mir den Alk eintrichtern ? Wer streckt denn die Hand aus nach dem Glas ? Wessen Hand ist denn das ? Fliegen mir die Gläser in die Hand oder wie ?
Man kämpft nur gegen einen und das ist man selbst. Gegen nichts und niemanden sonst.
Und wer gegen sich selbst diesen (!) Kampf kämpft wird immer verlieren, immer. Das liegt in der Natur der Sache. Die meisten sprechen von Kapitulation, für mich heißt es Frieden schließen. Bedingungslos Frieden schließen. Mit mir selbst !
Es ist nicht der Alkohol, der will, dass ich ihn trinke, sondern ich selbst. Die Konditionierungen, die Verhaltensweisen, der Umgang mit mit selbst, mit meinen Gedanken, mit meinen Gefühlen, mit meinen Wünschen, Hoffnungen, Ängsten und und und. Der Wille eines Menschen ist so abhängig von so unglaublich vielen Dingen. Absolut bedingt von anderen Umständen. Ändern sich die Bedingungen für den Willen (auch enorm viel unbewusstes Zeug) - fängt es an zu kippeln, wird brüchig und der Wille verschwindet.
Frieden schließen, darum gehts. Am besten bedingungslos.
Warum habe ich getrunken ? Weil ich gegen mich selbst gekämpft habe.
Die nächsten "warum-fragen" musst du dir selbst stellen.
Viele Grüße,
Timster |
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I, alcoholic. neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.09.2008 Beiträge: 7 Alter: 37
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Verfasst am: 22.09.2008, 21:08 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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hallo, timster (und alle anderen, die auf meinen beitrag geantwortet haben - wow, hätte ich nicht gedacht - danke),
vielen, vielen dank für Deine antwort - ja, wenn ich kapitulation als frieden mit mir selber schließen betrachte: damit kann ich etwas anfangen.
ich habe mich vielleicht in meinem ursprünglichen artikel umständlich und missverständlich ausgedrückt.
ich war in den letzten monaten während der therapie vorwiegend genau mit dem beschäftigt: was sind die gründe für mein trinken gewesen?! ich habe dort vielen wertvolle antworten in meiner vergangenheit gefunden, in den umständen meines werdens bis heute.
was ich nicht gesehen hatte bisher, war:
ich habe getrunken, weil ich trinker bin, weil ich krank bin - ich habe erst jetzt wirklich erkannt (obwohl ich dies von beginn an immer zumindest versucht habe offen auszusprechen), dass ich alkoholiker bin; was es bedeutet, alkoholiker zu sein; was es bedeutet, krank zu sein - dies hat mich selber schwer erschreckt - seit einem jahr trocken, seit einem halben jahr therapie und erst jetzt merke ich, worum es wirklich geht.
ich habe angst bekommen, weil ich gesehen habe, wie groß die unruhe war, die ich auf andere dinge zurückgeführt habe (bei mir war einiges los - vor 3 monaten trennung von meiner (ex)freundin, neue wohnung, therapie,...) und erkannt habe, wie nahe ich an einem rückfall war, weil ich mir die richtige antwort nicht geben konnte!
bis später,
I, alcoholic. |
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| I, alcoholic. hat zum Thema: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? geschrieben
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andreas57 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2008 Beiträge: 203 Alter: 55 Wohnort: niederösterreich
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Verfasst am: 23.09.2008, 08:08 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Servus I, alcoholic !
Habe erst jetzt nach einem Urlaub deinen Thread entdeckt und heiße dich auch herzlich willkommen.
Kann mich in vielen deiner Ausagen wiedererkennen und dachte auch immer ich müßte gegen den Alkohol ankämpfen - was aber immer vegeblich war und nur in Rückfälle mündete. Erst als ich meinen persönlichen Tief (Wende)punkt erreichte durfte ich kapitulieren und meinen trockenen Weg beginnen. Mit Hilfe meiner realen SHG und dieses Forums hier bin ich seit der Zeit in zufriedener Trockenheit unterwegs.
Du schreibst:
| Zitat: | was ich nicht gesehen hatte bisher, war:
ich habe getrunken, weil ich trinker bin, weil ich krank bin - ich habe erst jetzt wirklich erkannt (obwohl ich dies von beginn an immer zumindest versucht habe offen auszusprechen), dass ich alkoholiker bin; was es bedeutet, alkoholiker zu sein; was es bedeutet, krank zu sein - dies hat mich selber schwer erschreckt - seit einem jahr trocken, seit einem halben jahr therapie und erst jetzt merke ich, worum es wirklich geht.
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Du hast es aber jetzt erkannt und das ist sehr wwichtig. Ohne das Eingeständnis sich selbst gegenüber Alkoholiker zu sein und ein Leben lang zu bleiben ist der Aufbau einer zufriedenen Trockenheit nicht möglich.
Das bedeutet jeden Tag daran zu arbeiten. Es ist nicht immer leicht aber Hilfe kann man sich hier oder in einer realen SHG holen. Wichtig ist nur sie auch anzunehmen was ich früher auch nicht konnte.
Alles Gute weiterhin
LG
Andreas |
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| andreas57 hat zum Thema: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? geschrieben
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Jürgen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.02.2007 Beiträge: 8075 Alter: 48 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 23.09.2008, 10:37 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Hallo ,
da kann ich mich Andreas anschließen. Du hast es für dich erkannt, egal wann dies passiert,mach dir darüber keinen Kopp.
Du weißt jetzt was für dich, vielleicht siehst du jetzt auch das ein oder andere aus deiner Therapie mit anderen Augen. Wünsch es dir.
LG
Jürgen |
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| Jürgen hat zum Thema: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? geschrieben
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I, alcoholic. neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.09.2008 Beiträge: 7 Alter: 37
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Verfasst am: 30.09.2008, 22:06 Titel: mein geburtstag |
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hallo,
vielen dank für die letzten beiträge, Euer zuspruch hat mir sehr gut getan.
ich habe in den letzten tagen viel über das kämpfen und das frieden schließen nachgedacht.
Eure antworten haben dazu geführt, den kampf gegen den alkohol zumindest in einen kampf für mich und dafür, dass es mir gut geht, zu wandeln. dies ist für mich ein entscheidender schritt.
jetzt geht es darum frieden zu schließen, mit meiner vergangenheit, mit meinen erinnerungen, mit mir. dazu ist der kampf, wenn auch für mich, wohl kaum das geeignete mittel. es fällt mir im moment jedoch noch schwer, das kämpfen (gegen mich und andere), die wut (auf mich und meine nächsten), die missgunst als gewohnte und jahrelang antrainierte mittel aufzugeben und muss mich ständig stoppen. der weg wird noch sehr lang sein und mir als ungeduldigem menschen bereitet das einige schwierigkeiten.
immerhin: heute vor einem jahr begann meine abstinenz!
ich kam nach meinem letzten absturz aus der allgemeinen psychiatrie, in die ich eingeliefert worden war (versuchter suizidversuch im suff). endlich war klar: erstmal aufhören zu trinken und dann weitersehen.
ich erinnere mich an die hoffnung, die ich damals gespürt habe. JETZT wird alles anders.
JETZT ist gar nichts anders geworden, es WIRD noch anders, ist ständig im werden begriffen.
ich bin stolz auf das letzte jahr, auch wenn ich noch vieles nicht erkannt hatte, meine beziehung scheitern musste, absurderweise (und doch so logisch) vieles kaputt ging, WEIL ich mit dem trinken aufgehört habe.
heute sehe ich weiter, sehe weiter, als ich oft sehen möchte, denn viel davon tut sehr weh.
aber: genau hier wollte ich hin! |
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kawi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2008 Beiträge: 3041 Alter: 41 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 30.09.2008, 22:23 Titel: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? |
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Hallo I, alcoholic,
da gratuliere ich Dir zum 1. Jahrestag.
Lg kawi |
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| kawi hat zum Thema: Re: späte einsicht? suchtdruck mal anders? geschrieben
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