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Was soll ich machen

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Mein Vater...   •    weiß nicht mehr weiter  
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Anja20
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Anmeldungsdatum: 01.08.2008
Beiträge: 39
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 15:17    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Das mit dem Brief ist keine schlechte Idee werde ich auch mal machen.....
aber was soll ich machen wenn er trotzdem nicht mit dem saufen auffhört???
Soll ich dann den Kontakt ganz abbrechen??
Soll ich weiter Kontakt zu ihm halten und auf eine Art mit ansehen wie er sich umbringt??Ich kann ihn ja nicht zwingen eine Therapie zu machen.....und wenn ich sage ich rede garnicht mehr mit dir was ist dannn wenn er sich das nur noch als Grund nimmt mehr zusaufen (siehe Text Insulaner) ich will ihm doch nur Helfen ihn Irgendwie vom Alk wegbekommen....
Ich will einfach mal einen ''normalen'' Vater haben wie andere auch einen Vater auf den man als tochter stolz sein kann....
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Anja20 hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Dreibeiner
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 28.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 15:52    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja,

was Du willst, wollen die meisten hier im Co-Bereich. Nämlich einen Angehörigen von der Trinkerei wegbringen. Wie schwierig oder gar unmöglich das ist, erkennst Du, wenn Du die Beiträge hier einmal aufmerksam durchliest.

Wenn ich die Beiträge richtig interpretiere, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass nur der Alkoholkranke selbst sich von seiner Sucht befreien kann. D.h. er selbst muss es einsehen, wollen und - möglicherweise mit Hilfe - die notwendigen Schritte unternehmen, um aus dem Sumpf heraus zu kommen.

Was ich hier geschrieben habe ist meine persönliche Erkenntnis. Es gibt in diesem Forum Mitglieder, die viel erfahrener sind, als ich. Noch einmal mein Tipp : Lies Dich durch die Beiträge durch.
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Dreibeiner hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 226
Alter: 42
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 16:10    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Anja,

Das hatte ich so eigentlich nicht gemeint.
Ich wollte damit sagen, dass er höchstwahrscheinlich ohnehin weitersaufen wird, egal, ob Du den Kontakt abbrichst oder nicht.

Was hast Du zu verlieren, wenn Du ihm einen Brief schreibst, in dem Du ihm erklärst, dass Du den Kontakt abbrichst, er sich bei Dir nicht mehr zu melden braucht, solange er keinen Termin für eine Therapie vorweisen kann und Du ihm Deine Gründe dafür darlegst? Im besten Fall (wird wahrscheinlich leider nicht eintreten) wird er sich Deine Worte zu Herzen nehmen und tatsächlich über seinen Alkoholismus nachdenken, im neutralen Fall passiert nix (er säuft im gleichen Maße weiter) und im schlimmsten Fall säuft er ein bißchen mehr (entweder aus Frust oder aus Erleichterung, ist aber auch egal, warum, Gründe zum Saufen finden sich immer). Dass er sich etwas antut halte ich eher für unwahrscheinlich, unsere Pappenheimer lassen sich immer ein Hintertürchen, damit sie doch jmd findet. Soooo dämlich sind sie dann doch wieder nicht, denn sie unternehmen ja diese Versuche nicht, um sich tatsächlich umzubringen (das schaffen sie auch mit Alk, dafür brauchen sie keine weiteren Hilfsmittel), sondern sie wollen damit erreichen, dass man sieht wie dreckig es ihnen geht, wie hilflos sie sind, wir uns wieder um "die arme Sau" kümmern (sprich Alk kaufen), usw, nur, um uns dann bei nächster Gelegenheit wieder anzuschreien und uns die Schuld für ihre Sauferei zu geben.

Du siehst, meistens gibt es bei Alkoholismus bzw bei Sucht im allgemeinen nur entweder oder; entweder Kontakt abbrechen oder gemeinsam untergehen.

Also, schreib den Brief, es hat für die meisten hier etwas befreiendes gehabt (selbst, wenn sie ihn gar nicht abgeschickt haben!! Winken ), Du hast nichts zu verlieren.

Geh weiter auf dem Weg, den Du schon intuitiv eingeschlagen hast. Wenn Dein Vater den Weg mitgehen will, schön, aber zu Deinen Bedingungen, wenn nicht, hm Geschockt Aber es ist Dein Leben, lass es nicht fremdbestimmen von einer Flüssigkeit..!!

Ich wünsch Dir viel Kraft (und "Schreibwut" Winken )

GLG vom Insulaner
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Insulaner hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Dreibeiner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 28.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 16:54    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nochmal ich ganz kurz. Hilfreich für Dich könnte auch Lesen des Interviews sein, das der Betreiber dieses Forums mit einem Buchautor geführt hat. Du findest es auf der Startseite links unter "Zusätzliche Bereiche" und dann "Interview und Projektvorstellungen".

Dort wird unter anderem auch das Schreiben eines Briefes empfohlen, weil "diskutieren, das bringt nichts".

Wenn Du nicht so recht weißt, was Du schreiben sollst, dann schau mal in die große Suchmaschine (Brief einer Tochter an den trinkenden Vater oder ähnlich). Aber besser wäre es, der Text kommt von Dir persönlich.
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Dreibeiner hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
speedy53
Gast






BeitragVerfasst am: 05.08.2008, 17:01    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja,

ich gebe Dir hier mal den Link zu dem Interview von dem Dreibeiner schrieb:

http://www.forum-alkoholiker.de/interview-buchautor.php

Es ist wirklich sehr interessant und beschreibt ziemlich genau das Verhalten von uns Co-Abhängigen!

Lieben Gruß
Speedy
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speedy53 hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Anja20
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 01.08.2008
Beiträge: 39
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 06.08.2008, 09:20    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey also ich habe gestern versucht einene Brief an meinen Vater zu schreiben habe auch schön angefangen aber als ich ihm dann schreiben wollte wie ich mich dabei fühle wenn er mich betrunken anruft ging es nicht mehr....das liegt vllt. daran das ich mit meinem Vater noch nie über meine Gefühle gesprochen habe weder bei der Scheidung meiner Eltern noch bei meinem ersten Liebeskummer oder so...
Und dann habe ich mir gedacht wenn ich ihm das jetzt alles schreib was ich fühle und so weiter säuft er sich wahrscheinlich voll wenn er den Brief liest und ruft mich dann im besoffenene Zustand an und erzählt mir ein wie sehr er mich doch lieb hat und so weiter und genau das will ich nicht mehr hören denn ich denke mir wenn er mich wirklich SOOO Lieb hat wie er immer sagt dann kann er doch für mich eine Therapie machen mit der Sauferei aufhören oder seh ich das falsch???
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Anja20 hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 226
Alter: 42
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 06.08.2008, 11:28    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Anja,

Zitat:
wenn er mich wirklich SOOO Lieb hat wie er immer sagt dann kann er doch für mich eine Therapie machen mit der Sauferei aufhören oder seh ich das falsch???

Direkt und ohne Umschweife formuliert: JA, das siehst Du falsch!!
Liebe wäre zwar an sich ein sehr schöner Grund, mit dem Saufen aufzuhören, die Erfahrung zeigt aber, dass das als Grund nicht ausreicht. Viele Alkis sehen in gar nichts einen Grund aufzuhören, so schwer das auch von aussen zu begreifen ist.
Dass er Dich lieb hat erklärt er Dir nur, damit Du nicht aus dem "Boot" aussteigst bzw., um Dich wieder "ins Boot" zurückzuholen.

Aus Deinen Formulierungen entnehme ich, dass Du Dir noch nicht vergegenwärtigt hast, worum es bei dem Brief schreiben wirklich geht. Der Brief dient einzig und allein Dir selbst. Deinen Vater wirst Du damit mit 99,999%-iger Wahrscheinlichkeit nicht dazu bringen, sich auch nur ansatzweise Gedanken über seinen Alkoholismus zu machen. Du bist immernoch zu sehr auf Deinen Vater fixiert und darauf, dass er aufhört zu saufen. Es sollte Dir aber um Dein eigenes Wohl gehen. Denn Dein Vater wird höchstwahrscheinlich saufen, egal, ob Du den Kontakt abbrichst, oder nicht. Der Unterschied ist einzig und allein, dass es Dir bei einer der beiden Varianten wesentlich besser geht und Du DEIN Leben in den Griff kriegst und nach Deinen Vorstellungen leben kannst.

Ich sag's gern nochmal: Was hast Du zu verlieren, wenn Du ihm einen Brief schreibst? Es ist nur diese Befürchtung, dass es Dich im besoffenen Kopp anrufen und Dir erzählen könnte, wie lieb er Dich hat, oder? Da gibt's einen vergleichsweise einfachen "Workaround": Sag ihm, dass Du nicht mit ihm reden möchtest, wenn er betrunken ist und er Dich wieder anrufen soll, wenn er nüchtern ist und er Dir was anderes als "ich hab Dich doch so lieb" zu sagen hat.
"Schlimmer" machen kannst Du es mit einem Brief eigentlich nicht und selbst wenn, dann tut's halt noch einmal einen Rumms, und dann ist aber auch Ruhe. Du gehst ja auch zum Zahnarzt, wenn Du Zahnschmerzen hast und weisst genau, dass es noch einmal kurz doller wehtun kann, der Zahnschmerz aber danach weg ist, stimmt's? Lachen

Also, versuche, Deinen Fokus auf Dich selbst zu legen OHNE Dir dabei immer auszumalen, wie Dein Vater darauf wohl reagieren könnte, denn darauf kommt es nicht an. Allein Du bist wichtig, Du hast das Recht (und eigentlich auch die Pflicht) Dich um Dein Leben zu kümmern. Kein Kind ist verpflichtet, sich um seinen Vater zu kümmern (sondern umgekehrt)!
Und jetzt mach was draus, Du hast so hoffnungsvoll angefangen, jetzt geh weiter (Schrittchen für Schrittchen). Vielleicht schreibst Du den Brief ja auch erstmal nur für Dich und überlegst erst hinterher, ob Du ihn abschickst, das nimmt Dir dann diesen Druck, dass Du Dir immer die Konsequenzen ausmalst?!?!? Wie gesagt, der Brief ist in erster Linie FÜR DICH.

GLG vom Insulaner
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Insulaner hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben
Dreibeiner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 28.07.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 06.08.2008, 12:18    Titel: Re: Was soll ich machen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Anja,

dem was Insulaner gesagt hat, ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Du hast aufgrund Deines relativ jungen Alters noch große Illusionen - was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist.

Aber in puncto Alkoholverhalten Deines Vaters solltest Du Dich keinen Wunschvorstellungen hingeben. "Wenn er mich doch sooo lieb hat, kann er doch wenigstens für mich eine Therapie machen".

Entschuldige bitte, wenn ich Dich hier lehrerhaftem Ton korrigiere (ich mein´s nicht böse, sondern will helfen): Dein Denkansatz bei Deiner Wunschvorstellung ist schon falsch.

Alkoholismus ist eine suchtbehaftete Krankheit, die nicht durch labungsvolle Worte oder Versprechen anderen gegenüber gestoppt wird; der Betroffene muss nicht für andere abstinent werden, sondern einzig und alleine für sich. Erst wenn der Betroffene das begriffen hat und sich dementsprechend verhält, also die gebotenen Maßnahmen zum abstinent werden ergreift, wird sich möglicherweise das Verhältnis zu seinen "Nächsten" verändern.

Und auch dann ist noch nicht alles in trockenen Tüchern, denn der RT (Rückfallteufel) hat 365 Tage im Jahr rund um die Uhr Dienst.

Schreib Deinen Brief. Und - wie Insulaner sagt - wenn es nur für Dich sein sollte. Mach Dir erst eine Liste mit allen Punkten, die Du liebenswert an Deinem Vater findest und mit den Punkten, die Dir so großen Kummer bereiten. Daraus formst Du dann Deinen Brief.

Das ist logischerweise nicht ganz einfach. Aber wenn Du die vielen Beiträge in diesem Forenbereich hier liest, wird´s schon einfacher. Und, wenn ich das sagen darf, findet man auch einen sehr schönen Brief bei der Gurgelmaschine unter `"Brief an einen Alkoholiker" - gleich als Zweites nach einem Artikel dieses Forums.

Du bist auf dem besten Weg in die Co-Abhängigkeit zu geraten; und das ist auch eine Krankheit.
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Dreibeiner hat zum Thema: Re: Was soll ich machen geschrieben

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