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Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig

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loreen1
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 3161
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 15.07.2008, 00:05    Titel: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kokos, ich kann aus meiner Erfahrung nur das sagen, egal was du als Kind sagen wirst, deine Mam trinkt weiter. Wie oft habe ich geheult, gebettelt, geschrien, alles umsonst.
Wenn sie aufhören will, kann nur sie entscheiden. Ich meine du wirst ihr helfen, wenn du sie allein lässt, weil es sehr schmerzt von seinem Kind verlassen zu werden. Vielleicht mehr als ohne Alk zu leben. Du musst dein Leben leben glaub mir, ich habe meinen Vater bis heute nicht gelassen, und bereue es. Geh zur Beratung und lass DIR helfen, deine Mama muss sich allein helfen. LG Loreen
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loreen1 hat zum Thema: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 15.07.2008, 14:53    Titel: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kokos,

auch von mir herzlich willkommen, wir haben uns gestern Abend ja auch schon kurz im Chat gesehen.

Zitat:
Wäre denn die direkte Wahl wenn diese oder nächste Woche denn das richtige? Oder reagieren dann Suchtkranke nicht gut drauf?


Was das richtige ist kann Dir niemand sagen, weil niemand Dich, Deine Situation und die Zukunft kennt, weil niemand Du ist. Es kommt darauf an was Du willst. Ich weiß, Du willst, dass Deine Mutter aufhört zu trinken und Du den warmherzigen, intelligenten, netten und lieben Menschen wieder haben willst, der sie ohne Alkohol ist. Das wollte ich auch, es tut weh zuschauen zu müssen, wie das ganze Wesen, der ganze Mensch dem man liebt dem Alkohol geopfert wird. Doch darauf hast du keinen Einfluss, dass hat nur Deine Mutter in der Hand.

Sich von einem Alkoholiker zu trennen, auszuziehen oder den Kontakt abzubrechen ist so eine Sache. Ich weiß, dass das oft geraten wird und habe da so meine eigenen Erfahrungen mit gemacht. Für mich ist das nicht die Lösung aller Probleme. Warum darauf komme ich noch.

Als ich angefangen habe mich zu öffnen, etwas für mich zu tun, andere um Rat zu fragen, habe ich auch sehr häufig zu hören bekommen, brich den Kontakt zu Deiner Mutter ab. Dann geht’s Dir besser und sie wird wach und hört auf zu trinken.

Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen den Kontakt zu meiner Mutter abzubrechen. Ich konnte mir nicht vorstellen wie ich weitermachen sollte, wenn ich nicht wüsste wie es ihr geht und ich konnte mir auch nicht vorstellen was mit ihr passiert, wenn ich nicht mehr für sie da bin. Auf der anderen Seite konnte ich einfach nicht mehr, mich immer nur um meine Mutter zu kümmern, für sie da zu sein und mich vollkommen zu vernachlässigen, hatte mich ans Ende meiner Kräfte gebracht. Ich wollte nur noch raus aus der Situation, ich wollte das alles nicht mehr haben und nur noch loswerden und das so schnell wie möglich. Ich konnte einfach nicht mehr und war verzweifelt.

Also habe ich irgendwann nachgegeben, schließlich hatte ich ja oft genug gehört, dass es helfen sollte und gut für mich ist. Ich wusste mir selbst nicht zu helfen, also habe getan was andere gesagt haben, wie so oft in meinem Leben. Außerdem wollte ich die schnelle Lösung, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Ich habe meine Mutter vor vollendete Tatsachen gestellt und wollte drei Wochen von ihr nichts hören und nichts sehen.

Es waren die drei schlimmsten Wochen der ganzen Jahre für mich. Es hat nichts verbessert, nur verschlimmert. Ich habe gelitten, es ging mir nicht besser. Es ging mir schlechter und ich habe die Tage gezählt bis die 3 Wochen rum waren. Und ich habe mich sogar im Anschluss für mein Verhalten entschuldigt, nicht mit Worten, aber mit Taten. Vor lauter schlechtem Gewissen, was ich meiner Mutter angetan habe, habe ich anschließend noch besser funktioniert. Diese Aktion hat gar nichts gebracht, es hat meine Situation nur verschlimmert.

Es nicht funktioniert, weil es die schnelle Lösung nicht gibt. Es hat Jahre gebraucht um mich dahin zu bringen, dass ändert sich nicht mal so, dass dauert. Es hat nicht funktioniert, weil ich es nicht für mich getan habe. Ich hatte gehofft, bei ihr etwas zu verändern, dass ich bei mir etwas ändern musste, dass habe ich zu dem Zeitpunkt gar nicht gesehen. Es hat nicht funktioniert, weil ich den Sinn eines solchen Kontaktabruches für mich nicht gesehen habe. Dazu war ich viel zu sehr auf meine Mutter fixiert. Es hat nicht funktioniert, weil es nicht wirklich mein Wunsch war, ich nicht aus innerer Überzeugung gehandelt habe, sondern weil ich getan habe was andere mir sagen. Wie auch schon all die Jahr vorher, ich habe getan was andere sagten oder was ich glaubte andere von mir erwarteten. Ich wusste gar nicht mehr wie das funktioniert auf mich zu hören und auf mich Rücksicht zu nehmen. Ich wusste gar nicht mehr wie sich das anfühlt etwas zu wollen und dafür zu sorgen, dass ich es bekomme, ein eigenes, zufriedenes und erfülltes Leben.

Ich bin weiter in die SHG gegangen, habe meine Therapie weitergeführt und mich hier aufgehalten, habe etwas für mich getan, nicht für meine Mutter. Irgendwann nach und nach, fing ich an meinen eigenen Wert, meine Bedürfnisse zu sehen. In diesem Zuge habe ich den Kontakt zu meiner Mutter immer weiter beschränkt, weil es mein Bedürfnis war und es ging mir besser. Diesmal hat es geklappt, weil ich einen Sinn darin gesehen habe, weil ich es für mich getan habe. Ich habe den Kontakt meinen Bedürfnissen angepasst und nicht dem was andere gesagt haben.

Im Grunde ist es auf das Gleiche hinaus gelaufen, der Kontakt zu meiner Mutter war nahezu abgebrochen, doch weil ich es wollte, weil es mein Bedürfnis war, weil ich überzeugt war es ist gut für mich und nicht weil andere es mir gesagt haben.

Es ist nicht gut einfach einem Rat zu folgen, weil man hofft es ändert sich was. Man sollte sich vorher Gedanken über die Konsequenzen machen. Ich hatte das nicht getan und bin derbe auf die Schnauze gefallen.

Eine räumliche Trennung zwischen sich und den Alkoholiker zu bringen reicht nicht, man muss auch was für sich tun. Sonst hat das alles keinen Sinn. Zu glauben, ohne den Alkoholiker geht’s mir besser und ihn damit für meine Misere verantwortlich zu machen, ist der falsche Weg. Ich bin für mein Leben und mein Wohlbefinden verantwortlich. Es ist wie beim Alkoholiker, nur nichts trinken reicht nicht.

Sicherlich ist es besser wenn Du bei Deiner Mutter ausziehst. Doch überstürze nichts in der Hoffnung auf eine schnelle Lösung oder das Du dadurch eine Änderung bei Deiner Mutter erwirkst. Dass der Alkoholiker unter diesen Umständen aufhört zu trinken oder wach wird kann keiner garantieren. Kann, muss aber nicht, es kann auch schlimmer werden, dass weiß eben niemand vorher. Das sollte der letzte Grund sein warum Du ausziehst. Es ist der verkehrteste überhaupt, denn man tut es nicht für sich, sondern für andere. Dieses Verhalten hat ja vorher schon nicht zum Erfolg geführt.

Wenn es Dir helfen soll, dann weil Du es willst und für Dich tust, denn es geht hier um Dich nicht um sie. Selbst dann ist es noch schwer genug. Denn es geht hier immerhin um die eigene Mutter, die verlässt man nicht mal eben und da geht man nicht mal eben, selbst wenn man feststellt es geht einem besser damit. Ich spreche da aus Erfahrung.

Ob Du nun bei Ihr bleibst, weil sie Dir versprochen hat etwas zu tun oder Du ausziehst, weil sie nichts tut und Du hoffst, dass sie dann etwas unternimmt, Du tust etwas für sie, nicht für Dich. Denk an Dich und tue das, von dem Du überzeugt bist, dass es für Dich das richtige ist. Wenn Du meinst es ist gut für Dich zu Deinem Vater zu ziehen, tue auch das. Die Trennung ist eine Sache zwischen Deinen Eltern. Ich weiß auch, wie sowas ist, aber wenn Du auf die Gefühle Deiner Eltern Rücksicht nimmst in dieser Beziehung gehst Du unter. Es ist kein Fehler wenn Du an Dich denkst, es ist richtig.

Deine Mutter ist erwachsen, sie kann auf sich selbst aufpassen und für sich sorgen. Wenn sie trinken will, wird sie trinken und nichts was Du tust oder sagst wird daran etwas ändern. Wie sie aufhören will, wird sie auch das tun, aber nur wenn sie will. Diesen Willen kannst Du nicht erzwingen.

Ich finde es eine gute Idee zur Suchtberatung zu gehen und zwar für Dich. Rede mit den Leuten da. Zum einen tut es einfach gut, sich mal alles von der Seele reden zu können und vielleicht haben sie Ideen und Ansätze für Dich auf die Du sonst nicht gekommen wärst. Mach das ruhig mal, es kann nicht schaden.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig geschrieben
marinajako
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.06.2008
Beiträge: 1404
Alter: 37
Wohnort: daheim

BeitragVerfasst am: 15.07.2008, 16:31    Titel: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kokospalme,

ich kann Dir nur raten geh so schnell wie möglich zu einer Beratungsstelle und seh an erster Stelle dich. Du mußst da raus und das möglichst schnell.

Marina
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marinajako hat zum Thema: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig geschrieben
Kokospalme
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 26.06.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 15.07.2008, 16:39    Titel: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die Tipps. Wollt heut hin hab das aber dummerweise net gefunden hab mir das nochmal angeschaut und werd wohl heut meiner Mutter die Pistole auf die Brust setzen!


Ich berichte wie es lief.

gruß Kokos
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Kokospalme hat zum Thema: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig geschrieben
Kokospalme
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 26.06.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 16.07.2008, 12:48    Titel: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Meine Mutter ist bereit dahin zu gehen ohne großes Murren.
Leider hat die Drogenberatung erst ein Termin nächste Woche Freitag frei.
Dort muss sie leider zum Rechtsanwalt und ich bin ab Donnerstag im Urlaub jetzt bin ich am überlegen. Wenn sie das irgend wie hinkriegen sollte dahin zu gehn meinem Bruder bescheid zu sagen das der mitkommt oder das ganze zu verschieben. Leider macht meine Mutter 2 Wochen Vertretung für jemand anders deswegen ist das alles etwas schlecht.


gruß Kokos
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Kokospalme hat zum Thema: Re: Sohn sucht hilfe/ist angewidert und traurig geschrieben

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