| Hätte man das nicht verhindern können? • Ich will es einfach nicht begreifen,bitte helft mir |
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simmie sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.09.2007 Beiträge: 1869
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Verfasst am: 29.07.2008, 08:28 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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hallo,
habe mir auch meine gedanken gemacht. mein vater wäre ja der co gewesen, meine mutter hat getrunken.
meine mutter hat getrunken und in der regel dann unangenehme streits vom zaun gebrochen, anlass war häufig mein vater, aber auch wir kinder konnten in die schusslinie geraten. in meiner erinnerung gibt es so ein typisches co-verhalten nicht: mutter trinkt, weil... etc mein vater hat einfach gar nichts gesagt. ich mein, das ging dann halt einfach immer los. und für mich als kind war eigentlich mein vater der übeltäter, später, als ich älter war, war ich auch wütend auf meine mutter. manchmal, wenn es ganz schlimm war, hat sich mein vater ins auto gesetzt und ist weggefahren. es kam dabei natürlich nicht einmal die frage, hallo kind, wie geht es dir damit. oder o mist, wie muss das jetzt auf die kinder wirken. da kam so gar nichts. irgendwann war die situation auch sehr verfahren. ich frage mich, wie mein vater das alles so ertragen hat und warum. er hätte ja auch gehen können. immerhin habe ich es schon mit 11 oder zwölf als die beste lösung gesehen, wenn meine eltern sich scheiden lassen. das einzige mal, dass mein vater mir gegenüber etwas gesagt hat, war kurz vor seinem tod, er sagte, deine mutter ist schon wieder betrunken. ich war damals 14. darauf konnte ich nichts erwidern. ich war wie gelähmt. mein vater hat sich ein paar monate später umgebracht.
das verharren an der seite meiner mutter hat meinem vater nichts gebracht. es drehte sich alles im kreis und wurde nur schlimmer und schlimmer. als kind war ich dem hilflos ausgeliefert bzw. man hat da als kind das nachsehen.
ich würde schon sagen, dass der co auch leidet, doch ist der co die einzige person, die in der lage ist oder zumindest die möglichkeit hat, etwas für die kinder zu tun bzw. aus dem kreislauf auszubrechen. das ist meiner meinung nach umso schwerer, je länger der zustand andauert.
grüße simmie |
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| simmie hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
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Verfasst am: 30.07.2008, 00:06 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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hallo zusammen...
ich glaube bei mir ist das so:
meine mutter blieb bei ihrem alkoholkranken mann.
sagt sie ließ NICHTS an uns ran kommen(schwester und ich)
jedoch erkannte meine schwester wohl schon sehr früh die abhängigkeit im sinne von co bei meiner mutter.sie bat meine mutter schon in frühen jahren,sich doch bitte scheiden zu lassen....
sie erreichte damit das meine mutter sie sozusagen hasste...
meine schwester suchte schon so mit 17 das weite.
selbst ich war NICHT gut für SIE,denn sie überließ mich MEINEM schicksal.sagte damals sogar:du hälst ja sowieso zu mama und papa...
wahrscheinlich wusste sie schon damals das ICH auch co bin(wahrscheinlich nicht den fachausdruck jedoch wusste sie da schon das ICH anders "ticke")
MEIN leben ging weiter mit einer co-abhängigen mutter(die bis heut noch meint nichts an uns kinder rankommen gelassen zu haben)und meinem alk-vater.WIR deckten,verharmlosten,machten ALLES mit...#brachten ihn unter die erde...
seite an seite,meine mutter und ich
so kam es das mir im letzten jahr der "wink"gegeben wurde(von meiner therapeutin)das ich co bin...
JA UND SIE HAT RECHT!
die worte von ihr:sie werden ihrem sohn NUR das wieder geben können,was man ihnen mitgegeben hat...haben mir die augen geöffnet und ich habe begonnen gegen meine co-abhängigkeit zu "kämpfen"
meine mutter weiss bis heut nicht was ICH für ne krankheit hab(obwohl ich sie zum damaligen zeitpunkt über ALLES in kenntnis setzte)
ich glaube dazu ist sie zu co...
hoffe ihr könnt mit meinen zeilen was anfangen
liebe grüsse caro |
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| caro1969 hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10674 Alter: 49
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Verfasst am: 07.08.2008, 10:48 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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Hallo Mitposter,
ich bedanke mich mal zwischendurch an die jetzigen Poster und werde auch zu einem späteren Zeitpunk näher darausf eingehen. Vielleicht kommen da noch Wort/ Schriftmeldungen.
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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Lume neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 61 Alter: 25
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Verfasst am: 07.08.2008, 14:04 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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Hallo,
Das ist jetzt der zweite Thread, den ich hier finde, der sich mit dem Co-abh. Elternteil beschäftigt. Find ich toll.
Bei mir ist es so, dass quasi meine ganze Familie co-abhängig war. Damit meine ich, dass auch wir Kinder alles getan haben, um meinen Vater zu entschuldigen, wenn er "mal zuviel" getrunken hat. Ich weiß nicht mehr, wann und wie es dazu kam, dass wir diese Muster so internalisiert haben.
Meine Mutter war, anders als ich, vermutlich, weil sie immerhin Einblick darein hatte, dass ihr Mann alkoholkrank und sie co-abhängig war, durchaus in der Lage, meinem Vater wegen seines Trinkverhaltens Vorhaltungen zu machen oder Versuche zu unternehmen, aus der Familie auszubrechen. Ich habe ihr das immer übelgenommen, für mich war sie dann "der Feind". Ich habe sie auch nie als Opfer oder Leidende wahrgenommen (der Gedanke war ja mal hier aufgekommen). Ich habe mich dann immer mehr an meinem Vater orientiert, weil meine Mutter es nie versäumt hat, uns zu sagen, wie intelligent er ist, wie schwer er es hatte etc (ich nehme an, da spricht z.T. die Co-Abhängigkeit aus ihr), ich ihn mir zum Vorbild genommen hatte und vielleicht auch, weil er selten zu Hause war und ich deshalb nicht so oft mit ihm aneinandergeraten konnte wie mit meiner Mutter.
Mein Verhältnis zu ihr war, wie schon angedeutet, nicht sehr gut, ich fühlte mich ihr immer ziemlich fremd und habe darum früh begonnen, meine wichtigsten Probleme mir mir selber und keinesfalls mit ihr auszumachen.
Irgendwie bin ich jetzt nicht zufrieden mit dem, was ich geschrieben habe. Ich denke, der Einfluss der Co-abhängigen ist mindestens so groß wie der Abhängigen selber, immerhin geht es um ein System, in dem Kinder aufwachsen, welches von Co-abhängigen aufrechterhalten wird. Aber den genauen Einfluss der co-abh. Mutter auf mich habe ich noch nicht ausgemacht.... Vielleicht fällt mir noch was ein.
Beste Grüße
Lume |
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| Lume hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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tini8 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.12.2007 Beiträge: 627 Alter: 42 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 07.08.2008, 21:33 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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Hallo! Bei mir ist das noch mal ganz anders. Ob mein Vater Co ist? Diese Frage stelle ich mir erst seit einem Jahr. Denn über die Alkoholkrnakheit meiner Mutter haben wir gar nicht gesprochen. Ich habs ab und zu versucht - vor allem am schluss, als es sehr schlimm wurde - aber er sagte immer nur: "Sie bemüht sich sehr."
Tja. Wenn ich es nüchtern betrachte, war in meiner Familie eigentlich ICH die Haupt-Co-Abhängige, zumindest, als ich noch daheim gewohnt habe. ICH habe sie gedeckt, ICH habe mit dem Auto meine Schweste abgeholt (bin 7 Jahre älter) und ICH habe ihr permanent hinterherspioniert. Dass andere Familienmitglieder das so exzesiv getan haben wie ich, weiß ich nciht, kann es mir aber auch nicht vorstellen. Das war aber auch noch zu einem Zeitpunkt, als meine Mutter vor allem abends und vor allem dann, wenn mein Vater nicht da war, getrunken hat. (Er hat Schicht gearbeitet).
Heute denke ich, dass mein Vater mich hätte rausnehmen müssen aus der Schusslinie. Aber wie? Er ist selber mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen, und konnte vielleicht nicht anders. Bis heute bin ich entsetzt darüber, WIE wenig er sich mit der Alkoholkrankheit an sich auseinandersetzt. Aber auch das ist ja durchaus typisch für den nicht-trinkenden Teil.
LG tini |
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| tini8 hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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Cari21 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.06.2008 Beiträge: 98
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Verfasst am: 07.08.2008, 23:08 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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Hallo zusammen!
Ähnlich wie bei Lume begann auch meine Mutter sehr früh vor mir zu äussern, dass mein Vater abhängig ist.
Ich habe meistens zu meiner Mutter gehalten, mit ihr stundenlange Gespräche geführt. Sie war praktisch wie eine Freundin. Ich habe ihr auch alles über mich anvertrauen können. Im Gegenzug habe ich sie unterstützt. Ich habe sie immer verteidigt, da mein Vater bei Streitereien immer sehr laut war (jetzt ist es eher ruhig, seit er trocken ist).
Mit meinem Vater, den ich natürlich trotzdem liebe, habe ich ewige Diskussionen geführt, wegen seines Trinkens. Ich dachte, er würde auf mich hören. Teilweise gab es einen totalen Rollenwechsel und es kam mir vor, als sei ich die Erwachsene und mein Vater das Kind. Ein Riesenfehler sowohl für ihn, als auch für mich. Aber damals wusste ich es nicht anders.
Ich war so co-abhängig, dass ich mich sogar in der Rolle der Altklugen, Allwissenden und Erwachsenen wohlfühlte. Dass mir das nie gut getan hat, weiss ich erst seit etwa einem Jahr.
Ja, ja...es ist ein langer Weg aus der Abhängigkeit...
Liebe Grüsse |
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| Cari21 hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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marinajako sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 1404 Alter: 37 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 08.08.2008, 13:36 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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Hallo zusammen,
bei mir war es so das meine Mutter Co ist und war. Das Thema Alkohol wurde bei uns totgeschwiegen wir sind und waren immer eine perfekte Familie ohne Probleme. Mit mir hat nie jemand über das Thema Alkohol gesprochen und selbst wenn ich mal vorsichtig nachgefragt hab war es immer so das mein Vater krampfend in der Ecke lag weil er so Probleme mit dem Magen hat, das er den Führerschein abgeben musste weil die Ampel rot war. Er war in der Klinik (Suchtklinik) wegen der Bandscheibe. Das Problem Alkohol war nie da und wenn mein Vater besoffen richtig ausgeflippt ist weil die Klassenarbeit nur ne 3 war, ja gut hätte ja eine 2 schreiben können, war ich schuld und wenn mein Vater dann aus Enttschäuschung über die Schlechte Note in die Kneipe ging war ich auch schuld. Ich weiß noch als mein Vater damals seinen ersten Entzug gemacht hat wir waren in Österreich im Urlaub das ich meine Mutter gefragt hab ob wir nicht einfach gehen wollen ich habe mir damals sehr gewünscht mit meiner Mutter alleine zu leben. Ich hätte mir damals von meiner Mutter mehr Unterstützung gewünscht und ich weiß nicht wie ich es jetzt ausdrücken soll, ich hatte halt immer das Gefühl über und schuld zu sein. Meine Mutter war mit meinem Vater beschäftigt und mit seinen Problemen und ich war über und lästig. Das ist auch heute noch so mein Vater ist heute „trocken“ ich schreib es mal bewusst in Gänsefüschen weil in meinen Augen ist er nicht trocken (er hat halt seinen Konsum unter Kontrolle, naja ). Aber meine Mutter lebt auch heute das Leben meines Vaters. Sie geht keinen Schritt alleine die beiden sind immer zusammen und haben fast alle Kontakte abgebrochen und ich bin immer noch das Kind das in den Augen des Vaters sein Leben nicht geregelt bekommt und das Anforderungspotentioal des Vaters nicht erfüllt.
Was ich heute über mich sagen muss ich bin durch die Alkoholsucht meines Vaters und durch das Verhalten meiner Mutter sehr früh Erwachsen geworden ich habe sehr früh auf eigenen Beinen gestanden und viel alleine geregelt und habe immer gelernt nachzugeben ich bin ein Mensch der nach innen kein Selbstvertrauen hat und sehr ängstlich ist aber nach außen hin eine sehr erfolgreiche, selbstsichere Frau darstellt.
Marina |
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| marinajako hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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graffiti aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.08.2007 Beiträge: 772 Alter: 48
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Verfasst am: 10.08.2008, 13:16 Titel: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder |
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als ich noch zu hause wohnte, wußte ich nicht, daß meine mutter trinkt - obwohl sie damals schon "einen ganzen kasten bier in die ecke stellen konnte", wie mir mein vater später erzählte.
ich wußte nur, daß sie nicht ganz dicht ist.
erfuhr erst mit anfang 20 des rätsels lösung.
mein vater hatte während meiner pubertät mal eine zeit, in der er versuchte, mich auszuhorchen, ob ich meine mutter habe trinken sehen - ich war entrüstet.
sie war meisterin im heimlichen trinken & ihren rausch verstecken.
man merkte es ihr erst in den letzten jahren an, bevor sie an leberzirrhose starb. aber da war sie bereits bei (zugegebenen, also kann man wohl noch was drauflegen) 1,5 flaschen edit elocin:bitte keine Markennamen,danke täglich.
war/ist er co-abhängig?
ja. in einer merkwürdigen form.
er ist davon überzeugt (im kopf weiß er mittlerweile, daß es anders ist, aber die erkenntnis ist noch nicht durchgedrungen), daß alkoholismus (meine mutter) & depressionen (seine jetzige freundin) u.ä. keine krankheit, sondern nur mangel an disziplin sind.
so hat er sich auch immer vehement gegen eine therapie meiner mutter ausgesprochen - "diese psychoheinis haben keine ahnung & reden den leuten nur ein, sie seien krank".
er ist davon überzeugt, seine freundin "geheilt" zu haben. bei meiner mutter hat er es wohl nicht geschafft
eine merkwürdige mischung aus nicht-sehen-wollen, sein eigenes saufen relativieren können, kontrollsucht & größenwahn.
auch wenn ich nicht bewußt in einer alkoholiker-familie aufgewachsen bin, habe ich eine menge charakterzüge, die eindeutig co-abhängig sind.
die hervorstechenden: der bestätigungszwang & die große hellhörigkeit.
den alkoholismus meines ex-mannes habe ich (wie mein vater?) eiskalt ignoriert. er trank nur abends & ich habe es einfach nicht zur kenntnis genommen.
auf das thema co-abhängigkeit hat mich erst mein jetziger (ebenfalls alkoholabhängiger) mann gebracht. ich wußte gar nicht, daß es so etwas gibt. hatte mich nie mit alkoholismus beschäftigt - betraf mich ja nicht. ich hatte davon ja "nichts mitbekommen".
er hat mir geraten, mal nachzugehen, wie sehr ich co-abhängig sei.
die kandidatin bekam 100 punkte
seitdem (5 jahre) hat sich da einiges getan, habe ich gelernt & verinnerlicht. am ende der straße bin ich noch lange nicht, aber immerhin auf dem weg.
wie habe ich meine kindheit erlebt?
als verwirrend.
- ich hatte schon sehr früh ein pokerface.
- emotionen habe ich schon sehr früh nicht mehr preisgegeben.
- hatte, seit ich denken kann, den wunsch, meine eltern mögen doch einen tödlichen verkehrsunfall haben, damit ich endlich meine ruhe habe.
- weiß, seit ich 15 bin, daß ich selber suchtgefährdet bin - seit der zeit hat sich dieser status quo nicht verändert. leider & gottseidank.
- ich kann bleibende beziehungen nur zu menschen aufbauen, die co-abhängig oder süchtig sind.
- ich habe meinen kopf von meinen emotionen so sehr abgetrennt, daß ich erst in den letzten jahren meine gefühle wieder orten kann & finde (mittlerweile bin ich fast 45 & meine kinder wiederum haben unter meiner kälte gelitten. ich habe den stab also wunderbar weitergegeben).
ich glaube, das schlimmste an meiner kindheit war das unausgesprochene. ich wußte, daß etwas nicht stimmt, aber ich dachte immer, ICH spinne. & ich wußte nicht, WAS nicht stimmt. |
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| graffiti hat zum Thema: Re: CO-Abhängigkeitsauswirkungen auf Kinder geschrieben
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