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Emilie_AllEin
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.08.2008
Beiträge: 1257
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 30.08.2008, 22:21    Titel: Familie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich grüße euch.

Ich habe letzte Nacht und heute nachgefühlt. Familie und Familiengeschichte und Familienaufstellung. Und was ich in mir gefühlt habe, hat sich extrem nach Wieder-Wegschauen-Wollen angefühlt. Ich kann mich nicht mehr an viel aus meinem eigenen Leben erinnern. Habe viele Sequenzen ausgeblendet, sozusagen oft weggeschaut, wegschauen wollen. Mittlerweile weiß ich, wenn mich dieses Gefühl überkommt, ist es gerade das Gefühl, dem ich tiefer in die Augen schauen muss, um weiter zu mir zu kommen.

Ich weiß auch für mich, dass ich mir die Zeit lassen muss, die ich brauche, um mir anzusehen, was gesehen werden will. Denn meine Seele ist sehr verletzt und manchmal schmeißen mich schon sehr kleine Erkenntnisse aus der Bahn und ich fühle mich dann sehr lange schlapp und depressiv. Ich versuche den schweren Erkenntnissen sozusagen eine gewisse Art von Sanftheit zu verpassen, damit mein Herz und auch mein Kopf sie überhaupt fassen und tragen können.

Ich weiß auch für mich, dass alles zu seiner Zeit passiert. Ich habe jetzt etwas über Familienaufstellung erfahren und wenn es an der Zeit ist, einer solchen beizuwohnen oder gar selbst aufzustellen, dann wird auch das zu mir kommen.

Ich denke auch mittlerweile so über ein Gespräch mit meinem Onkel. Die Zeit wird kommen und ich werde einfach auf die Zeichen am Wegrand achten. Ich arbeite ja derzeit auch noch an aktuellen Baustellen, die es noch aufzuräumen gilt.

Lieber klarerkopf,

es ist schön, dich wieder zu lesen. Ich sehe das Leben als eine Art Experiment, auch in der Art, dass ich möglichst viel ausprobieren will, um endlich ICH zu sein, sein zu können, MICH zu spüren. Ich bin vor vielen Jahren der Droge Gras verfallen. Und ich bin mittlerweile auch bewusst gern wieder ein klarerkopf :). Mein Drogenkonsum war von mir ein Wegschauen-Wollen. Ich habe es sehr genossen, in dem Moment nicht mehr stark sein zu müssen. Es war der Moment, als ich bei meiner Mutter auszog, derer ich mich immer verantwortlich gefühlt habe. Immer dachte, sie kriegts ohne mich nicht hin. Sie hatte in dem Moment einen neuen Mann an Ihrer Seite und ich "konnte besseren Gewissens" gehen. Sonst wäre ich wohl mein ganzes Leben geblieben.

Mittlerweile bin ich mir bewusst: Sie hat ihren Vater und ihren großen Bruder an den Alkohol verloren. Personen, die wohl eigentlich den Part der Starken in der Familie einnehmen, Personen an die man sich als kleine Tochter oder kleine Schwester gern mal anlehnt, wenn es für einen selbst nicht so gut läuft. Ich habe den Part eingenommen.

Und mir ist irgendwie auch klar geworden, dass mein Onkel als der Älteste und somit auch der Größte sehr viele Auswirkungen vom Alkoholismus meines Großvaters tragen (Übernahme von Verantwortung in der Familie) und sehen (weiteren Kinder sind offenbar aus Vergewaltungen in der Ehe unter Alkoholeinfluss entstanden) musste. Es ist daher auch nicht unbedingt "wunderlich", dass auch er sich betäuben wollte.

Ja, ich kann empfinden, wie sehr krank und verkümmert die Seele meines lieben Freundes, den ich jetzt aus Selbstschutz verließ, ist. Lange bin ich bei ihm geblieben, weil ich genau DAS gesehen habe. Ein lieber Mensch, der auch einfach nur versucht, irgendwie klar zu kommen mit sich und seiner Vergangenheit und seinem Leben. Ich trage ihm nichts nach, jedenfalls nicht (mehr) viel. Versuche jeden Tag mehr ihn in Liebe gehen zu lassen und seine nackte Seele trotz allem in meinem Herzen zu tragen.

So jetzt hab ich ganz schön viel geschrieben, obwohl ich Anfangs garnicht Recht wusste, was ich überhaupt schreiben will. Hoffe, es ist nicht zu viel und verständlich und gehört hierher.

Ein lieber Gruß in den Abend.

kk.
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Emilie_AllEin hat zum Thema: Familie geschrieben
klarerkopf
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 31.12.2007
Beiträge: 122
Alter: 47
Wohnort: Österreich

BeitragVerfasst am: 31.08.2008, 18:17    Titel: Re: Fragen einer Co Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi koketterie,

habe erst heute wieder im Forum gelesen.
Du hast vollkommen recht, wenn die Zeit dafür für dich da ist, dann setzt du weitere Schritte.
Meine Gedanken waren ja auch nur der Weg, den ich gegangen bin, eben nur e i n Beispiel der Aufarbeitung. Ausserdem glaube ich, dass du mit deinen Vermutungen bezügl. des Onkels auch nicht ganz falsch liegen wirst, er wird hier sicherlich seinen Teil des Lebens des Großvaters abbekommen haben.
Ein paar Dinge, wenn sie dich interessieren, möchte ich dir noch erzählen:

Für mich war es erstaunlich, ich muss fast sagen, es wunderte mich, wie genau ich Auskunft von meinen (teils schon sehr betagten) Verwandten bekam, was sich in deren frühester Kindheit und in Zeiten, an die sie sich gerade noch erinnern konnten, so alles begeben hat.
Mein Ziel dieser Ausfragerei war es damals,

1. brauchte ich gewisse Daten und Ereignisse für die besagte Familienaustellung
2. Habe ich mich immer gefragt, aus welchem Grund eigentlich mein Vater immer Alkohol trank (was dann über die Jahre - anfangs Vorbildwirkung, danach mein eigenes Mittel gegen Probleme u. Konflikte war, der Alkohol) und er überhaupt nie, ich kann mich nicht erinnern, je einmal ein alk-freies Getränk trank. Er ist jetzt übrigens knappe 70, die Zeichen jahrelangen Trinkens sind jetzt nicht mehr zu übersehen.

So hat es sich eine Tante von mir noch erinnert, sie ist Ende der 20er Jahre geboren, dass 2 Geschwister meines Vaters entweder tot geboren oder kurz nach der Geburt gestorben sind, ihr wurde das von ihren und gleichzeitig meines Vaters Eltern erzählt. Das hat sich anfang der 30er Jahre zugetragen. Es waren Geschwister meines Vaters, er seinerseits hat in seinen ersten Lebensmonaten auch eine schwere Krankheit gerade noch überlebt, so erzählten er oder meine Grosseltern manchmal.
Sie waren da sehr gesprächig, was solche Sachen anbelangt, oft werden diese Dinge verschwiegen.
Ich, meinerseits, glaube gerade da einen Grund des Alkoholismus meines Vaters zu sehen, nämlich der frühe Tod von 2 seiner Geschwister und dann fast selbst auch noch, dazu die Entbehrungen und Schwerstarbeiten nach dem Krieg und auch danach hatte er es nie leicht.
Ist halt alles ein fruchtbarer Boden, um in den Alkoholismus zu flüchten.

Ich wollte dir das schreiben, weil ich auch ein mullmiges Gefühl hatte, meine Verwandten nach Einzelheiten zu befragen, aber siehe da, 1. bekam ich von allen Auskunft und 2.mir hat es etwas zum "Durchblick" verholfen.

Am besten, du folgst weiterhin deinem Gefühl, "kommt Zeit, kommt Rat". Und wenn dein Bauchgefühl es dir sagt, lass es auch einfach ruhen, oft ergeben sich Situationen, wo man sagt, so "und jetzt ist eine Gelegenheit, jetzt könnte ich mit meinem Onkel darüber sprechen".

Wär schön, wieder was von dir zu hören

lg klarerkopf
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klarerkopf hat zum Thema: Re: Fragen einer Co geschrieben
Emilie_AllEin
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.08.2008
Beiträge: 1257
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 12.09.2008, 23:25    Titel: Hallo gesagt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo klarerkopf,

zur Zeit passiert ganz viel in meinem Leben, so dass ich eigentlich keine Zeit habe, mich mit dem Thema zu befassen. Ist aber auch mal nicht so schlecht. Andere Baustellen, die aufgeräumt werden wollen und es gelingt mir eigentlich zur Zeit ganz gut.. ;) Hab n Jobangebot mit ner 25%-Lohnerhöhung !!! bekommen und jetzt zieht mein alter Chef ebenfalls mit 25 % mit, weil er mich behalten will.. ist irgendwie grad total krass und nimmt mir viel Zeit, mich mit diesem Thema zu beschäftigen..

Ich wollte nur mal kurz reinschauen und einen Gruß da lassen. Seit ich nicht mehr kiffe und meinen Entzug hinter mir hab und mich körperlich so langsam wieder erhole von diesen Strapazen, geht es mir immer besser. Ich kann nur sagen, was für ein Glück, dass ich keiner Suchtbefriedigung mehr nachgehen muss, das macht das Leben qualitativ so viel schöner!!! So viel mehr Zeit für schöne Dinge, die vorher genauso vor mir standen oder lagen, aber ich sie durch meinen verklebten Kopf garnicht sehen konnte und wollte. Ich kann zum Teil so genial reagieren, wo ich vorher nur den Kopf in den Sand gesteckt hätte.. Ist wahrscheinlich mit dem Alkohol nicht anders, oder?!.

Auf bald :)

kk.
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Emilie_AllEin hat zum Thema: Hallo gesagt geschrieben

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