| Kosten für Langzeittherapie bei Selbständigen • Entzugsklinken? |
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Dorfweib neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 16.09.2005 Beiträge: 18
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Verfasst am: 23.10.2005, 10:42 Titel: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? |
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Hallo, guten morgen.
Wie meint ihr, sind die Erfolgsaussichten bei jemandem, der bestreitet, dass er Alkoholiker ist und per Gerichtsbeschluss zu einer Langzeittherapie
" verdonnert " wird?
Warum haben diese Leute - welche Chancen?
Ich habe während meiner Langzeittherapie solche Menschen getroffen und hörte oft als Argument, warum sie denn die Therapie machen, dass sie anderenfalls ins Gefängnis gehen müssten.
Grüße Amanda |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 23.10.2005, 10:47 Titel: Re: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? |
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Hallo,
ich kenne auch solche Menschen, die auf §35/36 des BTMG eine Therapie machen.
Diese Art der Motivation, Therapie statt Strafe halte ich für rausgeschmissenes Geld und ist auch schlecht für die anderen Therapieteilnehmer, weil diese meist erst so von dieser Möglichkeit erfahren und die Hemmschwelle der Beschaffungskriminalität dadurch noch mehr sinkkt.
Bei Alkohol gibt es sowas aber meiner Meinung nach nicht. |
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honda-daddy Gast
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Verfasst am: 23.10.2005, 11:47 Titel: Re: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? |
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Hallo
Auch sogenannte ,,knackies,, haben in ,,meiner,, suchtklink therapie gemacht. Meine meinung nach sollten diese leute in der haftanstalt therapie bekommen, denn diese leute sahen nicht ,,nur,, bedrohlich aus, haben auch ein bedrohliches verhalten an den tag gelegt. Sie gaben uns gegenüber auch offen zu, das therapie ein luxusleben gegenüber dem knast ist. .........schade solche leute nehmen einen der wirkliche hilfe will den platz weg, wird statt strafe noch belohnt. |
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| honda-daddy hat zum Thema: Re: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? geschrieben
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Joachim Gast
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Verfasst am: 23.10.2005, 11:49 Titel: Re: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? |
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Hallo Amanda,
ich habe auch wärend meiner stationären Therapie einen Alkoholiker kennengelernt, der, laut seiner eigenen Aussage vom Richter vor die Wahl gestellt wurde entweder eine Therapie zu machen oder seine Strafe abzusitzen.
Er sagte auch ganz offen, dass er die Therapie nur macht, um nicht in den Knast gehen zu müssen. Mal abgesehen vom Geld, was eine Therapie kostet fand ich es schade, dass er einen Platz blockierte, den ein motivierter Patient dringend hätte brauchen können.
Ich persönlich sehe in einem solchen Fall fast gar keine Aussicht auf Erfolg.
Joachim |
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henri sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.03.2005 Beiträge: 1618
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Verfasst am: 23.10.2005, 12:49 Titel: Re: Therapie per Gerichtsbeschluss verordnet? |
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Es geht in solchen Fällen nicht ums Trockenwerden, sondern nur darum, die Haftstrafe nicht verbüßen zu müssen. Es wird nur verschwindend geringe Fälle geben, in denen der Patient einsieht, dass er etwas gegen seine Abhängigkeit tun muss. Aber, in nahezu allen Fällen wird die Therapie nicht zu dieser Einsicht führen, sodass solche gerichtlichen Auflagen nicht nur sinnlos sind, sondern den Mitpatienten auch noch schaden.
VG Henri |
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Gerd Gast
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Verfasst am: 23.10.2005, 15:21 Titel: Therapie statt Haft? |
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Meine Erfahrung mit dem Thema ist auch nicht besonders positiv. Während meiner Therapie sind einige Inhaftierte rein- und rausgegangen, deren Motivation sicher nicht der Wunsch nach Trockenheit/Drogenfreiheit war. Mal abgesehen von dem schwierigen Sozialverhalten und der Probleme, die sich daraus ergeben, hat sich mir auch die Frage gestellt, ob es richtig ist, daß ein anderer, der wirklich Hilfe braucht, deswegen länger warten muß.
Ich durfte damals zwei "Expertenduos"(Lude+Perle) erleben, die sich nach kurzer Aufwärmphase wieder in Richtung Milieu davongemacht haben. Während ihres Aufenthaltes fielen sie nur dadurch auf, daß sie extremst aggressiv waren und den gewöhnlichen Alki als "Suffdepp" oder "Alki-Prolo" etc. titulierten, was schonmal zu Handgreiflichkeiten führte. Ein anderer hat eine drogensüchtige junge Frau aus der Therapie gleich mitgenommen(und der 50er, den ich ihm gepumpt hatte, ist auch für immer verschwunden. Udo, falls Du das hier liest - Du schuldest mir noch nen 50er!).
Es ist keineswegs so, daß es keine Inhaftierten gibt, die süchtig sind und Hilfe brauchen. Aber das Zusammenlegen mit anderen, nicht-inhaftierten Patienten halte ich für sehr fragwürdig und nur in seltenen Ausnahmefällen für sinnvoll.
Uns allen gute 24h
Gerd, Alkoholiker, trocken |
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| Gerd hat zum Thema: Therapie statt Haft? geschrieben
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