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Alkoholiker

Es rattert in meinem Kopf

 
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Autor Nachricht
Matit
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 09.06.2008
Beiträge: 4
Alter: 42
Wohnort: Luxemburg

BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 17:27    Titel: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

noch meiner Vorstellung wollte ich nun auch etwas schreiben, was mich gerade beschäftigt. Ich bin 6 Monate trocken, nach 4 statiönären Therapien und insgesamt 17 Entgiftungen.
Ich gehe viermal die Woche in eine reale SHG und verfolge seit einiger Zeit auch dieses Forum. Es gefällt mir sehr gut und ich überlege gerade auch, ob ich mich auch im geschlossenen Bereich anmelden soll.
Ich suche gerade mal wieder Arbeit und es ist nicht einfach, da mein Lebenslauf mittlerweile aussieht wie Schweizer Käse (=Löcher!). Ich hänge gedanklich gerade oft in der Vergangenheit und bin wütend auf mich selbst, dass ich meine Karriere vermasselt habe. Ich stelle mir dann vor, hättest Du früher aufgehört, dann,...Ich nenne das Marathondenken, Freunde sagen, das wäre jammern und wenn ich so weitermache, dann gehört mir noch etwas weggenommen. Ich weiss genau, dass dieses Rumhängen in der Vergangenheit mir schadet, trotzdem falle ich immer wieder rein. Auch denke ich, was wenn ich keine Arbeit mehr finde.
In einer Therapie wurde mir mal gesagt, ich solle die Hoffnung auf eine bessere Vergangenheit aufgeben!
So, das wars und es würde mich interessieren, wie Ihr Euren Kopf frei bekommt. Mir helfen am besten lange Spaziergänge im Wald, jedoch fängt das Rattern in meinem Kopf immer wieder an.
Danke fürs Teilen.
Matit Verlegen
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Matit hat zum Thema: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 18:04    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Matit,

erst mal herzlich Willkommen hier.

Da haste ja schon so Einiges hinter Dir.
Ich bin nun auch 6 Monate trocken, trocken bin ich mit dem Forum und ärztlicher Unterstützung geworden.

Jeden Tag, tut sich immer irgendeine Möglichkeit auf, habe Geduld, es wird sich bestimmt auch mal was bei Dir ergeben.

MLG Marion
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
Laufschnecke
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.08.2008
Beiträge: 639
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 18:05    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,Matit Smilie
Ich kenne das gut, dieses sich immer wieder in der Vergangenheit verlieren, das was- wäre-wenn- Grübeln und die Schuldgefühle, die daraus resultieren Verlegen
Habe da auch so meine Probleme, versuche aber, es mehr und mehr zu reduzieren, Während meines letzten Klinikaufenthaltes im Juni hat ein Mitpatient mal zu mir gesagt: "Hör auf, dich immer nach deiner Vergangenheit umzudrehen, so lange du nicht aufhörst, siehst du die Zukunft nur mit dem Hintern". Ist was whres dran, finde ich, ich kann nicht so tun, als gäbe es nicht, sie ist ein Teil von mir und ich werde sie nicht auch nicht vergraben können, aber ich finde, Rückblicke- okay, sie sind wichtig, aber die Zukunft ist wichtiger. Guck nach vorn, nur die Zukunft kannst du bestimmen, die Vergangenheit nicht.
Klingt vielleicht etwas philosophisch, hilft mir aber, mich immer wieder auf meinen Weg zu besinnen.
Wenn ich daran denke, was alles nicht passiert wäre, wenn ich eher aufgehört hätte zu trinken... Mit den Augen rollen
Hab ich aber nicht, punkt. Aber es ist nicht zu spät, ich glaub an mich und sehe, bzw. lese hier auch, dass ein trockenes Leben einem ganz ungeahnte Möglichkeiten bringen kann. Ich habe noch einen langen Weg vor mir, das weiß ich, aber ich hoffe, ich kann ihn meistern, mit klarem Kopf.
Liebe Grüsse, Laufschnecke
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Laufschnecke hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
Erdling
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 392
Alter: 32
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 19:21    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Matit,
das was du beschreibst kenne ich auch nur zugut. Was könnte man doch alles haben, wäre der schei*e Alk nicht gewesen. Warum hab ich Idiot alles versoffen?
Hätte ich nicht gesoffen wäre mein Studium schon zu ende und ich hätte einen gut bezahlten Job. Aber ich hänge jetzt im Xten Semester und ich werd noch min. 2-3 Brauchen um mein Studium abzuschließen.
Im Vergleich zu anderen Betroffen ist das eher noch ein kleines Problem aber mich belastet das ungemein.
Aber es ist nunmal so und eigentlich kann ich froh sein, das ich zu den paar % der Alkoholsüchtigen gehöre, die den Absprung geschafft haben. Das ist schon sehr viel werd, meiner Meinung nach.
Und jeder Mensch hat irgendwo "seine Leichen im Keller". Jeder hat seine Fehler und in jeder Suppe findet man ein Haar, wenn man lange genug sucht.
Weist du denn was der Therapeut, welcher dir gegenüber sitzt so alles macht. Vielleicht hat der was mit der Frau seines besten Freundes?

Ich bin ehrlich gesagt froh, das ich (trockener) Alkoholiker bin, ich kenn meine dunkele Seite und ich weis was ich dagegen tun kann. Und das ich an der Vergangenheit nix mehr ändern kann aber ich kann jetzt für eine bessere Zukunft sorgen.
Liebe Grüße
Erdling
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Erdling hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
Maria
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 21.10.2007
Beiträge: 5582

BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 19:40    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mattie,


Zitat:
Mir helfen am besten lange Spaziergänge im Wald, jedoch fängt das Rattern in meinem Kopf immer wieder an.



Mein Therapeut hat mal gesagt... joggen wäre ne gute Möglichkeit
a) frische Luft
b) Natur
c) Gleichmäßigkeit der Schritte
d) Schwitzen = notwendiger Adrenalinabbau

Vielleicht hilft dir das gleichmäßige Atmen, beim Abbau des Ratterns im Kopf

LG
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Maria hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
lobanshee
Gast






BeitragVerfasst am: 28.08.2008, 20:25    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Matit,

über sich selber nachzudenken, ist eine Sache. Darüber nachzudenken, was andere denken, eine andere.

Natürlich müssen wir Alkoholiker uns mit beidem auseinandersetzen, aber wir müssen uns andere Sichtweisen aneignen. Zum Beispiel, wie denke ich über mich und mein Leben nach, ohne dass es mir weh tut und mich total runterzieht und inwieweit können andere über meine Krankheit urteilen oder sich ein Urteil über mich als Person bilden zu können oder überhaupt zu dürfen!

In meiner 14-tägigen Entgiftung habe ich 2 Filme gesehen. Eines war ein Ein-Personen-Bühnenstück über einen Alkoholiker (sicherlich hier bekannt), der andere Film handelte von einer Alkholikerin, die zwei Kinder hatte, deren Mann an Malaria starb, und sie dann ekzessiv zu trinken begann. Zum Schluss wurde sie aus Not von ihrem eigenen Sohn mit einer Weinflasche erschlagen. Dieser Film war unglaublich erschreckend, denn die anschließende Gerichtsverhandlung über den Totschlag an der Mutter wurde von einer Richterin gesprochen, die man kurz vor der Urteilsverkündung in einem Raum sah, also ihrem Büro. Sie ging dort an den Schrank, holte einen Flachmann heraus und trank einen großen Schluck! Und das, obwohl die gesamte tragische Geschichte einer Alkoholikerin in ihrem Geichtssaal vorher durch die beiden Kinder abgespult worden war. Das war zwar nur eine nebensächliche Szene, aber so was von überdeutlich für mich: Nämlich, dass es mit Sicherheit eine ganz große Zahl von Mitmenschen gibt, die es noch vor sich haben, was wir gerade hinter uns bringen wollen!
Mit dem Trinken aufzuhören, ist das Beste, was uns allen passieren kann. Du stehst noch am Anfang Deines Lebens. Mach jetzt was draus. Je länger du wartest, umso größer werden Deine Probleme.

Also, aufarbeiten ist gut und schön, aber nicht hadern mit dem Schicksal. Das ist zu gefährlich und bringt Dich nicht weiter. Glaube es einer, die 20 Jahre mit Trinkerei verbracht hat und sich immer wieder fragte, was man sich da eigentlich antut. Das ist ein langsamer Tod und in keinem Fall eine Lösung irgendwelcher Probleme!

Lobanshee
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lobanshee hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
andreas57
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.03.2008
Beiträge: 203
Alter: 55
Wohnort: niederösterreich

BeitragVerfasst am: 29.08.2008, 08:25    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Matit !

Nachdem du viermal die Woche in eine reale SHg gehst, könntes du ja das Thema Vergangenheitsbewältung einmal vorschlagen um dich auch von Angesicht zu Angesicht mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Vergangenes als einen Teil seines Lebens und seiner Peersönlichkeit anzunehmen gehört sicher zu den schwierigsten Aufgaben im zuge der Trockenheitsarbeit. Manche schaffen es alleine, durch eine SHG und manche brauchen dazu auch therapeutische Unterstützung.
Was bei dir notwendig sein könnte musst Du selbst herausfinden!

Ich selbst habe mit meinem dunklen und nassen Teil meiner Vergangenheit abgeschlossen mache Pläne für die Zukunft aber leben, so richtig leben tue ich nur im heute. Tag für Tag.

Und lange Spaziergänge bzw. Ausdauersport sind überhaupt das beste um den Kopf frei zu bekommen ganz egal welche Probleme anliegen!

LG
Andreas
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andreas57 hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben
Jürgen
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.02.2007
Beiträge: 8075
Alter: 48
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 29.08.2008, 10:23    Titel: Re: Es rattert in meinem Kopf Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mati,
auch von mir ein herzliches willkommen.
Tagestruktur ist immens wichtig, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, und Regelmäßigkeiten, es dauert bis es seine Wirkung zeigt.
LG
Jürgen
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Jürgen hat zum Thema: Re: Es rattert in meinem Kopf geschrieben

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