| Weiß nicht wie es weiter geht • Wie geht Ihr mit Euren Co-Rückfällen um? (vorsicht LANG) |
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Joana50 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.07.2008 Beiträge: 19 Alter: 53 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 09.07.2008, 08:03 Titel: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? |
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Hallo!
Obwohl ich jetzt shon 50 Jahre alt bin, habe ich das Gefühl, dass das Thema Alkohol mich irgendwie immer noch begleitet. Ich bin Tochter eines Alkoholikers und habe mit 21 Jahren einen Alkoholiker geheiratet. Nach 8 Jahren habe ich unseren 1-jährigen Sohn mitgenommen und habe mich von ihm getrennt. Meiner Meinung nach die beste Entscheidung meines Lebens.
Zeitweilig war auch mein eigener Konsum bedenklich. Ich habe allerdings immer "nur" Wein getrunken. Aber so manches mal war es über mehrere Stunden verteilt schon eine ganze Flasche.
Nachdem ich gestern hier im Forum mal gestöbert habe, habe ich mich in vielen Dingen wieder erkannt.
Ich hatte nach meiner Ehe keine sehr lange Beziehung mehr (max. 3 Jahre). Obwohl ich es mir immer gewünscht hätte, dass mein Sohn (inzwischen 21) in einer "kompletten Familie aufwachsen kann. Die vielen Jahre des Alleinerziehens waren nicht immer einfach. Ich habe immer gearbeitet, und man/frau steht ja mit sämtlichen großen und kleinen Problemen alleine da. Naja, immerhin hat er schon sein Abitur gemeistert! Stolz bin!
Ob das mit den gescheiterten Beziehungen etwas mit meinen Alkoholerfahrungen zu tun hat, weiß ich nicht. Inzwischen glaube ich auch, dass es wenig brauchbare Männer gibt. Sorry!
Aber Fakt ist, dass ich immer irgendwie so Typen angezogen habe, die "Hilfe" brauchten, oder die mich schlecht behandelt haben. Immerhin habe ich mir das nicht allzu lange gefallen lassen. Aber eigentlich doch schon zu lange. Ich hoffe, es passiert mir nie wieder!
Was mich sehr berührte waren Äußerungen wie "die Gefühle anderer übernehmen". Ich befürchte, das mache ich auch häufig. Ich ziehe mir immer alles viel zu sehr rein! Ich möchte nicht so sensibel sein! Aber es will mir trotz meines hohen Alters nicht gelingen, mir mal ein dickes Fell zuzulegen. Ich kann mich furchtbar über das Verhalten anderer Menschen aufregen.
In den letzten Monaten habe ich mich viel mit dem Thema Sucht befasst. Ich habe im November 2007 nach 30 Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Und es ist wunderbar!
Liebe Grüße an alle aus dem hohen Norden! |
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| Joana50 hat zum Thema: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? geschrieben
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Lume neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 61 Alter: 25
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Verfasst am: 09.07.2008, 15:33 Titel: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? |
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hallo joana,
willkommen hier im forum.
es ist sicher so, dass kinder von alkoholkranken problematische beziehungen "anziehen", beziehungen mit suchtkranken oder anderen "hilfebedürftigen", hoffnungslose beziehungen zb mit verheirateten oder einfach instabile, kurze beziehungen. "schuld" daran sind während der alkoholgeprägten kindheit erworbene helfersyndrome, minderwertigkeitskomplexe, ängste vor nähe usw. soweit die graue theorie.
was die praktischen erfahrungen betrifft, die ich gemacht habe, so muss ich sagen, dass ich mit 21 noch nie eine beziehung geführt habe, weil mir einfach die nähe zuviel ist und ich mich nicht bereit dafür fühle.
ich denke aber, deine beziehungsprobleme haben ganz sicher etwas mit deinen alkoholerfahrungen zu tun haben.
beste grüße aus dem mittleren osten !
lume |
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| Lume hat zum Thema: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? geschrieben
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Joana50 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.07.2008 Beiträge: 19 Alter: 53 Wohnort: Schleswig-Holstein
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Verfasst am: 09.07.2008, 21:58 Titel: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? |
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Danke Lume, für deine Antwort. Ich denke, es ist besser für dich, noch gar keine Beziehung gehabt zu haben, als eine, die dir nicht gut tut. Bleibe wählerisch! Du bist auch alleine sehr wertvoll! Du hast das Leben noch vor dir. Mein Sohn ist genau so alt wie du und hat mir heute mit einem einzigen Satz sehr weh getan:"Du wirst immer mehr wie Oma". Damit ist meine Mutter gemeint. Und ich habe ein sehr kühles Verhältnis zu meiner Mutter. Obwohl mein Vater der trinkende Part war, hatte ich zu ihm ein innigeres Verhältnis. Als Kind habe ich sogar meiner Mutter die Schuld an der Misere gegeben. Kennt das noch jemand so?
Ich bin mir sicher, dass ich meinem Sohn wesentlich mehr Liebe gegeben habe, als sie mir geben konnte, aber trotzdem hat dieser Satz gesessen! |
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| Joana50 hat zum Thema: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? geschrieben
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Lume neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 61 Alter: 25
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Verfasst am: 10.07.2008, 19:45 Titel: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? |
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hallo,
vielen dank für deine unterstützung. ich habe immer das gefühl, eher minderwertig zu sein, weil ich noch ganz "unreif" bin...
mein verhältnis zu meiner mutter ist auch nicht sooooo toll. es ist besser als früher, aber ich kenne das auch, dass ich zu meinem (trinkenden) vater ein viel besseres verhältnis habe. ich habe ihn als aufmerksamer erlebt, was allerdings eine beschönigung war, weil mein vater mir damals nur aufmerksamkeit geschenkt hat, wenn er betrunken war und selbst das bedürfnis nach zärtlichkeit hatte (mittlerweile trinkt er weniger, und schenkt mir auch mehr aufmerksamkeit). meine mutter habe ich als herrisch, ewig schlechtgelaunt, humorlos und hart erlebt. um noch mal auf die theorie zurückzukommen: auch das ist ein häufiges phänomen bei kindern aus alkoholikerfamilien.
inwiefern glaubte dein sohn denn, dich mit deiner mutter vergleichen zu können? (was mir grad einfällt: mein vater hat mich mal mit meiner mutter verglichen, weil ich aufgrund seines alkoholkonsums sauer auf ihn war. das hat mich sehr verletzt.)
alles gute!
lume |
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| Lume hat zum Thema: Re: Wann ist es endlich mal kein Thema mehr? geschrieben
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