| Blöde Gedanken • Mein 2. aber diesmal ehrlicher Anlauf |
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 20.07.2008, 20:25 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hallo Kawi,
ich fahre kein Motorrad um das Teil zu schrotten, aber wenn es passiert, dann ist es passiert. Dann passe ich bei einer ähnlichen Situation vielleicht besser auf. Ist zwar doof, weil ich genauso die Löffel abgeben kann, wie wenn ich nicht aufhöre zu trinken oder in einen Co-Schieflage komme, aber wenn es passiert, dann habe ich irgendwas aus irgendwelchen Gründen nicht beachtet.
Ein Unfallfreifahrschein meiner Versicherung würde mir nicht helfen, also denke ich nicht daran, sondern nur wie ich besser und sicherer fahren kann.
LG kaltblut |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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kawi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2008 Beiträge: 3041 Alter: 41 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.07.2008, 21:20 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hallo alle zusammen,
hallo Lilly12,
nein ich bin noch keine 11 Jahre trocken. 10 Jahre 8 Monate und 10 Tage.
Nein ich besuche keine reale Gruppe mehr, u.a. weil ich die Verniedlichungen nicht akzeptieren kann und will.
Aber ich erzähle es jedem der es hören will oder auch nicht.
Mir ist egal was meine Umwelt damit macht, für mich ist wichtig wie ich mich dabei fühle.
Was ist eigentlich ein Rückfall? Das erste Glas? Die Zeit wo ich vergesse dass ich süchtig bin? Meine Einstellung zu meinem Leben?
Warum kann es denn zu einem Rückfall kommen, aus verschiedenen Gründen? Welche Gründe rechtfertigen einen Rückfall?
Unsere Krankheit ist tödlich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber entscheide ich nicht selbst welchen Weg ich gehe? Wir selbst sind diejenigen die den Schritt gehen, es macht kein anderer für uns.
Warum muss ich getröstet werden, wenn ich einen Rückfall habe? Ich bin die Alkoholikerin, wenn ich trinke - trinke ich und kein anderer!
Lilly 12, ich denke - beim Aufstehen kannst Du nicht helfen – helfen kannst Du doch nur, wenn Du Deine ehrliche Meinung sagst und dein Gegenüber bereit ist, darüber nachzudenken und das Beste für sich raus zuziehen.
Roberto, ich hatte keinen Rückfall!!!!!!!!
Bis heute – auch nicht zukünftig, weil ich etwas für mich tue. Ich werde es nicht zulassen, dass diese Sucht mein Leben zerstört, weiterhin zerstört – leider habe ich erst mit 26 begriffen, was diese Sucht mit mir anstellt.
LG kawi |
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| kawi hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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clare Gast
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Verfasst am: 20.07.2008, 21:32 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hallo kawi,
ich muss schon zugeben, ich finde deine Überzeugung, dass du in Zukunft keinen Rückfall haben wirst, schon recht scharf.
Insbesondere, wenn ich an jene Leute, die ich kennenlernen durfte, denke, die nach 9 oder 10 Jahren einen Rückfall hatten.
Ich persönlich bin der Überzeugung, dass diese Krankheit sich Rückfallerkrankung schimpfen darf, schon mindestens deshalb, weil es "erlaubt", wieder aufzustehen.
Abgesehen davon: Wenn ich mir überlege, ich würde behaupten, dass dies eine Ausrede ist, dann würde ich verdammt vielen Menschen unterstellen, dass sie nicht wollen oder dergleichen.
Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand freiwillig so fertig machen möchte. Oder seine Familie.
Liebe Grüße
Clare |
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Guitarman neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.01.2008 Beiträge: 18
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Verfasst am: 20.07.2008, 22:30 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hi
Ich für meinen Teil finde die Einstellung von kawi für mich richtig.
Bei meinem Rückfall wollte ich das Bier selbst trinken, es hat mich keiner dazu gezwungen.
Allerdings muss ich auch sagen, dass dieser Rückfall und die Gedanken die ich mir hinterher darüber gemacht habe, mir deutlich gezeigt haben, dass ich Alkoholiker bin und immer sein werde. Ich schaffe es nicht, werde es nicht, will es auch gar nicht mehr schaffen, kontrolliert zu trinken. Denn dann würde ich immer noch gegen meinen Feind Alkohol kämpfen müssen und ganau das will ich nicht mehr.
Mich persönlich hat diese Erfahrung gefestigt.
Wenn ich aufhören will zu trinken, so ist das immer ein Weg den ich gehen muss. Wer kennt nicht die vorhergehenden Versuche mit Trinkpausen und was weiss ich. Und wenn jemand nen Rückfall braucht, damit er es kapiert sei er ihm gegönnt, insofern er dann auch die Konsequenzen draus zieht.
Wenn ich allerdings die Rückfallgefahr als Vorwand zum weitersaufen nehme, dann hab ich wohl noch nichts aber auch gar nichts kapiert.
Just my two Cents.
Gruss
Michael |
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| Guitarman hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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kawi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.06.2008 Beiträge: 3041 Alter: 41 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 21.07.2008, 08:44 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Guten Morgen Clare,
ich muss schon zugeben, ich finde deine Überzeugung, dass du in Zukunft keinen Rückfall haben wirst, schon recht scharf.
Was ist daran scharf?
Ich habe für mich so entschieden und ich versuche alles Mögliche um danach zu leben.
Auch ich haben Angst, Angst davor zu vergessen, was dieses Zeug aus mir gemacht hat, Angst zu vergessen wem ich alles wehgetan habe. Angst zu vergessen in welche Richtung diese Sucht geht – gerade nach den Jahren meiner Trockenheit.
Vielleicht höre ich mich ein wenig radikal an, ok. Aber welche Aklternative habe ich denn?
Ich weiß wie schwierig der Anfang für mich war, wie schwer ist es zu akzeptieren, sein restliches Leben anders zu leben, als alle anderen. Aber was ist daran anders?
Ja ich lebe heute bewusster, ich nehme meine Umwelt war. Nein – ich bin nicht perfekt – ich habe einen Makel in dieser Gesellschaft.
Na und – ich lebe in dieser Gesellschaft, aber deswegen muss ich doch nicht alles tolerieren.
Ich habe gezweifelt an mir, ich wollte es meiner Familie, in meinen Job, bei meinen Freunden - allen wollte ich es Recht machen, ich wollte perfekt sein, damit mich meine Umgebung wohlwollend aufnimmt. Ich habe funktioniert.
Heute lebe ich mein Leben.
Heute will ich nicht mehr perfekt sein – für mich ist das Selbstaufgabe.
Ich persönlich bin der Überzeugung, dass diese Krankheit sich Rückfallerkrankung schimpfen darf, schon mindestens deshalb, weil es "erlaubt", wieder aufzustehen.
Erlaubt- oder ein MUSS? Welche Alternative hast Du?
Ich glaube nicht, dass sich irgendjemand freiwillig so fertig machen möchte. Oder seine Familie.
Wer denn dann? Nur ich trinke das Glas, es kann mich keiner dazu zwingen.
Ich möchte nicht behaupten dass es ein einfacher Weg ist- für mich, aber ein schöner.
Liebe Grüsse kawi |
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| kawi hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 21.07.2008, 08:59 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Servus kawi,
ich teile Deine Radikalität, da auch ich mich ganz klar für ein Leben in Abstinenz bewusst entschieden habe. Ich möchte suchtmittelfrei leben, und niemand kann mir den Konsum irgendwelcher Suchtmittel aufzwingen - außer ich mir selbst. Also lebe ich suchtmittelfrei*.
Somit gäbe es auch für mich keinen Rückfall, sondern wenn es zum Konsum käme, dann einen bewussten, gewollten Konsum. Und der ist für mich zum Glück derzeit nicht vorstellbar, da ich mich mit meinem abstinenten Leben sehr wohl fühle.
Ich kann aber auch die Aussage verstehen, wonach der Rückfall zur Krankheit gehört.
Schließlich ist unsere Krankheit nicht heilbar, sie ist nur zum Stillstand zu bringen. Und eine/jede vorhandene Krankheit birgt das Risiko eines Rückfalls in sich, sei es Erkältung, Asthma, Gicht oder eben auch Alkoholismus.
Der einzige Unterschied (zu anderen Krankheiten) ist das eigene Zutun, der im Fall von Alkoholismus durch uns selbst gesteuert wird. Der Alkohol springt mich nicht an, ich führe das Glas schon selbst zum Mund - weil ich es so will, wenn es so ist.
LG
Spedi
*Suchtmittelfrei mit einer Ausnahme: ich gestatte mir den Konsum von weissem, raffinierten Zucker. Es gibt eine bestimmte SHG, da zählt diese Substanz als Suchtmittel. In deren Augen lebe ich also nicht 100% "frei". |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 21.07.2008, 09:17 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hallo,
die Sucht als Alibi für einen Rückfall?
Niemand ist vor einen Rückfall gefeilt, aber jeder hat es für sich in der Hand, ob er oder sie rückfällig wird.
Für mich gibt es keinen Grund zum trinken, egal wie hart die Schicksalsschläge oder das Leben ist.
Rückfall setzt ein nüchternes Leben voraus. Lebe ich eine gewisse Zeit wirklich alkoholfrei und zwinge mich nur nicht, nichts zu trinken, hat jeder die freie Entscheidung, nüchtern zu bleiben oder zu trinken.
Ich habe von Anfang der Neunziger bis zum endgültig letzten Glas, viermal ein Jahr ohne Alkohol gelebt, aber immer wieder nach diesem einen Jahr getrunken.
Heute weiß ich, dass ich nicht nüchtern leben wollte. Ich habe mich innerhalb dieses jeweils einen Jahres immer wieder auf das Trinken vorbereitet. Ich brauchte zum Schluß immer nur eine Rechtfertigung vor mir selbst, warum ich wieder trinken muß.
Wir reden hier viel über Lebensveränderungen. Dies beinhaltet aber auch gedankliche Veränderungen und Veränderungen zur Lebenseinstellung. Ich wusste damals nicht mal, was das bedeutet und habe daher meine Gedanken auch nicht geändert. Ich lebte einfach so in meiner eigenen Überzeugung, dass ich gar nicht fähig oder bereit war, neue Gedanken aufzunehmen und das hinderte mich, mich zu verändern.
Hier lesen wir ja auch oft solche Sätze wie „Ich habe mich analysiert“ oder „ich machte das ja immer so“.
Hilfe annehmen bedeutet für mich auch, dass ich bereit bin, mir einzugestehen, dass ich nichts weiß und nichts kann, was die Suchtbewältigung betrifft.
Das hat nichts mit dumm oder weniger Intelligenz zu tun, sondern damit, das ich kein Leben ohne Alkohol kenne du daher lernen muß, wie man es macht.
Trinkt jemand nach dem körperlichen Entzug wieder, will er meiner Meinung nach wieder trinken. Die Krankheit ist kein Grund, sich wieder dem Alkoholkonsum hinzugeben.
Die Aussage, dass ein Rückfall zu unserer Krankheit dazugehört, interpretiere ich so, dass es leider eben die meisten Menschen betrifft, sie also wieder rückfällig werden. Es geht ja eine Zahl von 2% um, die wohl bis zu ihrem Tod nüchtern leben. Ob diese Zahl stimmt, kann mir eigentlich auch egal sein, denn jeder ist für sich selbst verantwortlich und hat es selbst in der Hand, ob er oder sie wieder trinkt oder nüchtern bleibt.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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clare Gast
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Verfasst am: 21.07.2008, 11:29 Titel: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? |
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Hallo kawi,
ich denke, es gibt zu der Thematik unterschiedliche Einstellungen und Haltungen, und für mich sind sie alle in Ordnung, so lange ein jeder von uns dadurch trocken bleiben kann.
Ich für mich halte es als Krankheitsbild. Ich habe ein krankes Seelenleben und ich trinke. Niemand kann etwas dafür - kein Außenstehender, ich aber auch nicht.
Es ist eine gemeine und zerstörende Krankheit.
Zu behaupten, es sei keine Rückfallerkrankung, empfinde ich als Angriff. Es unterstellt - ja was eigentlich? Nicht genug Willen? Emotionslosigkeit meiner Umwelt gegenüber und mir, die ich zerstöre?
Was den Willen angeht, so glaube ich, wie schon erwähnt, nicht, dass wir uns und anderen all das antun WOLLEN.
Und jeder, der es schafft, diesen Teufelskreis zu unterbrechen, sollte froh drum sein, dass er nicht zu denen gehört, die es nicht packen.
Ich würde niemandem unterstellen, dass er ein Alibi bentüzt. Die meisten bauen Rückfälle, weil es zu dieser Krankheit dazugehört, und ich meine fast zu behaupten, es gehört zum Prozess dazu. Manche brauchen es, landen 5 - 10 - 15 mal in der Entgiftung, bevor sie es kapieren.
Wer diesen Weg nicht gehen muss, sollte sich glücklich schätzen.
Liebe Grüße
Clare |
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| clare hat zum Thema: Re: Rückfall gehört zu uns - ist das nicht ein Alibi? geschrieben
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