| Vater war Alkoholiker - und jetzt bin ich Co-Abhängige • Gibt es hier unterschiedliche Antworten? |
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Andreas1983 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 28
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Verfasst am: 27.07.2008, 21:42 Titel: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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Hallo!
Mein Vater hat ein Alkoholproblem, was er auch selber weiss. Er sieht das Problem allerdings vermutlich weniger schlimm als ich. Details habe ich in meinem Vorstellungsbeitrag geschrieben (koennt ihr den lesen?):
http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic12716.html
Ich habe jetzt folgende Fragen. Wie kann ich meinem Vater dabei helfen, dass er sein Problem in den Griff bekommt bzw. erst einmal effektiv angeht? Seine Erfolge - bis auf einen nur wenige Monate langen trockenen Zeitraum - beschraenken sich meiner Information nach darauf eine Notiz im Handy zu haben und das Problem loesen zu wollen. Das ist mir viel zu wenig.
Mit genug Rueckhalt bzw. Druck aus der Familie ist es vermutlich recht leicht, in in die richtige Richtung zu bewegen. Er ist allerdings nicht der Typ, der systematisch vorgeht oder sinnvoll mit Buechern oder anderen relativ "freien" Arten der Problemloesung klarkommt. Ich stelle mir eine Loesung eher so vor, dass ein Arzt (oder wer auch immer) im sehr deutlich macht, was Sache ist und ihm keine andere Loesung laesst als die entsprechenden Massnahmen durchzuziehen. Ein kurzes Gespraech mit dem typischen Hausarzt sehe ich als wenig hilfreich.
Was tun?
Danke,
Andreas |
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| Andreas1983 hat zum Thema: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10674 Alter: 49
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Verfasst am: 27.07.2008, 21:59 Titel: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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Hallo Andreas,
willkommen hier im Forum.
deinen Vorstellungstext kann nicht jeder lesen. Du kannst ihn entweder hier her kopieren oder eine nochmals neu verfassen.
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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Andreas1983 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 28
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Verfasst am: 27.07.2008, 22:07 Titel: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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Da bin ich zu faul
Hier die Kopie:
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Hallo!
Ich heisse nicht Andreas, weil ich gerne anonym bleiben moechte.
Wie man am Benutzernamen schon sehen kann, bin ich 1983 geboren. Ich bin hier, da mein Vater ein Alkoholproblem hat. Details zu mir lasse ich dementsprechend weg.
Ich wohne seit ca. 5 Jahren seit meinem Studienbeginn nicht mehr bei meinen Eltern. Ungefaehr ein Jahr nach meinem Auszug ist meine Mutter ausgezogen, von den Gruenden bzw. der Vorgeschichte habe ich allerdings nichts mitbekommen. Meine juengere Schwester wohnte noch einige Zeit mit meinem Vater im Haus, wohnt aber inzwischen bei meiner Mutter.
Fast zeitgleich zur Trennung wurde mein Vater Opfer einer Umstrukturierung in seiner Firma, weshalb er (wieder) einen stressigeren Job mit rund 2/3 der alten Bezahlung machen muss.
Mein Vater hat recht schnell eine neue Freundin kennengelernt. Die Beziehung zu ihr hat rund ein Jahr gehalten.
Waehrend dieser Zeit musste mein Vater wegen einer ploetzlichen Erkrankung einige Monate ins Krankenhaus, zeitweise auch auf die Intensivstation. Das hat ihn natuerlich sehr mitgenommen.
Inzwischen ist mein Vater wieder gesund (was diese Krankheit angeht), hat eine neue Freundin mit der er auch schon lange zusammenwohnt. Bis auf die folgende Problematik sehe ich hier eine sehr gute Beziehung.
Vermutlich bedingt durch die oben geschilderten Probleme, insbesondere den sehr stressigen Job (dafuer gut bezahlt) und hinzugekommene Arbeitslosigkeit seiner Freundin, hat er irgendwann mit dem Trinken angefangen. Die Freundin meines Vaters ist sehr still und aengstlich, sie hat das Problem recht lange ignoriert. Inzwischen arbeitet sie aber mit uns zusammen und wegen ihr wissen wir auch den aktuellen Stand.
Die Alkoholsucht bei meinem Vater ging damals (Anfang 2007 etwa) so weit, dass er versteckte Vorraete hatte, haeufiger betrunken war (bei Veranstaltungen) und generell veraendert wirkte. Im Urlaub wurde des Problem offensichtlich und auch angesprochen, ein sehr emotionales Gespraech mit seinen Kindern und seiner Freundin nach einem Extremabsturz hat ihn "rumgerissen". Danach war es meinen Informationen nach "ruhig". Er hat sehr diszipliniert keinen Alkohol getrunken und sich auch mit dem Thema beschaeftigt. Wir haben alle ein Auge darauf gehalten, ob es da kein verstecktes Problem gibt. Irgendwann hat er dann wieder gelegentlich Alkohol getrunken (im Sinne von: ein Bier beim Italiener) und spaeter war er auch selten (!) betrunken auf Parties. Da uns die Erfahrungen fehlen, hielten wir das nicht fuer ein Problem und hofften darauf, dass der kritische Unterschied Kopfsache ist - ich war selber gestern noch sehr betrunken.
Letzte Woche habe ich dann erfahren, dass mein Vater im Urlaub sehr viel Kaffee getrunken hat und dieser bei einer heimlichen Kontrolle nach Alkohol gerochen hat. Daraufhin hat er zugegeben, Alkohol zu trinken. Er ist sich des Problems gewusst und hat schon eine entsprechende Notiz im Handy (was meiner Meinung nach zwar loeblich ist, aber weit entfernt von einer Loesung ist). Er hat auch zugegeben, auf der Fahrt von der Arbeit nach Hause gelegentlich etwas zu trinken, wollte aber sehr deutlich machen, dass er auf der Arbeit nichts trinkt.
Ich sehe meinen Vater sehr selten, da ich die Verwandtschaftsbesuche nicht wirklich brauche (auch bei meiner Mutter) und momentan extrem gestresst bin (Abschlussarbeit im Studium).
Vielen Dank,
Andreas |
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| Andreas1983 hat zum Thema: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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Andreas1983 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 28
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Verfasst am: 29.07.2008, 00:14 Titel: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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Welche Moeglichkeiten hat der Angehoerige eigentlich? Gerade bei "Einsteigern", die also noch arbeiten gehen koennen und ihre Sucht prima verstecken koennen, gehe ich mal davon aus, dass man den Suechtigen nicht zwingen kann. Gibt es denn spezielle Programme, die in so einer Situation zu mehr Einsicht verhelfen und den Suechtigen dazu bewegen freiwillig haertere bzw. effektivere Massnahmen zu beruecksichtigen? Die typische einsichtige Antwort duerfte sein: "Ich trinke nichts mehr" oder "Ich aendere mich". Das reicht mir aber nicht.
Danke,
Andreas |
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| Andreas1983 hat zum Thema: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6712
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Verfasst am: 29.07.2008, 02:20 Titel: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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hallo andreas
| Zitat: | | Gerade bei "Einsteigern", die also noch arbeiten gehen koennen und ihre Sucht prima verstecken koennen, gehe ich mal davon aus, dass man den Suechtigen nicht zwingen kann. |
du kannst einen süchtigen niemals zwingen, ganz egal ob er noch funktioniert oder nicht. gut, es gibt die möglichkeit der zwangseinweisung (welche aber mehr als schwer zu bekommen is und solang dein vater noch funktioniert gar nicht), begeistert bin ich von dem thema aber nicht - da der wille zur abstinenz vorhanden sein muss.
| Zitat: | | Welche Moeglichkeiten hat der Angehoerige eigentlich? |
ich weiß schon jetzt, das du meine antwort nicht hören willst, ging mir lange zeit genauso - dachte irgendwas muss ich doch tun können um meine mutter zur einsicht zu bringen.
die einzigste möglichkeit die wir haben ist reden - welche aber oft scheitert. bei mir wars definitiv so, für meine mutter hat der alkohol wohl noch seine schönen seiten (auch wenn ich sie nicht entdecken kann, muss ich auch nicht) und solange ist alles reden vergebens.
da bleibt nur eins: konzentriere dich auf dich und dein leben, nur darauf hast du einfluß - auf seins nicht, auch wenn wir kinder das gerne hätten.
ich texte dich etz erstmal gar nicht weiter zu, mich würde mal interessieren wie es dir geht. du bist hier, nicht dein vater - nur dir können wir daher auch helfen, wenn du magst. du schreibst so sachlich über das thema, aber für dich stehen doch bestimmt auch gefühle und empfindungen dahinter, kann mir nicht vorstellen das dies alles spurlos an dir vorbei geht
liebe grüße -Dani- |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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Andreas1983 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 28
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Verfasst am: 29.07.2008, 09:31 Titel: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? |
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Ich habe keine besonders grosse Lust auf Schadensminimierung bei mir und ansonsten nur Zugucken. Auch wenn man nur reden kann/darf, gibt es da unterschiede. Genau diese interessieren mich. Ich kann ihn dazu bewegen, selber aktiv zu werden. Ich kann aber auch konkrete Vorschlaege nennen, ihm sozusagen die Informationsarbeit abnehmen. Ich kann auch vorbereitet auf gewisse Situationen reagieren (auf Ausreden, Rueckfaelle, ...) und auf die ueblichen Probleme vorbereitet sein (er geht nicht zum Arzt, er tut so als waere jetzt alles OK, ...). Erfahrungen dieser Art sind mir wichtig.
Wie du schon geschrieben hast, bin ich sehr sachlich. Ich bin im Umgang mit Menschen nicht wirklich trainiert und aendere da aktiv etwas dran seitdem ich das weiss. Das ist aber ein anderes Thema.
Mir geht es ueberraschend gut, obwohl mich die Nachricht des Rueckfalls etwas geschockt hat. Das duerfte aber daran liegen, dass ich meinen Vater sehr selten sehe und nicht live mitbekomme, was er fuer Probleme hat. Es ist schon ein Unterschied alle paar Tage zu telefonieren oder sich das Geheule seiner Freundin anzuhoeren - oder gar mitzubekommen, dass er getrunken hat. So weit will ich es nicht kommen lassen, spaetestens dann waere die Belastung dann auch fuer mich problematisch. Schlimmer wird es dann, wenn ich mit mir unzufrieden bin, da ich Chancen zur Hilfe nicht genutzt habe.
Ciao,
Andreas |
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| Andreas1983 hat zum Thema: Re: Begleitung bei Selbsthilfe? geschrieben
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