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MichaHH
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.09.2008
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 18:51    Titel: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo im Forum,

ich habe diesen Text schon im " Vorstellungsbereich" geschrieben. Karsten bad mich ihn hierher zu kopieren. hoffe ich bin auch richtig hier?

Hallo Lobanshee,

so cool war es leider nicht immer. Zumal ich es nicht gleich beim ersten mal geschafft habe. Ich brauchte einen zweiten Anlauf, der weit weg von zu Hause sein sollte und sehr lange gehen musste.
Nach der ersten Therapie, habe ich nicht mal ein Jahr durch gehalten. Auch die rege Teilnahme in der Selbsthilfegruppe, brachte mich nicht dazu Trocken zu bleiben. Bei einer Silvesterparty habe ich mit einem Glas Sekt angefangen eine Woche später mit Alkoholfreiem Bier. Was damals als Quartal Alki begann ging zum Spiegel- Alki bis hin zum Totalen Suff. Wach werden und Saufen, ich brauchte den Alk um aufstehen zu können, ohne Alk war keine Bewegung mehr möglich. Als nach und nach der Alk zu ende ging und ich auf allen vieren durch die Wohnung kroch, kam mir nur noch ein Gedanke, wo bekomme ich den nächsten Alk her? Meine Schwester sollte die Hilfe sein, sie sollte mir den Alk besorgen! Doch was Sie brachte waren Polizei und Notarzt, die mich den auch gleich in die Psychiatrie brachten. Nach ein paar Tagen Aufenthalt dort wurde mir allmählich klar dass ich mich fast zu Tote gesoffen hatte. Nach 10 Tagen sollte ich entlassen werden, bei dem Entlassungsgespräch mit dem Arzt, stellte sich heraus dass ich unter einen Angstpsychose
leide. Die Angst wieder zu Saufen und nicht aufhören zu können. Die Psychose kam mir wie gerufen zu diesem Zeitpunkt, ich wollte ja auch nicht raus aus dem sicheren Umfeld. Die Angst wieder zu Saufen und nicht mehr aufhören zu können, begleitetet mich noch sehr lange. Da half es auch nicht, mich nach und nach an das da Draußen zu gewöhnen. Aber irgendwie brachten sie mich denn doch dazu, mit meiner Leidenschaft zum Kochen und zum Backen haben sie es geschafft. Es gab auf der Station eine kleine Küche, in denen Patienten für Patienten Kochen konnten. Und wer Kochen oder Backen möchte brauchte Zutaten, die man gewöhnlich im Supermarkt bekommt. Mit einem Mitpatienten ging es denn zu Einkaufen, noch nie in meinem Leben hatte ich soviel Angst verspürt als auf dem Weg zum Supermarkt und im Supermarkt selbst. So viele Leute, Stimmen die nicht zu zuordnen waren, Alkohol so weit das Auge reichte. Panik !!!! Ich rannte raus, wartete auf den Mitpatienten und ab in die Käseglocke. Diese Prozedur musste ich noch ein paar mal machen, mit jedem mal verbesserte sich mein Verhalten. Der Tag kam und ich musste die Käseglocke verlassen. So ging es in eine Ambulante Einrichtung, bei der ich einmal die Woche Gast sein durfte.
Die dortigen Gruppengespräche und Einzelgespräche brachten mir sehr viel, da ich keine weitere Selbsthilfegruppe besuchte freute ich mich auf jede Sitzung. Ich Zählte förmlich die Stunden, wann ich sie wieder aufsuchen konnte. Ich lebte alleine, war Krank geschrieben und die Tag waren vollen Gefahren für mich. Dort wo ich damals Wohnte, waren an jeder Ecke Kneipen, Abends laute Musik und Nachts Schlägereien und Geschrei. Ab und an Klingelte es an der Tür und ein Ehemaliger Saufkumpel wollte mit mir um die Häuser Ziehen. An Umziehen war zu diesem Zeitpunkt leider nicht zu denken. Aber was sollte ich machen ? So Igelte ich mich Förmlich ein, Versteckte mich in den Eigenen vier Wände. War für niemanden zu erreichen, und ging nur noch zum Einkaufen oder zur Ambulanten Einrichtung aus dem Hause. Eines Tages bekam ich mal wieder einen so Heftigen Saufdruck, dass ich meine Schwester um Hilfe bitten musste, Schweiß gebadet und Zitternd ging es mal wieder zum Arzt. Ich erzählte es in der Ambulanten – Hilfe, die mir den auch gleich eine Einrichtung Vorschlugen in der ich warten konnte bis ich einen Therapieplatz bekam. Ein paar Wochen dort würden mir bestimmt helfen und das warten zu erleichtern. 2 – 3 Tage später bekam ich auch schon einen Platz dort zugewiesen. Ich hielt es nicht mal 14 Tage in diesem Auffanglagen aus, Kaffee nur Sonntags, Rauchen nur vor der Tür außer Sonntags da dufte im Aufenthaltsraum geraucht werden. Da ich diese Einrichtung auf eigen Wunsch verlassen habe, musste ich mich erstmal wieder beweisen ob ich für einen Therapieplatz geeignet bin. Nach insgesamt einem Jahr, nach der Einlieferung in die Psychiatrie, die ich Glücklicherweise Trocken verbracht habe, bekam ich einen Therapieplatz zugewiesen weit weg von zu Hause und dazu noch 3 Monate lang. Dort Angekommen, wurde mir schnell Klar das ich erst am Anfang bin. Noch immer hatte ich Angst das Saufen wieder Anzufangen, doch durch die Therapie und meine Offenheit in der Therapie wurde mir die Angst dort genommen. Heute habe ich zwar keine Angst mehr aber mir ist bewusst, dass wenn ich wieder anfange würde alles zu Spät ist. Wie ich es Geschafft habe bis heute Trocken zubleiben ? Ich ging noch etwa ein Jahr einmal die Woche zur Ambulanten – Hilfe, bis mir es zu viel wurde. Es wiederholte sich denn auch von Zeit zu Zeit alles wieder. Meine Kontakte zu den Kumpels habe ich alle abgebrochen, habe mir ein neuen Freundeskreis gesucht. Der ist zwar sehr klein aber es ist ein Alkoholfreier Freundeskreis. Den Wohnort habe ich auch in zwischen gewechselt und meine Partnerin trinkt von Haus aus nicht. Wenn Sie Trinken würde, hätte ich mir eine andere gesucht. Wir haben eine Alkohol freie Zone im Haus, jeder Besuch der kommt, bekommt Kaffee oder Tee, wenn er keine Brause,Cola oder Selters mag.“Ehrlich“ Beim Einkaufen achte ich darauf was ich kaufe und was in den Lebensmittel so mit drin ist. Wenn wir Essen gehen, frage ich ob Alkohol in der Soße ist wenn ja bestelle ich mir etwas anderes. Ich besuche keine Kneipe, wenn ich mal Durst habe gehe ich in ein Cafe und trinke dort meinen Kaffee oder auch eine Cola. Es war nicht leicht am Anfang dem Alkohol aus dem Wege zugehen, fand es sogar schämend am Anfang im Supermarkt auf die Zutaten in den Lebensmittel zu achten. Aber diese Vorsicht vielleicht auch Angst hat dazu geführt, dass ich bis heute Trocken geblieben bin. Hinzu kommt, dass ich einen Ekel verspüre wenn ich eine Alkoholfahne rieche dabei läuft mir die Negative Erinnerung wie ein Film durch den Kopf. Wenn mich heute jemand fragt, warum ich denn nicht mal ein Bier oder ein Glas Wein trinke, sage ich Ihm ganz einfach „ Seit der letzten Party kann ich es nicht mehr ab“ ! So das war mal so auf die schnelle etwas zu meiner Vergangenheit und Trockenheit. Wenn fragen auftauchen einfach schreiben, werde sie so schnell wie möglich gerne beantworten.
Gruß Micha
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MichaHH hat zum Thema: Ein Langer Weg geschrieben
lobanshee
Gast






BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 19:38    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Juchhu, hier bist Du nun, ziehe mal mit! Sehr glücklich

lobanshee hat Folgendes geschrieben:
Hallo Micha,

meine Güte, da hast Du ja einen richtig harten Kampf durchlebt!

Ich kann Deine Angst total nachvollziehen, auch der Rückfall würde sicherlich so bei mir ausufern, zumindestens behaupte ich das mal so für mich. Dieses ist ebenso wie bei Dir meine persönliche Angst, die ich - klingt bestimmt blöd - "behüte", um einem Rückfall aus dem Weg gehen zu können, unter anderem natürlich!
Deine Geschichte werde ich im Kopf behalten!

Danke Dir sehr dafür!

Was machst Du denn jetzt tagsüber? Wie siehts aus in Deinem alkfreien Leben?

Lobanshee
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lobanshee hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben
Feengesicht
Gast






BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 19:41    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Micha

Herzlich Willkommen hier bei uns. Du hast ja mächtig gearbeitet, alles umgesetzt, auch Hilfe angenommen. Freue mich das es dir gut geht!

Alles liebe Pia
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Feengesicht hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben
Oliver1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 174
Alter: 53
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 17.09.2008, 19:57    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Micha,
auch meiner seits- willkommen bei uns. Freue mich Dich begrüssen zu dürfen. Ich bin auch neu hier und weiss genau wie man sich so fühlt am Anfang....

Grüsse
Oliver
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Oliver1 hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben
MichaHH
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.09.2008
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 18.09.2008, 08:59    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

lobanshee hat Folgendes geschrieben:
Juchhu, hier bist Du nun, ziehe mal mit! Sehr glücklich

lobanshee hat Folgendes geschrieben:
Hallo Micha,

meine Güte, da hast Du ja einen richtig harten Kampf durchlebt!

Ich kann Deine Angst total nachvollziehen, auch der Rückfall würde sicherlich so bei mir ausufern, zumindestens behaupte ich das mal so für mich. Dieses ist ebenso wie bei Dir meine persönliche Angst, die ich - klingt bestimmt blöd - "behüte", um einem Rückfall aus dem Weg gehen zu können, unter anderem natürlich!
Deine Geschichte werde ich im Kopf behalten!

Danke Dir sehr dafür!

Was machst Du denn jetzt tagsüber? Wie siehts aus in Deinem alkfreien Leben?

Lobanshee



Hallo Lobanshee,

was ich heute so Tagsüber mache? Neben dem Kochen oder Backen, habe mir noch ein paar Hoppy´s zugelegt, so dass ich immer in Bewegung bin. Aber ich bin nicht Rastlos, kann mich auch mal auf das Sofa legen und nichts machen.
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MichaHH hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben
MichaHH
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 16.09.2008
Beiträge: 55

BeitragVerfasst am: 18.09.2008, 09:04    Titel: Re Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Euch für die Nette Begrüßung.

Gruß Micha
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MichaHH hat zum Thema: Re geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 18.09.2008, 10:17    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Micha,

ein Nachzügler, zur Begrüssung, herzlich Willkommen hier. Winken

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben
Jürgen
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.02.2007
Beiträge: 8075
Alter: 48
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 18.09.2008, 16:42    Titel: Re: Ein Langer Weg Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Micha,
vielen Dank für deine offenen Worte.Ich habe grad eben was über Wege geschrieben, die man so geht, im Leben oder wo sie hinführen.Das war dein Weg hierher, nicht ohne, bis zum Totsaufen, fast.
Denke Tiefpunkte hast du genug gehabt, schön das du da bist. Jetzt gehts aufwärts.
Bring dich ein, Erfahrungen hast du genug, denk ich mir.
LG
Jürgen
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Jürgen hat zum Thema: Re: Ein Langer Weg geschrieben

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