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Codierte Veränderungen

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kaltblut
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BeitragVerfasst am: 20.12.2009, 12:44    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

schön, dass wieder ein Neues Jahr beginnt. Ich traue mich nochmals, denn es gibt ja ein Leben nach der Sucht, wie ich an den Langzeittrockenen immer wieder erfahren darf und es ist mir jetzt wichtig etwas ins Codierte zu schreiben. Ich habe ja nicht ausgelebt und so lange schreibe ich halt. Einige Male hat es im alten Jahr ganz schön geknallt, weniger außen, innen, das sieht ja keiner, es setzt sich, vertieft sich und wird zu Gelebtem, also tiefes Setzen im Leben, also Haltungsänderung. Gesunde Veränderungen die mein Verhalten korrigieren, lange, was lange dauert hält länger, hm, ist eine eigenhändige Verfallsdatumsveränderung eigentlich erlaubt?

Es war erschreckend, als ich feststellte wie weit ich mich recken muss, um meinen Jungs die Arme um die Schulter zu legen, dabei sind sie doch offiziell nur paar cm größer als ich, also bin ich geschrumpft. Ich schrumpfe, obwohl ich mich gewachsen fühle. Gut, Länge ist nicht alles, da haben Kerle eh ein Hirndernis. Größer, breiter, schneller, länger zu denken führt zur Unwirtschaftlichkeit und falsch gewirtschaftet habe ich Jahrzehnte viel zu viel, vor allem mit mir, eingenistet ins Hirn. Das was meine Jungs die letzten drei Jahre versuchen zuzulegen, habe ich ein Vielfaches abgenommen, wir holen uns gegenseitig ein, wir kommen auf uns zu. Meine Haut ist mein größtes Organ, 2qm Organ, so wie ein Einzellbettbettmatratze, auch wenn zwei drin sind, nur wie eine, auch wenn ich auf Doppel hätte anwachsen können. XXXXL ist damit der vollende volksverdummende Größenwahn. Na ja, dass sich die Mädels die Nase an der Scheibe platt drücken, bekomme ich wohl nicht mehr hin, die haben anderes im Sinn, andererseits, neulich hat ein Politiker ne 40 Jahre jüngere geehelicht. Irgendwem muss da ein Licht aufgegangen sein. Sie muss die Kunst des Segelstreichelns gut beherrschen, des Gaumensegels, klar ne. Wie eine liebe Freundin immer sagte: sie kann keinen Wind machen. Ich möchte nicht wissen, was ein 40 Jahre älterer Kerl für Geräusche machen kann und wie das für eine junge Frau wohl ist, sich mit Kopfhörer und Ohrstöpsel unter der Daunendecke anzukuscheln, während sich die Segel bis unter die Decke aufblähen. Eine Antirunzelspritze direkt in den Gaumen könnte ja einiges straffen und eine erfrischende Mondscheinsonate bewirken.

Aus einer fehlenden Tiefschlafphase bin ich damals direkt in die Schnarchüberwachungsphase übergegangen. Übergewicht, Qualmen- und Trinken, waren der ideale Nährboden für ein scheinbar berauschendes Segelflattern mit brechendem Hauptmast. Ein Codiertes war, dass ich mir Sorgen machte, dass meine Frau durch meine Geräuschkulisse nicht schlafen konnte. Beim eigenen Einschlafen durch sein Schnarchen wach zu werden ist eine tolle Sache, da freut sich doch jeder Partner drüber, gleiten im ruhigen Fahrwasser, schlaffsegeln. Bis es Störungen gab, da hieß es mit dem Abnormen Kerl ab in Schnarchklinik, vom Venushügel gleich auf den Venusberg. Da sollte plötzlich alles OK sein, diese Falschtester. Die Umstände brachten dieses Jahr hervor, das es auch Überhörer gibt, also Menschen die das Gegenteil eines Schwerhörigen sind, die viel mehr hören können als der Durchschnittsmensch und da das Gehör nicht einfach abstellbar ist, leiden diese Menschen. Es gibt nicht mal eine Scala auf den Hörtestformularen für „Vielhörer“ oder „Überhörer“ die nichts überhören können. Daraus entwickelten sich zwei Pole, so wie Magnete, nur eben anders, eher so wie der Vesuv, über dem Hügel, hinter dem Berg, wir ahnungslos mitten im Krater und dann bricht er aus, der Venusvesuv. Begnadet in Liebe loslassen, das ist dann so ähnlich, vulkanisiert mit Blick vom Mond auf den verschwindenden Hügel.


Die Gesundheit ist top, ich war dieses Jahr nie richtig krank, gut, im Kopf, aber das ist was anderes, also organisch. Ich bin zufrieden mein Bettmass schrumpeln zu lassen. Mal länger gepennt gut, aber so richtige Gelbscheinepisoden hatte ich nicht. Die Anzüge sitzen, auch im Stehen und wenn es hier und dort mal was Festliches mehr auf den Rippen gibt, die Statistiknummern stimmen, die Leistung nimmt weiter zu. Eigentlich leiste ich weniger, nur das Bewusstsein öffnet sich in vielen noch nicht dagewesen Dimensionen, sozusagen Technik, Alltagstechnik, Lebenstechnik, Alterslebenstechnik. Ich freue mich darauf älter zu werden. Je älter ich werde, je mehr flitzt alles an mir vorbei. Ich muss ja nicht mit hechten, ich kann mit gewohnt kleinem Schritt, mit lustigen erfrischenden Übungen, mein Ding durchziehen, kleine Dinge die für mich riesengroß sind.

Nach Abschluss der Insolvenz und Restschuldbefreiung fiel es mir schwer in alten Schuhen zu laufen, Altlasten gehören nicht mehr zu mir und so driftet alles immer weiter davon ab, was einst mein Tagesinhalt im Job war. In der neuen Selbstständigkeit mache ich schon noch was ich kann, aber anders. Der Unterschied ist, dass ich mir ein neues Gebiet ausgesucht habe, das große Angriffsflächen bietet, mir aber viel mehr liegt und so leicht von der Hand geht, dass ich eines Tages davon auch gut leben zu kann. Alles geht immer mehr dazu hin, sich aus alten Berufsstrukturen weiter herauszuwinden. Die Vorstellung war mir noch vor Kurzem fremd und schien unmöglich.

Als Pleitier bleibt mir natürlich der Zugang zu den Bankiers weiterhin verschlossen, da kann es noch so gute Fördermittel geben. Ich habe gelernt ohne sie zu leben und das ist gut so. Als ich neulich einige Plastikkarten aus der Brieftasche aussortierte, habe ich die so blöde gedankenlos weggelegt, dass ich sie anschließend stundenlang suchen musste und ein ganz blödes Gefühl der Hilflosigkeit bekam. Das hatte ich lange Zeit abgelegt. Ich möchte wieder mehr ablegen. Es tut gut mit wenig erfüllter zu leben, als mit viel im Kreis gegen Betonpfeiler zu laufen. Der Weg in die Gesundheit ist von einem schmalen Grad zu einem ausgeprägten Highway betoniert worden, da geht es bequem um die Dumpfeiler drum herum.

Im Laufen habe ich viele Entscheidungen getroffen, denn da ist der Kopf ganz gut mit dem Körper verbunden, nimmt die Umwelt, die Gedanken und sich selbst ganz gut wahr. Da sprudeln die Wahrheiten nur so aus der Birne, stückweise, nicht gepresst oder zermatscht. Statt MP3 Player ein Birnenresonanzaufnehmer, das wäre auch ein gutes Produkt. Musik, Ohr, Klangentwicklungen, die kleine Cochlea durfte ich auf unterschiedliche Art und Weise reizen lernen, vergessene Altentwicklungen haben wir aufgearbeitet, das brachte mehr Sicherheit bei Dingen, die ich für einen alten Bock unmöglich hielt. So hat mich das Tanzen ein wenig weiter gebracht, auch Bewusstseinsübungen im Liegen, also Horizontalübungen mit mäßigem Körpereinsatz. Wenn mir was über die Leber läuft, können kleine Erfolgserlebnisse große Linderung verschaffen. Dazu zählte z. B. die Babykopfhebeübung, die habe ich erst nach 51 Jahren wieder gelernt oder Bodydrehen, das hat Monate gebraucht, bis ich das, was ich mit geschlossenem linken Auge im rechten linken Augenrand sehen kann, auch mit einer 360° Rechtsrumpfdrehung im rechten Augenblickwinkel sehen konnte. „Monate“ hört sich für so einen Pillepalle so anstrengend an. Es ist mein Pillepalle und was sind einige Monate auf dem Weg zu mir, zu den vergorenen Jahrzehnten? Wer faul ist, muss auch schlau sein, es gibt Muskeln, die kannte ich noch nicht und Schuhe, die unbekannte Muskeln im Gehen ansprechen, wie Gangschalter. Ich habe meinen Trott gefunden und die Gesundheitsschuhe sehen zu dem lustig aus, bin ich jetzt ein Trottel? Mein größter Erfolg war in diesem Jahr bewusst, im Lauf, über einen umgestürzten dicken Baumstamm zu springen, nicht drum rum, drüber, ohne schon 100m vorher daran zu denken, dass dort der Baum liegt und ich stundenlang im Wald auf der Fresse liegend vielleicht und eventuell nicht gefunden würde. Andere haben Häuser gebaut, Kinder gezeugt und Berge versetzt. Ich habe den Baum genommen, wir wurden Freunde. Danach konnte ich mir viele seiner Freunde ansehen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Von oben, aus seiner Krone, sieht vieles ganz anders aus. Einen in der Krone und einen Knall haben bekommt doch da einen ganz neuen Sinn.

Als meine großen, gut gebauten durchtrainierten Jungs und Freunde auf dem Weg zur Disco die Falschen trafen, gab es Haue und Brüche, mitten im Gesicht. Aus dem Krankenhaus durften sie nur, weil Vater sie abholte, sahen die klasse aus. Besorgt habe ich sie nach Hause gebracht, war schließlich nachts, Mutter und Stiefvater verreist. Da saßen aber schon eine Reihe gut aussehender Pflegedamen, ich übergab sie, verdrückte mich schnell und dachte noch mit staunenden offenem Mund: haben die Glück gehabt. Tags drauf haben sie viel lustigen Blödsinn gebaut, ich dachte wieder, warum passiert mir so was nicht. Schön war das dann doch nicht, als geflickt wurde. Zum Schutz lerne ich jetzt neue Flugrollen. Im Laufen eine Rolle und sicher wieder auf die Beine kommen, ich schaffe das irgendwann, das macht mir großen Spaß. Mit Tablett in der Hand, das wäre eine Steigerung in 1 oder 2 Jahren übe ich mal sicher über eine Kuhflade zu fliegen. Diese Bewegungsabläufe, die Wahrnehmung, ich mag mitbekommen was im Körper und auch sonst alles passiert und der ist so flexibel, so dehnbar. Vor allem kann ich viel besser wieder aufstehen, wenn ich hier und dort eine verpasst bekomme, wenn ich eine Flugrolle kann. Es muss ja keine real verpasste sein, es könnte ja auch was in meiner Birne knallen, einfach so, von heute auf morgen.

Eine der letzten tiefen Erkenntnisse in diesem Jahr, die haben mich nochmals richtig durchgerüttelt. Asthma, weil Zuhause so viel nicht OK war, benutzte ich Pa´s Asthmaspray als Gegenmittel, so hatte ich wenigstens etwas Aufmerksamkeit von Vater. Später war Rauchen, als Anti irgendwas, bei uns rauchte keiner, ein gutes Aufmerksamkeitsmittel. Damit verschwand das Asthma. Rauchen hält mich gesund, war die Ansage im Denkapparat, hatte es ja selbst gespürt und die Entscheidung zwischen sofortiger Atemnot und nicht absehbarem späten Atemtot fiel mir leicht. Die Programmierung dahinter klebte wie ein Kuhfladenreinlatscher Jahrzehnte an mir, obwohl ich schlauer wurde: dann rauche und arbeite ich mich eben kaputt, sieh doch zu wie du mit den Lebensversicherungen glücklich wirst, war eine Ansage an meine erste Frau. Ich habe nicht verstanden zu leben und brauchte nur aus den Kinderschuhen auszusteigen, es ging nicht. Dabei hatte es so schön geklappt: Familie gründen, ganz neue Richtung einschlagen, da war kein Platz mehr für Kippen und Ballaballa. Nach 9 Ehejahren hatte ich wieder irgendeinen Grund, zurück ins alte Muster. Später, mit dem Ausstieg und Neuanfang war die Birne klar, alles gesäubert und frei.


Dann kam meine 2. Frau, bei irgendeinem Grund riss alles auf, das dauerte weniger als 1 Jahr, zack, wieder ins Muster, wenn du nicht aufhörst, dann rauche ich wieder und ich habe demonstrativ gequalmt. Der eine macht was und der andere ist so doof und denkt er könne das aufhalten, mit irgendwas, 20,30,40 jahrelang das gleiche irre Muster. Das hatte nie etwas mit einer Frau oder anderen zu tun, nur mit mir. Nur ich konnte mir in die Birne gravieren: dann saufe ich eben mit, den letzten Weg gehen wir gemeinsam. Was für ein Schwachsinn, vor drei Jahren stieg ich aus.


Ob ich die ganze Bandbreite nochmals rechtzeitig erkenne? Ich arbeite daran. Gut, dass es nie so weit kam, dass man mich deswegen aufschnitt, bestrahlte oder mit Pillen voll dröhnte. Sterben um zu leben, aber nur durch meinen Geist, ich nehme mir mein Leben. Das ist das Schwierigste. Da geht ein Clontyp aus dem Laden, ein Flügel macht ihn von oben kommend platt und ein weißer Strahlemann schickt ihn gegen ne Kaffeehütchenmaschine nochmals zurück. Solange meine Gedanken dadurch noch ergriffen werden, habe ich viel Arbeit vor mir. Klar, ich bin doch erst am Anfang, vielleicht wie ein Dreijähriger, da sagt auch keiner mehr: has: du das Höschen so schön voll Kaka gepupst, ein Stinkerchen gemacht, bubububu und alle freuen sich lachend. Da heißt es vorwurfsvoll: hast du gefurzt? Es gibt diese Dinge von außen, die mich von meinem Kurs abbringen, die mich nicht das tun lassen was mir gut tut, weil ich mich von meinem Inneren unbewusst abwende. Ich darf heute erkennen und agieren, nicht mehr reagieren, mich an mir erfreuen und dieses Dürfen darf ich nicht aus den Augen verlieren, dieses Agieren, etwas grundlos tun, bevor es mich packt.

Natürlich mache ich auch Müll, das ist doch auch normal, nach jedem guten Essen muss ich es ja entsorgen, auch nach jedem Schlechten, es riecht nur was mehr. Da kommt schon mal Kaffee in die Birne und sorgt für aufgedrehtes Verhalten, dabei weiß ich doch genau, dass es mir nicht gut tut, Ehrenrunden. Was hindert mich daran zu lernen, zu erfahren, falsche Entscheidungen zu treffen? Das ist das pure Leben. Neulich habe ich den Metrolügen vertraut, fuhr in den Süden, mit Sommerreifen und es schneite, war doch mal klasse. ABS, ESP, ESP, ABS, ich habe noch nie so viele bunte Lämpchen in meinem Auto angehabt, ein innerer W-Baum mit freundlicher Begleitstimme. „Es“ spricht mit mir, bisschen gehauchte Erotik wäre nicht übel. Die Liebe meldet sich schon mal an und macht mich Plemplem, dann darf ich laufend prüfen wo ich bin und stehe, bis nix mehr geht oder erst recht. Dann koche ich mal für die Jungs einen Batzen Fleisch und schlage mir die Wampe mit voll, dann passiert halt irgendwas oder auf Meeting und Geschäftsessen, da wird dann was in mir verstellt, ich bekomme das schon noch hin. Auch Türmchen kann ich immer noch bauen, Anhäufungen von besser gleich Gemachtem, statt das später mit Druck und Hetze zu erledigen, dann bin ich meist erlegt. Ich komme auch gut ohne Sport aus, paar Tage, sagen ja auch viele, Sport ist Mord und macht süchtig. Dann passiert halt was, der Stoffwechsel kommt durcheinander und ich falle in alte Abläufe und Gedanken zurück, die zwar bequem sind und irgendwas machen, aber nicht gesund sind. Angehäufte kleine Häufchen sind mein Grundstock um erbarmungslos einen emotionalen Rückfall zu bauen, also die Vorstufe von irgendwas, von Lawinen, die mitreißen. Das geht ganz schnell und da führe ich lieber ein bewegtes entschleunigtes Leben. Regungslos werde ich noch früh genug, auch ohne dass es an mir reißt und zerrt.


Das Zusammenspiel von Musik, Bewegung, Bewusstsein und natürlich kochen, das hätte ich ja fast vergessen, vollwertiges Essen und Kochen. 2009 durfte ich fast jeden Tag etwas Neues kochen, voller strotzender Wertigkeit leben, da greift ein Stein in den anderen und wird zu einem schimmernden Diamanten voller kleiner Orgasmen. Die Dinger passieren auch im Mund, es macht mir richtig Freude zu horchen wie unterschiedlich jedes einzelne Nahrungsmittel klingen kann, beim Essen, beim Beißen, das reinste Klangkonzert. Da hatte ich früher kein Verständnis für, im Gegenteil, schling nicht so, hieß es jahrzehntelang. Sogar meine Frau meinte: schling nicht so, während ich rund wurde und sie strahlte, denn was aufgegessen wird muss gut sein. Was Tolles auf den Tisch stellen und sagen: iss maßvoll. Das war wie ihr saufen, trink nicht so viel, worauf sie sich ein Extraglas genehmigte. Zwei Schluckspechte oder Geier, später Assgeier, Assgeiger, wir machten uns ganz schön faule Musik unterm Hintern.

Einiges färbte ab, der Junge trainiert intensiver in seinem Leistungssport und wartet ungeduldig auf den Saisonstart, der Ältere ist voller Begeisterung in eine neue Sportgruppe eingetreten und so können wir uns alle drei immer was fegen und Flugtechniken ausprobieren. Das ist besser, als wie im Frühjahr, als ich den Anruf bekam: Papa, ich hab sie zerlegt, im Beton, alles kaputt. Abflug mit ziemlich schnell, steht auf, nichts passiert, wie im Bilderbuch mit Glanzbildschutzengel. Die Bilder, als er später einmal vor mir geradeausfuhr, statt in der Linkskurve zu bleiben, die sind auch gut eingeprägt, kommt aus dem Graben gekrochen, zieht seinen Helm aus, knallt ihn irgendwohin und meint später: hast du meinen Helm gesehen? Alles ist möglich, obwohl wir regelmäßig Sicherheitstrainings machen. Wenn ich nicht dran denke, kommt was angeflogen, liegt was auf der Straße, gibt’s was auf den Sack. Abstürze und Rückfälle gehören zu meinem Leben und ich darf lernen gestärkt wieder auf die Beine zu kommen. Wenn sich Unregelmäßigkeiten in meine Regeln einschleichen, dann passiert meist was. Es sind ja nicht die großen Kracher die mich umhauen. Es ist immer die Summe der klitzekleinen aneinandergereihten Unachtsamkeiten. Daran darf ich arbeiten, an mir und den kleinen winzigen Futzemännern, die in mir unbekannt rumoren. Vater hatte in seinen letzten Tagen eine armdicke Aorta. Er schlief damals nicht ein weil die dicke Ader platzte, sondern weil die kleinen, verzweigten Äderchen nicht mehr versorgt wurden. Unversorgte Lebensadern, dagegen kann ich etwas tun: täglich, heute, nur heute, bei mir bleiben, nicht bewerten und grundlos tun. Dann kommt langsam hoch, was ich vergessen hatte und ich vergesse viel, sehr viel und deshalb bin ich ja auch immer wieder am Anfang, jeden Tag neu, immer wieder nur 24h.


Dieses Jahr durfte ich sehr liebe und tolle Menschen kennen lernen, die alle einen festen Platz in mir haben, meine Frau natürlich auch noch. Kontakt habe ich keinen mehr zu ihr und halte sie so in Erinnerung, wie es mir gut tut. Der Rest ist durch die Toilettenspülung in den Fluss, in den Strom und irgendwo im Ozean gelandet und ich wünsche ihr, dass sie auf ihrem trockenen Weg geblieben ist. Ja, Gedanken an meine Frau tun mir heute wieder gut, an eine beindruckende, stolze und klasse Frau, die mir viel mit auf den Weg gegeben hat.

Dieses Jahr durfte ich auch sehr viele Worte entschlüsseln, die in meiner Birne eine ganz andere Bedeutung hatten, die mich Jahrzehnte in eine falsche Richtung lenkten. Wir haben es uns zum Sport gemacht, mit diesen Worten zu spielen, die tieferen Bedeutungen zu suchen, Fremdworte, Bedeutungsfremdworte, Reaktionsfremdworte, so kann ich besser reagieren und die Kids dürfen 30 Jahre früher als ich etwas mit auf die Reise nehmen. Es ist ja nie zu spät was zu lernen. Einige sind so wie die hier:

Selbstständig ist so ein Wort. Für mich bedeutete das immer, selbst ständig was zu tun, für andere, das was die nicht können oder nicht können wollten tun, ich kann das, für die, dafür sind sie Kunden, bis ich mal was von denen wollte, da gab es immer nur Stinkefinger, hinten rein und Abzug. Ständig ich selbst sein gefällt mir da besser, da kann ich gut auf Stinksäcke verzichten. Das sind ja nicht nur Finger und Säcke, da kommen ganze Unternehmensstrukturen zusammen die täglich zum Fingerriechen antreten und nichts mehr schnallen.

Horchen ist so was. Simmer widder am Horchen, hammer widder Ohren wie Rhabarberblädder, hieß es früher immer, das will ja keiner, also gleich Kompott draus gemacht. Horchen ist ja nicht hören, denn das Meiste was ich höre nehme ich ja nicht wahr. Also entspricht vieles nicht der Wahrheit, denn es kommt von außen, von anderen, so wie geklonte fliegende Kaffeeflügel. Es sei denn, ich übe was als Kind nicht gewünscht war, horche in mich hinein und was da an Wahres auf mich zukommt, war und ist ganz schön.

Orgasmus ist auch so was. Was wir aus dem Wort gemacht haben. Ob wir vor 2000 Jahren noch bewusster waren und viel mehr kleine Dinge in uns wahrnahmen oder ob wir das erst seit der freudvollen Entwicklung unserer Gedanken rund um den **xualtrieb bekamen, wer weiß das schon wirklich. Ich weiß, dass wenn ich schon mal nachts auf einen Fernseher sehe, kommen da Nummern und Mädels, wo ich für irgendwelche Kunstgeräusche, die mir für normal verkauft werden bezahlen soll. Da sitze ich lieber mit einem netten Wesen zusammen und keiner bekommt wirklich mit, was gerade für sensationelle Dinge in meinem Hirn abgehen.

Leben nehmen ist auch so was. Ich nehme mir meins. Ich nahm mir ja lange unbewusst was mir nicht gut tat. Einige in meinem Kreis nahmen sich zu viel, sie sind nicht mehr, ich nehme mir in vollen Zügen was mir zusteht, meins, das wird nicht verschenkt, nicht vergeben und auch nicht mehr genommen, meins und für mich tue ich was. Wir haben die hinterlegten Karteibilder beim Hausarzt ausgetauscht, denn es gab zu viel Abweichung. Wie die Prognose ist, hihihi, ich werde es wohl alt erleben. Stirb und werde, das hat ja auch was gedauert, obwohl mich der Suizid lange scheibchenweise begleitete, aber jetzt ist er getan, die tote Vergangenheit ist begraben.

Sogar dumm und beschränkt sein ist so was. In der Regel gibt es gleich eins aufs Maul wenn einer sagt: du bist beschränkt, wer will schon dumm und beschränkt sein. Ich kam so auf die Welt, ausgestattet mit allem was ich heute habe. Intelligenz spielt sich im Hirn ab, dachte ich, dass es Hirnzellen im Bauch gibt oder im Rückenmark, die selbstständig Entscheidungen treffen, war mir neu. Was nützt mir ein Superhirn, wenn der Rest aus den Lot ist und nicht zusammen funktioniert? Dumm zu sein ist ein Privileg, dass es mir ermöglicht unversperrt Informationen und Verhalten aufzunehmen, die mich aus meiner Beschränktheit herausführen. Nur zugeben konnte ich das nicht, ich hätte lieber ausgeteilt, meine Ehre und was sonst noch so alles in meiner Schrittleiste rumkrabbelt verteidigt. Bis ich erfuhr, dass es angenehmer sein kann gezielt auf die Fresse zu fliegen, um gekonnt in eine bessere Ausgangsposition zu gelangen. Ist ja jetzt auch klar, was für den Körper zu trifft, muss ja auch irgendwie für den Geist und das Hirn zutreffen. Masochist schrieb spedi damals, wie hatte mich das getroffen. Hinfallen um in eine bessere Position zu kommen, das verstößt gegen die Grundgesetzte der Zellsymbiose. Jede Zelle arbeitet gegen die Erdanziehung, meine Schneckchen sorgen dafür dass ich sicher auf den Beinen bin und da soll ich mich aufs Bett schmeißen und vernaschen lassen? Naja, wenn die Natur es doch gut mit mir meint, sie wird das schon richten.

Mangel ist so was. Mangelhaft, wie schlecht, wie ungut, keiner darf Mängel haben, aberzogen nach gesellschaftlichen Verordnungen. Ich habe viele und ich mag sie, ich durfte lernen dass ich sie haben und dass ich sie lieben kann, denn ich bin unvollkommen. Erst die Potenzierung meiner Mängel, also dass was mir gesellschaftlich umerzogen wurde und nicht meins ist, schickt mich auf die Suche, in die Sucht, in die Abhängigkeit, bis ich wieder dort bin, wo ich dachte nicht hinzugehören, bei mir, in mir und zu mir. Ich habe einen guten Platz gefunden, ich bin mein Platz.

Vor fast 2000 Jahren meinte mal einer, wenn du die linke Backe hin hältst, sollst du auch die rechte hinhalten. Wenn ich schon eine verpasst bekomme, ist es meine Pflicht dem Leben gegenüber alles dafür zu tun, um nach vorne preschend, mir so wenig wie nur möglich einzufangen. Dabei kann ich mit dem Tablett in der Hand, einige Orgasmen bekommen, mich tanzend und schmatzend satt machen, in mich horchen und ständig bei mir bleiben, Orgabletten, die hatte ich auch noch nicht.

Dieses Jahr habe ich mich auf den Weg zurück in den Muttermund gemacht und dabei schon Merkwürdiges getroffen. Das ist noch ein ganzes Stück, es bleibt spannend, das hält jung und macht Spaß. Die Kinder sind ja schon recht weit oder auch nicht, auch wenn ich sie aus dem Nest geschubst hätte, wir haben uns nie richtig gefegt oder verbissen. Sie kommen und gehen, ungezwungen, unaufgefordert, befreiter von Altlasten. Sie sind groß und nehmen nur noch wenig an, ich muss mich beeilen um von ihnen noch etwas mitzubekommen.

Mitbekommen kann ich auch viel von den Älteren, die in meinem direkten Umfeld sind. Die, die Jahrzehnte dort sind, wo ich hin will, in ein ausgeglichenes, zufriedenes Leben und ich brauche mir nur abzugucken wie das geht. Ich habe ja alle Zeit die ich habe. Viele Alte haben ja etwas mehr auf den Rippen, auch im Gesicht, um den Mund und wenn sie lachen oder nur gucken, können sie ja nicht mehr so ernste Grimassen schneiden, das ist dann meist ein durch den ganzen Kopf gehendes Griemeln, so entspannt, so wie bei den Babys, da bin ich auf einem guten Weg.

Ich bin dankbar für die Entwicklungen, für jeden Augenblick, die seid meiner ersten Veränderung, diesem kleinen Aufbäumen, seit meinem ersten „ich trage die Tüten nicht mehr“ passiert sind. Natürlich habe ich eine Frau verloren, aber ein Leben bekommen und meinen Nebenbuhler, ich schätze ihn heute sehr, in seiner Urform, für das was er alles kann, wofür er gut ist, er hilf und schützt, ein Wertvoller, dieser Alkohol.


LG, trockene 24h, schöne Festtage und ein gutes Ankommen im neuen Jahr Kaltblut


Der Rest steht im Butterweichen und Steinharten, da habe ich Steine weich gekloppt und Butter hart geschlagen, für die Harten gestreichelt. Ich bin hier nicht alleine. Viel mehr steht bei den anderen. Ich bin hier nicht alleine, alle die hier schreiben hinterlassen ein Stück ihres Lebens, jeden Tag neu, unbezahlbar, kostbar erfahren, einige zahlten mit Lebensstücken. Wem sein Leben etwas wert ist, der wird auch einige Taler für den geschützten Bereich finden.
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kaltblut hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 20.12.2009, 13:25    Titel: wow Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf kalli

Überrascht Geschockt Winken
mein lieber herr gesangsverein - bin durch

viel harte arbeit was du gedacht, geschrieben und getan hast

Pfeil es hat sich gelohnt - du wurdest belohnt


adventsgrüße - weihnachts- und jahreswechselwünsche


Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: wow geschrieben
Backmaus
Gast






BeitragVerfasst am: 20.12.2009, 15:14    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Kaltblut

Danke ,für's Lesen-dürfen!

...bin (fast) sprachlos!Winken und möchte dir -die Worte finde ich gerade noch!Winken -
schöne Feiertage wünschen...so wie DU es magst- und ein gutes "Reinkommen" in's Jahr 2010!

Backmaus
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Backmaus hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 27.12.2009, 10:38    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Kaltblut, für deine Begleitung in meiner Zeit hier im Forum!

Auch wenn es nicht leicht ist, deine Worte so flüssig zu lesen,

haben sie mir immer Kraft gegeben, mich aufgeweckt, zum Nachdenken

gebracht. Mich was lernen lassen.

Ich wünsche dir noch ein gutes Restjahr und

ALLES GUTE im kommenden!

LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.12.2009, 22:15    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Karl!

Danke für Deine Worte,für das Teilen,für das selbstverständliche Vertrauen das aus Deinen Zeilen spricht.

Liebe Grüsse
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 22.04.2010, 22:51    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

Abschluss, es gibt Veränderungen, über die sich viele wundern, z. B. der Herr Therapeut, der guckt immer erstaunt, wir treffen uns immer noch alle paar Monate, auch der Hausarzt, der weiß manchmal nicht ob ich es bin, wir sehen uns nur für den Schein, den ich für den anderen brauche, denn mit jeder Veränderung verändere ich mich und das begann mit einem lächerlichen ich trage deine Tüten nicht mehr“. In diesem Sinne habe ich hier nach dem Ende auch nicht mehr viel mitzuteilen, meine Codes sind geknackt und was jetzt bei mir hinten raus kommt geht ja niemanden öffentlich was an. Schauen wir mal.

Jetzt bin ich bald 4 Jahre in diesem, in „dem einen besonderen“ Forum und durfte hier viel Zeit verbringen. Danke. Das erste halbe Jahr war ja eher eine widerwillige Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, ein Auffangjahr. Erst danach durfte ich lernen. Demnach habe ich jetzt so was wie Abschlussprüfung. Bestanden, nicht bestanden, ich lebe, das zählt, ich lebe gut und lebendig, mein Leben hat bestand. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hieß es früher. Das habe ich jetzt hinter mir oder vor mir. Ich darf jetzt wieder gut getuned und gestyled am Leben wie ich mir das vorstelle teilnehmen. Das ist anders als es einmal war und den Job, den kann man mit den besten Zeugnissen immer verlieren, das ist wie mit den Süchten, plötzlich sind sie wieder da.

Ein Freund hatte in seinem Schatzkätzchen ein Bild von meinem 2. Junggesellenabschied. Entweder hatte die Kamera einen Fehler oder ich hätte mich damals auch als Mastkampfkaltblut in einer Schlachtviehstation zum abdecken begeben können. Wie sich doch alles immer wieder ums Decken dreht.

Wie auch immer, einiges was ich geschrieben habe oder noch kommt, das mag sich kompliziert, unrealistisch oder nach ganz weit weg anhören. Die Dinge, um die es hier beim trocken werden geht, die sind genauso schwierig oder einfach wie eine Fremdsprache, einen Beruf, eine Sportart, ein Hobby zu erlernen, eine Beziehung zu führen oder gesund, glücklich und zufrieden zu leben. Irgendwann geht es immer leichter und damit schwindet die Bedeutung.

Vom Meisten, hatte ich vor 4 Jahren nichts gehört, nichts von betroffenen erwachsenen Kindern, nichts von Cos, nichts von einem Reduktionsfaktor, keinen Unterschied zwischen nicht saufen, nassem Denken oder trocken sein und alles mal zwei ohne Alkohol. Ich kannte kein schwarz/weiß Denken, kein Entweder oder, kein sowohl als auch, kein Loslassen, kein Spiegeln, keine Projektion, keine Stadien und Folgen der Krankheiten, keine Grundbausteine, keine Schritte, nichts von einer höheren Macht, nichts von nicht bewerten, Inventur, Mängel, Missbrauch, Umfeld ändern, Haushalt entleeren, Gedanken bereinigen, Gewohnheiten ändern, im heute leben, abgeben, kapitulieren, Beuteschema, entschleunigen, grundlosem Tun, IAS-Syndrom, rechtfertigen, in mich rein fassen, rein gehen, bei mir bleiben, mich lieb haben, selbst Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit bekamen eine neue Bedeutung, obwohl ich das doch immer war und das die Vielfalt der Suchtstrukturen zwischen gesellschaftlich anerkanntem Erfolg und einem Abführmittel liegt, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.

Als ich letztes Jahr vorübergehend in die Arbeitslosigkeit ging, erhielt ich akademischen Status, das war doch schon mal was, ich meine, für einen der Intellekt und intelligent, reagieren und agieren, Glaube und Kirche, Liebe und Brauchen über einen Kamm schert oder fehlenden Verstand mit ver-rückt, dumm und doof gleichsetzt, ist das schon mal eine ganze Menge. Das würden lange Seiten, alles zu wiederholen, wogegen ich mich mit Händen und Füßen gewehrt habe. Es sind oft nur kleine Feinheiten die darüber entscheiden, ob ich in der Balance bin oder nicht. Wenn ich nur einen Teil davon behalte oder weiter lerne oder weiter anwende, so wie im Beruf oder im Sport oder bei Sprachen oder im Leben oder für meine Gesundheit, meinem Alltag lebe, dann bin ich mit 51 Jahren endlich in der Lage eine Beziehung zu führen, gesund, glücklich und zufrieden zu leben.

Flecken entfernen ist mein Spezialgebiet, die, die immer neu auf der Weste erscheinen, die ich nie sah, Blindflecken, putzen und wieder putzen. Jeden Tag entstehen neue Flecken, jeden Tag muss geputzt werden, wer es braucht, wer es will, wer es kann, der kann Jahr ein, Jahr aus putzen. Flecken, scheinbare Pissflecken, dass was uns Kerlen aus dem verlängerten Harnleiter tröpfelt und dann schon mal auf dem Boden landet und nicht im Slip ohne Einlage oder durch Abspülwasser einfach so über den Rand hüpft, war der 9/11 für die Beendigung meiner Ehe, für den Start in ein neues Leben. Im meinem Groll hatte ich den ganzen Tiefkühlschrank ausgeräumt, auf abgelaufene Daten, auf alles was sich an den Seiten der Schubfächer an Flecken bildet hingewiesen und demonstrativ die Eiszeitreinigung vorangetrieben. Pissflecken vs Schimmelflecken, das konnte nur in die Hose gehen und Schleifspuren hinterlassen.

Das Leben nach der Sucht. Eigentlich habe ich mich hier eingeschlichen. Ich bin zwar üdreijährig trocken und habe auch so manch anderen Krams abgedrückt, aber, die finale Trennung erfolgte ja erst vor bald 2 Jahren. Erst nach Entfernung vom Hauptsuchtmittel konnte die eigentliche Trockenlegung bei mir beginnen. Wenn der Alkoholiker scheinbar permanent Gründe sucht, um seine Sucht zu rechtfertigen und bewusst trocken wird, steht er vor der vor der Sinnlosigkeit des Gründe suchen und gleichzeitig suchtmittelfrei auf einer Stufe mit dem coabhängigen Partner, der ja diese Sucht nicht hat. Dennoch bleiben sie kilometerweit entfernt ist. Beide trinken nichts, beide sind weit auseinander, obwohl sie doch jetzt gleich sein sollten. Beim einen klingelt es immer mehr, der andere läuft immer noch ohne bimmeln zur Türe und wundert sich das keiner dort steht. Der Alkoholiker arbeitet an sich und hat genug mit eigenem Ballast um die Ohren. Als Coabhängige verharrte ich in meiner Suchtstruktur, hatte genug ungelöste Probleme und keine Ahnung was da passierte. Wie auch, wenn jegliche Form des Begreifens und Ändern auch mit Knöpfchen drücken oder Rückfall in alte Muster zu werten ist. Wie solle ich das eine vom anderen unterschieden? Ich weiß nicht, aber oft denke ich, vielleicht sind Alkoholiker die aus einer LZT kommen ganz woanders als der Co, der zuhause im Alltag verbittert ohne Spielzeug und Freizeitbeschäftigung mit dem Schäufelchen in der Martsche panscht.
Womit ich als stehengebliebende Coabhängiger das eigentliche Problem an der ganzen Kiste war.

Da wird mir heute klar, wie unmöglich es war, mit meiner Ex-Frau wieder zusammen zu kommen. Wir waren permanent nie auf Augenhöhe und ich war unfähig die Beziehung fortzuführen.

Kaltblut steht aber auch noch für etwas anderes, als für den vor den Karren gespannten Gaul. Für die kalten Blutflecken, die Flecken die aus Herzblut und Rotze monatelang aus mit raus gesabbert sind, ohne zu merken wie sie eintrockneten und mit dem kräftigsten Scheuermittel nicht mehr fortgehen. Bescheuert bekommt da einen ganz neuen Wert. Geistesbescheuert.

Sauber, rein, wie bedeutungslos. Es ist die Balance, die darüber entscheidet, ob ich wie ein Irrer an mir rum schrubbe, bis die Haut aufreißt, das rohe Fleisch heraus bricht oder ob ich ruhig und unverseucht in Einklang mit meinem Umfeld leben darf. Ich muss keine Flecken entfernen, ich darf sie annehmen mit ihnen leben und jeden Fleck als dankbares, leuchtendes Beispiel für meine Beschränktheit betrachten. Beschränkt, beschrankt, beschützt, meine Bescheuertheit beschützt mich. Für mich ist es erstrebenswert etwas Bewusstsein über meine Geisteskrankheit zu erlangen, dumm sterben werde ich sowieso. Es ist ja nun mal bewiesen, dass im Hirn Löcher entstehen, Luftlöcher, Loch im Kopf, Hohlkopf, Begriffe die je nach Daumenaufpralllänge unterschiedlich klingen. Wo ich mich gerade lese, meine empfindliches theatralisches Getrampels, wie das früher immer wieder in mir hochkam hat sich verflüchtigt. Da wünsche ich den Lesern, denen ich zu viel bin, dass sie sich bei sich erleichtern und gleich weiter klicken.

Da machen Menschen Therapien, Traumdeutungen, analysieren, forschen in ihrem Innersten damit ihren ein Licht aufgeht bis sie im Dunkeln stehen. Alles gut bezahlt und abgefedert vom gemeinsamen Netz und alle freuen sich, vor allem die Helferleins. Austherapiert, trocken und einsatzfähig, rehabilitiert und willig geht es voller Elan gleich in den nächsten Rückfall. Ich bin mal gespannt, ob ich mich in die Reihen irgendwann eingliedern darf, heute nicht, da bin ich bei mir.

Die Zeit, die ich im Selbststudium, schreibend, lesend, denkend, mündlich, verarbeiten verbracht habe, hat mich zwar weiter gebracht und schlauer gemacht, aber schützen kann sie mich nicht wirklich. Ich bin immer nur 24h sicher und in denen oft nur Bruchteile. Gut, das ganze Aufarbeiten hat mich dazu gebracht wo ich jetzt bin, es wäre, wie einige hier immer sagen auch einfacher gegangen, ex und hopp, nicht so viel quatschen, machen, einfach machen.

Es hat mir das Gefühlt zurück gegeben, dass es in Wirklichkeit einfacher ist, als es stellenweise zu sein schien. Real hatte ich mit der Wirklichkeit, dem Job, dem Umfeld, meinem Leben und nicht nur mit meiner Ex-Frau ein Ungleichgewicht und nicht ausgehende Rechtfertigungen und Gründe um meine Unfähigkeit zu leben vor mir zu vertuschen oder zu rechtfertigen oder schön zu reden.


Update. Änderungen 2010. Das Leben nach der Sucht. Eigentlich habe ich mich hier eingeschlichen. Ich bin zwar üdreijährig trocken und habe auch so manch anderen Krams abgedrückt, aber, die finale Trennung erfolgte ja erst vor bald 2 Jahren. Erst nach Entfernung vom Hauptsuchtmittel konnte die eigentliche Trockenlegung bei mir beginnen.

Die Beziehung zu meiner Frau entstand mit einem Tanz auf dem Vulkan. Was war da die Kacke am Dampfen. Ein gutes Zeichen, es blüht wieder ein Vulkan. Asche auf mein Haupt. Damals haben wir unsere Welt durcheinander gewirbelt und neu geordnet. Jetzt haben das andere für uns getan. Neu gerichtet.

Ich bin geschieden, endlich ein Ende. Das war ja alles was dumm gelaufen, aber dann ging alles ganz schnell. Ich kam ins Forum und reichte 5 Monate später die Scheidung ein, Druck machen als heilender Helfer und wieder zurückgezogen vor dem Vollzug. Sie war ja da trocken. Ein Jahr später erneut die Scheidung eingereicht, denn es klappte nicht mehr, damit bin ich nicht durchbekommen, erst mal ein neues Trennungsjahr und jetzt, nach 3 1/2 Jahren ist es dann doch endlich passiert. Mein Rekord in Verschwendung von Geld, Energie, Zeit und Leben, meiner Lebensressourcen. In Dummheit vor dem Herrn bin ich kaum zu toppen, bekloppt ist auch bezeichnend, beschränkt halt. Ostern vor 4 Jahren fiel meine Ex-Frau um, Infarkt, die Welt wankte, sie bekam einfach meinen Infarkt, später landete ich hier. Es gibt da auch nichts zu beglückwünschen, ich habe weder mein Eheversprechen eingelöst, noch mich an unsere darüber hinaus gehenden Bindungen gehalten, ich war nicht mehr in der Lage mit und ohne meine Ex-Frau richtig zu existieren. Für eine gute anhaltende Beziehung hat es nicht gereicht. Schade nannte ich das damals. Schade, denn sie hat mich befruchtet und reich gemacht, innen, in mir, das bleiben unlöschbare Erfahrungen, Gute, die Schlechten sind schon lange hinten wieder raus gekommen. Manches sitzt so fest, das kann man nur rausscheiden, nicht schneiden, dann wächst es nach, scheiden.

Ich könnte es so ausdrücken: versagt des Lebens willen.

Dankbar bin ich ihr, für ihren Infarkt, für ihre Sucht, für ihre Krankheiten, für ihr Verhalten, für ihr analytisches Denken, ihre Korinthenkackerei, ihre Planungen und fehlende Spontaneität, ihre hohen Ansprüche, ihr Gehabe, ihr Getue, ihre Störungen, ihre Maßlosigkeit, ihren Hocharroganz, ihren Egoismus, ihren Narzissmus, ihren Missbrauch, ihre Vergnomung, ihr Abheben. Wie hätte ich denn sonst annehmen und lernen dürfen, dass all das, was in mir hochkam auch in mir ist. Wie hätte ich das alles und mich sonst lieben lernen dürfen? Nur indem ich mich im Dreck meiner Ex-Frau weiden und erkennen durfte. Sie hat ihr Leben fest im Sinkflug in der Hand.


Als ich in die große Stadt zog, hing da auch irgendwie die Erfüllung eines Versprechens mit dran. Was habe ich alles versprochen und mich festgenagelt. Ewige Treue, bis das der Tod uns scheidet, nie so zu sein wie die anderen Kerle vor mir, sie nie zu verlassen, uns im Rollstuhl gegenseitig im Alter durch die Gegend zu schieben, die Asche in den Dünen zu verstreuen, nach Berlin zu gehen. Jedes Versprechen ein Versprecher. Ich bin nicht in die große Stadt gezogen weil ich es wollte, sondern weil ich ein Versprechen gegeben hatte. Drumherum habe ich mir alles eingehirnt, bis es real wurde, mir gefallen hat und der Hammer ein letztes Mal kreiste. Missbrauch schreit es da in mir. Sie hat mich missbraucht. Wenn ich das zulasse bin ich der einzige Missbraucher, ich missbrauche mich selbst. Das ist ganz einfach Masochismus. Hier steht ja oft von Rechtfertigungen und Gründen, vor allem wenn es um wegsehen bei sich selbst geht.

Meine Ex-Frau fragte mich damals, ob ich seriell monogam sei. Aber hallo, was bin ich seriell und monogam. Eingehakt, das zog, damit hatte sie mich. Nur eine für mich, die nicht an andere denkt, da brauche ich ja auch nicht an andere zu denken. Ideal. Während Frauen gewöhnlich lange über „ideal“ grübeln, versuchen sich Kerle vorzustellen, dass die durchschnittliche Wurzellänge eines Kerls der dreifachen Daumenlänge entsprechen soll. Nun gibt es aber nur wenige Rassen die monogam sind und das Ganze hat sich bei uns aus Versorgungs- und Gesellschaftgründen so entwickelt. Wie verhält sich das denn jetzt im Verhältnis zur Natur? In der Natur juckt es viel häufiger als gedacht wird und ab geht’s. Ich möchte kein Hahn sein, aber in einer aussterbenden Rasse ist es doch gegen die Natur, die Gene und Erbmaterialien weggesperrt spazieren zu tragen statt sie so oft wie möglich weiter zu geben und den Stammbaum zu stärken.

Anders ausgedrückt wäre es aber auch denkbar, dass genau diese Denke der Freibrief für die uneingeschränkte Produktion von süchtig machenden Eigendrogen wird. Mit Singlegutschein, Sammler- und Jägerevolutionsalibi im Gepäck in die Suchtgrundsteineinlöseabteilung. Da frage ich mich schon, wie das auf der anderen Seite ist, wenn mit zunehmendem Alter immer mehr Gefühle entdeckt und ausgelebt werden, die Paarung nur noch der Lust- und Hirnbefriedigung dient.

Wie auch immer, ich weiß wo ich hingehöre und halte es wie beim Kochen: ich bin selbst dafür verantwortlich, dass es mir schmeckt. Mir geht es monogam gut, was in anderen Köpfen abgeht, geht mich nicht an.

Aufgaben versage, blockiert bin, stehen bleibe wie das geblendete Karnickel auf der Straße und überfahren werde, voller Wissen, meine Prüfung verhaue oder einfach keinen hoch bekomme, impotent im Leben. So lange wie ich diese Blockade nicht auflöse, in meiner selbstgeschaffenen Blockade festsitze, werde ich mit antriebslosen Durchhängern impotent durch mein Leben dümpeln und mich zwanghaft versuchen anderweitig zu befriedigen ohne den Knoten zu lösen. Dabei denke ich nicht mal an S**, wo die paar cm paar cm bleiben oder der Samenerguss sich einfach so durch Angucken ergibt, obwohl ich doch festen Willens bin, der großer Rammler bin und meinem kleinen Freud stundenlang ins Gewissen rede, sondern an alltägliche Situationen, wie übergewichtig zu wissen, dass ich nichts essen brauche, es nicht tun sollte, weil es mir nicht gut tut und die Chips, Fast- und Kunstfutter, scheinbar widerwillig, gehasst und nicht gewollt unter meiner Nase den direkten Weg in den Bauch findet. Das ist impotentes Lebensverhalten. Mein Leben kann aber aus tausend kleinen Lebensfreuden, aus tausend kleinen Orgasmen bestehen und die können zwanglos, einfach so kommen. Wenn ich mein Leben impotent leben kann, dann kann ich es auch potent leben.

Hass ist enttäuschte Liebe, wenn ich mich nicht liebe, richtet sich mein Hass gegen mich. Impotent durch enttäuschte Liebe. Wenn ich mich liebe, zerbröckelt der Hass, ich darf mich und meine Leben lieben und potent, im vollen Zügen leben.

Ich fange mit 50 Jahren Verspätung an meiner Potenz an zu arbeiten. Ich mag übrigens den Po meiner Partnerin und sie steht auf meinen. Wir sind schon irgendwie poabhängig. Von der Co- zur Poabhängigkeit war ein weiter Weg, es hat sich gelohnt. Fühlt sich gut an.


Mit den direkten Funktionen, Zusammenhängen, Konsequenzen und Auswirkungen zwischen den primären Kopffunktionen, den Steuerelementen, den Organen, den Muskeln, Sehnen, Hirnwindungen, der selbstproduzierten Stoffe, in Reaktion auf Fremdstoffe von außen kann ich heute etwas anfangen. Was ich daraus mache, wie ich damit umgehe und lebe liegt in meiner Hand. Realistisch betrachtet ist das Männchen einige Tage rattenscharf, wenn das Weibchen fruchtbar und paarungsbereit ist, um nach getanem Dienst die Schlitzleiste zu schließen, von der Bettkannte hüpfend, grinsend, erleichtert gestoßen zu werden. Damit ändert sich für einige Tage oder Jahre die Gesamtsituation auf natürliche Weise.

Die Änderung des Bewusstseins, die Annahme der neuen Hirnstoffproduktion, der neuen Lebensumstände, das ist dann kein Traum, sondern ein Loslassen alter Gedanken und Annehmen neuer Umstände. Das fällt mir oft schwer, z. B. einfach den A... hochzubekommen oder etwas Gelerntes umzusetzen, zumal es mir doch gut geht.

Wörter sortieren ist so was, einfach fällt mir das nicht. Ver-Wörter zu streichen und zu ersetzen fällt mir schwer. Verliebt, sagt ja schon das Wort, da stimmt was nicht und viel träumen davon, sind aber nicht in der Lage dem Partner in die Augen zu sehen und zu sagen: Dich liebe ich. Ver-heiratet, auch so was. Ist das jetzt die Krönung der Beziehung „Ver-„ zu sein, also das Resultat aus sich trauen, wird dann ver-traut, etwas falsch oder doch richtig machen? Ver-leben, das hört überhaupt nicht mehr auf, dieses Ver-, wenn ich im Winter zu viel ver-heize, dann wird das nur teuer, darauf ver-mache ich jetzt mal was. Loslassen heißt ja immer, das wird mir jetzt klar, ich habe mich bei meiner Ex-Frau nur ver-griffen, das ist aber auch alles ver-rückt. Fallen lassen, da bekam ich damals gleich eins drüber, denn es ist etwas anderes als in Liebe loslassen, trotzdem zu lieben war mir unvorstellbar, also ver-lassen.

Alles was ich tue soll meinem Leben nutzen. Wenn ich ein Buch lese und es nicht verstehe, was nutzt es mir? Wenn ich es verstehe und nicht anwende, was nutzt es mir? Wenn ich es anwende und sich nichts ändert, was nutzt es mir? Wenn sich etwas ändert, mit jedem Tag neues entsteht, wenn ich neu lesen, neu verstehen, neu anwenden und neu ändern darf, neu leben darf und lieben darf, was ist das für ein Reichtum was für eine Fülle. Das ist Nutzen. Etwas zu begrenzen, auf eine Funktion, auf einen Augenblick, auf Vorgegebenes nach anderleuts Vorstellung das ist nutzlos, für mich nutzlos.

Ein Traum ist es neu geboren zu werden mit dem Wissen von heute. Wenn aber schon alles in mir ist? Warum gehe ich da nicht einfach weiter, mit dem Wissen von heute und der unbeschwerten Leichtigkeit von gestern?


Geld regiert die Welt – nachlesbar: pleite, ich hab nix, aber ich bin nicht mittellos. Ich weiß wie was gemacht wird, das habe ich gelernt, das ist hängen geblieben, auch wenn ich durchhing oder als ich über Aufhängen nachdachte. Einiges brauche ich nicht mehr, denn früher habe ich ausgegeben um mich mit Dingen von außen satt zu machen. Plastikgeld kostete, Banken kosteten, Aufträge, Waren, Mitarbeiter, Ex-Frau, alles kostete, sogar meine Kinder, sie sind groß, sie kosten fast nix mehr. Gut, ein Junge macht bei mir seine Ausbildung, aber ein Teil zahlt der Steuerzahler, denn ich setze ihn von der Steuer ab, sonst müsste der Steuerzahler zahlen. Ich bekomme wieder Geld und es geht mir gut, denn der Insolvenzanwalt sagte damals: mein Job ist es sie nicht zur Belastung für die Allgemeinheit zu machen, sondern sie da raus zu führen. Hat er gemacht, dass ich mich in die falsche Richtung entwickelte und dass das heute auch gut war, das sehe ich ja erst jetzt. Ich sehe aber auch, dass vieles falsch läuft, immer schneller falsch läuft.

Beruf – mein Berufsfeld hat sich geändert. Vor 4 Jahren ging es los, ich kam hierhin wegen dem was meine Ex-Frau in sich rein schüttete und blieb wegen dem was bei mir raus kam. Das habe ich zu meinem Beruf gemacht. Soll mir nochmals einer sagen, dass man aus Sche*** keine Sahne quirlen kann. Alles ist für was gut. Als Pleitier bin ich schuldenfrei in eine neue Branche, durfte Ausbildungen und geförderte Weiterbildungen genießen, die alten Strukturen umgestalten und daraus entsteht ein neues Unternehmen. Da wir einzigartig sind, also einzig und nicht artig, freue ich mich darauf alles was ich während meiner leeren Lehrzeit in mich aufnehmen durfte in den neuen Apparat einfließen zu lassen. Ein Unternehmen, das auf Suchterfahrungen aufbaut, entschleunigt und achtsam gegen vorgegebene wirtschaftliche Grundprinzipien angeht, das wird Freude machen.

Als guter Co spiegelte sich mein Verhalten auch in der unternehmerischen Tätigkeit wieder. Aus den Vergangenheitserlebnissen, Ergebnissen und Erkenntnissen anwendbare Lehren zu ziehen, Wiederholungen zu vermeiden und erfolgreich zu arbeiten das ist ein Problem. Es gibt Grundsätze, Anwendungen und Gesetzmäßigkeiten, Lehrstoffe, die schnell zu Leerstoffen werden, wenn die Ursprünge nicht erkannt werden. Coabhängiges Verhalten zieht sich durch Unternehmensspitzen bis hoch in alle Kreise und ist schwer einfach abzustellen. Aber es geht, auch mit kleinen Schritten, auch sitzend, ich für mich.

Trauer- Als eine ganz Liebe mir vor 3 Jahren einen Autor nannte, der ganz schwieriges über Alkohol geschrieben hatte, habe mir den Schinken im eiway für 1,99€ besorgt, was ein Hammer, ich habe jede Zeile, jedes Wort gefressen, aufgesaugt.
In einem Anfall der Umnachtung habe ich im Nov. 2007 die Adresse von ihm ausfindig gemacht, seine Frau erreicht, sie meint er freut sich sicher, ich solle ihn anrufen und gab mir seinen Aufenthaltsort. Ein Mann, der vor schwersten Schritten stand, der fast 1 Stunde mit mir redete. Er hat mir Mut gemacht und ich habe ihm alles Gute für seine Operationen gewünscht und ihm geschrieben. Er hat mir geantwortet, „so nicht“, ich solle ihn mit meinen Hymnen auf das Leben verschonen und in Ruhe lassen. Das tat weh. Da war ich sauer, ich hatte ihm doch nichts getan, es nur gut gemeint. Ich habe da ganz lange dran geknabbert, bis der Groschen fiel: es ist sein Ding, was er sagt, denkt und meint ist seins, ich habe meins und wenn ich traurig darüber bin, hat er nichts damit am Hut, meins. Seine kurzen Worte 2007, „so nicht“ haben mein Leben entscheidend verändert. Er ist verstorben.

Es war immer nur Sache meiner Ex-Frau, was in ihr ablief, nicht meins, ich hatte kein Recht über sie hier zu schreiben, über sie zu sprechen, über sie zu denken, mein Handeln nach ihr auszurichten. Das einzige Recht das mir zu stand war es, für mich zu handeln und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Unsere gemeinsame Zeit, unser Zusammenwachsen, das bedeutete nicht „du jetzt mehr meins“, das bedeutete für jeden etwas mehr „selbst“.


Zeit- dadurch dass ich plötzlich Zeit hatte, konnten die verquerten Gedanken schwinden, dabei lernte ich denken, so wie andere auch. Gut, man sagt ja, die meisten Genies haben was an der Platte, aber ich bin ja kein Genie, nur ein normaler dummer, überdrehter Kerl gewesen. Denken führt dann auch zu neuen Gedanken, ich hatte plötzlich immer mehr Zeit zum denken. Wenn ich etwas viel mache, kommt was dabei raus. Alles ist für was gut. Mein Coach meinte damals: Erfolg ist das Meistern viel harter Arbeit. Das stimmt so nicht. Nicht lange und viel, sondern gut, nicht hart und anstrengend, sondern angenehm, innen in mir, da muss es erfolgreich sein. Auch so was typisch Kerlistisches: groß und stark, am besten noch steif und hart wie die deutsche Eiche. Überflüssiger Ballast. Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war mich in die Nesseln zu setzen, überflüssiges Zeugs für andere zu tun und mir den Karren voll zu laden.

Telefon, ein wichtiges Kommunikationsteil, auch in meinem Job. Freunde haben beim Abendessen eines für Geschäftliches, eines für Privates, eines für Mails dabei und sind laufend beschäftigt. In meiner Bude ist Rauchverbot, wahrscheinlich werde ich auch Handyverbot einführen. Wie soll ich mit jemandem Gespräche führen, wenn laufend so ein Ding bimmelt und irgendwer belanglosen Krams labert? Das kostet Zeit, ist störend und unverschämt. Würde ich währenddessen in der Nase bohren, die würden gucken. Ich habe auch keine Mailbox aktiviert. Zurückrufen, weil andere labern müssen, das stimmt doch was nicht? Das gehört nicht in meinen Job, das ist zeitraubend und störend. Es reicht, wenn ich über ein Handy zu bestimmten Zeiten und von bestimmten Personen die ich annehmen möchte erreichbar bin.

Manche Freunde klagen immer noch wehleidig wie schlecht es ihnen geht, dass sie keine Zeit haben und platzen. Mir geht es gut, sau gut. Das hat die Krankenkasse immer noch fast nichts gekostet. In den 4 Jahren Forum, schätze ich einmal, war ich so lange hier, wie ich Posts und PNs geschrieben habe, wahrscheinlich noch viel, viel mehr. Im Job, unter Berücksichtigen von Feiertagen, Urlaub, Krankheitstagen entspricht das guten 3 Jahren intensiver Arbeit im Berufsleben wahrscheinlich noch mehr. Mal sehen, wer mir einen Scheck dafür ausstellt. Komisch ist das schon, wenn ich viel arbeite, verdiene ich viel, wenn ich viel gesund bin, interessiert das keine Sau, da gibt es nichts für, außer mein Leben. Die realen und sonstigen Aktivitäten dazugerechnet, die gelähmte Zeit der Rückfälle, Depressionen, des Lesens diverser Lektüren und das geistige Kleben an verschiedenen Texten, Aussagen, Einfällen und erstarrte Verharren in Gedanken, dürfte die Auseinandersetzungszeit schnell doppelt oder dreifach so hoch sein, da frage ich mich schon, wo denn die Zeit herkommt, freiwillig herkommt?

Was die Zeit hier für mich bedeutet wird mir klar, wenn ich mir vor Augen halte, dass ich intensiver und länger hier war, als die gesamte Zeit die ich für eine gesunde Nahrungsversorgung, wie einkaufen, kochen und ausscheiden nötig war und gelegentlich habe ich großen Hunger, da fallen dicke Haufen an, da werde ich noch Freude dran haben.

Alle haben einen Job und werden nebenbei krank. Da muss es doch auch möglich sein, wieder nebenbei gesund zu werden. Dabei ist es doch vollkommen unbedeutend, ob ich als Familienmanagerin, Brötchenheimbringer oder alleinstehender Stüztenjongleur mit meinem Leben nicht zu recht komme. Es stimmt einfach etwas nicht mehr.

So um die 4 Stunden pro Tag hockt der Durchschnittsbürger statistisch vor der Glotze. Einige fahren 1 Stunde zur Arbeit und zurück, vertrödeln hier und dort oder verstricken sich in leerem Geschwätz mit altem Geschehen und Rechtfertigungen. Ich habe selten 8 Stunden am Stück geackert, auch wenn ich 14 Stunden am Schreibtisch saß. Kaffee trinken, Kippen qualmen, Geschäftspalaver und Gedankenabschweifen, sinnloses Kilometerfressen, da kommen schnell einige Freistunden am Tag zusammen. Die habe ich jetzt anders angelegt.

2 Stunden Sport am Tage, Bewegung, das sind 730 Stunden im Jahr, das sind rund 20 Arbeitswochen, umgerechnet mit Fehlzeit und Urlaub der Arbeitswelt so ½ Intensivjahr. Binnen sechs Jahren habe ich die sportliche Leistungsqualität einer lapidar arbeitenden Vollzeitfachkraft mit 3 jähriger Berufserfahrung, Profi. Wahrscheinlich mehr. Das ist für mich ein reales Ziel. Ich darf jeden Tag mindestens eine Stunde dafür nutzen, zu lesen und eine intensiv über mich nachzudenken, wahrscheinlich mehr. Die ist in mir gut angelegt. Ich darf mich jeden Tag mindestens eine Stunde um kochen kümmern und mit dem bewussten Auseinandersetzen von Nahrungsfragen verbringen, wahrscheinlich mehr. Ich denke die ist gut in mich angelegt und komme rasch auf ein abgeschlossenes diplomiertes Karlium. Solche Menschen hätte ich früher als egoistische, faule, abgedriftete Narzissten nicht mit dem A... angesehen, heute halte ich meinen Hintern im Spiegel für ganz gut gelungen.

Natürlich sind das oft Wunschgedanken, Träume, denn wenn ich mit jemandem zusammen bin, die Kids kommen, wenn ich geschäftlich oder einfach so unterwegs bin, sonstige Verpflichtungen habe, was passiert und es passiert laufend etwas, dann interessiert das keine Sau. Im Gegenteil, wenn ich in unserer Gesellschaft meinen Weg gehe, dann bin ich schief angesehener Außenseiter. Dünger drauf und weiter Wünsche wahrwerden lassen.

Hobbies – ich laufe immer weiter. Nachdem ich psychosomatisch einen weg hatte und nicht mehr auf dem Weg bleiben konnte laufe ich fast täglich. Nicht weil mir dabei einer abgeht, nicht als neue Sucht, der Kreislauf kommt besser in Gang, denn ich habe Unterdruck und der Stoffwechsel wird angeregt, ich bin dann fitter den ganzen Tag. Draußen, nicht in der stickigen Wohnung am Gerät, der Sauerstoff geht in den Körper und erneuert. Wo sollte der denn vorher herkommen, wenn ich tagelang wie angedübelt im Büro, am PC heftete? USB-Interdirektbeatmung? Ich habe dabei meinen Spaß, mache Übungen die für Außenstehende was doof aussehen, joggen, drehen, laufen, tanzen, anhalten, recken und strecken. Wenn ich schon laufe, dann möchte ich was davon haben, keine Medaillen, keine Titel, ich spüre gerne wofür ich die Beine in Bewegung setze, ich spüre mich dabei, sozusagen ein morgendlicher Spürlauf. Meine Schritte sind klein und mit meinen Übungen dazwischen kann ich machen Überholer und Umherläufer verwirren, das bin aber dann nicht ich, denn ich weiß ja was ich mache. Ich werde nie Runningman, eher ein Spürläufer mit kleinen Tippelschritten. Bin ich Tippelbruder? Einmal die Woche spüren was innen drin abgeht oder morgens, nach dem Aufwachen im Bett und beim Laufen und oft zwischendurch. Atmen, spüren, tun. Begrenztheit loslassen.

Eine Atemübung kann ich verkrampft, indem die Muskeln alles zusammen drücken, mich instinktiv schützen machen oder locker, befreiend, indem alles in mir frei und mit dem wichtigen Sauerstoff leicht versorgt werden kann. Das kann so weit gehen, bis Atmung, Körper, Bewegung nicht mehr wahrgenommen werden und einfach so passieren. Mühelos hinfallen und aufstehen, das geht, aus dem Stehen direkt ins Liegen, ins Stehen. Eine Atemübung kann ich immer und überall ohne Aufsehen machen, ich muss nur daran denken.

Meine ersten Ausläufe waren verkrampft und ich dachte je mehr, je weiter, je besser. Ich musste mich spüren, jeden Muskeln, nur- laufen soll Spaß machen, der ganze Körper soll dabei sein, mit allen Sinnen, er soll wachsen und sich nicht in sich verkrampfen. Dadurch wird alles entspannt, den Muskeln ist das doch egal, ob sie sich in Entspannungs- oder Krampfhaltung befinden, die machen einfach was sie ein Leben lang gemacht haben, nur dem Rest des Körpers nicht, das geht auf meine Knochen und Gelenke, auf mein Wohlbefinden. Bewegung, Sport macht mir Spaß, seit ich spüren kann wie gut mir das tut. Ein leichtes Ändern meiner Körperhaltung und vieles geht meist wie von selbst.
Laufen ist Ausdauer, die habe ich bekommen.
Kraft ist Muskeltraining, davon habe ich genug an den falschen Muskeln gehabt.
Schnelligkeit bedeutet kurze, direkte Wege über andere Muskeln, das geht immer besser.
Gelenkigkeit ist ein verknüpfen feinfühliger Gebilde, das kann ich lernen.
Koordination, daran arbeite ich seitdem meine Gedanken entquert sind.

Prävention. Ich bin gerne hier und lerne im Stillen von denen die viel weiter sind und von denen die gerade anfangen. Auch im realen Leben in SHG oder wenn wir andere Institutionen besuchen. Ich darf heute gerne sein, was ich einmal war und bleibe. Alkoholiker, Coabhängiger, Essgestörter, Nikotinabhängiger, Zuckersüchtiger, Koffeinsüchtiger, Computersüchtiger, TV-süchtiger, Workaholic, Spielsüchtiger, Beziehungssüchtiger, Helfersüchtiger, Eifersüchtiger, Liebessüchtiger, Suizidgefährdeter, ein am Außen klebender unbefriedigter, von seinen Mängeln gesteuerter Abhängiger. Ich war und bin es heute auch noch, maßlos, bequem, träge, ungeordnet. Bestimmte Mechanismen können nicht mehr greifen, andere schützen mich. Wenn meine Unordnung zu groß wird, dann stimmt was nicht, wenn ich maßlos handele dann muss ich mich prüfen, wenn ich träge vor dem TV oder PC oder im Sessel hänge, dann muss ich nachsehen.

Natürlich stört es mich, wenn jemand sagt ich sei ein A..., aber es ist meiner und ich finde der ist OK und seiner geht mich nichts an. Seit ich mich für meinen A... entschieden habe, darf ich auch dazu stehen. Es ist nicht mehr mein Job, zu deuten, zu denken, zu urteilen und zu bewerten was und warum andere denken. Das geht mich nichts an. An geht mich, wenn Menschen in meinem Umfeld labern oder machen was mir nicht gut tut, dann liegt mein A... in meiner Hand. Er liegt immer in meiner Hand, wenn ich anfange Regeln zu brechen beginne ich schnell in alte Muster zurückzufallen. Das Schwierige ist nicht, nicht zu saufen, sondern nicht nass zu werden. Davor schützt mich die tägliche Auseinandersetzung mit mir und die ist nicht zu Ende, wenn ich keine Windeln mehr benötige. Da fängt es ja gerade erst an.

Ein großer US-Sportler hatte einst seine böse Krankheit besiegt. Ich werde nie meine Krankheiten besiegen, sie sind in mir und ich mag sie, ich liebe sie. Was unterscheidet mich als coabhängigen und alkoholkranken Menschen denn von einem machtsüchtigen und durch Geltungsbedürfnis getriebenen Menschen? Meine Warnlampen gehen früher an, ich darf mich früher unter die Lupe nehmen und etwas gegen mich tun, wenn ich es kann.

Extreme Situationen entstehen meist dort, wo sie anwachsen und selten von heute auf morgen, dort wo kein Fluss ist, wo die Bewegung zum erliegen kommt. Natürlich gibt es Lottokönige oder Unfalltote, die Anderen sind aber viel mehr. Ich wurde nicht alkoholkrank, weil ich mir gelegentlich einen reinzog, sondern weil es zu viel war, es floss zu viel. Wenn etwas durch immer etwas mehr kommt, dann kann es mir auch durch immer etwas mehr Veränderung immer besser gehen, ich muss nur am Ball bleiben und immer was tun. Ich kacke auch nicht in den Topf bis er voll ist, sondern drücke nach jeder Erleichterung auf die Spültaste.

Ich muss nicht perfekt trocken sein, auch nicht gut trocken sein, ich muss es einfach nur sein.

Als meine großen Jungs mal übel vermöbelt wurden, bin ich erstmals in meinem Leben in einen Verein gegangen. Ich bin in einem Sportverein und so oft ich kann übe ich jetzt. Einige werden über mich und meine Unbeweglichkeit und meine Koordinationsfehler lachen, aber, ich bin einer der sich so was nie zutraute. Ich lerne meine Purzelbäume und wenn es lange dauert. Meine Gürtelfarben brauche ich nicht zu wechseln, weil mir das einfach Spaß macht. Meine Suchtarbeit macht mir ja auch Spaß, da habe ich schon so manchen Griff und Kniff herausgefunden, da machen mir die mit dem schwarzen Gürteln eh nichts mehr vor, vielleicht kommen sie ja noch dahin. Gut, ich habe manchmal Schmerzen im Rücken, in der Schulter, im Bein, im Nacken, eigentlich überall, wenn ich es übertreibe, Triebsteuerung. Da wo es weh tut, da muss ich hin. Mein Trieb als wertvoller Signalgeber für die Selbsterkenntnis.

Überhaupt, mit 51 den A... hochzubekommen und mich unter die Jungspunte mischen, mitmachen und mich darüber freuen dass ich es lerne, wie ich Falle und dass eine Seite deutlich besser reagiert und richtig wiederholen kann, die andere es fast immer falsch macht, dass ich Schluffestreuerschritte vom Tango verwenden kann oder nicht verstehe, wozu in einer Selbstverteidigungsform ein Stepp gut sein soll, der fließend und leicht einfach nur dazu beiträgt, dass der Angreifer nicht ankommt. Den Punkt erkennen, zwischen Energieaufnahme, sinnloser Gegenwehr und Steifigkeit, Rollenwechsel, Pudding werden, freiwillig mit einem Selbstschutzabflug oder simuliertem Angriff agieren und immer genauer fühlen, dehnen, schmerzhaft merken, dass es Muskeln, Sehnen und verschwindende Ablagerungen gibt, die es scheinbar vorher nicht gab. Dabei stellt sich die Frage, was alt ist. Ist alt ein Abbau der Zeugungskraft bzw. Gebärfähigkeit, der Muskeln und körperlicher Leistungsfähigkeit und Anfälligkeiten für Wehwehchen, der Austausch von Gelenken, Haaren, Zähnen, Organen, der Einsatz von Seh- und Hörapparaten sowie sonstigen Geh- und Schrittmachern, bei Zunahme der Synapsenverbindungen, der Hirntätigkeit, des Erfahrungsschatzes und des Wissens oder sind das einfach nur Falten am Hintern und im Gesicht, denn die Zellen, die altern ja nicht, die erneuern sich permanent, bis es in die Kiste geht. Ist alt sein das Hirn verlieren? Wie alt war ich, als ich von all dem nichts wusste?

Du hast Angst, sagte der Chef, als ich purzeln übte. Ich habe oft Angst und darf mich immer mehr trauen. Ich bin ein aufrechter gebeugter Mensch. Als ich hier ankam hieß es: das heißt nicht fallenlassen, sondern loslassen. Loslassen, hallo, es macht mir Freude zu fallen, ich lerne im Fallen sicherer und aufrechter zu stehen.

Da fällt mir die Story von dem ein, der über die Klippen in die Tiefe fiel und zu seinem Glück noch die letzte Wurzel zu greifen bekam, sich daran klammerte und anfing zu beten. Irgendwann wurde er erhört und eine Stimme sagte: trau dich, lass los, einfach loslassen. Worauf er meinte: wie denn, wenn hier keine Wurzeln mehr sind. Jahre später fanden Touristen ein klapperndes Skelett an einer Wand.

Mich wird da niemand finden.

Körperkontakt. Es verwirrt mich immer noch, wenn ich eine Frau angreifen soll, sie mich anlächelt, dann anfaucht und meint: mit dem ganzen Körpereinsatz an den Hals, in die Fresse, nicht so lasch, du musst da keine Angst haben, ich bin schon weg bis du da bist und wenn sie pennt, nicht weg ist? Ist das alles kompliziert und neu. Darauf trauen, dass jemand weg ist, auf den ich eindresche und weg zu sein, wenn jemand auf mich einschlägt. Eins auf die Mütze zu bekommen, sicher zu landen und daraus einen großen Vorteil zu ziehen. Oder einen Kerl in der Auseinandersetzung zart und gefühlvoll zu berühren, um über sein größtes Organ, der Haut, 2qm groß, seine Aktionen und Reaktionen aufzunehmen, auszuwerten, um selbst zu agieren, da gibt es noch unzählige Abweichungen, Irritationen und Fehlprogrammierungen zu korrigieren. Anschauen, reingehen, nicht wegdrehen, Achsen beachten, Stellung beachten, Gefühlsaufnahme, nicht überdrehen, gespannt sein, entspannen, durchhängen, fallen, wie der Wind in den Weiden.

Es gibt auch Namen und Bezeichnungen, die weiß ich genauso wenig auswendig wie die 12 Schritte meiner SHG, aber ich lebe danach. 12 Schritte, Grundbausteine, all die Weisheiten, ich lebe damit und sie tun mir gut ohne dass ich sie auswendig kann, die sind eben. Die sind genauso wie Hinfallen und Aufstehen. Das sieht doof aus, aber es tut mir gut. Loslassen, meine Ex-Frau verlassen, damals unvorstellbar, heute mein neues Leben. Loslassen, wie ergreifende Kapitulation.

Tanzen übe ich immer noch. Mein Sport ist wie Tango Argentino, die perfekte Koordination zweier Menschen, sich hingeben und geführt werden, während man führt. Unmöglich einseitig auf dem Parkett den Ton angeben zu wollen, nur verschmolzen, es harmoniert nur gemeinsam. Ich habe so zu meiner Partnerin gefunden, nicht im Kampf und Streit, in Hingabe und Liebe, gut, tanzen und führen üben wir noch, aber mit dem Denken klappt das ganz gut.

Mein Anfangsmotto, als ich ins Forum kam war: wir schaffen das. „WIR“. Das war anstrengend. Gleich für zwei, wo ich mit mir nicht mal selbst zu recht kam. Kleine Pickser in die Richtung haben immer sehr weh getan. Hätte mir jemand von etwas hinter dem Etwas erzählt, ich hätte mir verständnislos die Hose runter gelassen, ein Gesicht auf den Allerwertesten gemalt und ihn angezwinkert. Heute darf ich bei mir, in mir und mit mir sein, loslassen und meine Macherrolle abgeben, abgeben zu bewerten, abgeben zu tun und zu machen. Macht, Macher, machen, tun, war auch so was Übertriebenes in mir. Macht zur Selbstbefriedigung, immer was tun und nur nicht die Kontrolle verlieren, über Ex-Frau, Kinder, Firma, Gesellschaft, Zeitung, Pupser.

Wie soll ich jemals etwas grundlos tun, wenn ich immer bewerte, analysiere, prüfe, rechtfertige, suche? Kapitulation, loslassen, abgeben an eine höhere Macht, wie soll das funktionieren wenn ich bewerte? Wie soll ich trocken werden, wenn ich bewerte ohne Kapitulation?

Wenn es so einfach ist, das was so schwer ist, ist es dann nicht auch für anderes richtig gut? Für Beziehungen, für die Liebe, für Gesundheit, bei Krankheit, für die Arbeit, für die Familie, für Beziehungen, für mein Leben in Einklang mit der Natur?

Es gibt welche, die sagen ich wäre radikal, ich könnte zu dem nicht loslassen, die Gesundheit grundlos ihre Arbeit verrichten lassen und würde an ihr hängen wie ein Terrier an einem Hosenbein. Stimmt. Ich bin von meiner Gesundheit abhängig – und – solange sie mich gesund macht, hänge ich an ihr.


Meine Nahrung, von liebgewonnenen gemeinsam zubereiteten Vielgängemenüs mit gut klingenden Tropfennamen umzustellen auf Vollwertkost und die Geschmacksunterschiede einer spanischen unter der Plastikplane gezogenen Discountertomate und einer hiesigen Winterfrucht zu erfahren war so lange anstrengend, bis ich den Unterschied verstehen, begreifen, schmecken, erleben konnte, um die ganze Ernährung umzustellen. Nichts schmeckt wie es schmeckte. Meine Ex-Frau hatte einen Splien, dachte ich damals, wenn sie durch die halbe große Stadt fuhr um ein Brot zu kaufen, nur dort Fleisch kaufte, nur hier Obst, nur dort Gemüse oder nur da Wasser. Sie war nur schon viel weiter als ich. Da ich ja nun auf einfache Grundnahrungsmittel zurückgreife, ist es umso spannender, daraus etwas Neues und Schmackhaftes zu kreieren. Da ich täglich frisch koche, dürften heute einige hundert Aufnahmen unterschiedlicher Gerichte abgelichtet sein. Langweilig wird es in meiner Küche nicht. Einen Teller schön zu dekorieren dauert nicht länger als ihn nicht schön zu dekorieren. Es muss nicht schön sein, um es sich schön zu machen, die Natur hält eine multiple Vielfalt bereit. In meiner nächsten Wohnung, ist die Küche das Wohnzimmer, das größte Zimmer, das Zimmer zum Leben. Da wird sich alles abspielen. Um Musik zu hören, um am PC zu sitzen, um vor der Glotze einzupennen, dafür brauche ich keinen Platz.



Die Geschichte der Saatmittel, Gift & Coindustrie, d. h., die Auswirkungen der in den 30ern absehbaren Lebensmittelengpässe, die anspringenden Industrieunternehmen, die Verarbeitung der Überbleibsel und Überkapazitäten aus der Zeit bis 1945, den Auswüchsen in den Folgejahren bis hin zur Genveränderung von Pflanzen, deren Einsatz bei der Tierzucht und Masthaltung, die Auswirkungen auf den fleischfressenden Menschen, bis hin zur Bodenkontaminierung und die weitergehende Auswirkung auf die Pflanzenwelt, Lebensmittelgewinnung, mit all ihren Zivilisationskrankheiten, sind sehr interessante Entwicklungen, die mich heute als Ganzes beeindrucken.

Meine Ex-Frau warf mir damals vor, lieber in einem schimmelpilzverseuchten Haus zu leben, als bei ihr in geordneten, sauberen Verhältnissen. Gut, es gab eine undichte Stelle, die ist dicht, aber in unserer schönen neuen Altbauwohnung krocht das Wasser jahrelang hinter der Fassade, unter das Küchenfenster in die Bohlen unter dem Küchenbelag. Vor uns wohnten andere dort, Sie wohnt dort, ich nicht. Die Dächer hier sind noch aus Eternitwelldach, wie millionen andere auch. Gut, zwischenzeitlich sind sogar die Cent großen Abstandhalter in Thermoskannen aus Asbest nicht mehr erlaubt, obwohl man damit nicht in Berührung kommt, aber es könnte ja sein.

Tatsache ist, dass ich hier nach fast 3 Jahre ungewollter Verlängerung gut und günstig gelebt, überlebt und zu mir gefunden habe. Damit ist jetzt Schluss. Wird alles verkauft, weg damit. Mein Haus, mein Auto, mein Motorrad, meine Ex-Frau – bald alles weg. Es hat ja mit meiner Ex-Frau zusammen nicht geklappt, gut dass ich hiergeblieben bin, hier ging es mit mir ganz gut, ich darf heute hinter mir abschließen.

Damals ging das, von unzumutbaren Verhältnissen sprechen und sich den Kopf volldröhnen.
Verhältnismäßigkeit und Anspruchsverhalten, bei jedem Menschen ist das zum Glück verschieden.


Nicht gegangen hätte meine Integration in das Berliner Umfeld. Ich war nicht in der Lage zu erkennen, dass da wo ich hinwollte die Bärenhöhle war, ich hätte wieder vollkommen im Morast gestanden, mit oder ohne Ex- Frau. Ich hätte es nicht verstehen können, heute darf ich das, darf mich anders entscheiden und ganz neu überdacht meine Zelte aufschlagen.

Die Situation ist die: wäre ich Bio-Bauer und nebenan so 30km weg, baut jemand genverändertes Material an, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich die Samen in meine Felder einnisten. Dann bin ich am A... gepackt und müsste Lizenzgelder bezahlen, obwohl ich den Dreck gar nicht will. Ich dürfte nicht mehr einen Teil meiner Ernte behalten um sie für die neue Aussaht zu verwenden, sondern dürfte nur noch Lizenzmaterial vom Anbieter kaufen.

Dieses verspricht höheren Ertrag, wenn…. Wenn ich gleichzeitig das passende Unkrauttot verwende, womit ich viele Pflanzen, Tiere und Insekten gleich mit töte. Einige werden resistent und die Dosis wird erhöht. Der verseuchte Wasser, Boden und Pflanzenanteil steigt, nur nicht die Erlöse. Irgendwoher kenne ich das. Je mehr ich mich um meine Ex-Frau kümmerte je besser sollte es mir gehen, das war aber genau anders rum, je mehr ich soff, je besser sollte es mir gehen, das war aber genau anders rum.

So gesehen macht das Geschäft mit dem Tod natürlich Sinn. Die Vernichtung von Jahrtausende alten Kornkammern, Land , Wald, Völkern, Menschen.

Die einen werden abhängig gemacht, damit sie mehr Giftstoffe brauchen, die einen in Papier-, die anderen in Flaschen-, andere in Spritzen-, weitere in Tablettenform und wieder andere gleich aus Fässern.

Boden, Trinkwasser, Seuche.
Boden, Ernte, Tierfutter, Seuche.
Boden, Früchte, Gemüse, Tier, Mensch, Seuche.


Da kann man nix machen, so ist das Geschäft mit dem Tot, die Natur wird es richten.

Weiter gestrickt steigt die Zahl derer permanent an, die sich über Ordnungsgelder für Fehlverhalten wie Wildpinkeln, Falschparken, Verkehrsverstöße oder Gebühreneinzugsverordnungsverstöße finanzieren. Da wäre es zukünftig nicht ausgeschlossen, dass Gartenkontrolleure jede Erdbeere mit Genstempel versehen und fleißig in den Vor- und Schrebergärten die Scanner zücken.

Erstaunlicherweise hört das Leben nicht da auf wo der Mensch Hand anlegt, sondern weil er Hand anlegt.

Weiter gedacht war es doch so, dass wir jeden Tag mehrgängig frisch und mit guten Zutaten kochten. Meine Ex-Frau verstand etwas von Zutaten und Kochen, etwas, wo der einfach unter die Nase Schieber die Augen groß aufreißt und es nicht mehr missen möchte. Da wurde schon mal ausgiebig ein Braten, ein Lammkarree, eine Entenbrust, eine Putenkeule gemacht, angeschnitten, gegessen und am nächsten Tag neu gekocht, das Alte wanderte in die Tonne. Verschwendung. Natürlich bin ich nicht für die Welternährungslage verantwortlich, aber ich trug mit meinem maßlosen Verhalten dazu bei.

Wenn für ein Stück Fleisch ein Vielfaches, mindestens das 10fache an pflanzlichem Rohstoff benötigt wird, dafür 80% genverändertes Futtermittel in der Mastviehzucht verheizt wird, deren Fütterungsauswirkungen erst in den kommenden Generationen ersichtlich werden, BSE lässt grüßen, wenn die wertlose Energierückgewinnung in meinem Körper, denn über 43° erhitztes Fleisch, also tierisches Eiweiß ist ja dann totes Leben, da könnte ich auch Schuhsohlen kochen, überflüssig und krank machend ist, dann stimmt da etwas nicht.

Wenn ich Minderwertiges esse, dafür mehr bezahle, dazu die Konsequenzen verdeckt werden und woanders 10 Menschen verhungern weil sie nichts zu essen haben oder wegen dem was sie abgestaubt haben von anderen eine verpasst bekommen, dann stimmt da was nicht. Das ist gegen die Natur. Das ist fast so wie Saufen im großen Stil, maßlos Leben versaufen. Da macht das Geschäft mit dem Tod wieder Sinn. Wir bleiben das einzigen Lebewesen, das es schafft seine Lebensmittel zu zerstören, den Dreck teurer zu verkaufen und dabei seine eigene Ausrottung in Kauf nimmt. Da bin ich doch glatt zum Korinthenkacker geworden, wenn ich bedenke, dass das alles im Verhältnis zu meiner damals angewandten Suchtbefriedigung und Selbstverstümmelung unbedeutend war. Nur, heute kenne ich den Unterschied. Während die einen nichts zu essen haben und verhungern, haben die andern Kunstüberfluss, essen vom Falschen und sterben.

Es wurde einmal gesagt: das Leben besteht nicht nur aus Sucht, es gibt auch ein Leben danach. Das stimmt. Auf den Kram zu achten wie dieses und jenes hergestellt wird und wo es herkommt, sei viel zu kompliziert, hieß es. Nö, das wird immer einfacher, wie laufen oder quatschen. Jeder Diabetiker kennt irgendwann seine Tabelle, weiß was er essen darf und wie viel Insulin er braucht, nicht sofort, aber irgendwann. Menschen mit Bauspeicheldrüsenfehlfunktion werden immer mehr. Die Natur lehrt uns mit ihr umzugehen. Jeder kann das lernen, auch ohne krank zu sein, um gesund zu leben.

Sucht und Abhängigkeiten sind schon ein komplexes Thema. Vermeidbare Zivilisationskrankheiten ein weiteres großes Thema. Weitergehende Verseuchungen und deren Ursachen ein noch weiteres und größeres Thema. Das eine mit dem anderen zu verknüpfen und aus scheinbaren Symptomen Ursachen erkennen die verändert werden können bevor mich die Industrialisierung unbemerkt in die Kiste steckt, das macht auch Sinn.

Warum sollte ich mich hinter einem LKW-Auspuff aufhalten, unter einem Flugzeug tanzen, dass Schadstoffbekämpfungsmittel versprüht, in eine Gaskammer gehen oder in ein verseuchtes Kriegsgebiet fahren? Ich darf darauf heute achten, wo ich bin, was ich in mich reinstopfe, was bei mir raus kommt, was ich anziehe, was ich mache.

Ich wurde klar, als ich das erste Glas stehen ließ, ich bleibe klar, wenn ich weiter und weiter stehen lasse.

Von vielen Kippen am Tag, der lähmenden Geschmacks- und Geruchsverstumpfung durch zugelassener, manipulierter, staatlicher und industrieller Verordnung umzustellen auf Streckenänderungen ohne Abgasbelästung ist Freiheit. Nicht trinken, nicht an meiner Ex-Frau festklammern, keine Berge fressen, Süchte ablegen, war genauso wie Sprachen lernen, verstehen lernen, wie Sport machen, erst als ich es machte, wurden die dahinter versteckten Symptome frei und die Ursachen und und und . Genau hinzusehen tat mir halt weh und das immer neu, bis es nicht mehr weh tat, dann änderte sich vieles von ganz alleine und Dinge, die weh taten oder vor denen ich Angst hatte, die anstrengend, erdrückend und belastend waren, machen mir heute Spaß. Es ist nicht mehr anstrengend, seit ich meine Geisthaltung nur etwas verändere, da geht vieles wie von selbst.

Es ist nicht im Sinne des Erfinders, sich Ballast, Druck, Arbeit und Türme aufzuhalsen. Es fällt mir aber auch ein, dass ich Meister darin war, mir Stress aufzulegen, selbst Druck zu machen, mich in blöde Situationen manövrierte und nie wusste, warum ich da landete, scheinbar sollte das so sein, Kaltblüter sind dazu bestimmt, so ein Schwachsinn. Auch das hatte seinen Grund.

Mit meinem Tunnelblick war nur wenig hinter den Scheuklappen zu erkennen. Das ist Dummheit, gestörtes Verhalten. Mal angenommen, ich stehe auf der Stelle und bewege die Füße nicht, sehe mit dem rechten Auge ganz nach links ohne den Kopf zu bewegen und mit dem Rechten ganz nach rechts. Ich komme dann auf etwa 180° Sehfeld, das ist viel für einen Tunnelblick. Entseucht und trainiert, kann ich meinen Hals, Kopf, Körper, Becken, Beine mit in die Bewegung einbringen und plötzlich sehe ich aus der fließenden Drehung mit dem rechten Auge weit über die Begrenztheit des linken Auges hinaus und komme auf über 400° Sehfeld. Vielleicht ist das heute schwer zu verstehen, unbedeutend, aber morgen kann mich diese Weitumsicht schützen.

Gewicht – neulich zeigt mir ein Freund Bilder aus meiner Zeit nach 1 ½ Jahren guter Ehemästung und fortgeschrittener Abhängigkeit. Ich möchte so nie mehr von Adipositas gezeichnet sein. Mein Traumgewicht habe ich nicht halten können. Die Anzüge passen gut, aber ich sah was arg eingefallen aus, einfältig am A..., eingefaltet. Dafür liege ich heute gut im Normalbereich und darf mir vor Augen halten, dass Muskeln schwerer sind als Fett, Origami, die Kunst des Faltens. Meine Gewichtung liegt in der Lebensführung, in meiner Haltung zum Leben, da sind mir Indexe und Waagen eh wurscht, es zählt wie es sich innen drin anfühlt und wem das nicht passt, der hat ein Platzproblem, ich nicht. Auf Junger Hengst umzusatteln wäre mir eh zu anstrengend, ich bleibe eine gemächliches Kaltblut, ein sich entfaltendes, kunstvolles Kaltblut.

Mit meiner Figur kann ich leben, die hält länger als 2 Minuten. Mit ü50 muss ich nicht mehr auf die Bühne, ich darf Reserven haben. Durch die Bewegung, durch die Einstellung, durch die neue Lebensführung, durch das Entquirlte, ist auch die Haltung verändert. Weniger Last, weniger Schrott, das entspannt und verändert die Haltung. Das Hohlkreuz verschwindet, die Rückenmuskulatur stärkt sich, hinten wird es was mehr, vorne was weniger, unten was weniger, oben was mehr.


Seit fast 2 Jahren esse und koche ich immer mehr vollwertig. Jeden Tag, wenn ich kann, auch für die Kinder, wenn sie gemeinsam kommen, mit Azubi ja eh jeden Mittag, mal er, mal ich. Krank war ich seitdem nicht mehr wirklich. Lag es an meiner Ex-Frau, lag es am Essen, lag es an mir, wer weiß das schon, im Heute, da wo ich lebe ist das nicht mehr so wichtig. Brötchen können bei uns ruhig Blödchen sein, schmecken und gut in der Hand müssen sie liegen, die Backe ich mit Griff. Brot genauso, ich mache das selbst, die Zeit muss sein, solches Brot gibt es nicht beim Bäcker. Aber da steht doch aus vollem Korn drauf, meinte mein Ältester und da durfte ich ihm zum tausendsten Mal erklären, dass Vollkornbrot oder mit vollem Korn, nicht das Gleiche ist wie Vollwertbrot, in dem alle von der Natur gegebenen Stoffe ohne Chemie drin sind. Manchmal werde ich gefragt, ob ich nichts Besseres zu tun habe. Nö, wer das nicht akzeptieren kann, darf noch paar Runden drehen, ohne mich. Fleisch gibt es selten, dann aber hallo. Die Jungs haben anfangs gemault, aber schnell festgestellt, wie ihre Leistung im Sport nach oben ging, die lachen heute über die Präparate- und Eiweißschlucker, indem sie die einfach abziehen. Kreatives Kochen, kochen ist wie eine Beziehung, es schmeckt irgendwann nicht mehr, wenn sich nichts tut. Zum Brot gibt es selbstgemachte Marmelade. Mit Marmelade lässt sich viel anstellen, die schmeckt in allen Lagen. Auch Aufstriche und Pestos. Würzen, das durfte ich auch lernen, wie knackig die richtige Würze an der richtigen Stelle das Leben verändert. Bissle Pfeffer am Hintern kann auch bei Wunden Wunder wirken.

Seit die Ernährung umgestellt ist und immer mehr Anpassung erfolgte, natürlich auch durch Wegfall der Suchtmittel, verändert sich auch das Allergieverhalten. Auf Industrie-, Fertig- und Großküchenessen reagiere ich empfindlich, auch auf Suchtstoffe, Kaffee, Nikotin, Zucker, Säfte, Brot, Milchprodukte und Fleisch, auch wenn ich das vertrage, ich muss das nicht mehr haben. Das macht mich auch nicht krank. Krank war in vor 2 Jahren in Berlin, als ich in die Apotheke musste, nichts mehr hörte, sah, keine Luft bekam und nur am Niesen war. Wenn das so bleibt wie dieses Jahr, Wahnsinn, so gut ging es mir um diese Zeit noch nie.

Seit ich Zeit habe, darf ich auch die Bücher verstehen die ich lese, lesen ist mir wichtig. Früher habe ich meine Stunden vor dem Monitor, verbracht, gut, ist ja auch mein wichtigstes Kommunikationsinstrument im Job oder als ich hier landete, lebenswichtig, Lese- und Schreibtherapie, aber vor der Flimmerkiste oder in mit zig Werbeseiten vollgeknallten Zeitungen? Das passte eh nicht mehr, im heute leben und Zeitungen von gestern lesen und mich noch darüber aufregen, was für ein Blödsinn. Überhaupt, seit ich bei mir bin, ist wenig Zeit da, die mir andere klauen können.

Eine feste Stellung in meinem neuen Zeitplan haben: morgens eine Seite aus der Literatur, die mich veränderte, meine wöchentliche Selbsthilfegruppe, meine Besuche hier und meine regelmäßige Überprüfung. Ich bin ja nicht OK, nur weil ich jetzt OK bin, heute lebe ich im Heute und bin bei mir, morgen habe ich vielleicht einen neben mir und dann? Da passe ich schon gut auf. Seit ich nicht mehr der bin, der sich mehr um andere kümmerte als um sich selbst, nicht mehr der, der von Zeit für sich träumte, habe ich Zeit, alle Zeit die ich habe. Vieles habe ich getauscht.

Ein Schnelltauschbörsendurchgang :
Meine Ex-Frau gegen mich
Kämpfen gegen Frieden
Krankheit gegen Gesundheit
Verquertes gegen Aufgeräumtes
Wursteln und Hantieren gegen Ruhe
Meine Abhängigkeit von anderen gegen Freiheit
Die Beeinflussung von außen gegen Selbstbewusstsein
Ständig Selbst sein gegen nicht mehr selbst ständig sein wollen
Tun und wollen, machen, Macht gegen sein lassen
Projektionen anderer gegen Veränderung
Bedürfnisse gegen überlaufende Fülle
Beschränktheit gegen grundloses Tun
Vorgegebenes gegen Paradoxes
Überdrehtes gegen Stillstand
Schwere gegen Leichtigkeit
Liebe gegen Liebe

Heilbar
bin ich nicht mehr. Wenn durch falsche Lebensumstände ein Zahn kaputt geht, dann kann der repariert werden, sogar ein Implantat kann in mich verpflanzt werden, aber kaputt ist und bleibt kaputt. Auch mein Hirn, also was vorrangig in meinem Kopf abläuft kann repariert werden, aber kaputt ist kaputt. Kleinste Umstellungen, Rückschritte, können Unfälle verursachen. Rückfälle in die Krankheiten, Deformierungen können Kettenreaktionen auslösen, die nur schwer erkennbar und aus schaltbar sind. Zivilisationskrankheiten, Arteriosklerose, Arthrose, Infarkt, Krebs, Organschäden, führen halt schneller zum Tod, da können wir noch so tolle Maschinen entwickeln. Deshalb ist es für mich umso wichtiger, Körperreaktionen zu deuten. Das ist ja nichts von mir Gewolltes, da wird ja bereits auf etwas reagiert, was nicht sein sollte, was die Natur so nicht vorgesehen hat. Da heißt es schon mal: was ist der pingelig. Das hat aber nichts mit überzogen zu tun, sondern ich habe lernen dürfen, mich, meinen Körper, meinen Geist und meine Seele wahrzunehmen. Das Wahrnehmen schützt. Eine Flutwelle kommt, geht unangekündigt über mich hinweg und reißt mich mit. Da ist es einfach besser rechtzeitig auf einem sicheren Berg zu stehen.

Mein Interesse liegt in der Natur. Die Natur richtet alles. Das haben schon viele Menschen vor mir festgestellt, also muss da was dran sein. Mit anderen Menschen, also Menanik, die Mechanik anderer Menschen zu verstehen, daran arbeite ich noch, ich verstehe mich ja gerade erst selbst. Italienisch, ist eine der Sprachen die ich sprechen möchte, chinesisch kommt dieses Jahr dazu. Mit Hilfe der Menanik, also etwas Körper- und Gestikverständnis wird das schon klappen. Nationale und internationale Kontakte sind mir dabei wichtig, ich mag die Menschen und den Kontakt. Dabei hilft mir auch das Schreiben, ich mag Schreiben, ausdrücken was ich fühle. Dazu reise ich gerne, mein Job macht das erforderlich, dass passt alles ganz gut zusammen.

Selbsthilfegruppe, das ist ja auch so etwas Erstaunliches. Ich darf heute die Gruppen besuchen, weil ich dort etwas erfahre. Immer wieder neu , neue Menschen, neue Geschichten, neue Entwicklungen, neue Veränderungen, keine Situation ist gleich wie die andere, so lange wie ich nicht in alte Verhaltensmuster zurückfalle. Das Phänomen dieser Laienabende, ohne studierten fachlich versierten Arzt, ohne Therapeuten, mit Besserwissern, Elendshäufchen und Überfliegern, ist die Tatsache, dass wir alle gleich sind, auch wenn wir über ein anderes Konto verfügen, eine andere gesellschaftliche Stellung bekleiden, anders glauben, aussehen, denken, Mann oder Frau sind. Während dieser 2 Stunden wöchentlichem Meeting passiert jedes Mal ein Wunder. Vielleicht bin ich an einem Abend schlecht drauf, arrogant, müde oder einfach super gelaunt, vielleicht weil ich etwas passendes zu sagen hatte, vielleicht weil ich irgendwas sagen musste, etwas raus wollte, vielleicht weil ich 2 Stunden nichts gesagt habe und einfach zuhören wollte. Es passiert etwas zwischen den Menschen, ein Austausch von Energie, Leben, pulsierendes Leben dass mir Kraft für eine ganze Woche gibt. Das ist Profikraft, aus den Laien, einfach so, die über das Fachverständnis hinaus geht.

Einige Menschen sagen mir immer wieder: Geduld, habe Geduld und ich denke die ticken nicht sauber, ich sitze doch ganz ruhig, ich bin doch ganz ruhig und habe alle Geduld der Welt. Das scheint nur so. Mir kommt es oft so vor, als hätte ich auf 2% runtergefahren, in allem was ich tue. Ich habe lediglich verändert und Freiräume durch neue Gedanken, Gefühle und Abläufe ersetzt, zu denen ich vorher nicht fähig war, die für andere vielleicht ganz normal sind. Meine klitzekleinen Zellen erneuern sich jeden Tag, mich damit mit. Wenn ich denen bessere Grundstoffe besorge, wenn ich mein Hirn anders bediene, wenn ich meinen Körper funktioneller einsetze, dann wächst auch meine Seele. Geduld ist warten auf Veränderung, aufräumen und sortieren erschaffen mir bis dahin neue Freiräume.

Schreiben. Daran habe ich Freude gefunden. 500,600 Seiten über eine Beziehung, ein Leben, Sucht, Therapie und Heilung, das ist ein langer Weg, vor allem wer soll sich das antun, so einen Schmarrn zu lesen? Mein Buch, das ist ja schon lange fertig, steht doch hier alles. Nicht alles, aber fast, der Rest steht im Geschlossenen, nicht alles, aber hier was und da was. Lesen und reimen muss man es selbst, das Leben wird ja auch nicht fix- und fertig auf dem Silberteller serviert, wäre ja auch langweilig. Das wäre ja auch konsumieren, wie glotzen, Forum glotz mich gesund. Das wäre wie saufen, sich abgeben an das Forum und sich gesund forumieren lassen, wie ein Stündchen Sonnenbank oder Massage, machen lassen, nur, die Stündchen sind so kurz. Da verstehe ich schon, warum die Fluktuation hier so groß ist. Hier darf gemacht werden oder der Zauber bleibt verschlossen. Seit ich weiß, dass ein Buch nie so schnell geschrieben wird, wie es gelesen wird und dass sich das Gelesene vor meinen Augen verändern kann, habe ich hier im Forum vieles mehrfach gelesen, auch mich, immer wieder habe ich mich selbst gelesen, wie sich die Bedeutung meiner eigenen Worte veränderte, wie sich die Worte der anderen veränderten. Vielleicht gibt es ja statt Weingeist jetzt einen Buchstabengeist. Es gibt keine 24h Anleitung wie die Codes geknackt werden, aber 24 Stunden ohne Knacks zu leben, da steckt leben drin.

Danke, dass ich hier schon so manches Beknacktes schreiben durfte. Schreibther
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kaltblut hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
kaltblut
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BeitragVerfasst am: 22.04.2010, 22:54    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke, dass ich hier schon so manches Beknacktes schreiben durfte. Schreibtherapie, Lesetherapie, es passiert etwas zwischen denen die schreiben und denen die lesen, einfach so, das ist der Zauber vor dem die hochbegabten Spezialisten immer mit wackligen Erklärungsversuchen kopfschüttelnd stehen.

Ein Instrument lerne ich auch noch zu spielen, die Freude an Musik wächst immer mehr, seit Horchen hören möglich macht. Das Saxophon, dass ich vor 8 Jahren kaufte ging wieder in Netz, ich hatte das Instrument damals gegen meine Ex-Frau getauscht, bei ihr ging das Spielen wie von selbst, bis es nicht mehr ging. Ein leichtes Streichinstrument soll es sein. Ne Geige ist mir zu klein, ein Bass zu groß, aber ein Cello, das hat es mir angetan. Da werde ich bald fleißig üben, auch streichen, ich streiche viel weg, was nicht mehr in mein Leben passt.

Vor so einem Jahr oder sind es schon zwei, hat mir einmal eine ganz Liebe eine Fastenkur eingepixelt. Fasten ist wie nicht süchtig nach etwas sein, es hilft nur wenn ich nicht muss, wenn es mit Hingabe von innen gewollt ist, wenn ich fühle was passiert, wenn ich bereit bin und nicht wenn ich es auf Druck von außen, durch Ärzte oder Umfeld oder Krankheit aufgedrückt wird. Fasten hat auch weniger mit abnehmen oder Diäten zu tun, mehr mit sich bewusst sein. Gewichtsmäßig hatte ich da schon lange keinen Grund mehr zu, denn seit ich hier ankam, haben meinen Körper zwischen 25-30kg verlassen, dabei ging es schon mal 10kg rauf und wieder runter, aber mehr rauf, denn Fett wiegt weniger. Jetzt weiß ich wovon ich spreche und werde noch Lehrgänge und Ausbildungen machen. Kneipen kommt als Nächstes, also keine Rheintour, Altstadt hier mal rein und da mal rein und grölend „warum ist es am Rhein so schön“ in die Ecke kotzen, sondern richtig schön am toten Punkt die Unterarme unter kaltes Wasser halten und eine längeren Energiezustrom als durch einen starken Kaffee erzielen. Das fällt mir immer noch schwer, kaltes Wasser ist und bleibt kalt und nass.

Überhaupt ist Müdigkeit so eine Sache. Insulin bindet die Leberstärke, Adrenalin lässt es abrücken, ins Blut, als Blutzucker, der mit Sauerstoff die Zelle belebt. Es kommt zur Oxidation, fast so wie Otto-Motor, Explosion, Kraft und Power, um in den Zellen den Reparaturvorgänge durchzuführen. Ist das nicht möglich kommt es zum Zelltod oder zur Zellteilung, auch zur unkontrollierten Zellteilung, also zum Krebs. Wenn ich mit Diesel statt Super fahre, ist das Geschrei groß, blubblub, steht die Karre. Wenn ich mir aber Jahrzehnte Kunstfraß ins Maul stopfe, bekomme ich noch Schulterklopfen und ein eigenes Wartungsbuch. Gefördert wird das alles durch unsere tollen legalen Suchtmittel, Drinks, Zucker, Kaffee, die können ja auch im Kopf sein, permanent Stress fördert Adrenalin, wenn ich Blutzucker brauche ist halt nix da, kommt auch keine gute Versorgung an. Müde, kaputt, ganz einfach. Ohne meine Ex-Frau hätte ich das nie gelernt, nie lernen wollen, das wäre mir alles viel zu kompliziert gewesen, jetzt fließt das in meine Leben wie frische Luft.

Übrigens ist mir aufgefallen, dass auch die Qualität, also die Duftnote meiner ehemals groß verseuchten Pupser ein ganz anderes, heute eher angenehmes Niveau haben, als die damals Fliegen von den Decken fallenden Gerüche. Von den Schleifspuren mal ganz abgesehen.

Schotter, ich verdiene schon was, auch wenn da ein Unternehmen aufgebaut wird, Gründungs- und Anlaufkosten entstehen. Ich habe nicht wie vor 23 Jahren Verpflichtungen, wie Frau, Kinder, Kredite, Wünsche und unrealistische Vorstellungen im Nacken und darf einfach schaufeln und meine Adern frei legen. Frei legen, da wurde im Laufe der Jahre einiges mit Versicherungen, Zinsen, Abschriften, Nikotin, Fressen und Saufen zugemüllt. Ich habe mich für meine Ex-Frau verantwortlich gefühlt. Also auch für ihren Müll. Nur, Müllmänner sind heute viel wert, ich fühlte mich trotzdem wertlos. Da wäre ich schon gerne Messi und hätte die vergeudeten Penunzen gerne auf der hohen Kante. Meine Einkaufstaschen sammle ich, die werden mehrfach genutzt und nicht mehr wie früher als 25cent Müllbeutel verheizt. Ich bin nicht knauserig, aber die Gesamteinsparungen erlauben mir ganz schön große Sprünge. Mir geht es so gut und der Rest liegt in meiner Hand.

Motorrad fahre ich immer noch, Italienerin, Leichtgewicht, mit zwei fetten Dingern, gut, in meinem Alter braucht man das nicht wirklich. Entgegen der Zulassungsvorschriften wurde länger übersetzt, ich brauche weniger Benzin und kann gemächlicher durch die Kurven fahren, der Hinterradreifen geht nicht mehr so schnell weg und das Vorderrad ist nicht mehr so schnell in der Luft, das ist mir lieber. Dürfen darf ich das nicht, es gibt ja Vorschriften, ich habs einfach gemacht, weil es sicherer ist, für mich. Meine Jungs fahren die gleiche Marke, wir machen oft gemeinsame Ausflüge und damit wir nicht zu viel fliegen, Sicherheitstrainings, jedes Jahr. Sicherheit, wenn ich bedenke, wie viele mit Restalkohol, unter Tabletteneinfluss unterwegs sind und wie oft ich vollkommen nüchtern, im weggetretenen Gedankenrausch unterwegs war, da danke ich meinem Schutzengel.

Veränderungen beginnen ja in der Birne, saufen oder trocken sein, fängt mit dem Sein an. Trinken konnte ich sein lassen, auch andere Süchte, aber meine Ex- Frau, was war das nur für ein Stoff, was war diese Frau für eine unglaubliche Droge in meinem Hirn. Sie konnte gar nichts dafür, sie hatte zu dem genug mit ihrer Trockenheit zu tun. Die Befriedigung all meiner Mängel, Wünsche und Verlangen durch eine Frau. Die Verlustängste stärker als die Ängste vor dem Tod. Mich von meiner Ex-Frau zu trennen ging einfach, auch wenn es nicht einfach war, aber der Kopf, schließlich hatte ich sie als Krafttopf für mein Hirn auserkoren und das Hirn sang einstimmig: Kopf in den Topf und lauf dem Rock hinterher.

Ich bin lange vom Bett meiner Ex-Frau getrennt, was nicht heißt, dass ich bettflüchtig wäre, auch nicht, dass ich jedem Betthäschen nachsteigen würde, auch wenn ich gerne flirte oder Tee trinke. Ich hatte es versucht und war nicht so weit, nicht von meiner Ex-Frau getrennt, wir kamen ja dann auch wieder etwas zusammen und versuchten es, ohne hin- und her, was nicht ging, dafür mit viel hin- und her. Da wo ich es versuchte, da ging es nicht, weil es nicht egal war, mit wem ich zusammen war, obwohl es egal sein sollte. Nicht nur die Offenlegung meines Beuteschemas oder mein eigenes Verhalten beim anderen wiederzuentdecken, auch die Frage warum und wozu, ließen mich immer wieder aussteigen. Das gab heftige Reaktionen der Partner, beziehungsfähig war ich noch lange nicht. Klar, es geht mit jedem Partner, aber es gibt Partner mit denen geht es etwas leichter, mehr leichter und noch etwas mehr leichter, bis man überhaupt nichts mehr dazu tun muss, es flutscht dann einfach. Es flutscht in mir, das brauchte Zeit. Diese Zeit gebe ich mir, denn ich bin nicht auf der Welt, damit ich es mir schwer mache.

Wenn ich an grundlose Liebe denke, stoße ich auf Grenzen. Nicht nur bei anderen auch bei mir. Ist ja auch nicht einfach, grundlos geil zu sein, da ist es einfacher zum Konsumenten der Gründe zu werden. Meine Ex-Frau habe ich ja aus vielen Gründen geliebt. Da waren Kindheitsprojektionen, da waren ihre Titel und Intelligenz, ihre Schönheit, unser 6s, ihre Kochkünste und Häuslichkeit, das Temperament, das wir einfach zusammen gut konnten und ich mich gut fühlte, da waren all die Verblendungen. Da waren auch Beleidigungen, Unverschämtheiten, die ich lange nicht wegsteckte. Als guter Co könnte ich dafür wieder plausible Erklärungen und Rechtfertigungen finden, mir wieder so manchen A... schön reden. So was wie, das musste so sein, sonst wäre sie mich nicht los geworden, sonst hätte ich mich nicht entwickelt oder ähnlichen Schwachsinn. Grundlos war diese Beziehung nicht. Ich habe an ihr meine Mängel befriedig und sie an mir.

Geil, spitz oder rattenscharf sein, beinhaltet ja nun einmal eine gewisse evolutionsbedingte Körperreaktion, die im Unterbewusstsein ab geht, auf die ich keinen Einfluss habe. Zweie sind paarungsbereit, schreiben, hören, sehen, fühlen sich und unter Umständen lässt das Hirn Blindmachstoffe produzieren bis die Umstände anders sind. Insofern, ist Liebe nicht grundlos, sondern was sich da abspielt liegt weit vor dem Grundlosen und geschieht durch die Natur, ist also natürlich und wird binnen weniger Wochen und 3 Jahren von voll abgetreten zum freien Fall aus den Wolken zurück auf den Boden der Realität. Liebe als Suchtmittel. Könnte man so sehen, beamt einen ja ganz schön weg. Angekommen ist die Liebe ja immer noch, nur anders, mit Veränderungen, sich verändernden Partnern oder wachsenden Kindern, Haushalten, Häusern, Zielen, Wohnungen, Aufgaben, es ist immer was zu tun. Bis nichts mehr zu tun ist, dann stehe ich wieder vor mir.

Da kommt wieder das Grundlose. Die Gründe der Evolution, der Zeit, der Entwicklung, die sind nicht in der Lage meine Mängel dauerhaft zu befriedigen. Geht nicht. Ich kann das nur selbst. Der Weg zwischen Suizid und dem Begreifen, dass das Leben nicht aus einem Orgasmus sondern tausend kleinen Höhepunkten besteht trifft jeden Nerv.

Liebe ohne scharf sein ist neu, da fehlt was, was aber in jede Beziehung Einzug hält, doof ist aber auch scharf sein ohne Liebe, was auch passieren soll. Grundlos, naja, wenn die Triebe erwachen, da wird grundlos zum wilden Tier. Da schlafe ich mit mir noch paarmal drüber, weil sich ja das eine mit dem anderen ergibt, irgendwie.

Es geht in meinem Leben darum, ob ich ein potentes Leben führe, erfüllt aus den Vollen schöpfe oder ob mir alles schon bei ersten Gedanken zu viel ist und Widerwille hochkommt. Es kann ja nun sein, dass ich groß und stark bin, intelligent und geschult, schnell und gewandt und bei bestimmten Aufgaben versage, blockiert bin, stehen bleibe wie das geblendete Karnickel auf der Straße und überfahren werde, voller Wissen, meine Prüfung verhaue oder einfach keinen hoch bekomme, impotent im Leben. So lange wie ich diese Blockade nicht auflöse, in meiner selbstgeschaffenen Blockade festsitze, werde ich mit antriebslosen Durchhängern impotent durch mein Leben dümpeln und mich zwanghaft versuchen anderweitig zu befriedigen ohne den Knoten zu lösen. Dabei denke ich nicht mal an S**, wo die paar cm paar cm bleiben oder der Samenerguss sich einfach so durch Angucken ergibt, obwohl ich doch festen Willens bin, der großer Rammler bin und meinem kleinen Freud stundenlang ins Gewissen rede, sondern an alltägliche Situationen, wie übergewichtig zu wissen, dass ich nichts essen brauche, es nicht tun sollte, weil es mir nicht gut tut und die Chips, Fast- und Kunstfutter, scheinbar widerwillig, gehasst und nicht gewollt unter meiner Nase den direkten Weg in den Bauch findet. Das ist impotentes Lebensverhalten. Jeder weiß hier wie es ist, wenn die Arbeit ruft und mit festem Willen nichts passiert, wenn das Glas stehen bleiben soll und der trotzdem im Bauch landet und wenn alles für eine gute Beziehung getan wird, sich der Hintern aufgerissen wird und das Ding immer weiter stinkend im Morast versinkt. Mein Leben kann aber aus tausend kleinen Lebensfreuden, aus tausend kleinen Orgasmen bestehen und die können zwanglos, einfach so kommen. Wenn ich mein Leben impotent leben kann, dann kann ich es auch potent leben.


Mein Belohnungssystem für Leistung stößt Dob aus, Dopamin, Östrogen, Testosteron, Serotinin, Nora- und Adrenalin, Rezeptorenaktivierung, Synapsenandogging, zurück in Mutter bevor das Geburtsspektakel los ging, das eigene Leben. Blindheit, Spiegelneuronen, lernfähige Spiegelzellen die sich in mir verknüpfen, an Abhängigkeiten von außen. Wissenschaftlich erklärbar. Pathologisch betrachtet, können die im eigenen Körper selbst hergestellten Liebesdobs wie bei einer Manieerkrankung oder einem abhebenden Paranoiker alles überblenden. Depressionen, denen Ängste vorausgehen aber auch. Verlustangst, Existenzangst, die Angst zu verändern als Auslöser für Erregung und Lust. Unendlich Lieben, damit produziert wird, unendlich Liebeskummer haben, damit produziert wird, ganz schön krank, alles im Unterwusstsein, ich bekomme ja nichts davon mit.

Die Tatsache grundlos zu lieben zeigt mir lediglich enttarntes Begreifen für das was in meinem Hirn abläuft. Will ich „das Gefühl“ haben, die große Liebe spüren, muss ich einfach nur das tun, was ich bei meiner Ex-Frau tat oder als ich mich sonst wie befriedigte und abhängig war, trank, qualmte, konsumierte, süchtig, haltlos im Außen lebte und unbefriedigt nach dem lechzte was nicht stillte.

Es macht mich frei zu wissen, dass die Summe meiner Hirnproduktionen von Angst, Liebe und Mangelbefriedigung gesteuert wird. Meine Sucht in mir. Je bewusster ich mir bin, je freier, klarer darf ich annehmen was passiert. Es würgt anders, wenn ich mir einen gefüllten McKlopps reinziehe, beim Gedanken an Tierhaltung, Maßt und Genveränderung, als wenn ich mir genüsslich die Lebensmittel aussuche, anfasse, probiere und weiß, sie kommen aus eigener nicht manipulierter Aufzucht des Bauers meines Vertrauens. Es geht mir besser, wenn ich weiß, was es mit mir macht, je mehr kann ich fühlen wie gut die unveränderte Natürlichkeit tut.

Als ich trank, co und süchtig war, da hatte ich verlernt zu wollen. Später lernte ich zu wollen und konnte meinen Willen wieder einsetzen. Trocken konnte ich nur ohne Wollen werden, abgeben an eine höhere Macht und grundlos tun, ohne Willen tun. Das ging, das geht bei allem, auch in der Liebe. Ich kann nicht im Straßenverkehr die Augen schließen, mich abgeben und darauf vertrauen dass schon nichts passiert. Aber ich darf im Verkehr die Augen schließen und darauf vertrauen dass es passiert. Ich darf das „Verliebtsein“ das Durchknallen der blinden Hirnzellen überspringen, sofort und gleich in die grundlose Liebe einsteigen. Ich darf die 3-36 Monate erhöhte Dopaminproduktion und Hirnverblödung zur redlichen Vermehrung überspringen und gleich in die tiefe Verbundenheit einkehren. Diese höhere Macht, für mich ist das die Natur, hat sich einfach so ausgebreitet und mir gezeigt, dass es geht. Was immer das Unterbewusstsein im Hintergrund unbekannt und versteckt anstellt, ich kann es am A... packen und überspringen, jede Sucht, jede Abhängigkeit, jede Fehlentwicklung, jeder Ärger, wenn ich das mache, was ich gelernt habe: im heute leben, abgeben an eine höherer Macht, nicht bewerten und grundlos tun. Keiner 12 Schritte nur 4. Nun bereitet Hass, Wut, Angst ja auch Lust und Lust, gehört zur Liebe.

Das eine vom anderen zu unterscheiden, das ist die Aufgabe. Grundlos oder nicht grundlos grundlos.

Wie das halt mit Singles so ist, man kennt sich von hier und dort, schreibt sich, hier und dort und bei einer passte es besonders. Ich kann mich ja wegsperren und Ballaballa werden, dafür wurde ich doch nicht geboren. Da sind Geschäftskontakte seit Jahrzehnten, die meisten Beziehungen werden in Firmen geschlossen, weil man sich da am ehesten näher kennen lernt, Gruppenkontakte, nirgendwo werden so intime offene Themen besprochen wie in der SHG, auf Seminaren, beim Tanzen gelacht und in der Freizeit, soll ja vorkommen oder an der Gemüsetheke, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und schon funkt es. Wer sich Kontakte macht und pflegt, hat auch die Chance das Passende passender zu machen. Wenn ich als räudiger Kater hinter dem Ofen lebe und auf die Prinzessin warte, muss ich mich nicht wundern, wenn die 1% Chance sich zu 0,00001% potenziert, das liegt in meiner Hand was ab geht und da hat genug gelegen. Es reicht nicht nur bereit zu sein. Nach dem KSDS = Kalli sucht die Superfrau, steigt die Potenz mit der Integrierung in die Wiederverwertung und nicht mit Abkapseln hinter den Schamotten. Pärchen bilden sich eben nur dort, wo Paare entstehen können. Alleine kann ich kein Paar sein, da kann mein Organ noch so über mich hinaus wachsen.

Was will ich denn? Wilde Zweisamkeit und mich austoben, Abenteuer und testen oder gesund leben und den Kopf frei haben von verquerten Gedanken und Rückfallmodulen? Will ich ausgehen, nochmals ausgehen, Spaß haben, telefonieren, Kommunikation, im Bett landen, Gefühle über Gefühle und nochmals in kerlistische Klischees eintauchen? Ist ja alles schön, passt es damit, wächst daraus etwas oder kratze ich nur an der Oberfläche meiner Potenz, meines Selbstbewusstseins? Wenn ich verzichte, aufgebe, sein lasse oder ganz paradox in die Zweisamkeit gehe, was habe ich dann noch davon ist doch die meistgestellte Frage? Wenn mir eine Beziehung nichts mehr bringt, dann steige ich aus, sagte jemand hier. Ich will doch eine Beziehung, damit ich mich mal abgeben, erholen, all das auffüllen kann, was mir scheinbar fehlt und – und was überhaupt, wen kratzt das? Wenn mir eine Beziehung nichts mehr gibt, ist es dann noch eine Beziehung heißt es - oder? Wenn ich mit Schwellkörpergedanken und heraushängender Zunge herumlaufe wie ein Verdurstender, was habe ich davon? Was habe ich davon, wenn ich reagiere auf meine Mängel, auf meine Süchte? Was habe ich vom Hintern hinterherlaufen wäre die richtige Frage. Befriedigung finde ich nicht mehr im Hinternhinterherlaufen. Die finde ich im Agieren. Nicht im aktiven Tun, im aktiven Nichtstun. Ein Orgasmus ist kurz, unverhältnismäßig kurz zur Länge meines Tuns. Es gibt Dinge, die einfach passieren, agieren ins Passieren lassen.

S**ät ist ein Teil von mir und ich darf mich leben, anders als früher. Sie ist einfach, nicht bestimmt durch außen, nicht von abgeben an andere, auch nicht vor raushängender Zunge. Ich bin aber weder Baggermeister, noch Schwellkörperverleger, wenn es funkt, dann funkt es. Bei uns brennt es gemächlich vor uns hin und her und wir wissen, wann wir paar Klütten nachlegen und das Gebläse runterfahren dürfen.

Ach so, klar von hier, aus dem Forum stammt sie. Wo sonst kann man sich so intensiv kennen lernen und austauschen wie hier. Wo sonst wird sich gegenseitig selbstlos so ausgetauscht wie in einer Selbsthilfegruppe. Nacktes und Verborgenes auf dem Schirm, nackter als unbekleidet. Das hier ist eine SHG, eine Schreib- und Lesetherapiegruppe mit erfahrenen Therapiespezialisten. Wo sonst wird Gelesenes so intensiv aufgenommen, mehrfach gelesen und nicht wie Gehörtes vergessen oder bleibt in der Verwirrtheit des Geistes unbeachtet? Ich bin krank im Kopf, meine ganze Geschichte steht hier, anders als in einem Herzblattbaggerforum, geht es hier nicht darum in die Kiste zu wandern, seine Mängel mit flachgelegtem und Blabla aufzupolieren, es geht um mich, um mein Leben und da ist das bisschen hin- und her unbedeutend. Ich darf hier auch lesen, ob es passen könnte oder nicht. Als wir uns dann was schrieben, passierten merkwürdige Dinge. Wir hätten uns nicht treffen brauchen, denn das war ohne Bild, ohne Ton schon lange eingetütet, Blindtüte. Abgegeben an eine Höhere Macht, die macht das schon wenn es sein soll, an die Natur oder was immer wir darunter verstehen.

Zwei die grundlos auf sich zugehen, abgegeben an eine höhere Macht, auf einer Augenhöhe stehen, die beide die Materie verstehen, die sich kennen ohne sich zu kennen, losgelöst sind von der Mängelsättigung, sich selbst bewusst sind, alle bei sich und aufgehört haben in ihrem Umfeld herum zu projizieren. Mit dieser Frau, durfte ich erfahren, dass es grundlos, bewertungsfrei, Augenhöhe, Liebe der Liebe wegen und all die Dinge die mir in irgendwelchen schlauen Büchern oder hier über den Weg liefen tatsächlich gibt. Die gibt es nicht nur bei mir, die gibt es im Doppel, beidseitig, einfach so, ohne dass wir auch nur einen Gedanken dafür verbiegen müssen. Wir müssen uns nicht verbiegen. Ich, für mich, wurde irgendwann dazu bereit und sie für sich, da sind wir uns über den Weg gelaufen und es hat gepasst, aber so richtig, ohne hier und dort noch was nachzubessern, fleckfrei, nicht sauber, sonder rein, astrein, aus uns heraus, in uns hinein.

Wir führen eine sehr intensive Beziehung, eine Fernbeziehung, ohne ziehen. Manchmal wünsche ich mir das Normale einer stinknormalen Beziehung, wenn ich aufwache und ins Leere greife fehlt mir etwa. Da sind dann Gedanken und Erinnerungen die nachhallen. Wir schreiben uns täglich, sehr tiefe Gedanken, wir telefonieren oft, tiefe Gespräche und können dabei ungezwungen versinken und wir treffen uns, wie wir es können, nicht unter allen Umständen sondern sauber geplant und durchorganisiert, frei von verquertem Getue, denn wir haben Verpflichtungen, dann passt es einfach. Wir können die Probleme des anderen, seinen Alltag gegenseitig annehmen ohne uns dabei zu missbrauchen und bei uns bleiben, wir sind beide da, wo wir in uns hingehören. Heute, immer nur heute. Wir sind tief verbunden, tiefer als ich das mit meiner Ex-Frau je sein konnte, denn da war ich noch nicht bei mir angekommen, in mir. Heute bin ich das, ungezwungen, frei und darf dabei gesund leben und lieben. Abgeben, brauchen, aufgeben, verliebt sein, Worte die es in unserer Beziehung nicht gibt, nicht mal die Blindheit der Gefühle.

Was daraus wird, wer weiß das schon, wir leben im Heute, da ist kein Platz um über morgen nachzudenken, nicht in der Liebe, die wird einfach so verschenkt. Klar planen wir, unsere Dates oder unseren Urlaub 9 Monate voraus, wir haben ja auch beide Pflichten, Aufgaben und sind nicht mehr mit Knöddeln im Kopf versehen, wir können da einfach gelassen ran gehen, im Heute, nur für 24h. Mein Therapeut hat große Augen gemacht, denn ich hatte damals verkündet: keine über 100km, hier leben über 20 Millionen Menschen, da wird doch wohl eine für mich bei sein. Nö, 20 Millionen reichten mir nicht. Eine aus über 80 Millionen Menschen, nur für mich. Das ist so etwas Paradoxes und Unmögliches, dass ich mich bedingungslos, ohne Wenn und Aber, ohne Zweifel darauf einlassen kann.

Sie standen da und fragten sich warum und einer meinte: warum nicht? So sehe ich mich immer noch und sie ist nicht viel anders. Wir brauchen nicht für jede Entscheidung eine analytisch ausgeklüngelte Facharbeit, die Natur hilft uns dabei. Abgeben an eine höhere Macht, das funktioniert bei vielem, nur heute leben, nicht bewerten, grundlos Tun, das Hilft immer.

Ich habe ein Unternehmen aufzubauen, um einmal mit meiner Rente mein weiteres Leben zu sichern. Sie stellt sich gerade auf die eigenen Wiedereinstiegsbeine und hat einen sicheren Blick in die Zukunft. Wir schätzen Kleinigkeiten, das, was in der Wonne der Gewöhnlichkeit oft unter geht. Wir haben uns für uns entschlossen und es funktioniert. Wir sind unabhängig voneinander und je mehr wir das sind, je mehr sind wir miteinander verbunden. Es gibt immer ein Happyend. Die Frage war gelegentlich: hat es denn schon mal jemand geschafft? Ehm, heute? Heute bin ich geschafft. Die Frage war: hat sich etwas zum Positiven verändert? Naja, es ist schwierig daran zu glauben, dass sich etwas einfach so ändert, wenn ich nichts ändere.

Da fällt mir ein, ich kann die Dinge so oder so sehen, so oder so ausdrücken, so oder so verstehen, so oder so machen und leben. Die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten beinhaltet eine geballte Ladung Widersprüche an sich. Es ist ganz einfach mein Job, dass eine vom anderen zu unterscheiden, dabei gelassen bei mir zu bleiben und zu akzeptieren, dass jeder eine andere Einstellung haben kann.

Widersprüche sind die Grundlage für eine gute Beziehung. Einige Menschen glauben in der Beziehung passt es nicht mehr, weil der andere anders wird. Für mich ist dieses anders sein und werden „heute“ ein wichtiger Grundstein zu einer glücklichen Beziehung. Abwechslung erzeugt Lust. Das ist ja auch lustig, strahlend auf dem Bauch meiner Lieben einzuschlafen, aber nur für einen, den der schnarcht.

Ich dachte mal es sei krank nach Süchten zu suchen, mich macht es gesund, denn so darf ich sie mir ansehen, di e Ängste verlieren und gesund werden. Es gibt noch einiges zu tun. So gibt es Durchhänger. Klar darf ich die haben, der Körper zeigt mir ja das was falsch lief. Ich darf aber auch der Sache auf den Grund gehen.

Wenn ich z. B mal in mich reinstopfe und weiß das ist nicht gut oder lahm bin, den ganzen Tag vertrödele oder statt mich zu bewegen am PC rumhänge, statt die Beine nur die Finger bewege, ohne irgendwelche Gedanken daran zu verschwenden, dass was nicht stimmt oder wenn ich auf mein Außen überreagiere, dann habe ich mir Gedanken zu machen und dieses gelassen anzusehen. Die umfallenden Dominosteine purzeln zu schnell, das geht immer schneller runter als rauf, im Zweifelsfall im freien Fall, ohne Reserveschirm, aber das hatte ich ja schon und das weiß ich ja jetzt und will das nicht mehr, sonst bin ich geschafft, nicht nur heute.

Geschafft habe ich schon einiges, meine Flickmichaktion kann ich beenden, in mir ist alles wie es sein soll. Spediert würde das so aussehen:

Ein Einkaufswagen voll kg weg, keine Adipositas, Kleidungsgröße geschrumpft, neue Essgewohnheiten, Vollwerternährung, Sport, Bewegung ,Gelenkigkeit, Beweglichkeit, Ausdauer, Atmung, Lungenvolumen, Muskeln, Kondition, Trinkverhalten, keine Limonaden, keine Säfte, kein Fertiges, kein Alkohol im Haus, zigarettenfrei, süßwarenfrei, kein kaffeefrei, keine dunklen Tees, kein Industriegebäck oder Kuchen, nichts aus Gläsern, Dosen, kaum Tiefgefrorenes, kaum fertige Gewürze und Kräuter, bewusster Umgang mit Nahrungsmitteln, Kontrolle, Herkunft, Zutaten, Anbieter, kein Fastfood, kein Industriebrot, keine Massenware, kaum fremd zubereitetes Essen, kaum TV, Radio, Zeitung, dafür genießerisch Filme, Konzerte, Veranstaltungen, Literatur, kaum Milchprodukte, kaum Fleisch, berufliche Richtung verändert, keine unbekannten Medizinexperimente, keine Pickel und Drüsenreaktionen, keine polygame Frauengeschichten, abhängigkeitsfrei, keine Allergien, keine Gelenk- und Rückenschmerzen, kein Brauchen, konsumieren, verzichten, Bewusstseinserweiterung mit allen 5 Sinnen, im Körper, kein außen, keine Abstürze, Ausraster, Depressionen, unüberlegte Handlungen, IAS, in der Mitte sein, Ruhe, veränderter Umgang und Freundeskreis, Spaß am Ausprobieren und Testen, ganzheitliches medizinisches Verständnis, keine wilden nächtlichen Arbeitsanfälle, kein Durcharbeiten, kaum unüberlegten Handlungen, keine neuroleptischen Ansätze, verändertes Schnarch und Schlafverhalten, kein Hautausschlag kein Fußausschlag, keine Blasen, kein Ausfluss, keine psychosomatischen Ausfälle, astreine Blutwerte, kein Asthma, medikamentenfrei, Ich liebe mich, klare Gedanken, keine harte festsitzende Verdauung, kaum Anfälligkeiten gegen Saisonkrankheiten, ungezwungene, freie und tiefe Beziehung, theoretische Lebenserwartung von 59 auf 88, das ist es mir wert.

Morgen kann alles anders sein, aber 24h, die schaffe ich, die Geduld habe ich. Meine Chefs sagen oft: Karl, hab Geduld und ich denke: wie viel denn noch, ich bin doch ganz zappellos, besonnen und in mir. Wie kann ich verstehen, wenn meine Welt zusammenbricht, wenn ich sehe wie der Partner beginnt zu vegetieren, dass da noch ganz andere Dinge hinter stehen, beim Partner, bei mir, das der Alkohol nicht dafür verantwortlich ist, der Partner nicht, sondern nur ich selbst? Wie kann ich akzeptieren, dass ich nicht verantwortlich dafür bin, dass mein Partner stirbt, Ärzte Misst bauen, alles im Leben anders wird? Ich bin der Einzige der etwas ändern kann, der das ein vom anderen für sich unterscheiden kann, der aufstehen kann, der sich bewegen kann. Steh auf und geh, heißt es schon seit 2000 Jahren.


Kunst ist ändern, friedvoll leben ist Änderung, Mut zum Ändern ist Kunst. Kunst ist Leben lernen, anpassen, verstehen, verändern. Wer aufhört zu denken, aufhört sich auszudrücken, sich abgibt an das große Außen, der stirbt. Stirb und werde, das ist Kunst. Kunst ist schaffend, verändernd am Vorhandenen. Künstlich bedient sich dem Außen, missbraucht, geht über das Natürliche hinaus. Bei uns war einiges Unnatürlich, künstlich, das war.

Da sind noch so viele Vorstellungen und Wünsche. Nach meinem Job würde ich gerne noch eine ganze Menge mit lauter netten Menschen erleben, die verstanden haben, was draußen ab geht und warum wir so wurden, wie wir sind. Je mehr ich mich anpasse, je mehr mache ich mich abhängig von außen. Ich mag nicht mehr abgehängt werden, ich mag mich wie ich bin, lebend. Dafür brauche ich ja nicht bis morgen zu warten.

Vielleicht darf ich den Kindern meiner Kinder eines Tages die Frage beantworten wenn sie mich fragen: Opa, wie fühlte sich das an, gesund zu sein?


Da sind wir wieder beim unendlichen Ende, endlich. Während Frauen meist verstehen worum es geht, das Scheuermittel schon lange weggestellt haben, starren wir Kerle immer noch ungläubig auf unsere Daumen, arbeiten an unserem brillanten räumlichen Denken und warten darauf, dass uns ein Licht aufgeht.

Eines noch. Die Veränderungen gehen immer weiter. Hier und dort habe ich mich aus meiner Beschränktheit entwickelt, für die einen riesige Dinger, für andere nichts, für mich stehe ich gerade am Anfang, eine kleines Licht. Ein Licht, wo es vorher dunkel war.

Danke für Eure Geduld und gute 24h allen Betroffenen und Angehörigen Karl

Der Rest, aus der Zeit als ich nicht vor und zurück wusste, steht im Butterweichen und Steinharten, irgendwo bis Juli 2009, davor habe ich Steine weich gekloppt und Butter hartgeschlagen, für die Harten gestreichelt. Ich bin hier nicht alleine. Vielmehr steht bei den anderen. Ich bin hier nicht alleine, alle die hier schreiben hinterlassen ein Stück ihres Lebens, jeden Tag neu, unbezahlbar, kostbar erfahren, einige zahlten mit Lebensstücken.
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kaltblut hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben
Manfred
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BeitragVerfasst am: 23.04.2010, 13:48    Titel: Re: Codierte Veränderungen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karl,

bei Dir scheint ja vieles „A...“ zu sein Winken

Du bist offensichtlich ein regelrechter Aus-Scheidungs-Künstler.

Dass ich mich manchmal etwas kompliziert ausdrücke, das hat wohl dann damit zutun, dass ich Dinge aufnehme, die nicht in mich hineingehören oder dass ich mit dem Verdauen noch nicht ganz fertig bin.

Den Text von Dir muss ich in jedem Fall noch mal etwas durchkauen, damit das für mich Nahrhafte übrig bleibt.

Danke für die vielen „Nährstoffe“. Sehr glücklich

Liebe Grüße und auf bald!
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Codierte Veränderungen geschrieben

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