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Es macht wütend

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gar nicht so einfach...   •    Eltern des Freundes trinken beide - weiß nicht wie weiter  
Autor Nachricht
Hans W
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.08.2008
Beiträge: 26
Alter: 40
Wohnort: Irgendwo

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 11:42    Titel: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

Nun habe ich hier viel gelesen und meistens auch verstanden.

die rechtfertigungen der trinker.
warum,wieso und weshalb..... sie saufen mussten oder müssen.

NIE wirklich gelesen habe ich hier bis jetzt das von ex-trinkern gesagt wurde

ich habe die kindheit meiner kinder zerstört
das meine kinder einen verschwiegenden Psychoknacks haben.

das ich das leben meiner frau kaputt gemacht habe.
ihr jahre ihres lebens gestohlen habe.


von angehörigen lese ich hier von

ich liebe meine mutter/vater....
schwere geschichten von mutter/vater....
etc,etc.....

HALLO

was hatten WIR hier für schwere ZEITEN(JAHRZEHNTE)...
was wurde uns beraubt....
wie wurden wir psychomässig misshandelt...

Ich kann z.B bis heute kein weihnachten oder ähnliches "feiern".
ich habe 2 kinder und das tut mir verdammt leid.
ich freue mich für sie das sie keine angst haben müssen das wiedermal weihnachten ins "wasser" fällt..... .

dies sind alles so die folgen der alkoholsucht eines UNSCHULDIGEN kindes.

aber ich will/wollte nicht auf mich schliessen.

es kann keine entschuldigung/grund geben der in der vergangenheit eines trinkers liegt.
sonst müssten 100% der angehörigen von trinkern auch saufen....

macht es auch als betroffene nicht auch unsagbar wütend was man euch
angetan hat.
und ist es nicht so das ihr mitleid mit liebe verwechselt?

ich glaube für mich herausgefunden zu haben das nicht liebe sondern mitleid ein grösserer anteil in meinem leben war.

und das der hass der sich über jahre hinweg aufbaute grösser ist als
"liebe".

was mich wirklich interessiert ist folgendes:

habt ihr keine hassgefühle gegenüber euren eltern/partnern...

die sichtweise eines ex-trinkers würde mich auch interessieren
über versoffene geburtstage,weihnachten etc...
halt so die sachen wo man einem kind so richtig schön in die "fresse" hauen kann!

gruss
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Hans W hat zum Thema: Es macht wütend geschrieben
Daria22
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 29.07.2008
Beiträge: 63
Alter: 32
Wohnort: Oberpfalz

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 15:32    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hans,

doch ich habe diesen hass, aber erst seit 3 jahren vorher war es auch mitleid, hörigkeit immer der zwang perfekt zu sein, das man ihr ja keinen grund geben kann das sie trinkt wo sie doch immer sagte das ich der grund bin.

ich habe alles versucht von ihr abzuhalten unangenehme briefe oder anrufe dieser drang immer perfekt zu sein nicht unangenehm aufzufallen, das war so anstrengend dabei konnte man machen was man will sie hatte einfach kein intresse an mir sondern nur an ihren männern und am alkohol, die männer lernte sie stellenweise am telefon kennen, das war nämlich ihr grösstes ding (betrunken zu telefonieren und ihre tochter schlecht zu machen)oder sie lernte welche auf der strasse beim fest oder kneipe kennen, einmal stopfte ich ein paar pullis in den schrank weil ich es eilig hatte zur schule zu kommen, da rief sie 2 std. bei der mutter und dem bruder meines damaligen freundes an und schimpfte über mich was ich für eine drecksau sei, naja die dinge häuften sich und ich erlebte einen körperlichen und seelischen missbrauch sondersgleichen, ich machte dann auch noch ins bett was der größte schock für mich war oh nein ich bin wieder auffällig und nicht gut genug und sie lachte mich schallend aus jedesmal beschimpfte mich als voll idiot ,erzählte es in der verwandschaft rum und ich wurde ausgelacht , ich wollte mich nirgendwo mehr sehen lassen, mit 15-16 jahren hatte ich meinen ersten selbstmordversuch hintermir in dem ich mir ziemlich weit die pulsadern aufschnitt aber leider gefunden wurde und ich ritzte mir ab da in die arme was ich gar nicht spürte die seelischen schmerzen waren so groß das ich meinen körper gar nicht mehr spürte.

Naja und es häufte sich immer mehr vor 3 jahren ist das alles in hass aber in puren hass umgeschlagen und wenn sie jetzt jammernd auf knie vor mir stünde, ich würde sie nicht mehr beachten es ist zuviel vorgefallen, auch wenn es sich hart und gemein anhört, ich kann nicht mehr.

Das thema mit weihnachten, ich habe es mir früher immer so schön vorgestellt und ausgemalt wie es sein wird und was ich daraus machen werde sobald ich kann, aber ich kann es nicht es ist wie eine unsichtbare mauer, ich würde es gerne gemütlich und besinnlich gestalten, weil gerade weichnachten ein fest ist das man mit ganz viel liebe und gemütlichkeit gestalten kann , ich bin dabei an mir zu arbeiten und hoffe das ich endlich ein fest hinbekomme das ich komplett abschalten kann und die mauer durchbrechen kann
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Daria22 hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
Hans W
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.08.2008
Beiträge: 26
Alter: 40
Wohnort: Irgendwo

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 16:00    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo daria

im grunde ist es wie ein spiegel was ich bei dir lese.

erschreckend die tatsache das auch du schreibst das man keinen grund zum saufen "liefern" möchte....

die pure anwesenheit langte schon als grund zum saufen.
war man nicht da war es was anderes was noch belangloser ist....

der vergleich mit der mauer und weihnachten finde ich treffend.
ich wollte immer meinen kindern ein schönes weihnachten bieten.
aber ich kann nicht.morgens wenn ich weihnachten aufwache dreht sich mir schon der magen um...
meine frau schafft es immer wieder ein schönes weihnachten zu gestalten,
leider sitze ich dann mehr daneben und versuche nicht laut los zuheulen.


ich hoffe das du irgendwann dein ziel erreichst und durch diese unsichtbare mauer dringst.

gruss
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Hans W hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
Lume
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.06.2008
Beiträge: 61
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 18:40    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hans,
Nein, ich emfinde keinen Hass gegen meinen Vater. Ich weiß auch nicht, ob ich das sollte, denn abgesehen von den schlimmen Dingen, die ich durch ihn erlebt habe, habe ich auch viel von ihm gelernt und halte ihn nach wie vor für einen ziemlich begabten Menschen. Vielleicht bin ich in Wahrheit zu Nachsichtig, vielleicht nehme ich ihn noch zu sehr in Schutz. Ich denke aber auch, dass mir selber der Hass nicht weiterhelfen würde. Er würde mich vielmehr zerstören und mir noch mehr meiner Lebenszeit rauben, als mich die Aussetzung meines eigenen Lebens zugunsten meiner Familienprobleme ohnehin schon gekostet hat. Alles, was ich fühle, ist Wut und mittlerweile auch Trauer (und das zu fühlen ist schon ein Fortschritt). Aber Mitleid habe ich auch keines, ebensowenig interessiert es mich eigentlich, warum er angefangen hat, zu trinken (ich habe so ein paar Anhaltspunkte, und das genügt mir vollauf). Die Gründe zu kennen würde ja auch nichts ändern.
Viele Grüße
Lume
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Lume hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
Cari21
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 13.06.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 19:49    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hans

Ich glaube, da gehen die Meinungen wirklich auseinander, was den Hass gegen den trinkenden Elternteil betrifft.
Oftmals hassen Kinder, die zusätzlich von ihren Eltern tätlich misshandelt wurden, die den Alkoholiker vielleicht auch nie "normal" erlebt haben, die ihre eigene Kinder schlecht machten usw.

In meinem Fall hasse ich nicht...ich kann und möchte das auch gar nicht. Mein Vater hatte auch immer wieder gute Phasen und er hatte auch sehr liebevolle Seiten (damit meine ich jetzt nicht, die angeblich guten, bei denen der Alkoholiker versucht, wieder gut zu machen; die kenne ich schon auch). Nein, ich meine damit, dass wenn ich wirklich Probleme hatte, dass mein Vater dann da war. Er hat mir auch viel lernen können, er ist sehr menschlich, fast weichlich...
Klar habe ich gelitten, und das kann man gewiss nicht leugnen, und natürlich wurde ich seelisch missbraucht, indem ich mir all die Probleme anhörte, Vermittler zwischen meinen Eltern war und sicher auch das Desinteresse von Seiten meines Vaters, wenn er seinen Alkohol brauchte.
Man leidet ja sogar unter der Co-Abhängigen Mutter, die sich um nichts anderes mehr kümmert, als um den alkoholkranken Partner.
Klar kommen bei mir auch immer wieder Wut und Trauer hoch, aber Hass bringt mir persönlich nichts.
Ich denke jeder Mensch hat seine Art und Weise, wie er mit Problemen umgeht; indem Fall ist es der Alkohol. Das will nichts entschuldigen aber sagen, dass man es akzeptieren muss, weil man den Menschen nicht ändern kann.
Mitleid habe ich zum Teil sicher auch empfunden, aber ich spüre auch Zuneigung.

Ich denke man kann das mit dem Hass auch nicht auf alles beziehen. In jeder Familie ist das etwas anders. Vielleicht kommt es auch noch auf den Grad der Verletzungen an - falls dieser überhaupt messbar ist.

Fakt ist für mich - wir alle haben gelitten, aber uns allen ist es nicht möglich, die Zeit zurück zu drehen. Hass wirkt irgendwie auch so wie eine Mauer auf mich - du kommst weder vor noch zurück.
Ich verstehe, dass du Wut und Hass empfindest, und zu einem gewissen Teil gehört das auch dazu, wie ich finde. Denn sonst würdest du ja deine Gefühle leugnen. Aber um mit dem Thema irgendwann abschliessen zu können, finde ich, ist Hass nicht wirklich gut.

Aber so sehe ich das für mich. Vielleicht kann man manchmal auch nichts anderes als hassen...ich denke, da ist jeder individuell verschieden.

Alles Gute und Liebe Grüsse

Cari
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Cari21 hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
Cari21
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 13.06.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 19:50    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

zum ersten Abschnitt:

(nicht, dass es missverstanden wird)
ich meine trinkende Eltern, die ihre Kinder schlecht machen
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Cari21 hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
Silke*
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.08.2008
Beiträge: 7
Alter: 31
Wohnort: Frankfurt

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 22:18    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hans,

ich kann dich auch sehr gut verstehen.

meine mutter trinkt schon seit gut 10 jahren nicht mehr - aber ab meinem 2. Lebensjahr hat sie es getan und als sie aufhörte, da war ich dann ja schon fast erwachsen. ich fühle mich auch um meine kindheit betrogen. und ich fühle mich mein ganzes leben schon "unvollständig" - als ob mir etwas fehlt - etwas, was mir meine eltern hätten mitgeben müssen, weil es nunmal die aufgabe von eltern ist, ihren kindern schutz, vertrauen und liebe zu geben. meine eltern haben ihre eigene form von liebe. ohne vertrauen. ohne schutz.

ich befürchte aber, dass man immer seine eltern liebt - selbst wenn man sie hasst.

es gibt so viel, was man genommen bekommen hat - es ist ungerecht und es ist nicht fair, dass die eltern einen als kind- und selbst im nachhinein, damit alleine lassen.

meine mutter kann sich auch nicht damit auseinander setzen. wenn ich in den letzten jahren versucht habe, mit ihr über die zeit und meine empfindungen (sie kann sich sicher nicht an alle "erlebnisse" erinnern) zu sprechen, dann fühlte sie sich angegriffen und hat sich sofort gerechtfertigt und wenn sie sich nicht gerade gerechtfertigt hat, dann hat sie mir vorwürfe gemacht, dass ich ihr das jetzt vorwerfe (was ich nichtmal wollte, ich wollte nur verstanden werden und ich wollte es aufarbeiten) - sie könne die zeit ja schliesslich nicht zurück drehen.

wenn ich mir jedoch andererseits überlege, dass sie die verantwortung nachträglich für diese zeit übernehmen würde - das könnte sie nicht verkraften, nicht im nüchternen zustand. also geht es wohl für sie auch nur mit verdrängung. was aber keine entschuldigung darstellen soll. nur eine feststellung, dass es da keine "lösung" mehr geben wird und ich/man anders seinen frieden finden muss.

was ich bei mir völligst absurd in meiner einstellung gegenüber meiner mutter empfinde ist, dass ich meine ganze kindheit über, gebettelt und geredet habe, dass sie aufhört zu trinken und mir so sehr gewünscht habe, dass ihr die liebe zu ihrem kind - mir - soviel kraft schenkt, dass sie für mich mit dem alkohol aufhören kann. ich dachte immer, wenn sie mich lieb hat, dann wird sie das für mich schaffen. damit ich nicht vor die hunde gehe. - nun, meine mutter ist wie gesagt seit ich 16 bin trocken. nach einem krankenhausaufenthalt (einer OP) hat sie aufgehört zu trinken - ich hatte damit nichts zu tun. sie hat es ganz alleine geschafft. und jetzt das absurde: es verletzt mich, dass sie es "alleine" geschafft hat - für sich selbst. es vermittelt mir noch heute das gefühl, dass sie mich nicht lieb genug hatte. natürlich weiß ich rational, dass das blödsinn und größenwahnsinnig ist - aber diesen grundgedanken/empfindung habe ich selbst in liebesbeziehungen immer wieder. ich denke, dass wenn man mich liebt, alles gut werden kann - selbst wenn das beziehungsproblem garnichts mit meiner person zu tun hat. ganz schön bescheuert...

ich wünsche dir erstmal viel kraft um weiter abstand und einen klaren rückblick zu erlangen - damit du es in frieden mit dir selbst abschliessen kannst und dich an deiner tollen familie erfreuen kannst - ohne die geister der vergangenheit.

liebe grüsse!
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Silke* hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben
simmie
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.09.2007
Beiträge: 1869

BeitragVerfasst am: 12.08.2008, 23:26    Titel: Re: Es macht wütend Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo hans,

ich glaube, den größten hass auf meine mutter hatte ich, als ich noch zu hause gewohnt habe und danach immer dann, wenn ich ihrer trunkenheit ausgesetzt war. das habe ich gehasst und nicht haben wollen. der nüchterne mensch war mir lieb, den wollte ich haben.
aber ich finde den hass nicht einmal das schlimmste oder die hassgefühle, es baut sich eine distanz zu einem menschen auf, der einem nahe steht. es ist schwer positive gefühle zu zeigen, angst, misstrauen sind immer dabei, keine offenheit. wenn verletzungen, herabwürdigungen und missachtung hinzukommen, dann gibt es irgendwann kein vertrauensverhältnis mehr. zu viele enttäuschungen. das verbaut total viel.
dann gibt es natürlich auch die seite des hasses in dem sinne von, du hast einen teil meines lebens kaputt gemacht. so eine art hass empfinde ich nicht. eher schon die wut auf die anderen, denen alles so selbstverständlich von der hand geht und man selbst spürt seine defizite, sein eigenes unglück und weiß gleichzeitig, dass die ihre ursache haben, dass eben auch die startbedingungen nicht so die besten waren.
das problem ist, viele können sich das wohl gar nicht vorstellen, was das heißt, mit einem alkoholkranken elternteil aufzuwachsen.

grüße simmie
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simmie hat zum Thema: Re: Es macht wütend geschrieben

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