| Ein Leben nur für sie... • Grenzenlose Wut |
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mystique neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 05.09.2006 Beiträge: 17
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Verfasst am: 06.09.2008, 14:17 Titel: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? |
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Meine Mutter trinkt. Das weiß ich schon lange, eigentlich seit ich in den Kindergarten gegangen bin. „Guck mal, das ist die mit der Säufer Mama“ – sowas tut unheimlich weh, auch wenn ich es damals noch nicht wirklich verstanden habe.
Vor 3 Jahren trennte sich mein Stiefvater von meiner Mutter, weil sie eben wieder angefangen hatte zu trinken. Es ging eigentlich immer hin und her, mal hat sie es wirklich ein paar Jahre ohne geschafft, dann lief es ganz schlecht und seit gut 3 ½ Jahren ist es nur noch Katastrophe.
Nach der Trennung hat sie sich kaum wieder gefangen. Ich hatte damals mit einem Notfall-Seelsorger gesprochen, weil ich kurz vor einem Zusammenbruch war. Ich hab schließlich allein mit meiner Mama gewohnt. Doch sie ließ sich einfach nicht wach rütteln. Irgendwann wurde mir alles zu viel. Ich hab die Schule geschmissen und bin abgehauen. Im Nachhinein frag ich mich, wie dumm ich war und hab ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, das ich sie ganz allein gelassen hab. Doch ich wusste mir einfach nicht anders zu helfen. Ich bin mit meinem Freund zusammen gezogen, bin dann schwanger geworden. Als Weihnachten kam, sind wir sie besuchen gefahren und sie war wirklich total am Ende, nach viel reden etc. war sie bereit in eine Klinik zu gehen. Ich war so erleichtert! Nach gut 8 oder 9 Tagen war sie schon wieder draußen, hatte sich wohl selbst entlassen. Sie hatte dort einen Mann kennengelernt. Auch Alkoholiker – Probleme also vorprogrammiert.
Mein Freund und ich hatten dann eine ganz schöne Krise und ich bin wieder bei meiner Mama eingezogen und hab da ca. ein ¾ Jahr gewohnt. In der Zeit kam auch meine Tochter zur Welt. Doch selbst das hat sie vom Trinken nicht abgehalten. Ich hab ihr so oft gesagt, dass wenn ich ausziehe, und sie nichts ändert, ich ihr den Kontakt zu der Kleinen verbiete, ich muss ja schließlich in erster Linie an mein Kind denken.
Als die Kleine dann 5 Monate alt war, bin ich wieder zu meinem Freund, zwischen uns war wieder alles in Ordnung. Sie hat in der Zeit immer noch in dem Haus gewohnt, das sie mit ihrem Ex gekauft hatte. Allerdings waren sie dabei es zu verkaufen. Doch um eine andere Wohnung hat sie sich nicht bemüht. Ihr Freund (im freundschaftlichen Sinn), den sie in der Klinik kennengelernt hatte, hat ihr dann eine Wohnung besorgt. Wenigstens etwas Gutes, was er getan hat.
Mittlerweile haben wir ein zweites Kind bekommen, und sie liebt ihre Enkelkinder auch total. Immer wenn ich mit ihr telefoniere kriege ich schon wieder schlechte Laune, sobald ich merke, dass sie getrunken hat. Es macht mich fertig. Wenn sie uns besucht merke ich, dass sie mit sich kämpft, sie zittert und ist allgemein extrem unsicher und wirkt irgendwie verstört. So richtig kann ich das nicht beschreiben. Nun ist es so, dass sie von ihrem Freund weg will. Sie will wieder in ihren Heimatort ziehen, wo auch ihre Schwester lebt und sie aufgewachsen ist. Da wo sie jetzt wohnt, kennt sie außer ihrem Alki-Freund (sorry) fast niemanden. Da sie generell sehr Publikumsscheu ist, ist diese Rückkehr meiner Meinung nach dass Beste was sie machen kann. Sie sagt selbst, dass er ihr nicht gut tut, dass sie da raus will. Allerdings steckt sie noch in der Endphase der Scheidung, was ihr auch schwer zu schaffen macht. Dieses Thema muss endlich vom Tisch sein, ich glaub dann geht’s ihr schon mal ein Stück besser. Sie ruft mich 2 bis 3 Mal täglich an, sucht das Gespräch, doch sie trinkt. Und sobald ich merke, dass sie getrunken hat, werde ich automatisch total abweisend und blocke total ab.
Jetzt ist es so, dass mein Freund in einer anderen Stadt wohnt, weil er dort eine neue Arbeitsstelle gefunden hat. Ich bin mit den Kindern noch in der alten Wohnung, bis wir das OK vom Arbeitsamt haben, dass der Umzug genehmigt ist. Durch den ganzen dummen Papierkram dauert das natürlich ewig. Wir sind zur Zeit gut 700km getrennt. Meine Mama war bis letzten Sonntag 10 Tage hier, um mich mit den Kindern zu unterstützen. Sie musste dann aber wegen der Scheidungssache nochmal nach Hause und hatte eigentlich vor am Montag wieder zu kommen. Es war schon alles geklärt. Heute ruft sie mich an - ich hab direkt gemerkt, dass sie wieder getrunken hat – und sagt mir, dass sie nicht kommen kann. Ich hätt ihr am liebsten sonst was an den Kopf geknallt, weil ich total wütend war. Sowas ist nämlich schon öfters vorgekommen. Sie hat gesagt sie kommt und hat dann im letzten Moment, meist erst an dem Tag, an dem sie kommen wollte, abgesagt. Natürlich mit den schrägsten Gründen. Waschmaschine hat den Keller unter Wasser gesetzt, sie hat sich den Fuß verstaucht, ein Brief vom Finanzamt, wo sie erst hinterher telefonieren muss (klar, ich hab ja auch kein Telefon) und noch viele andere Ausreden. Ich bin es echt leid.
Andererseits hab ich so eine wahnsinnige Angst um sie. Ich vermisse sie so schrecklich. Ich vermisse meine Mama, wie sie früher war. Sie hat so viel gelacht, so viel unternommen und war so fürsorglich und lieb. Sie wär so eine tolle Oma für meine Kinder. Ich bin so unendlich traurig, dass sie so anders geworden ist, dass meine Kinder sie nicht so erleben können, wie sie einmal war. Ich will sie durch diesen scheiß Alkohol nicht verlieren. Gleichzeitig macht mich das so wütend. Ich würd ihr wirklich so gerne helfen. Doch ich weiß einfach nicht wie und vermutlich kann ich noch nicht mal irgendwas für sie tun. Aber sie ist doch meine Mama, ich kann da doch nicht einfach zu gucken, wie sie sich so kaputt macht – mich macht das schließlich auch kaputt. |
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| mystique hat zum Thema: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 06.09.2008, 15:30 Titel: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? |
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Hallo Mystique,
herzlich willkommen im Forum. Schön das Du her gefunden hast.
| Zitat: | | Es war schon alles geklärt. Heute ruft sie mich an - ich hab direkt gemerkt, dass sie wieder getrunken hat – und sagt mir, dass sie nicht kommen kann. (…...…......)Ich bin es echt leid. |
| Zitat: | | Andererseits hab ich so eine wahnsinnige Angst um sie. Ich vermisse sie so schrecklich. Ich vermisse meine Mama, wie sie früher war. Sie hat so viel gelacht, so viel unternommen und war so fürsorglich und lieb. Sie wär so eine tolle Oma für meine Kinder. Ich bin so unendlich traurig, dass sie so anders geworden ist, dass meine Kinder sie nicht so erleben können, wie sie einmal war. Ich will sie durch diesen scheiß Alkohol nicht verlieren. Gleichzeitig macht mich das so wütend. Ich würd ihr wirklich so gerne helfen. Doch ich weiß einfach nicht wie und vermutlich kann ich noch nicht mal irgendwas für sie tun. Aber sie ist doch meine Mama, ich kann da doch nicht einfach zu gucken, wie sie sich so kaputt macht – mich macht das schließlich auch kaputt. |
Das kommt mir sehr bekannt vor. Auf der einen Seite die Wut auf sie, weil sie wieder gesoffen hat, mal wieder nicht ansprechbar, mal wieder ein Versprechen nicht eingehalten. Mal wieder das Gefühl allein gelassen zu werden und wie einen das ankotzt und runterzieht. Auf der anderen Seite die Angst um sie und die Hoffnung darauf meine Mutter vielleicht irgendwann wieder zu bekommen. Die taffe, intelligente, humor- und liebevolle Frau die ich von früher kannte. Allein bei der Erinnerung stehen mir die Tränen in den Augen, obwohl sie auch da schon getrunken hat. Etwas das bei mir auch Fragen aufgeworfen hat, in wie weit meine Erinnerung verzerrt und selektiv ist. Ebenso wie ich die Angst kenne auch die letzte Hoffnung noch zu verlieren, die kleine Chance das sich was ändert, dass ich wieder eine Mutter bekomme.
Fakt ist ich konnte meiner Mutter nicht helfen, ebenso wenig wie Du Deiner helfen kannst. Helfen kann sich der Alkoholiker nur selbst.
Ich habe nicht nur den Alkohol und seine Auswirkungen auf mich, sie selbst und andere bei meiner Mutter gesehen, sondern auch das Elend das bei ihr dahinter stand. Ihre Not, wie sie es auf der einen Seite verabscheut hat so zu leben, abhängig, einsam, seelisch verwahrlost und wie sie auf der anderen Seite einen Weg daraus gesucht und nicht gefunden hat. Sie hatte ihre Probleme mit sich und dem Leben und hier war sicherlich auch der Auslöser ihrer Sucht zu suchen. Einige habe ich verstanden, andere wieder nicht. Ich habe sie immer als hilfloses Opfer gesehen, jemand der so gerne anders wollte, den aber die Lebensumstände daran gehindert haben, es anders zu machen. Doch dem war nicht so.
Egal was im Leben so kommt, es gibt keine Gründe zu saufen. Was ich lange Zeit nicht gesehen habe, war das meine Mutter nicht hilflos war. Sie wusste wie sie Hilfe bekommen kann und wenn ich Deine Zeilen richtig verstehe, weiß Deine Mutter das auch. Meine Mutter hat einige Anläufe genommen, Entgiftungen, SHG, ambulante und stationäre Therapien. Wenn sie ohne Alkohol, ohne Betäubung hätte leben wollen, hätte sie dort genug Möglichkeiten gefunden, die ihr dabei hätten helfen können. Sie hat diese Hilfsangebote nicht genutzt, sondern den Alkohol gewählt. Sie konnte also sehr wohl, aber, aus welchen Gründen auch immer, wollte sie nicht ohne den Alkohol leben.
Es war sehr schmerzhaft, dass einzusehen, es nicht nur zu hören, sondern auch in vollem Umfang zu begreifen. Ich wollte eine Mutter ohne Alkohol, aber sie wollte nicht ohne ihn leben.
Ich weiß wie schwer es ist, daneben zu stehen und sich selbst eingestehen zu müssen, an die eigene Grenze des Machbaren gestoßen zu sein. Sich selbst eingestehen zu müssen hier vollkommen hilf- und machtlos zu sein. Denn das ist es was ich war und was Du bist. Ich weiß wie schwer es ist mit dieser Angst umzugehen und sie nicht das eigene Leben bestimmen zu lassen. Die Gefahr einen geliebten Menschen zu verlieren besteht immer, dass können wir nicht verhindern. Sicherlich ist es schwerer, damit umzugehen, wenn wir die „Lösung“ sehen, nichts trinken, aber es ändert nichts daran, dass wir es nicht in der Hand haben.
Deine Mutter ist erwachsen, sie kann für sich selbst sorgen und wenn sie trocken werden will, dann kann sie sich auch Hilfe besorgen. Wenn sie trinken will, wird sie trinken, Du kannst es nicht ändern. Verschwende Dein Leben nicht damit darauf zu warten, dass Deine Mutter eventuell mal trocken wird. Leben Dein Leben, warte nicht auf etwas, von dem Du nicht weißt ob es jemals kommen wird.
Ich würde es positiv sehen, dass ihr demnächst räumlich weiter getrennt seid. Du hast mehr und besser Gelegenheit Dich auf Dich, Dein Leben, Deine Familie zu konzentrieren. Sie kann sich nicht mehr auf Dich stützen und sich damit weniger einreden dass alles in Ordnung ist. Vielleicht hilft das auch ihr zu erkennen, dass ihr Leben so nicht in Ordnung ist und sie möchte etwas ändern.
Deine Mutter ist groß, nicht hilflos wie Deine Kinder, sie kann für sich selbst sorgen. Sie ist für sich selbst verantwortlich. Entweder sie ist bereit diese Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen oder nicht. Es ist an ihr dafür zu sorgen, dass es ihr gut geht. Dabei kannst Du ihr nicht helfen.
Du bist es für die Du sorgen musst, denk an Dich und kümmere Dich um Dich und Deine Familie. Es ist an Dir für Dich zu sorgen, dass Du nicht auf der Strecke bleibst. Kümmere Dich um Dich, Deine Bedürfnisse, sorge dafür das es Dir gut geht. Daran ist nichts falsches und es ist nichts weswegen man sich schlecht fühlen müsste.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? geschrieben
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mystique neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 05.09.2006 Beiträge: 17
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Verfasst am: 08.09.2008, 10:01 Titel: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? |
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Liebe Skye,
danke für deine Worte. Sie treffen es so ziemlich genau auf den Punkt. Ich muss mein eigenes Leben leben, aber wie? Ich fühl mich für sie verantwortlich, ich muss ihr schließlich irgendwie helfen.
Oft schon habe ich mit dem Gedanken gespielt, einfach den Kontakt komplett abzubrechen und ihr zu sagen, so lang sie trinkt will ich nichts mit ihr zu tun haben. Wenn sie jedoch wirklich trocken werden will, dann helfe ich ihr gerne dabei. Ich weiß ja, dass sie den ersten Schritt tun muss.
Es macht mich so traurig und gleichzeitig auch wütend, dass sie so mit ihrem Leben spielt.
Einerseits weiß ich, dass ich nichts für sie tun kann, doch ich kann sie nicht alleine lassen. Ich kann ihr nicht sagen "Ruf mich nie wieder an! Meld dich erst wieder, wenn du dir dein Problem eingestehen kannst und daran was ändern willst" - aber wie oft hab ich schon geredet und geredet und geredet. Ich hätte genau so gut mit einer Wand reden können.
Grad eben hab ich wieder mit ihr telefoniert. Denn eigentlich wollte sie ja heute her kommen. Wir waren so verblieben, dass sie morgens mit ihrer Anwältin telefoniert, weil sie auf irgendwelche Papiere wartet (keine Ahnung ob das stimmt) und dann wollten wir klären, wie es weiter geht. Am Telefon sagte sie dann grade, dass sie da hin fahren will, damit sie die Papiere auch gleich kriegt. Gut ok dachte ich mir, dann kann sie ja danach hier her. Aber nein, sie meinte dann, das wir das auf morgen oder übermorgen verschieben. Klar, sie hat natürlich wieder getrunken, aber denkt natürlich, dass ich das nicht merke. Aber blöd bin ich ja nun wirklich nicht.
Ich wollte dann das Gespräch irgendwie so schnell wie möglich beenden und meinte dann nur "gut ok, dann tschüß" und sie wollte direkt wissen, warum ich denn so abweisend bin. Am liebsten hätte ich sie angeschrien, ihr gesagt, dass sie sich doch tot saufen soll, dass ich ihr viel Spaß dabei wünsche, aber dass sie mir nicht mit so dummen Ausreden kommen soll. Sie kann sich die Papiere genausogut hier her faxen lassen. Aber nein, sie versucht sich ja nur rauszureden, damit sie nicht hier her kommen muss, damit niemand merkt, dass sie getrunken hat. Für wie blöd hält sie mich?
Doch ich hab Angst ihr sowas an den Kopf zu werfen. Ich hab Angst, dass sie sich dann womöglich was antut, deswegen lass ich es. Obwohl ich es so gern machen würde. Ich würd sie am liebsten anrufen und ihr sagen, wie sehr ich ihr Verhalten verachte. Dass ich nie wieder was mit ihr zu tun haben will, dass sie mich in Ruhe lassen soll, solang sie trinkt.
Aber ich trau mich nicht. |
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| mystique hat zum Thema: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? geschrieben
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caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
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Verfasst am: 08.09.2008, 19:45 Titel: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? |
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hallo mystique!
egal mit was du sie beschimpfen würdest...es würde NICHTS an ihrem trinkverhalten ändern.ich kann dich jedoch nur allzu gut verstehen.ich hab solche streit/schreigespräche leider sehr oft mit meiner mutter am telefon veranstaltet...NICHTS hat es gebracht.ehrlich gesagt fühlte ich mich danach "schäbig"...
ich glaube meine mutter fühlt sich schon ohne meine beschimpfungen "minderwertig"genug...ich arbeite dran "nicht mehr mit ihr zu schreien"..und hoffe dies eines tages auch zu können.
ich finde deine vorstellung wie es für EUCH in zukunft nur noch funktionieren kann aber absolut richtig!
trinkt sie....kein telefongespräch mehr mit DIR(sag es ihr und lege auf)
mach nicht weiter den fehler ihr etwas zu sagen und es dann nicht einzuhalten!du wirst unglaubwürdig und sie nimmt dich nicht mehr ernst.sie spürt doch keine konsequenzen deinerseits...
ich weiss das es gaaaaaanz viel kraft kostet soviel konsequenz an den tag zu legen,jedoch weiss ich auch das ICH diesen schritt viiiiieeeeelll eher hätte machen sollen.denn dann hätte ich mir einiges an tränen und unglücklichsein ersparen können.ich habe meine mutter seid mai nicht mehr gesehen..ich bin zur "ruhe"gekommen...SIE trinkt weiter...nur schau ich nicht mehr zu...
ich wünsch DIR ganz viel mut...für DICH!
liebe grüsse caro |
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| caro1969 hat zum Thema: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 08.09.2008, 22:32 Titel: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? |
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Hallo Mystique,
das das alles so nicht so einfach ist, weiß ich. Ich weiß wie schwer es ist zuzuschauen, wie schwer diese Sinnlosigkeit des Saufens zu ertragen ist, diese Verschwendung von Leben, doch Du bist nicht für sie verantwortlich. Ich weiß auch, dass es schwer ist ruhig zu bleiben, dass die Sorgen einen auffressen und man nicht ertragen kann nichts tun zu können. Doch es ist so, du kannst nichts tun.
Du tust Dir und ihr einen Gefallen, wenn Du versuchst ruhig zu bleiben. Was spricht dagegen ihr zu sagen: Ich mache mir Sorgen, ich kann nicht ertragen zu sehen und mitzubekommen, was Du Dir antust. Ich habe Angst um Dich. Weil ich Angst um Dich habe und ich leide wenn ich mitbekomme das Du trinkst, möchte ich nicht mehr mit Dir reden und Dich nicht mehr sehen, wenn Du getrunken hast. So oder in der Art eben.
Das im ruhigen Ton, Dich nicht durch irgendwelche Einwände herausfordern lassen, sondern bei dieser Schiene bleiben und das auch konsequent durchziehen. Sprich auch auflegen, wenn Du merkst sie ist betrunken. Natürlich wird sie abstreiten was getrunken zu haben, lass Dich nicht beirren. Du machst das lange genug mit, Du weißt wann sie getrunken hat, lass Dir keine Zweifel einreden. Selbst wenn Du Dich mal irren solltest, es ist auch Dein gutes Recht, sie hat Dich oft genug belogen damit muss sie dann leben, dass Du vielleicht mal irrst. Was ich allerdings nicht glaube, dazu sind wir im Laufe der Jahre viel zu sehr darauf geeicht worden, sogar den ersten Schluck zu erkennen, ohne gesehen zu haben, dass sie ihn getrunken haben.
Was spricht dagegen, wenn Du ihr in Situationen wie heute auf den Kopf zusagst, Du hast getrunken, deshalb bin ich sauer, Du belügst mich, weil Du getrunken hast. Dann das Gespräch beenden, weil alles weitere unter solchen Umständen ohnehin sinnlos ist.
Du kannst und darfst sowas sagen und tun, das ist Dein gutes Recht. Warum diesen Frust in Dich hineinfressen? Das bringt Dich nicht weiter und sie auch nicht. Sie kann sich dann umso besser einreden es ist alles in Ordnung solange Du nichts sagst.
Das alles in Ruhe, ohne Diskussionen. Da heißt es konsequent bleiben, sich nicht auf sinnlose Gespräche einlassen. Ihr werdet da auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Das das anfangs nicht einfach ist, weiß ich, im Laufe der Zeit mit etwas Übung wird das besser. Und wenn Deine Mutter merkt, dass Du es wirklich ernst meinst, wird es auch keine Endlosdiskussionen mehr geben oder zumindest wesentlich weniger.
Lies vielleicht mal, was ich bei Crumble13 zum Thema Telefon geschrieben habe.
http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic13249.html
Du musst von Dir aus anfangen etwas zu tun, sonst wird sich nichts ändern. Wie gesagt, keiner hat je behauptet es ist einfach, aber es ist machbar. Sei Dir das selbst wert.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Sie macht sich kaputt und ich soll zuschauen? geschrieben
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