| Mein Mutter 15 Jahre alkoholkrank • Schnelles Handeln? |
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TräneDesOzeans neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.05.2008 Beiträge: 3 Alter: 22 Wohnort: bei Berlin
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Verfasst am: 31.07.2008, 09:15 Titel: Vater macht "Selbsttherapie" |
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Hallo,
mein Vater (55 Jahre) ist Alkoholiker, als er Wasser in Beinen und im Bauch bekam ist er endlich zum Arzt gegangen. Dieser hat ihn dann sofort als Notfall ins krankenhaus überwiesen. Dort war er dann 2 Wochen, wurde mit Wassertabletten, etc. behandelt. Dann ist er entlassen worden.
Wir Kinder (große Schwester und ich) haben gleich gemerkt, dass er ganz anders geworden ist, er hört mehr zu, erzählt keine sinnlosen Sachen mehr, ist viel aufmerksamer, super Lieb. Alles nur, weil er die Finger vom Alkohol lässt. Er hat Leberzirrhose, das Stand auf dem "Diagnose-Zettel" vom Krankenhaus. Mit uns hat er darüber noch nie gesprochen, wir wissen nicht, wie sehr Sie ausgeprägt ist, etc. Was ich sehe ist, dass er sehr sehr abgemargert ist, (was einem nicht gleich auffällt durch den großen Wasserbauch), er ist irgendwie "eingefallen". Er trinkt nichts mehr. Zuerst hieß es, er würde eine Entgiftung im Krankenhaus machen wollen. Nun sagt er, er schaffe das auch alleine.
Geht sowas? Kann er die Kraft aufbringen, das durchzuhalten? Wo er doch sonst jeden Tag besoffen war? Er trinkt nichts mehr, schon seit etwa 2 einhalb Monaten komplett gar nichts mehr. Auch bei der Geburtstagsfeier meiner Oma hat er Orangensaft getrunken.
Er muss auch Tabletten nehmen und regelmäßig zum Arzt, schläft sehr viel.
Meine Mum will das Haus verkaufen und sich erstmal von ihm trennen, das ist sau schlimm. Er weiß das mit der Trennung noch nichtmal so richtig. Er würde dann zu seinem Versoffenen Bruder und seiner geistig Verwirrten Schwester ziehen. Da wird er doch untergehen!!!
Meine Mutter ist alles schon egal, meine Schwester lernt 500 km weit weg, ist nie da. Bleibe also nur noch ich als Stütze/Hilfe. Ich mach auch viel für ihn, gehe jeden Tag bei den Eltern vorbei, mein Dad und ich gehen regelmäßig zusammen ans Wasser, etc.
Habe nur Angst.
Leider habe ich von seiner Krankheit viel mitbekommen, so dass bei mir regelmäßig die Sicherungen durchknallen, sobald mein Partner mehr als 2 Bier an einem Abend trinkt. (Das macht er nur selten).
Vielleicht hat jemand mit "Selbsttherapie" Erfahrung? Ist das wirklich sinnvoll, wenn man auf Ewig trocken bleiben will? Muss man seine Gefühle und Gedanken nicht aufarbeiten? (Man sagt ja immer es gibt Gründe, wieso jemand trinkt). Ich hoffe Ihr habt einen Rat, Viele Grüße und Danke fürs Zuhören. |
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| TräneDesOzeans hat zum Thema: Vater macht "Selbsttherapie" geschrieben
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daniela4181 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.07.2008 Beiträge: 21 Alter: 31 Wohnort: Langenhagen
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Verfasst am: 31.07.2008, 09:26 Titel: Re: Vater macht "Selbsttherapie" |
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wichtig ist doch, dass er einsieht, dass er ein problem mit dem alkohol hat. wenn er nun schon laengere zeit trocke ist, ist das doch ein gutes zeichen. warum will sich deine mutter denn gerade jetzt trennen wo es ihm besser geht? das koennte natuerlich fuer ihn kritisch werden denke ich.
mein onkel hat nach einer magen-op den entzug allein geschafft und ist nun seit 15 jahren trocken. aus eigener kraft. schaffen kann man es also.
ich wuensche dir auf jeden fall alles gute |
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| daniela4181 hat zum Thema: Re: Vater macht "Selbsttherapie" geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 226 Alter: 42 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 31.07.2008, 10:03 Titel: Re: Vater macht "Selbsttherapie" |
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Hallo "Träne",
Erstmal willkommen hier im Forum, gut, dass Du hergefunden hast.
Erstmal zur Begriffsklärung: Entgiftung ist der Teil der Therapie, der sich sozusagen an den Alkoholkonsum direkt anschliesst, will heissen, ab dem Moment, wo man aufhört zu trinken. Für einen Alkoholiker ist dies der körperlich gefährlichste Teil und ich denke, dass sie ihm im Khs die entsprechenden Medikamente gegeben haben. Das läuft ähnlich wie bei Junkies, zuerst wird der Alk durch ein Präparat ersetzt, was dafür sorgt, dass keine Entzugerscheinungen auftreten (die nicht ohne sind und u.U. auch tötlich sein können), danach wird dieses Medikament (das auch abhängig macht) dann langsam "ausgeschlichen", also die Dosis langsam reduziert, bis man es ganz weglässt. Das Ganze dauert i.d.R. so ca 10-14 Tage, dass heisst, wenn Dein Vater schon 1,5 Monate nichts mehr trinkt, dann ist er bereits entgiftet. Das andere ist die sog. Langzeittherapie (im Allgemeinen auch Entziehungskur genannt), die gibt es stationär (in einer entsprechenden Einrichtung) oder ambulant. Stationär wird von der Kasse glaub ich bis max 12 Wochen übernommen. Danach folgt die Nachsorge, um die sich der Alki aber selbst kümmern muss, z.B. bei einer Selbsthilfegruppe o.ä.
Das würde ich auch Deinem Vater empfehlen. Er sollte auf jeden Fall zu so einer Gruppe Kontakt aufnehmen (es sei denn, der Arzt, zu dem er regelmässig geht, ist Psychiologe/Psychiater), aber selbst dann macht es Sinn, zumal er sich damit einen "trockenen" Freundeskreis aufbauen kann.
Übrigens gibt es auch SHg'n für Angehörige. Was es da an Angeboten in Deiner Umgebung gibt erfährst Du zum Beispiel bei einer Suchtberatungsstelle. Da würd ich an Deiner Stelle mal hingehen, und zwar, damit DIR geholfen wird. Du schreibst zwar nur einen kleinen Satz darüber, wie's Dir dabei geht, aber ich denke schon, dass Du auch Hilfe brauchst. Gibt es irgendjemanden (Freund, Freundin) mit dem Du offen darüber reden könntest??
Wohnst Du noch zu Hause oder hast Du eine eigen Wohnung? Was ist mit Dir, wenn das Haus verkauft wird??
Gibt es einen Grund, weswegen Dein Vater im Falle einer Trennung zwingend zu seinem Bruder muss?? Er kann sich doch selbst eine kleine Wohnung suchen (oder Du mit ihm zusammen??), am Finaziellen wird das in unserem Wohlfahrtsstaat am wenigsten scheitern.
| Zitat: | | Man sagt ja immer es gibt Gründe, wieso jemand trinkt |
Nein, definitiv NEIN. Ein Alki findet tausend Gründe, seine Sauferei vor sich und anderen zu rechtfertigen (alle sind ungerecht, der Job ist so hart, ich bin sooo krank, die Kinder sind soo undankbar, bei so einer Familie, da muss man ja Saufen), ja, das stimmt, aber es gibt keine objektiven Gründe zum Saufen. Das wär ja noch schöner. "Oh, mein Chef hat mich rausgeschmissen, jetzt MUSS ich saufen!!"
Und eines noch: Dein Vater ist für sich selbst verantwortlich, Du bist das Kind, er müsste sich eigentlich um Dich kümmern, nicht Du um ihn. Du hast Dein eigenes Leben, um dass Du Dich 24 Stunden am Tag kümmern musst. Wenn Du Zeit für Deinen TROCKENEN Vater entbehren und abzweigen kannst, schön, aber laste Dir nicht mehr auf, als Du guten Gewissens zu leisten im Stande bist, OK?? Er ist verantwortlich für sein Leben und seinen Tagesablauf.
Versuche, Deine Kraft FÜR DICH einzusetzen
Alles Liebe und bis bald
Der Insulaner |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Vater macht "Selbsttherapie" geschrieben
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TräneDesOzeans neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.05.2008 Beiträge: 3 Alter: 22 Wohnort: bei Berlin
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Verfasst am: 31.07.2008, 10:47 Titel: Danke |
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Erstmal Danke.
Also ich wohne mit meinem Freund in einer eigenen Wohnung (5 Minuten vom Haus weg), habe Leute mit denen ich drüber reden kann und auch das finanzielle ist alles gesichert. Du schriebst ich solle mich um mein eigenes Leben kümmern. Ist richtig, mit Vollzeitjob und Studium bin ich ausgelastet, deshalb wäre das Zusammenleben mit meinem Vater auch keine Alternative. Habe ja mein eigenes Leben. Mein Vater kann leider nicht allein sein, er fühlt sich schnell einsam, deshalb will er dann zu seinen Geschwistern ziehen.
Meine Mutter ist bissi selbstsüchtig. Sie meinte ja "Wenn ich nicht wäre, hätte sie sich schon lange getrennt".. also wirklich.. mich dafür verantwortlich zumachen. Egal, jedenfalls kann man auf die nicht mehr zählen. Okay, werde mir mal die Ratschläge durch den Kopf gehen lassen und evtl. auch in eine Selbsthilfegruppe gehen.
Grüße und Danke |
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