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cassandra711
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 09.07.2008, 20:46    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lume,
hey, das macht gar nichts, daß Du von Dir geredet hast. Dafür ist doch so ein Forum da, oder? Das man miteinander redet und auch von sich erzählt. Von daher, mach Dir da keinen Kopf.
Oh man, Deine Empfindungen Deiner Mutter gegenüber sind ja noch grasser als meine. Also an das Töten meiner Mutter habe ich noch nie gedacht. Ich kann mir vorstellen, daß das noch erschreckender ist. Bist Du inzwischen "darüber" hinweg? Machst Du noch eine Therapie? Wenn Du magst, kannst Du mir gerne mehr erzählen.

Weißt Du, was ich gerade gedacht habe? Ich habe einfach nur mal so geschaut, wie alt Du bist und habe festgestellt, daß Du gerade halb so alt bist, wie ich. Und da hab ich gedacht, oh man, hätte ich in Deinem Alter schon die Möglichkeit und auch den Mut gehabt, mir Hilfe in einem Forum oder wo auch immer (kenne leider Deine Geschichte nicht) zu suchen, ginge es mir heute auch besser. Doch ich hab eigentlich die ganzen Jahren alles mit mir selbst ausgemacht und mit mir rumgeschleppt, und das ca. 30 Jahre lang. Nie mit jemandem darüber geredet und den ganzen Müll irgendwo bei mir drin abgelagert. Hab mich damit arrangiert, doch es hat mich immer belastet.

Ich wäre auch selbst nie auf den Gedanken gekommen, eine Therapie zu machen. Ich war ganz baff - und auch etwas wütend - als mein Hausarzt mir vorschlug, eine zu machen. Dazu muß ich sagen, daß ich eigentlich ein sehr seltener Gast bei meinem Hausarzt bin (da ich Gott sei Dank doch ziemlich gesund bin) und er auch von meiner Vorgeschichte absolut keine Ahnung hatte und auch nicht hat. Nach einiger Zeit Bedenkzeit habe ich dann zugestimmt. Und im Nachhinein bin ich auch froh, daß ich die Therapie gemacht habe. Doch dann war irgendwann der PUnkt erreicht, da wollte ich nicht mehr, da war ich nicht mehr bereit dazu. Und dann hat es meiner Meinung nach auch keinen Sinn. Und ich merke auch, daß ich im Moment dazu nicht richtig bereit bin. Von daher denke ich auch nicht, daß ein Wechsel hier was bringt. Aber im Moment ist eh alles noch so frisch und ich denke mir, ich muß das doch alleine irgendwie auf die Reihe kriegen. Ich weiß, es ist ein Widerspruch, wenn ich mir dann Hilfe in einem Forum wie diesem suche. Andererseits sage ich mir auch, meine Gefühle und so kann nur jemand verstehen, der Ähnliches erlebt hat. Das ist genauso, wie wenn man einen geliebten Menschen verloren hat. Diese Gefühle kann auch nur jemand nachvollziehen, dem es ebenso gegangen ist. Von daher sagt mir mein Bauch, daß das derzeit besser für mich ist.
Und ich merke auch irgendwie, daß es mir doch besser geht, als noch am Sonntag oder Montag. Liegt wohl auch daran, daß inzwischen etwas Zeit vergangen ist.
Und ich merke auch, daß es mir gut tut, darüber zu reden. Das ist eine neue Erfahrung für mich. Bis zu meiner Therapie war ich eigentlich immer jemand, der nicht über seine Gefühle geredet hat, ich konnte irgendwie nicht. Ich muß auch sagen, daß ich Vertrauen zu einer Person haben muß, um über meine Gefühle zu reden. Ich habe zwar eine ganz liebe Freundin, leider wohnt sie weit weg von mir, mit der ich inzwischen auch offener über meine Gefühle rede. Das mußte ich auch erst lernen. Doch über dieses Thema habe ich noch nie gesprochen. Irgendwie fehlt mir dazu das letzte Vertrauen(?), weiß nicht genau.
Durch meine Therapie habe ich gelernt, mich auch etwas zu öffnen, doch das ist halt ein heißes Thema, mit dem man nicht mit jedem redet. Da fällt es mir leichter, hier anonym in einem Forum zu sprechen, wo mich niemand kennt. Hast Du jemanden, mit dem Du reden kannst?

ebenfalls alles Gute Lachen
cassandra
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cassandra711 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
Cari21
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 13.06.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 10.07.2008, 09:43    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Cassandra

Wie lange bist du denn in Therapie, wenn ich fragen darf?
Ich kann dir jetzt mal die Situation von mir schildern, wie es mit meiner Therapie lief, die ich noch weiter mache.

Ich kenne diese Gedanken von: Es bringt mich nicht weiter, ich drehe mich im Kreis und komme immer mit den selben Sachen, und es ist trotzdem noch nicht besser. Bis ich gemerkt habe, dass ich mich gegen meine Gefühle wehre, dagegen den wahren Kern vor meiner Therapeutin zu zeigen oder auch über die Ängste sprechen zu müssen. Weisst du, bei mir war es auch so, teilweise immer noch, dass ich mich unbewusst gegen Veränderungen wehre, wenn sie sehr krass sind. Ich merke das jetzt nur daran, dass ich jetzt frei bin und mein Leben geniessen kann und doch habe ich so Angst davor, dass sofort negative Gedanken kommen, wenn ich am Geniessen bin.
Ich habe dann sehr offen mit meiner Therapeutin darüber gesprochen und ihr auch gesagt, was mir weniger etwas gebracht hat. Die Beziehung kann man nur aufbauen, und sie lebt auch davon, dass man sich ständig Feedback gibt. Der Therapeut kann ja nicht in einen reinschauen und wissen, dass man selbst mit Dingen unzufrieden ist und an manchen Stellen nicht weiterkommt. Die Therapeutin muss dann andere Wege finden, wie sie dir helfen kann.
Klar kann eine Therapeutin die Gefühle nicht komplett nachvollziehen, dafür kann man ja dann in eine SHG gehen, aber sie kennt genaue Strategien, wie man mit gewissen Dingen umgeht, sie hört einem zu, man kann sich mal so richtig ausweinen und sie versetzt sich in einen hinein.
Ich möchte meine Therapie nicht missen, muss ich sagen. Wenn man wirklich etwas ändern will, so meine Meinung, ist es fast sehr schwierig, das ganz allein zu schaffen, weil man gewisse Dinge auch nicht sieht, nicht von Aussen betrachten kann und dann in seinen Mustern hängen bleibt.

Aber letztendlich hat auch jeder seinen eigenen Weg, wie er das bewältigt. Ich wünsche dir alles Gute dafür und dass du deinen Weg findest.

Liebe Grüsse
Cari
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Cari21 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
cassandra711
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 10.07.2008, 13:38    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo cari,
danke für Deine netten Worte.
Also ich hatte 25 Stunden Therapie. Ich weiß, ist nicht unbedingt sehr lange, doch ich fand es eigentlich ausreichend.
Die Therapie hat mir ja was gebracht, hatte ich ja auch geschrieben. Nur zum Ende hin da wollte ich halt, daß Schluß ist, weil es mich da nicht mehr weitergebracht hat. Ich habe viel über mich, meine Probleme usw. gelernt durch die Therapie und dann war der Punkt erreicht, wo ich gesagt habe, alles andere muß ich jetzt alleine tun. Denn es bringt nichts, wenn ich Ratschläge bekomme, sie aber dann nicht umsetze. Und soweit war ich dann eigentlich auch.
Und bis zum letzten Wochenende ging es mir auch sehr, sehr gut. Ich hatte gerade einen ausgiebigen Urlaub hinter mir, einfach nur bestens.
Ich hatte mein Leben eigentlich so im Griff bzw. hab noch an dem ein oder anderen Problem gearbeitet (geht halt alles nicht so schnell und von heute auf morgen), doch es ging mir gut. Und es würde mir auch noch gut gehen, wenn das mit meiner Mutter jetzt nicht gewesen wäre.
Von daher, was soll mir jetzt eine weitere Therapie bringen? Ich kann doch nicht bei jedem Ereignis dahin rennen?
Irgendwie werde ich damit auch fertig werden. Ich muß halt auch "nur" noch versuchen, einigermaßen normal mit meiner Mutter umzugehen. Ist doch eigentlich einfach, oder? Mit den Augen rollen

Alles Gute
Cassandra
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cassandra711 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
Cari21
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 13.06.2008
Beiträge: 98

BeitragVerfasst am: 10.07.2008, 14:19    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ja, natürlich musst du deinen Teil dafür tun. Die Therapie dient ja nicht dazu, dass sie dir Sachen vorgibt und du sie dann ausführst.
Entweder sie gab dir die falschen Ratschläge - weil sie sich wirklich zu wenig damit befasst hat - wobei, eigentlich dürfen Therapeuten in dem Sinne keine Ratschläge geben. Du bist die Expertin und sie muss mit dir rausfinden, was du für dich brauchst. Das nur so nebenbei.

Und was meinst du mit: Dein Leben im Griff haben?
Verstehe mich nicht falsch, aber musst du denn dein Leben im Griff haben, um dich gut zu fühlen? Diese Frage habe ich mir auch vor ein paar Tagen gestellt. Da wir zu Hause auch immer alles im Griff haben mussten, nur ja keine Gefühle zeigen, muss man jetzt so weiter machen?
Ausserdem sehe ich da immer noch so eine Abhängigkeit zu deiner Mutter - DIR geht es jetzt wieder schlecht, weil deine MUTTER ein Problem hat? Oder sehe ich das falsch, dann sage es mir bitte. Klar, ich verstehe, dass man da traurig und verzweifelt ist, aber du hast auch nur dieses eine Leben. Soll es dir jetzt jedes Mal so schlecht gehen, wenn das passiert?

Zitat:
"Von daher, was soll mir jetzt eine weitere Therapie bringen? Ich kann doch nicht bei jedem Ereignis dahin rennen?
Irgendwie werde ich damit auch fertig werden. Ich muß halt auch "nur" noch versuchen, einigermaßen normal mit meiner Mutter umzugehen. Ist doch eigentlich einfach, oder?"

Eine Therapie kann dich in dem Sinne weiter bringen, indem du mehr auf dich schaust.
Das mit dem: ich kann doch nicht bei jedem Ereignis da hin rennen". Den Gedanken kenne ich: Ich weiss nur, dass das bei mir bedeutete, dass ich einmal wieder Angst vor einer Abhängigkeit hatte. Klar muss man irgendwann wieder alleine klar kommen, das kommst du doch eh, oder bewältigst du etwa nicht täglich deine Aufgaben, arbeitest du etwa nicht an dir? Nicht deine Therapeutin ändert dich, sondern das hast du dir selbst zu verdanken.
Soviel also zu Abhängigkeit.

Du musst also versuchen, normal mit deiner Mutter umzugehen? Wie meinst du das? Meinst du nicht auch, dass du o.k. bist, so wie du bist und auch deine Gefühle ihr gegenüber verständlich sind? Kommt es jetzt nicht mal auf sie an?
Nicht du steuerst das doch allein, ob ihr wieder normal miteinander umgehen könnt.

Ich könnte wohl jetzt noch einen halben Roman dazu schreiben, muss dabei aber aufpassen, dass ich nicht selbst in mein altes Muster "Helfersyndrom" reinkomme.
Ich will nur damit sagen, dass ich deine Gefühle gut verstehe, du aber am Verhältnis zu deiner Mutter nicht viel wirst ändern können. So schnell wird sie sich nicht ändern und wenn du dort wohnen bleiben möchtest, ist es wohl besser, ihr geht euch aus dem Weg, wenn dich das "zur Normalität übergehen" stört, was ich auch verstehe.

Ich weiss ehrlich gesagt jetzt gar nicht, auf was du mit deiner Anfangsfrage hinaus willst? Wie können wir dir helfen? Hilft dir nur schon, dass wir alle nachvollziehen können, wie es dir damit geht?

Liebe Grüsse
Cari
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Cari21 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
Lume
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.06.2008
Beiträge: 61
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 10.07.2008, 18:39    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo cassandra,
vielen dank für dein angebot, noch mehr zu erzählen. das thema "mutter" ist sicherlich ein großes, aber wass meine aggressionen gegen sie betrifft, so habe ich schon alles erzählt. trotzdem, wie gasagt, danke Smilie .
es ist wirklich raurig, dass du dreißig jahre lang deine probleme allein mit dir herumgetragen hast, das klingt ja fast nach dreißig verlorenen jahren (jedenfalls was die spätfolgen deiner jugenderlebnisse betrifft). aber ganz ehrlich: ich hätte das nicht geschafft. von dahr hab ich auch respekt vor deiner stärke und disziplin!
was cari über therapien geschrieben hat, kann ich nur unterschreiben: es dauert eine weile, bis sich vertrauen aufbaut, und oft gibt es auch leerlauf oder sogar rückschläge.
gerade kam mir aber auch ein anderer gedanke: meiner mutter geht es mit ihrer therapie ähnlich, sie ist nicht glücklich damit, wenn es nicht kontinuierlich bergauf geht und sie oft als pflichterfüllung ansieht (und deshalb nicht hingeht). so sollte es wirklich nicht sein, eine therapie sollte einem helfen. aber wenn es dir gut tut, dich mitzuteilen, reicht es vielleicht fürs erste, wenn du hier im forum redest. bei mir ist es sogar so, dass ich dadurch eine ganze menge "stoff" für meine nächste sitzung sammeln konnte. und vielleicht nimmst du ja später doch noch einpaar stunden, oder gehst in eine selbsthilfegruppe.
meinen freundinnen habe ich mich übrigens noch nicht mitteilen können. auch meine familie kriege ich nur schwer zu fassen. außer hier im forum spreche ich also nur mit meiner therapeutin.
alles beste
lume
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Lume hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
cassandra711
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 11.07.2008, 21:30    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lume, halle Cari,
ich danke Euch nochmals ganz herzlich, daß Ihr so rege auf meine Beiträge eingeht. Das hilft mir schon ungemein. Es ist schön, daß jemand, der eigene Erfahrungen hat, nachempfinden kann, was ich fühle.

Im Griff haben, damit meinte ich eigentlich, daß ich mich gut fühle, daß ich nicht mehr so depressiv bin, daß ich wirklich aus der Therapie gelernt habe, an mir gearbeitet habe und noch immer tue. Vielleicht habe ich mich ein bißchen falsch ausgedrückt. Ich meine das wirklich als positiven Aspekt und nicht nur, daß man so tut, als sei alles in Ordnung.

Und was das "Normal-Umgehen" mit meiner Mutter anbelangt, so meinte ich das so, daß wir einfach wieder wie zwei erwachsene Menschen miteinander reden können. So normal, wie man z.B. mit dem Nachbarn redet oder so. In den letzten Tagen war es nämlich einfach nur so, daß ich einfach nicht mir ihr reden kann. Ich bin verletzt und wütend und das läßt einfach ein normales Gespräch nicht zu.
Falls ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt habe, sorry.

Seit Dienstag habe ich sie nicht mehr gesehen und gesprochen. Habe sie zwar gehört, was halt unvermeidlich ist, wenn man direkt obendrüber wohnt, aber sonst nichts. Und eigentlich hatte ich auch schon etwas "Abstand" gewonnen, obwohl ich mich heute auf der Arbeit gar nicht konzentrieren konnte. Doch ich hatte auch die "Hoffnung", daß wir irgendwann wieder "normal" miteinander umgehen würden können. Doch ich hatte mir auch schon Gedanken über einen Auszug gemacht, der ja, wie ich schon geschrieben habe, andere Probleme für mich mit sich bringt.

Heute kam dann meine Nachbarin, erst war sie unten bei meiner MUtter und dann kam sie nach oben zu mir und sagte, meine Mutter habe sich die Pulsadern aufgeschnitten. Ich kann nicht sagen, daß ich geschockt war, okay, es hat mich überrascht, aber nicht geschockt. Vielmehr war ich einfach nur wütend. Ob es richtig war, nach unten zu gehen, weiß ich nicht, doch ich habs getan. Meine Mutter saß im Badezimmer, die andere Nachbarin war auch da. Meine Mutter hat dann gesagt, sie wollte sie wäre tot, dann wäre ich sie endlich los und so einen Scheiß. Meine Nachbarin hat dann unseren Doc angerufen, der dann den Notarzt alarmiert hat. Ich weiß, daß ich meine Mutter mit kalten und evtl. auch hasserfüllten Augen angesehen habe. Ich habe gesagt, wohl eher zu meinen Nachbarn, daß sie alles kaputt macht. Habe ihnen auch gesagt, daß sie letzte Woche gesoffen hat. Ich denke nicht, daß sie heute getrunken hatte (habe nämlich nichts volles und auch nichts leeres gefunden). Sie kam dann in die Küche und hat dann irgendwas gesagt, so in der Richtung, ich wäre nicht unschuldig an dem ganzen. Ich hab gesagt, daß ich nicht das Leben meines Kindes kaputtmachen würde. Da hat sie gesagt, dafür hätte ich das Leben meines Vaters kaputtgemacht. Da bin ich gegangen. Auf sowas hatte ich echt keinen Bock.
Sie wollte sich nicht umbringen. Wie sagt man, sie wollte Aufmerksamkeit erregen, denn sie hat meine Nachbarn angerufen. Das macht man wohl nicht, wenn man wirklich sterben will, oder? Doch ich denke, es ist nicht nur, daß sie Aufmerksamkeit erregen will. Sie will mich auch unter Druck setzen.
Noch vor einem halben Jahr oder so, hätte sie das wohl auch geschafft, ich hätte mich schuldig gefühlt und wäre wahrscheinlich "eingeknickt". Doch heute bin ich soweit, daß ich das nicht mehr zulassen werde. Sie ist selbst für sich verantwortlich und sie muß jetzt ihr Leben auf die Reihe kriegen. Sie haben sie ja jetzt erstmal ins Krankenhaus gebracht, ist, wie mir meine Nachbarin sagte, gerade aus dem OP gekommen, (ich bin nicht mitgefahren, war auch nicht dabei, als der Arzt da war und will sie auch nicht besuchen). Ich weiß ja nicht, wie das bei Selbstmordversuchen ist, was dann kommt (psychatrische Behandlung?). Doch ich habe mir gedacht, vielleicht ist das für sie gar nicht das schlechteste.
So blöd sich das jetzt vielleicht anhört, doch ich habe das Gefühl, dieses Ereignis heute hat mich etwas "freier" gemacht. Und ich fühle mich auch irgendwie stärker. Ich kann nicht sagen, warum, doch ich empfinde irgendwie so.
Und ich habe auch gemerkt, daß Reden doch helfen kann, wie man das auch immer sagt. Denn ich habe auch mit meinen Nachbarn darüber geredet, die von dem ganzen nichts wußten. Auch das zeigt mir, daß meine Therapie was gebracht hat.
Ich werde auf jeden Fall am Montag mal meinen Doc anrufen, der mir seinerzeit auch zur Therapie geraten hat, evtl. gehe ich auch mal zu ihm. Auch wenn er kein Therapeut ist, so würde ich eher mit ihm reden.

Oh man, ich wollte ja nicht wieder soviel schreiben. Verlegen
Danke für`s zuhören. Smilie
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cassandra711 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
Lume
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.06.2008
Beiträge: 61
Alter: 25

BeitragVerfasst am: 12.07.2008, 16:04    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo cassandra,
du brauchst dich doch nicht entschuldigen, wenn du hier von deinen sorgen erzählst, dazu ist das forum doch da!
ich kenne die hoffnung, irgendwann einmal ein "normales" verhältnis zu meiner mutter aufzubauen, und auch die enttäuschung, wenn man zurückgewiesen wird. allerdings ist die situation bei mir lange nicht so zerfahren wie bei dir.
das klingt ja dramatisch, was du berichtest! aber soweit ich das beurteilen kann, hast du dich richtig verhalten. ich interpretiere das ganz genauso, dass sie nur aufmerksamkeit erregen wollte. und dass du auf ihre beschimpfungen so cool reagiert hast, finde ich toll. ich hätte vermutlich total emotional reagiert und mich auf diskussionen eingelassen.
genau weiß ich es auch nicht, aber ich bin ziemlich sicher, dass sie nach einem suizidversuch zumindest vorübergehend in psychologische betreuung kommt. als ich mal eine überdosis beruhigungsmittel genommen habe (allerdings nicht in der absicht, mich umzubringen), wurden mir immerhin einige sitzungen bei einer psychologin verordnet. und in der situation, in der sich deine mutter befindet, ist das sicher nur gut für sie (und nicht zuletzt auch für dich!).
es ist sicher gut, wenn du mal mit deinem arzt sprichst, was auch immer dabei herauskommt. aber hauptsache, du kannst dich jemandem mitteilen.
ich wünsch dir jedenfalls alles gute.
lume
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Lume hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben
cassandra711
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.07.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.07.2008, 19:05    Titel: Re: Neu hier und ratlos Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Lume,
danke, daß Du mir so "zuhörst". Es tut echt gut.
Tja, im Moment kommt es knüppeldick. Aber, ich wundere mich auch über mich selbst. Du findest es gut, daß ich so cool und nicht emotional reagiert habe? Ich auch. Doch ich weiß, wenn ich mich wirklich auf eine Diskussion eingelassen hätte, was eh nichts gebracht hätte, wäre es wohl auch emotional geworden. Und ich weiß, das hätte mich dann runtergezogen, und das wollte ich nicht.
Ich würde liegen, wenn ich sage, daß mich das Thema und das, was gestern passiert ist, nicht interessiert. Doch ich muß sagen, ich bin gefühlsmäßig sind so darin verwickelt. Darüber bin ich auch sehr froh. Ich gebe mir keine Schuld daran, schuld hat nur meine Mutter selbst.
Ich habe heute meine Nachbarin ins Krankenhaus gefahren, schließlich brauchte meine Mutter ja ein paar Sachen. Und ich will nicht, daß meine beiden Nachbarn ihre Zeit opfern und auch noch fahren müssen. Ich bin auch mit auf die Station gefahren, aber nur für den Fall, daß es vielleicht notwendig ist, daß ich irgendwas unterschreiben muß oder ein Arzt etwas zu sagen hat. Doch ich bin nicht mit zu meiner Mutter gegangen, sondern vorne im Aufenthaltsraum geblieben. Es war für mich so, als hätte ich meine Nachbarin zu einer Bekannten gefahren. Es erschreckt mich auch nicht mehr, daß ich so fühle, denn inzwischen weiß ich, daß es nur eine "normale" Reaktion ist.
Ich muß sagen, daß ich durch diese Ereignisse auch merke, wie viel mir die Therapie gebracht hat, was ich gelernt habe. Sie hat mich stärker gemacht. Und noch etwas habe ich gemacht, ich habe mich meiner Freundin anvertraut, ihr geschrieben (schreiben ist für mich einfacher als telefonieren). Ich habe zwar lange mit mir gerungen, doch ich habs getan und ganz offen davon erzählt. Und ganz ehrlich - ich bin stolz auf mich und fühle mich gut.

Meine Nachbarin hat mir erzählt, daß wohl der Arzt schon zu meiner Mutter gesagt hat, daß sie wohl nach dem Krankenhausaufenthalt auch in eine psychatrische Behandlung soll. Ich denke, das ist eine gute Idee, denn was bringt es, wenn sie nach Hause kommt und wieder nur die Wände anstarrt? Meiner Meinung nach ist das ihre einzige Chance. Und ich weiß, nur wenn sie ihr Leben wieder alleine in den Griff bekommt, haben wir beide eine Chance.

Danke nochmal.
Dir auch alles Gute.
Cassandra
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cassandra711 hat zum Thema: Re: Neu hier und ratlos geschrieben

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