| Ich schreib´s mir mal von der Seele! -ein SOS-Beitrag- • Meine Eltern |
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Mery neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 26
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Verfasst am: 17.07.2008, 12:11 Titel: Meine Eltern |
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Hallo,
ich bin durch Zufall, heute, auf dieses Forum gestoßen, als ich mal wieder nach Hilfe gesucht hab.
Nochmal kurz zu mir, ich bin 23 Jahre alt und habe vor 3 Jahren meine eigene kleine Familie gegründet und bin , zum Glück, von zu Hause weg.
Es geht hier um meine Eltern.
Fangen wir an mit meinem "Sorgenkind".. meiner Mutter. Seit sie vor 10 Jahren mit dem Arbeiten aufgehört hat,trinkt sie. Ich erkenne sie seit dem nicht mehr wieder.Die Lebensfreude von ihr, alles ist weg. Sie hat auch keine Freunde mehr. Familie interessiert sie nicht. Um 10 Uhr macht sie sich die erste Flasche Bier auf. Sie liegt den Rest des Tages vor dem Fernseher.Eine Falsche Bier nach der anderen. Sie isst nicht. Trinkt nichts anderes ausser Bier. Sie geht auch nicht ins Bett,wenn man ihr nicht sagt das sie ins Bett gehen soll. Mitlerweile hat sie im ganzen Gesicht, rote Flecken. Was hat das zu bedeuten? Das Fernsehprogramm kriegt sie gar nicht mehr mit. Sie starrt an die Wand. Lacht. Redet mit sich selbst. Sie hört stimmen und pfantasiert. Sie hat schlimmste Wahnvorstellungen. Mal ist sie die Prinzessin von irgendeinen Land, mal hat sie Millionen auf dem Konto. Für andere ist sie nicht mehr ansprechbar.
Beim Autofahren greift sie oft ins Lenkrad..weil "DIE" hinter ihr her sind. Keine Ahnung wer "die" sind. Wir sind blos alle bescheuert weil wir "die" nicht sehen.
Ab und zu ist sie agressiv. Sie geht wie eine Furie auf meinen Vater los. Und auch mich hat sie schon angegriffen. Als ich mit meinem ersten Kind Schwanger war hat sie mir eine Schüssel an den Kopf geworfen. Diese kleine dürre Frau hat eine wahnsinns Kraft kann ich euch sagen.
Zweimal war sie bereits in einer Psychatrie. Freiwillig sogar.
Bei den Psychologen hat sie sich Verhalten als wenn nichts wäre. Sie war der netteste Mensch, frei von Wahnvorstellungen usw.
Also ging sie nach 2 Tagen wieder nach Hause und es wurde immer schlimmer.
Die Psychologen meinten zu uns,das doch alles normal wäre und sie uns nicht helfen könnten.
Wie schafft man es blos einem Psychologen etwas vorzuspielen????
Ich bin, endlich ausgezogen. Seit meinem Auszug bemerke ich wie schlecht es jedoch meinem Vater geht. Er hat auch angefangen zu trinken. Er flüchtet viel auf die Arbeit. Freunde hat er auch nicht mehr.
Er hat keine Kraft mehr was zu tun.
Körperlich baut er immer mehr ab. Seine Diabetestabletten nimmt er nicht mehr, weil er sie nicht mehr bezahlen kann. Er hat sich hoch verschuldet. Denn meine Mutter trinkt einen Kasten Bier am Tag und raucht 5 Packungen Zigaretten.
Soll ich meinen Eltern tatenlos beim Sterben zusehen?
Es tut so furchtbar weh das alles zu schreiben. Ich habe doch niemanden mit dem ich darüber reden kann. Und ich kann das so nicht mit ansehen.
Warum ist meine Mutter oft so "klar" und flüchtet sich dann wieder in irgendwelche Wahnvorstellungen?
Was kann ich tun?
Bitte helft mir. |
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| Mery hat zum Thema: Meine Eltern geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 226 Alter: 42 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 17.07.2008, 13:24 Titel: Re: Meine Eltern |
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Hallo Mery,
erstmal herzlich willkommen hier im "Kinderforum", schön, dass Du hergefunden hast.
Ich nehme an, Du hast Dir schon die eine oder andere Geschichte von anderen Leidensgenossen durchgelesen!?! Wenn nicht, dann lies Dich hier mal ein bisschen ein und stell auch gern jederzeit Fragen, wenn Du etwas nicht verstehst oder Dir was unklar ist.
Ganz kurze lapidare Antwort: Für Deine Eltern gar nichts, Du kannst nur für Dich und Deine kleine Familie etwas tun. Du und nur Du kannst dafür sorgen, dass die ganze Sch.. nicht auch noch Deine eigene Familie in Mitleidenschaft zieht.
Ich ahne, dass das nicht das ist, was Du hören wolltest, und es tut verdammt weh, sich die Konsequenzen davon klar zu machen. Aber: 1. DU bist das Kind, um das sich die Eltern kümmern müssen/sollten, nicht umgekehrt. 2. Deine Eltern sind erwachsen, sie können (und sollen) für sich selbst entscheiden, wie sie ihr Leben (oder das, was sie dafür halten ) gestalten. Wir können u.U. unterstützen, wenn sie eine Entscheidung getroffen haben, eine Entscheidung herbeiführen können (und sollten) wir auch im eigenen Interesse nicht. 3. Der Alki muss selbst erkennen, dass er ein Problem hat und es auch selbst angehen wollen. Dafür müssen die meisten von ihnen erst den sog Tiefpunkt erreichen. Für einige ist dies bereits die Abnahme des Führerscheins, für den nächsten die Kündigung beim Job oder die Scheidung, andere erreichen diesen Tiefpunkt erst, wenn sie 2m unter der Grasnarbe angekommen sind, wenn Du verstehst, was ich meine..!!
Das dazu.
Wie weit wohnst Du denn von Deinen Eltern entfernt? Oder um deutlicher zu werden: Bist Du "weit genug" weg??
Ich würde Dir nämlich zwei Dinge wärmstens empfehlen:
1.Versuche, möglichst Distanz zu Deinen Eltern aufzubauen (räumlich wie emotional), will heissen, wenn Du regelmässig nach ihnen schaust, möglicherweise sogar ihre Wohnung aufräumst und ihnen allerlei alltägliche Dinge abnimmst werden sie NIE mit dem Saufen aufhören, wozu auch, es funktioniert doch auch alles mit Saufen. Nur Du gehst mit unter.
2.Und gehe bitte zu einer Suchtberatung, einer realen Selbsthilfegruppe (SHG) (für Angehörige) oder zur Not zu Deinem Hausarzt, ich denke nämlich, dass Du Dir professionelle Hilfe FÜR DICH suchen solltest.
Wie gesagt, für Deine Eltern (auf jeden Fall für Deine Mutter) kannst Du nichts tun ausser, Dich selbst in Sicherheit zu bringen. Wie weit schätzt Du steckt Dein Vater schon mit drinnen?? Ziemlich, schätz ich, wenn ich lese, dass er seine Diabetis Tabletten nicht mehr einnimmt. Vielleicht kannst Du ja mal mit ihm reden und ihn "mitnehmen". Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ausschliesslich am Geld liegt, dass er die Medis nicht mehr nimmt. Wenn's nur das ist, da gibt's sicher Mittel und Wege (Sozialamt??).
| Zitat: | | Zweimal war sie bereits in einer Psychatrie. Freiwillig sogar. | Natürlich freiwillig, um Euch zu zeigen, dass Ihr Unrecht habt und sie gar kein Alk Problem hat. | Zitat: | | Wie schafft man es blos einem Psychologen etwas vorzuspielen???? | Unsere Pappenheimer sind die besten Schauspieler, wenn's darum geht, an ihrer Situation nichts ändern zu müssen. | Zitat: | | Ich habe doch niemanden mit dem ich darüber reden kann. | Doch, Uns..!!! Nee, Scherz beiseite, es ist schon wichtig, dass man sich zu dem, was einem auf dem Herzen liegt, austauschen kann. Hast Du Geschwister?? Wie sieht's bei Deinem mann aus, kannst Du mit ihm über das Thema reden oder blockt er's ab?? Freunde?? Sonstige Verwandte??
Du hast sehr viel über Deine Eltern erzählt, aber nur wenig, wie's Dir dabei geht. Wenn Du magst, schreib hier ruhig alles rein, was Dich bedrückt, mir hat's jedenfalls geholfen, meine Gedanken und Gefühle erstmal einzuordnen, und man ist den ganzen Kram erstmal los..!!
Ich wünsch Dir jedenfalls ganz viel Kraft für die nächste Zeit
Liebe Grüße und bis bald
Der Insulaner |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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Mery neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 26
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Verfasst am: 17.07.2008, 14:23 Titel: Re: Meine Eltern |
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Hallo und vielen dank für deine Antwort.
Da fliessen mir doch glatt die Tränen. Das letzte mal das sich jemand um mich "gekümmert" hat ist ja schon Jahre her.
Ich habe mich hier schon "umgelesen" und muss sagen, ich wollte es nicht lesen. Ich kriege es nicht in meinen Kopf das ich nichts tun kann.
Ich wohne ungefähr 45 Minuten von meinen Eltern weg. Meine Mutter kommt mich auch nicht besuchen. Nur mein Vater. In der letzten Zeit auch öfters. Wir telefonieren auch dreimal täglich miteinander. Er hilft mir oft und ich habe das Gefühl das es ihm gut tut mal nicht bei meiner Mutter zu sein.
Es macht mich tierisch fertig zu sehen wie schlecht es ihm geht.
Ich kann ihm das aber nicht sagen.Warum auch immer.
Ich habe keine Freunde mehr. Wenn man 24 Stunden am Tag nur für seine Mutter da ist, bleibt sehr wenig Zeit. Ich konnte ja auch niemanden mit nach Hause nehmen.
Ich kann noch nicht mal meine Kinder zu meinen Eltern bringen um für eine Stunde auf sie aufzupassen.
Ist es nicht traurig zu wissen, das man seinen eigenen Eltern nicht zu trauen würde auf die eigenen Kinder aufzupassen?
Was bei mir komisch ist ist, ich habe Angst vor Alkohol. Ich trinke keinen Alkohol (gut, zur Zeit bin ich eh schwanger) aber auch sonst. Habe bis jetzt höhstens mal genippt. Ich koche nicht mit Alkohol und esse nichts wo er drin enthalten ist. Ich habe totale Angst davor. Warum?
Das schlimme ist, ich werde wahnsinnig wenn mein Mann was trinkt. Er trinkt absolut gesittet, vielleicht ein Glas im Monat. Aber es macht mich wahnsinnig.
Er selbst hat einen Alkoholkranken Vater und einen Alkoholkranken Bruder. Und er hat den Kontakt abgebrochen zu ihnen.
Ich habe Angst das meine Kinder das erben
Was ist denn wenn meine Mutter mal wieder pfantasiert und meinem Vater was antut? Dann mache ich mir doch sicher Vorwürfe weil ich nichts getan habe um es zu verhindern.
Ich weiß das sie erst selbst merken muss das sie Hilfe braucht. Ich frage mich nur ob das noch kommt bevor es zu spät ist?
Sind es viele, die so sterben?
Ich kann nachts nur noch schlecht schlafen. Ich warte quasi auf den Anruf der mir sagt das einer der beiden im Krankenhaus liegt oder stirbt.
Ich sage mir die ganze Zeit das ich was tun muss.
Als ich sie das letzte mal gesehen hab ist mir ganz übel geworden. Das Gesicht ist aufgedunsen, diese komischen Flecken im Gesicht. Sie wirkt so klapprik und kraftlos. Aber sie hat doch manchmal so klare Momente, in denen man mit ihr reden kann, wie mit einem Menschen und nicht mit einem Baby.
Wie du siehst.. es geht mir im Moment nicht gut. Am liebsten würde ich beide packen und in eine Klinik bringen. Aber das geht ja nicht.
Danke das du mir geschrieben hast, wirklich  |
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| Mery hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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loreen1 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.07.2008 Beiträge: 3161 Alter: 46
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Verfasst am: 17.07.2008, 15:25 Titel: Re: Meine Eltern |
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| Hallo Mery, ich bin auch erst wenige Tage in diesem Forum und ich bin auch so froh, einen Platz zu haben wo man endlich mal alles loswerden kann. Auch ich trinke gar keinen Alkohol und habe sogar richtig Angst davor. Bei mir ist es mein 75 jähriger Vater der schon seit ich denken kann süchtig ist. Es tut einfach nur gut die Beiträge hier zu lesen und sich immer wieder zu finden. Vieles in meinem Leben wie ich mich anderen gegenüber verhalte, sehe ich hier wieder. Auch ich habe keine Freunde da ich ja immer mit diesem Co dasein beschäftigt war. Ich habe meine beiden Mädchen verloren und deshalb möchte ich dir gerne den Rat geben, sorg dich um deine Familie deinen Eltern wirst du nicht helfen können. Weiß das hört sich blöd an aber ich denke wenn ich nicht so ein absoluter CO gewesen wäre, hätte mein Leben einen anderen Verlauf genommen. Denk an deine Familie und dich. lg Loreen |
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| loreen1 hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 226 Alter: 42 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 18.07.2008, 10:42 Titel: Re: Meine Eltern |
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Hey Mery,
Deine Angst vor dem Alk kann ich gut verstehen, Du gibst ja sozusagen dem Alk die Schuld an der Misere, in der Ihr Euch gerade befindet. Es ist auch vollkommen OK, solange Du Dich da nicht zu sehr reinsteigerst. Den Eindruck hab ich nämlich, weil Du so krass drauf reagierst, wenn Dein Mann mal ein Gläschen getrunken hat und Du den Alk so vehement aus Deinem Alltag zu verbannen versuchst.
Vielleicht nimmt es Dir ein bisschen die Angst, wenn ich Dir sage, dass Alkoholismus an sich erstmal nicht erblich ist. Zwar vererbt sich die "Anfälligkeit" für Süchte im Allgemeinen, was draus wird ist aber grösstenteils eine Erziehungs- bzw genau genommen eine Gewöhnungs- und Umfeldfrage. Ich versuch mal, das am Beispiel Rauchen (ja, auch eine Sucht) zu verdeutlichen. Ob ein Kind später mal Raucher sein wird oder nicht hängt mehr davon ab, ob in seinem Umfeld Rauchen zum Alltag gehört oder nicht als von seinen vererbten Eigenschaften. Will heissen, nur, weil es in der Familie einen Alki gibt heisst das noch lange nicht, dass jedes Kind dieses Menschen beim puren Anblick von Alk sofort auch zum Alki wird. Wie gesagt, die "Empfänglichkeit" für Süchte ist vererbbar, nicht aber die Sucht an sich. Den grösseren Einfluss hat das Umfeld!!! (Hoffe, ich hab das jetzt so formuliert, dass man's verstehen kann..)
Was die Sterberate angeht (aber wir wollen ja nicht gelich den Teufel an die Wand malen) würd ich Dir mal Google bzw Wiki empfehlen, Suchbegriffe Leberzirrhose, Korsakov Syndrom, Alkoholismus, da werden sicher auch irgendwelche Statistiken zu finden sein. Die Dunkelziffer wird aber sicher noch um einiges höher liegen, weil Alkis häufig (zumindest phasenweise) alles ausser saufen vernachlässigen, und dann der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht. Auf dem Schein wird dann aber nicht Alk als Ursache stehen sondern sowas wie Nierenversagen, Sturz, Herzinfarkt, Schlaganfall, was auch immer. Ist kein schönes Thema, deshalb hör ich auch auf damit..!!
Hm, Dein Vater hat anscheind "nur" resigniert, weil er am Zustand Deiner Mutter nix ändern kann, sich aber genau wie Du (noch) für verantwortlich oder gar Schuld hält. Wie oft ist er denn so bei Euch?? Gibt es evtl die Möglichkeit, dass Ihr ihn für eine gewisse Zeit zu Euch nehmt?? Natürlich nur, wenn er will. Dazu müsstest Du aber versuchen, mit ihm zu reden und zwar auch und besonders über das Thema Alk und darüber, wie Du seine Situation einschätzt und wie Du Dich dabei fühlst. Wenn Du's mit Reden nicht schaffst, weil Du Dich nicht traust oder es Dir unangenehm ist könntest Du ja auch einen Brief an Deinen Vater schreiben. Ob Du ihm den dann schickst oder gibst oder ihn für Dich behälst ist eigentlich einerlei, wichtig ist, und das hat vielen hier geholfen, dass Du einmal all Deine Gedanken zu dem Thema sammeln und ordnen kannst.
Zwingen kannst Du ihn natürlich auch nicht, wenn er nicht will musst du ihn gewähren lassen, aber mir scheint, als ob bei ihm noch nicht alle Messen gesungen sind..!! Hoffentlich!!! Aber überfordere Dich nicht, tu nur, was Du auch wirklich zu leisten im Stande bist. Aber das mit dem Brief bzw dem Gespräch würd ich auf jeden Fall machen, und wenn es nur dazu dient, Dein Gewissen zu beruhigen.
Du hattest gar nicht geschrieben, wie Dein Mann die ganze Sache sieht und ob Du mit ihm offen darüber reden kannst. Offenheit ist eine wichtige Voraussetzung für den Umgang mit der "Familienkrankheit Alkoholismus".
Was hast Du denn in letzter Zeit so für Dich (und nur für Dich) getan?? Ich mein, Du bist schwanger, da kannst Du doch eigentlich alles gebrauchen, was Dir bzw Euch gut tut, oder??
Kopf hoch, das wird schon..!!!
Ich wünsch Dir ganz viel Kraft
Ganz liebe Grüße
Der Insulaner |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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Mery neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.07.2008 Beiträge: 7 Alter: 26
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Verfasst am: 21.07.2008, 13:03 Titel: Re: Meine Eltern |
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Vielen dank nochmal für die netten Antworten. Ich hätte wirklich nicht gedacht das mir jemand antwortet!
Ja mein Mann, das ist so ne Sache. Sicher rede ich mit ihm offen darüber, aber er sagt auch ich sollte etwas mehr Abstand zu meinen Eltern gewinnen, da es mich immer total fertig macht und das nicht gut wäre.
Ich wollte das aber nie wahrhaben.
Vor kurzem wollte mein Vater uns besuchen kommen. Wir haben ihn abgeholt und er war , meiner Meinung nach, gut angeheitert. Ich habe gesagt er kommt mir so nicht mit. Er hat ein riesen Theater gemacht, ich könne ihn mal, bräuchte mich nicht mehr melden, wie könnte ich nur sowas behaupten er hätte ein Bier getrunken nach seinem Feierabend das dürfte er ja wohl usw halt. Ich weiß nicht ob ich überreagiert habe, aber ich wollte ihn so nicht mitnehmen.
Mitlerweile setzt er sich öfters wenn er frei hat in den Zug und kommt zu uns. Ich denke er benutzt das um von meiner Mutter abstand zu gewinnen. Allerdings ist mir letzte Woche bald der Kragen geplatzt. Er brachte sich Bier mit und machte sich um 12 Uhr morgens eins auf.
Darauf hin hat mein Mann ihm gesagt das er bei uns nicht trinken soll. Er war beleidigt und meinte darauf hin "Gut dann komme ich nicht mehr".
Das das nun soweit bei ihm fortgeschritten ist ,erschreckt mich.
Danke das du mir das mit der Vererbarkeit gesagt hast. Ich habe ziemliche Angst davor genauso zu werden wie meine Eltern.
Deswegen reagier ich wohl auch immer so stark auf Alkohol.
Nein das mit der Sterberate ist wirklich kein schönes Thema. Aber ich denke, das zumindestens meine Mutter bald sterben wird und es ist mir lieber ich bin "vorbereitet" und weiß dann das sie krank war, anstatt das es mich aus heiterem Himmel trifft.
Ich habe nach den Begriffen die du mir genannt hast gegooggelt und ich muss sagen, Erschreckender weise deckt sich hier doch einiges.
Ich hätte das nicht gedacht. Hätte ich das denn irgendwie verhindern können??
Warum kann ich sie nicht nehmen und in eine Klinik stecken?
Und warum hat sie mir so oft gesagt das ich Schuld bin
Ich muss zugeben, ich habe mich nie wirklich damit beschäftigt. Aber es ist eine furchtbare Krankheit und je mehr ich darüber lese desdo mehr fällt mir auf das man mehr darüber aufklären müsste  |
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| Mery hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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marinajako sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 1404 Alter: 37 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 21.07.2008, 13:25 Titel: Re: Meine Eltern |
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Hallo Mery,
das mit deiner Familie tut mir sehr leid und ich kann dir auch nur raten Abstand zu gewinnen du hast jetzt deine eigene kleine Familie so schwer es auch ist aber du kannst niemanden Helfen der keine Hilfe will.
Ich weiß wie blöd das ist besonders wenn man kleine Kinder hat und vielleicht auch mal Unterstützung durch Großeltern bräuchte ich kenne das gut. Ich kann unsere Kinder auch nicht bei den Großeltern (wegen der Sauferei) abgeben. Weder bei Schwiegereltern nocht bei meinen Eltern (dafür hab ich aber zwei tolle Kindermädchen).
Liebe Grüße und herzlich willkommen hier
Marina |
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| marinajako hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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Insulaner neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.02.2008 Beiträge: 226 Alter: 42 Wohnort: Falkensee
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Verfasst am: 22.07.2008, 14:05 Titel: Re: Meine Eltern |
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Hey Mery,
So, ich hab jetzt einen Moment Zeit und will mal Deine Fragen "auseinanderdröseln"!!
Zuerst mal zu Deinem Mann: Er vertritt also schon die Position, die wir hier auch grösstenteils vertreten, nämlich, dass Abstand zum Alki so ziemlich das einzige ist, was man als Alki kind machen kann. Damit hast Du so gesehen auf jeden Fall schonmal einen Verbündeten und musst nicht auch ihn erst noch vom Handeln (für Euch) überzeugen.
| Zitat: | | Ich weiß nicht ob ich überreagiert habe, aber ich wollte ihn so nicht mitnehmen. |
Nein, hast Du sicher nicht. Du hast Dich für das einzig richtige entschieden.
| Zitat: | | Hätte ich das denn irgendwie verhindern können?? |
Die Antwort kennst Du: NEIN..!!! Oder hast Du Deiner Mutter die Flasche an den Hals gehalten??
| Zitat: | | Warum kann ich sie nicht nehmen und in eine Klinik stecken? | Das kannst Du gern probieren, aber Zwangseinweisungen haben nur ganz selten Erfolg, weil Zwang und Wille (nämlich der Wille, kein nasser Alki mehr sein zu wollen) einfach nicht zusammen passen. Ausserdem hast Du dann noch rechtliche Schwierigkeiten, denn selbst ein Arzt oder ein Rettungswagenfahrer darf sie nicht einfach ins Khs einweisen, sofern keine akute Gefahr besteht. Im Zweifel wird der Arzt/RTW-Besatzung Deine Mutter fragen, ob sie ins Khs will, und wenn sie Nein sagt, dann fahren die wieder weg. Es ist in Deutschland nicht verboten, sich totzusaufen..!!
| Zitat: | | Und warum hat sie mir so oft gesagt das ich Schuld bin | Ganz einfach; Wenn sie jemand anderem die Schuld daran geben kann, dass sie säuft (saufen muss!!), dann braucht sie an der Situation auch nix zu ändern. Hinzu kommt das gute alte IAS-Syndrom (IAS= Ich Arme Sau), von dem auch gern Alkis (aber nicht nur!!) "befallen" werde, will sagen, "mir geht's so schlecht, weil mich alle anderen schlecht behandeln und ungerecht zu mir sind, deswegen MUSS ich ja saufen"..
| Zitat: | | Aber es ist eine furchtbare Krankheit und je mehr ich darüber lese desdo mehr fällt mir auf das man mehr darüber aufklären müsste |
Da hast Du ein wahres Wort gesprochen..!!! Vor allem vor dem Hintergrund, dass alle Nase lang irgendwelche Kiddies mit Promillewerten aufgegriffen werden, wo mancher Langzeitalki von "träumt" Ich sage nur "Flatratetrinken"
Was Deinen Vater angeht so hab ich das wohl fehleingeschätzt. Er scheint zwar instinktiv zu merken, dass er sich besser fühlt, wenn er von zu Hause flüchtet, aber der Alk spielt offensichtlich (sonst würde er nicht jedesmal so ein Theater machen) eine sehr grosse Rolle, auch er ist (derzeit) in keinster Weise einsichtig, dass es evtl nicht normal sein könnte, wenn man sich mittags um 12 eine Flasche Bier aufmacht, mal davon abgesehen, dass er sicher ein ganz bestimmtes Bild von einem "Alkoholiker" hat; das sind für ihn wahrscheinlich die "Penner" (PC wäre "Obdachlose") am Bahnhof oder den anderen bekannten Plätzen, aber er doch nicht.
So, ich hoffe, das beantwortet das eine oder andere..!?!?!?
Ich hoffe, es geht Dir (bzw Euch) gut, wenn Du magst, schreib mal wieder was, gern auch, wenn's Dir gut geht. Auch daran haben wir gern teil (genau genommen viel lieber!! )
Alles Liebe und bis bald
Der Insulaner |
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| Insulaner hat zum Thema: Re: Meine Eltern geschrieben
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