| Durch viele Schwierigkeiten ohne Alkohol • Nachsorge durch Kuren? |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 12.07.2008, 10:08 Titel: Re: Mein Anfang |
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Hallo,
dieses Gefühl der Zugehörigkeit ließ mich auch meine noch etwas vorhandenen körperlichen Beschwerden vergessen und ich schaute nur auf die Menschen, die mich nun umgaben und mit denen ich nun zusammen trocken werden wollte.
Da ich vorher auch schon in so einer Selbsthilfewohngemeinschaft war, die sehr streng geführt wurde, hatte ich aber etwas Angast, was falschen sagen oder machen zu können.
Da man hier rauchen konnte, wurde nach der Küchenarbeit zusammen auf dem Hof eine Zigarette geraucht und nun erzählte ich auch etwas von mir.
Weil ich ja nur ein Leben mit Alkohol kannte, merkte ich sehr schnell, das ich eigentlich nichts zu erzählen hatte, denn alte Säufergeschichten wollte hier niemand hören.
Nach dem Mittagessen, das alle zusammen im Speisesaal einnahmen, wurde ich der Wäschestube zugeteilt, wo die Wäsche aller Bewohner gewaschen, zum trocknen aufgehangen, dann gebügelt und zum Schluß fein säuberlich zusammengelegt in das jeweilige Wäschefach des Bewohners gelegt wurde.
Ich hatte ja die Gemeinschaftskleidung an, aber nach 14 Tagen sollte auch ich wieder meine privaten Sachen bekommen. Die meisten Bewohner hatten ihre bereits, aber im Gespräch mit dem anderen Bewohner der Wäschestube, erfuhr ich, das viele ihre alten Sachen, die sie mitgebracht hatten, gar nicht mehr haben wollten, weil sie an die alten Zeiten erinnerten. Sie hatten sich mit der Zeit neue gekauft, was durch die das damalige Kleidergeld vom Sozialamt möglich war.
Der Nachmittag verging recht schnell, weil ich viele Fragen hatte und diese auch beantwortet bekam.
Gegen 16 Uhr gingen wieder auf den Hof , wo es Kaffee gab, der den Arbeitstag beendete.
Die Bewohner verteilten sich dann auf den Zimmern, gingen duschen und machten die Zimmer sauber.
Ich sollte mit einem anderen Bewohner auf einem Zimmer wohnen, der mir alles zeigte. Sachen zum einräumen hatte ich ja nicht und so fing ich an, mein Bett zu beziehen und mir Gedanken zu machen. Ich hatte nun ein Bett, wo ich schlafen konnte, saubere Sachen, was zu essen und vor allem, ich war nicht mehr alleine, sondern in einer Gemeinschaft, die mich aufnahm, ohne zu fragen, was ich vorher alles so angestellt habe. Ich wurde als Mensch, so wie ich war, angenommen.
Dann ging es zum Tischdecken. Diese Aufgabe wurde immer von zwei Bewohnern vollzogen und weil ich neu war, nicht alleine sein sollte, durfte ich da mitmachen. Ich machte es gern, weil ich dankbar war, etwas im Rahmen meiner Möglichkeiten für die Gemeinschaft tun zu können.
Gegen sechs kamen alle lachend in den Speiseraum und wir nahmen gemeinsam das Abendbrot ein. Dabei erfuhr ich, dass es am Abend noch eine Gesprächsrunde gab, die dreimal die Woche stattfindet du wo über alles und jeden gesprochen wird.
Da ich dies in einer ähnlichen Form schon kannte, machte es mich doch etwas unruhig, weil die andere Wohngemeinschaft da nicht sehr sensibel umging und es eher zum Frustabbau diente, den man sich tagsüber nicht entledigen konnte, weil es am Tag eine klar strukturierte Hierarchie gab, die den Oberbegriff des freundlichen Umgangstons beinhaltete. Freundlich und nett waren hier auch alle und so wartete ich auf den Abend, um zu sehen, wie diese Gesprächsgruppen hier waren.
Wir saßen dann auch gegen acht alle in einem Kreis und schauten uns an. Der Leiter kam dann hinzu und ergriff das Wort. Er stellte mich allen noch einmal vor und nun sollte ich etwas sagen.
Da ich mir so was schon dachte, hatte ich mir auch schon Worte zurecht gelegt und fing an.
Ich erzählte von meinen Versuchen, die ich schon unternahm um nüchtern zu leben und auch, wie sie immer endeten. Man ließ mich erzählen und alle hörten gespannt zu.
Als wartete, war es erst mal still. Ich schaute in die Runde und immer wieder zum Leiter hin, weil ich von ihm nun eine Antwort erwartete.
Zu meiner Überraschung fing aber neben mir jemand an zu reden, der auch noch die Gemeinschaftskleidung trug, also auch erst ein paar Tage hier sein konnte.
Was er sagte, war kurz zusammengefasst, das ein Versuch nichts bringt und ich mich für den nüchternen Weg entscheiden sollte, wenn es nicht nur wieder ein Versuch bleiben sollte.
Dieser Satz ging mir den ganzen Abend durch den Kopf.
Viele Bewohner redeten noch an diesem Abend über ihre Gedanken, was sie an diesem Tag gemacht haben. Alle redeten sehr positiv.
Abends in Bett überlegte ich sehr lange noch. Hier gab es Menschen, die die gleichen Probleme wie ich hatten, aber dennoch glücklich lebten. Über diesen Gedanken schlief ich ein und freute mich nach langer Zeit auf den nächsten Tag.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 14.07.2008, 11:49 Titel: Re: Mein Anfang |
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Hallo Caroline,
auf meiner dortige Lebensgeschichte, die ja auf nur ca. 20 Seiten zusammengefasst ist, konnte ich ja nur grob anreißen, was ich damals erlebt habe und wie es dann irgendwann mal bergauf ging.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 06.08.2008, 21:46 Titel: Re: Mein Anfang |
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Hallo Caroline,
doch, ich schreibe es weiter. Nur im Moment wirklich etwas Stress.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 16.08.2008, 09:40 Titel: Re: Mein Anfang |
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Hallo,
an den nächsten Tagen verlief alles sehr geplant. Irgendwie lief alles sehr geordnet ab, jeder wusste was er oder sie zu tun hatte.
Ich war hauptsächlich der Küchenzuarbeit, wie abwaschen und Tisch decken eingeteilt und konnte mich dadurch viel mit den anderen Bewohnern austauschen.
Meine Gedanken drehten sich oft um das Thema, das ich überlegte, ob dies wohl das viel angepriesene nüchterne Leben sei.
An jedem Abend waren Gemeinschaftsabende, wo alle dran teilnahmen, egal wie lange sie schon dort lebten. Es wurden Leseabende, Gesellschaftsspiele oder auch Gruppenabende abgehalten. Das viele Reden miteinander förderte sehr stark das Gemeinschaftsgefühl.
Ich war eher ein relativ ruhiger Typ, der nicht viel redete, aber in dieser Wohngemeinschaft kam auch ich aus mir raus und erzählte sehr viel über mich.
Leider war es hier auch so, wie in der anderen Wohngemeinschaft, wo ich schon mal war, dass es ein ständiges kommen und gehen gab. Jeden Tag kam jemand neues in die Wohngemeinschaft und es gingen auch fast jeden Tag Bewohner, die sich nicht mit der Gemeinschaft identifizieren konnten.
Da ich immer sehr viel beobachtete, merkte ich auch, dass sich die Gründe oft glichen, warum jemand die Gemeinschaft verließ.
Eines der Gründe war die hohe Anspruchshaltung an andere Bewohner. Einer erzählte mir, dass er sich hier nicht wohlfühlte, weil alles so geordnet ablief und es keine Höhepunkte gab und er sich eher gelangweilt fühlte.
Ich machte mir an diesem Abend darüber Gedanken, was er wohl meinte. Ich versuchte darüber nachzudenken, was er hier so machte und mir viel auf, dass er sich hauptsächlich mit Bewohnern abgab, die ähnlich lange hier lebten, wie er selbst. Deshalb erzählte er wohl auch mir von seinen Gefühlen, weil ich ja auch erst kurz hier lebte. Suchte er Gleichgesinnte, wo er sich mir anderen Bewohnern die momentane Situation schlecht reden konnte? Suchte er nach Gründen, hier gehen zu können? Ich wusste es nicht und in den nächsten Tagen schaute ich auf anderen neue Bewohner und hatte das Gefühl, das immer die Bewohner gingen, die sich vermehrt nur unter neuen Bewohnern austauschten und sich weniger auf die gesamte Gemeinschaft, also inkl. der schon länger dort Lebenden, einließen.
Da ich von meinem alten Leben, wo es nichts Schönes mehr gab, endlich weg wollte, suchte ich öfter das Gespräch mit den anderen Bewohnern, denn immer wen ich mich zu sehr auf einen neueren Bewohner einließ, der nach einiger Zeit das Haus wieder verließ, ging es mir schlecht und ich fühlte mich alleine.
Der nächste Tag war mein 14 Tag in dieser Gemeinschaft und ich wusste, das ich an diesem Tag meine mitgebrachten Anziehsachen wieder bekommen sollte. Das war der erste Höhepunkt, der dann auch optisch deutlich machen sollte, dass ich nicht mehr ganz so neu hier in dieser Wohngemeinschaft war.
Ein Bewohner, der bereits drei Jahre hier lebte, nahm mich mit in die Wäschekammer, wo er mir mein Wäschefach zeigte. Dort lagen meine alten Sachen gewaschen und fein säuberlich zusammengelegt in einem Regal.
Ich nahm meine Sachen, ging aufs Zimmer, zog mich um und plötzlich fühlte ich mich 14 Tage zurückversetzt. Ich bekam es mit der Angst zu tun, weil die Gedanken an meine alte Zeit wieder verstärkt aufkamen. Der andere Bewohner sah mich an, kannte wohl dieses Gefühl und schob mich wieder zurück in die Wäschekammer, in einem Raum, wo es andere Sachen gab, die der Gemeinschaft gehörten, aber eben nicht der Kleidung der neuen Bewohner entsprach, sondern ganz normale Sachen waren.
Ich durfte mich dort bedienen und zog mich wieder um. Meine eigenen Sachen, die eh durch mein altes Leben schon sehr abgewetzt waren, warf ich in einen Plastiksack und dann in den Müll. Mir kam es so vor, als wenn ich damit mein bisheriges Leben wegwarf.
An diesem Tag wollte ich ein neues Leben beginnen, wusste aber nicht, dass ich dazu noch Jahre brauchen sollte.
Bis demnächst
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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Rose2 Gast
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Verfasst am: 16.08.2008, 13:23 Titel: Mein Anfang |
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Hallo Karsten,
| Zitat: | Ich nahm meine Sachen, ging aufs Zimmer, zog mich um und plötzlich fühlte ich mich 14 Tage zurückversetzt. Ich bekam es mit der Angst zu tun, weil die Gedanken an meine alte Zeit wieder verstärkt aufkamen. Der andere Bewohner sah mich an, kannte wohl dieses Gefühl und schob mich wieder zurück in die Wäschekammer, in einem Raum, wo es andere Sachen gab, die der Gemeinschaft gehörten, aber eben nicht der Kleidung der neuen Bewohner entsprach, sondern ganz normale Sachen waren.
Ich durfte mich dort bedienen und zog mich wieder um. Meine eigenen Sachen, die eh durch mein altes Leben schon sehr abgewetzt waren, warf ich in einen Plastiksack und dann in den Müll. Mir kam es so vor, als wenn ich damit mein bisheriges Leben wegwarf |
Hab grad Gänsehaut beim Lesen dieser Zeilen,....
Danke für den Einblick in dein "damaliges" Leben.
Liebe Grüße, Rose |
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| Rose2 hat zum Thema: Mein Anfang geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 16.08.2008, 13:43 Titel: Re: Mein Anfang |
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Hallo Karsten,
ich erwarte mit Spannung und voller Neugierde deine Fortsetzung.
Mich berührt so etwas immer wenn ich lese zu was ein Mensch im stande ist zu verändern,wenn er/Sie das wirklich aus tiefster Überzeugung will.
und noch mehr berührt es mich,wenn ich dann sehe das dieses auch wirklich gelingt,mit allen dazugehörigen Konsequenzen!
Bitte weiter!
Lieben Gruß an dich,Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32797 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 02.09.2008, 08:36 Titel: Re: Mein Anfang |
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Diese Wohngemeinschaft, zu der ich nun dazu gehörte, war viel kleiner als die, wo ich schon mal war und ein nüchternes Leben versuchte. Da ich etwas schüchtern war, entsprach sie aber genau meinen Vorstellungen, wie ich damals dachte.
Die Tage vergingen und ein Tag glich den anderen. Viele neue Bewohner kamen und genauso viele gingen auch wieder, weil sie sich nicht auf die Hilfe einlassen konnten oder wollten, die ihnen geboten wurde.
Ich hatte ja das Glück, dass ich nichts mehr hatte und mir die kleinen Dinge, die mir hier gegeben wurden, als etwas großes ansah, das ich vorher so nie hatte. Ich wurde so genommen, wie ich war.
Meine Gedanken waren zeit meines Lebens darauf ausgerichtet, nicht aufzufallen, allen anderen es immer recht zu machen und so unauffällig durch das Leben zu gehen.
Das ich durch meine Sauferei mehr auffiel, las ich mir vorstellte, war mir damals nicht bewusst. Da ich oft die Stadt oder zu mindestens den Stadtteil gewechselt hatte, eh keinen festen Anschluß hatte, war es mir auch relativ egal, was andere Menschen über mich dachten.
Zu diesem Leben wollte ich aber nicht wieder zurück. Hier hatte ich alles, was ich brauchte. Ich hatte ein Bett, jeden Tag was zu essen und Menschen, die mir vertrauten.
Ich war in einer Gemeinschaft, die menschlich war und nicht von Äußerlichkeiten bestimmt war.
Nach ca. zwei Monaten sollte es eine Veränderung geben, die ich aus heutiger Sicht als den Anfang zu meinen Rückfall, betrachte, der dann 1 Jahr später kam.
Der Chef der Wohngemeinschaft hatte bemerkt, dass ich sehr gut im Organisatorischem bin und auch ein Interesse zeigte, was den Umgang mit den Computern betraf. Er rief mich in sein Büro. Das folgende Gespräch lief darauf hinaus, dass ich zukünftig in der Verwaltung arbeiten sollte, was ich ja auch schon in der anderen Wohngemeinschaft fast ein Jahr gemacht hatte.
Mein neuer Aufgabenbereich war es, wenn neue Bewohner kamen, mich um die polizeiliche Anmeldung zu kümmern, eventuell neue Personalausweise zu beantragen und zusammen mit den neuen Bewohnern die Anträge für das Sozialamt auszufüllen. Das machte mir auch sehr viel Spaß, aber ich bemerkte leider nicht, wie ich mich veränderte.
Ich konnte oder durfte nun ein Terminkalender führen, an den Bürobesprechungen teilnehmen, mich ständig in der Gruppe von Langzeittrockenen aufhalten, obwohl ich erst am Anfang meiner Nüchternheit war. Kurz gesagt, ich begann ein falsches Selbstbewusstsein zu entwickeln, weil ich mir als was besseres vorkam.
Anfangs waren die Büroaufgaben im Innendienst, aber nach zwei weiteren Monaten begleitete ich die neuen Bewohner auch zur polizeilichen Anmeldung und ging auch mit ihnen zum Sozialamt. Viele dort beschäftigte Beamte oder Angestellte sahen mich als eine Art Betreuer, wodurch ich einen noch größeren Höheflug bekam. Ich dachte nun, ich sei jemand und hätte es geschafft.
Dieses Gefühl verstärke sich auch bei mir, weil ich von neuen Bewohner auch als etwas Besonderes angesehen wurde, weil ich in der Verwaltung arbeitete, was mir nicht nur Freunde einbrachte.
Hatte ich die Gemeinschaft am Anfang als sehr menschlich gesehen, bemerkte ich langsam auch, dass es verschiedene Gruppen gab, die sich mehr und mehr von mir abkapselten. Auch in der Freizeit war ich dann fast nur noch mit Langzeittrockenen zusammen. Ich unterhielt mich viel mit ihnen und lernte natürlich auch viel über ihr nüchternes Leben.
Viele Dinge verstand ich nicht und weiß erst heute, was damit gemeint war.
Ich fühlte mich angekommen und war mir nicht darüber im klaren, das ich mich mehr und mehr entfernte.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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brit123 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.09.2007 Beiträge: 210
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Verfasst am: 06.09.2008, 20:11 Titel: Re: Mein Anfang |
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| .. würde mich freuen wenn du deine geschichte weiter erzählst .. glg |
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| brit123 hat zum Thema: Re: Mein Anfang geschrieben
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