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Das erste Gespräch nach dem Brief

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Anja20
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Anmeldungsdatum: 01.08.2008
Beiträge: 39
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 09:37    Titel: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen

Ich habe jetzt endlich mit meinem Vater gesprochen nachdem ich ihm den Brief geschrieben habe....musste erstmal selber über das ganze Gespräch nachdenkden und melde mich deshalb erst jetzt wieder hier.
Das erste mal seitdem ich denken kann hat mein Vater sich bei mir entschuldigt er hat sich dafür entschuldigt das er mich betrunken angerufen hat und mich am Telefon ''vollgelallt'' hat.
Er hat gesagt das es ihm Leid täte und das er das nicht hätte machen sollen.
Ist schonmal ein Anfang habe ich gedacht doch dann meinte er auch wieder es wär ja sein Leben und er wäre ja alt genug um selbst zu entscheiden was er damit macht. Gut eigentlich hat er ja recht er ist alt genug und er muss wissen was er macht aber ich verstehe nicht warum er nicht einsehen will das er ernsthaft krank ist.
Er meinte er würde nur noch einmal die Woche trinken und das würde ja nicht so schlimm sein.....aber geht das denn überhaupt??? Ein Alkoholiker der nur einmal die Woche trinkt?? Ich mein ich weiss doch wie es war wenn ich ihn übers Wochenende besucht hab.... er hat immer getrunken und jetzt meint er er würde nur noch einmal am Tag trinken und seinen eigenen Entzug machen aber ohne Hilfe ist das doch garnicht möglich ich mein er hat seine Wohnung über einer Kneipe und da will er dann seinen eigenen Entzig machen??
Was sagt ihr dazu?? Ich weiss jetzt garnicht wie ich weiter mit ihm umgehen soll.... Geschockt
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Anja20 hat zum Thema: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
Sleepless72
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 87
Alter: 39
Wohnort: Völklingen

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 11:04    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja,

meine Mum hat sich auch schonmal bei mir entschuldigt. Da hab ich ihr alles an den Kopf geworfen, womit sie mich verletzt hat. Dass sie nicht für mich da war, als ich sie dringend als Mutter gebraucht hätte. Ich bin ihr weinend in die Arme gefallen, weil es so weh tat. Sie sagte, dass ihr das leid tut und nie wieder vorkommen wird. Es dauerte noch keine zwei Tage, da war sie wieder betrunken. Sie sagt, sie trinkt nicht. Sie hätte nur früher getrunken.

Ich bin fest der Meinung, dass dein Vater es nicht schaffen wird. Ein Alkoholiker, der keiner mehr sein will, der darf gar nix mehr trinken, auch nicht nur einmal pro Woche. Damit will er dich nur beschwichtigen. Aber aufhören wird er sicherlich nicht.

Na ja, wie du mit ihm umgehen sollst, dazu kann ich dir nicht wirklich eine Antwort geben, weil ich ja selbst noch im unklaren bin, wie ich mit meiner Mutter am besten umgehen soll, ohne dass ich auf der Strecke bleibe. Ich suche selbst noch den Weg in meine eigene Freiheit!

Mir hilft der Austausch hier und mir half meine Therapie, die ich momentan unterbrochen habe wegen der Elternzeit.

Tausch dich hier aus und lies dich hier mal ein, du wirst sicher auch hier Hilfe finden. Aber ich empfehle dir auch eine Therapie.

LG Tanja
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Sleepless72 hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
Wunschdenken
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.09.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 19:44    Titel: Therapie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja20!

Ja, Tanja hat recht. Versuch mehr an Dich zu denken! Diese Dinge, die Dein Vater sagt, kenne ich von meiner Mutter. Wenn sie mir solche idiotischen Sachen sagt, bin ich immer noch fassungsloser, weil ich mich so für dumm verkauft fühle von ihr. Ich kann dann immer gar nicht glauben, dass sie im Ernst meint, dass ich ihr das abnehme. Und ich kann nicht glauben, dass sie den Alkohol verteidigt, als wäre er ihr Kind! Ich bin dann nur noch der Feind.

Ich finde es schon irre, was die Sucht aus normal denkenden Menschen macht. Sie sind Meister im Sich-selbst-belügen und vor lauter Verdrängung denken sie dann auch, dass andere den Mist glauben.

Ich habe genau das mit meiner Mutter durch und anfangs hofft und glaubt man ja auch immer wieder, das sie es ernst meinen und schaffen.

Ich habe eine Therapie gemacht und es war super. Ganz langsam habe ich mir selbst mit der Therapeutin erarbeitet, dass ich kapiere, dass ich manche Sachen so hinnehmen muss, weil es sich nie ändern wird. Manchmal klappt es besser, manchmal gar nicht. Aber es hat mich auf jeden Fall weiter gebracht, weil ich an MICH denke. Und das ist das Wichtigste.

Vielleicht hilft es Dir ja auch. Denn der Unterschied zwischen uns und unseren Eltern ist, dass wir die Stärke haben, Hilfe anzunehmen.

Liebe Grüße!!!
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Wunschdenken hat zum Thema: Therapie geschrieben
summerdream
Moderatorin
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 20:48    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo anja

der traum vom kontrollierten trinken, kennen glaub die meisten wenn nicht sogar jeder alkoholiker. manche träumen weiter und andere wachen auf; welchen weg dein vater gehn wird, das liegt ganz allein an ihm.

du hast ihm deine sorgen mitgeteilt und er hat darüber nachgedacht, tut er wahrscheinlich jetzt noch. er glaubt selbst daran, das nun alles besser wird, das er einmal die woche/tag (weiß etz nicht was, haste einmal so und dann wieder anders geschrieben, schätz mal verschrieben) trinkt und gut is.

ich hab scho manche gespräche geführt mit meiner mutter übern alkohol wenn sie nüchtern war, konnt auch meistens echt gut mit ihr reden und ich denk sie meinte es auch wirklich so wie sie's gesagt hat. vera... tut sie sich hauptsächlich nur selber...

Zitat:
aber ich verstehe nicht warum er nicht einsehen will das er ernsthaft krank ist

formulier den satz um und du hast die antwort: er sieht nicht ein das er krank ist, weil er krank ist!
hört sich etz vielleicht komisch an, is aber so.

Zitat:
Ich weiss jetzt garnicht wie ich weiter mit ihm umgehen soll....

laß dir zeit, schreibe hier und wäge ab - überlege dir dabei mit was es dir am besten gehen würde und berücksichtige dabei nur das was du selbst in der hand hast. was ich damit sagen will, laß den gedanken "mir würde es am besten gehen wenn er nicht mehr trinken würd" dabei außen vor.

liebe grüße -Dani-
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summerdream hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
Tanja83
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 296
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BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 20:58    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja...

schön von dir zu hören...
als ich deine Thread durchlas dachte ich ja die ersten 2 Zeilen noch - hört sich ja ganz gut an...leider ist es dann in ein - Mist leider nichts gebracht geworden.
Diese Beschwichtigungen kenn ich von meiner Mutter auch, ich glaube sogar er meint das wirklich ehrlich, nur leider kann es nicht funktionieren... und daheim mit einem Gläschen schon gar nicht. Er kann seine Situation nicht verstehen, weil der Krank ist... und erst wenn er das für sich selbst bemerkt, ist ihm zu helfen.
Wie du mit deinem Vater weiter umgehst kannst nur du Wissen..., aber erwarte von ihm keine Veränderung... das einzige was du ändern kannst ist dich selbst!!!
Mir tut der Austausch hier sehr gut, seitdem merke ich wirklich das ich nicht die einzige bin...
Lg Tanja
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Tanja83 hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
Anja20
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 01.08.2008
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BeitragVerfasst am: 15.09.2008, 09:28    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für eure schnellen antworten

Zitat:
Mir tut der Austausch hier sehr gut, seitdem merke ich wirklich das ich nicht die einzige bin...

ja Tanja auch mir tut der Austausch hier sehr gut....wobei ich inzwischen an dem Punkt angelangt bin wo ich anfange mich zu fragen wie mich jeman anderes Lieben kann wenn mich scheinbar noch nicht mal mein eigener Vater liebt.
Ich meine das Alkoholsucht eine Krankheit ist hin oder her das weiss ich....aber wenn der Alkohol wichtiger ist als ich kann da ja nicht gerade viel liebe von meinem Vater mir gegenüber vorhanden sein ....
Fühl ich mich irgendwie echt beschi***n Weinen
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Anja20 hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
summerdream
Moderatorin
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Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 15.09.2008, 12:59    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi anja

oh weh, laß dich mal drücken - kenne ich dieses gefühl doch auch und kann mir vorstellen wie sch... es dir grad geht Traurig

vor ein, zwei jahren oder so hab ich ja noch oft gespräche mit meiner mutter geführt wo ich sie zur einsicht bringen wollt. dabei hab ich auch immer wieder als gründe zum aufhören meine geschwister genannt, mich nie, weil ich dachte "für mich hört sie sowieso nicht auf" Geschockt

ich weiß etz auch gar nicht so recht wie ich's erklären soll Traurig

ja, der alkohol kommt an erster stelle und ganz weit hinten erst alles andere: familie, arbeit und was halt so noch alles gibt. da ist es klar das du das gefühl hast dein vater liebt dich nicht bzw. nicht sehr Traurig

ich weiß inzwischen das meine mutter mich und meine geschwister liebt, ihr unser wohl am herzen liegt und sie uns auch das auch gerne zeigen würde. sie's aber nicht kann, weil ihre krankheit die überhand gewinnt. das ist der verlauf der sucht, gefühle werden durch den alkohol betäubt, negative und positive wie z.b. liebe, was aber in meinen augen nicht heißt das sie nicht mehr vorhanden sind.

ich finde wir haben bei unseren trinkenden elternteilen zwei menschen vor uns stehen. die person wie wir sie kannten, der wir viel bedeuten und den menschen den der alkohol aus ihm macht. beide sind vorhanden, auch wenn mit der zeit immer mehr und häufiger der alkohol zum vorschein kommt Traurig

du bist liebenswert!!! nicht nur hier, nicht nur bei deinem vater, auch von vielen anderen menschen, da bin ich mir ganz sicher!

fühl dich umarmt!

liebe grüße -Dani-
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summerdream hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben
Anja20
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.08.2008
Beiträge: 39
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 15.09.2008, 13:37    Titel: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für deine lieben Worte Dani....weisst du es tut einfach so weh einsehen zu müssen das im Endeffekt eine ''Flüssigkeit'' wichtiger sein soll als ich.
Ich habe gestern mit meinem Freund darüber gesprochen habe ihm gesagt das ich nicht verstehe wie er mich lieben kann wenn es nicht mal mein Vater tut er hat mich in den Arm genommen und mir gesagt das ich die wichtigste Person in seinem Leben bin und das er mich ohne Ende liebt..
Das tat schon gut zu hören aber im hinterkopf ist eben immer dieser Gedanke wie soll das gehen wenn ich scheinbar nichtmal meinem Vater wichtig bin Weinen
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Anja20 hat zum Thema: Re: Das erste Gespräch nach dem Brief geschrieben

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