| Glücklich Trocken sein • ich will es schaffen |
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Feengesicht Gast
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Verfasst am: 13.09.2008, 22:57 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Hallo Ciao
Ich denke du urteilst falsch über Karsten, aber jeder hat seine Meinung.
Ich bin kein Jahr trocken, sondern mmh muss zählen, erst wieder seit dem 21.4 also fast 5 Monate.
Alles liebe Pia |
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| Feengesicht hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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lobanshee Gast
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Verfasst am: 14.09.2008, 10:35 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Guen Morgen, CC und
schönen Sonntag an alle!
Sitze bei einer Tasse gemütlich im Bett und wusele durch den öffentl. Bereich, stieß nun auf diesen Thread und bin total platt über den Verlauf!
Wo bitte ist denn hier die Gelassenheit geblieben?
Ich habe ihn mir dreimal von vorne bis hinten durchgelesen und bin erstaunt, wie sich das so hochschaukeln konnte.
Ich lese ja nun aus der Distanz, weil ich von einigen die Lebensgeschichte nicht kenne, aber für mich liest es sich, als ob hier jeder dem anderen unbedingt seine Erfahrungen geradezu vehement überbügeln möche. Ausser den konstruktiven Beiträgen von Jürgen und Paolo muss sich CC hier in einer Form rechtfertigen, dass das in meinen Augen ziemlich überzogen ist.
Kurz noch zu mir, CC:
Ich bin nach einer ersten Entgiftung in meiner Suffkarriere seit 11 Monaten trocken. Meine Familie und zwei meiner direkten Kollegen sind eingeweiht, also die Menschen, die mir im Leben am wichtigsten sind. Nach meinem Entzug war ich 3 Monate in einer Nachsorge-SHG, danach fand ich nicht die Richtige und blieb erstmal allein. Habe mich aber ständig damit auseinandergesetzt, sehr viel gelesen und die Grundbausteine im Rahmen meiner mir notwendig erschienen Möglichkeiten durchgesetzt. Bin jetzt seit kurzem hier und habe auch wieder eine reale SHG.
Obwohl ich erst so kurz ohne Alk lebe, wage ich es trotzdem mal, einen Beitrag zu schreiben. Hier prallen nämlich die Erfahrungen der alten Hasen mit den Newbies aufeinander.
| couchcool hat Folgendes geschrieben: |
Eure Beiträge habe ich mit großem Interesse gelesen und mir Gedanken gemacht. Es stimmt, die Geschichte, die ich seinerzeit hier eingestellt habe, ist etwas locker-lässig und zynisch geschrieben (muss wohl auch gute Laune gehabt haben) und lässt die Vermutung zu, ich würde das Problem verharmlosen. |
Mir scheint tatsächlich, CC, dass das hier das Grundproblem ist. In meinen Augen wurde darauf aber trotzdem zu heftig reagiert, zeigt aber auch, wie wichtig dieses Forum und auch Dein Beitrag war. Mir zeigt es ein hohes Maß an Engagement für jeden einzelnen hier, auch wenn es dann unglücklich rüberkommt.
| Zitat: |
Mein Fehler (ich schreibe manchmal gern), von Verharmlosung meines Suchtproblems bin ich jedenfalls weit entfernt. Meine eigene Nüchternheit steht an oberster Stelle, auch wenn ich mich nicht einigle. |
Ja, wie soll das auch gehen, das Einigeln, wenn man berufstätig ist? Seitdem ich hier im Forum bin, habe ich viel gelernt, vieles hat mich nachdenklicher und noch aufmerksamer machen lassen, aber ...
| Zitat: |
Die Alkoholsucht ist aus meiner Sicht eine vielschichtige und individuelle Krankheit. Auch alle von der Sucht betroffenen Menschen sind verschieden und daher gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, wie man mit seiner Sucht umgeht.
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Natürlich git es viele Möglichkeiten, aber so knallhart umzusetzen, wie einige dieses natürlich aus ihrer Erfahrung anraten, ist das wirklich möglich? Ich weiß zwar nicht, wo Du arbeitest, aber ich kann Deinen Wunsch nach dem Vorwärtsstreben innerhalb Deiner Arbeitsstelle gut nachvollziehen. In meinem Job kann ich mich auch nicht aus allem heraushalten und komme dort zwar äußerst selten, aber auch mal mit normal trinkenden Menschen in Berührung. Aber das kann ich doch in Cafés und Restaurants auch nicht vermeiden! Wenn ich mich in diese Situationen begebe, beobachte ich mich regelmäig, ob es mir momentan Druck macht, ob ich mich unwohl fühle und das Gegenteil ist der Fall, bisher jedenfalls. Natürlich gehe ich seit diesem Forum nicht mehr so locker mit meiner Einstellung um, bin noch wachsamer geworden, daher nochmals ein dickes Danke an Karsten und alle anderen!
| Zitat: |
Mit einem für alle verordneten Gleichschritt ist es nicht immer getan, jeder muss den auf sein Leben zugeschnittenen Königsweg selbst finden. Ich empfinde es daher zumindest als ziemlich einfältig, wenn man jemandem das an sich arbeiten abspricht, der hier und da anders denkt.
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Oh man, was für ein Mißverständnis ist das denn? Von "einfältig" kann hier doch keine Rede sein. Emotional total falsch aufgeschnappt, wobei ich auch gar nicht verstanden habe, warum Feengesicht so überzogen reagierte.
| Zitat: |
Auf meine zwei geschafften Jahre bin ich übrigens mächtig Stolz, auch wenn Ihr sagt das wäre noch nichts tolles. |
Und Du sollst auch stolz sein, ich bin es auch für mich! Das wollte Dir hier keiner nehmen, CC! (behaupte ich mal so)
| Zitat: |
Karsten: Hoffentlich hat Dein eigenes Erlebtes Dich hier als Administator nicht beinflusst. Aber wenn Du meinst ich sei ein schwarzes Schaf, so will ich die weisse Herde der länger trockenen natürlich nicht weiter beschmutzen.
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Schwarzes Schaf ist jetzt doch ein bisschen heftig, CC! Ich finde der Thread passt gut hierher, erstmal habe ich ihn gleich gefunden , und zum zweiten beschreibt er doch die Probleme im Alltag des Trockenen". Davon können die, die es noch vor sich haben, nur profotieren.
Und an alle hier, die der Meinung sind, man würde unglaubwürdig und nachlässig mit seiner Krankheit umgehen, wenn man sich nicht jedem gegenüber outet, möchte ich folgendes sagen:
Ich lese oft von den alten Hasen, dass sie ihr Umfeld darauf abgestellt haben, dass nur derjenige mit ihnen zusammensein "darf" (ich formuliere das mal extra so provokant), der sich voll auf deren bzw. unsere Alkoholsucht einstellt.
Davon ganz abgesehen, dass diese Einstellung nur bedingt auf einige Menschen und deren berufl. Situation zu übertragen ist, kann ich doch wohl nicht jeden für meine Alkoholsucht verantwortlich machen, und von jedem erwarten, dass dieser dafür zuständig zu sein scheint, dass ich trocken bleibe. Wer zieht sich denn mit so einer Einstellung aus der eigenen Verantwortung? Der, der sich tagtäglich seinem Umfeld stellen muss oder der, der sich einigelt und Verantwortung verteilt?
So, nun dürft Ihr auf ein Newbie einhacken. Aber ich warne Euch! Seit meinem neuen Leben als trockene Alkoholikerin bin ich sehr geduldig und nachsichtig geworden!
Lobanshee |
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| lobanshee hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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Jürgen sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.02.2007 Beiträge: 8074 Alter: 48 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 14.09.2008, 12:29 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Hallo Lobanshee,
wo die Gelassenheit geblieben ist, das ist eine gute Frage.
Gelassenheit muss man sich erarbeiten, und stellt sich nicht von selber ein, nur weil man keinen Alkohol mehr trinkt.
Und mit dem zusammensein darf, und dem Umfeld: Ich seh es so oder aus eigener Erfahrung, das sich das Umfeld von selber ändert, wenn man sich und seine Einstellung ändert. Das geht vom Beruf, Privat über Hobbies. Am Anfang ist es ein Selektieren, aber dann läuft es von selber. Dewegen komm ich erst gar nicht in solch Situationen. Wer mich auf der Arbeit schätzt, mit dem brauch ich Abends nicht an der Bar zu hängen.
LG
Jürgen |
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| Jürgen hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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couchcool neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.05.2008 Beiträge: 20 Alter: 34
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Verfasst am: 14.09.2008, 22:35 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Hallo Lobanshee,
tja da wird wohl noch viel Wasser die Leine runterfließen, bis die Gelassenheit mein dauerhafter Begleiter wird. Allerdings habe ich auch
erst lernen müssen, nicht mehr alle Dinge in mich rein zu fressen, sondern mich zu wehren, und zwar gleich. Das hält den Kopf frei und es staut sich nichts auf. Sollte ich da gestern überzogen und jemanden dumm angeblökt haben, sorry. Jedenfalls danke für Dein Statement, man wird richtig ruhig beim Lesen, Respekt.
In Deinen Schilderungen zum Umgang mit der Sucht und zum Thema SHG find ich mich oft wieder, das tut gut. Ich überlege auch, wieder einen neuen Anlauf in Sachen SHG-Suche zu unternehmen (zumindest wenn bald die therapeutische Gesprächstherapie ausläuft). Richtig wohl gefühlt habe ich mich damals in den besuchten Gruppen (von AA bis 90) nicht.
Wie bist Du denn im zweiten Anlauf fündig geworden?
Viele Grüße |
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| couchcool hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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lobanshee Gast
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Verfasst am: 15.09.2008, 07:37 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Guten Morgen, CC !
Nach meiner Erst-Nachsorge war ich direkt im Anschluß in einer kleinen SHG, die ich über das Internet gefunden hatte, das war aber gar nicht gut, die waren doch sehr für sich, man fühlte sich total abgekapselt, so, als ob man es sich verdienen müsste, dort zu sein!
Diese neue SHG wurde mir von einer Freundin genannt, die ich im Entzug kennengelernt hatte. Sie war zwar nur einmal dort, fand aber den SHG-Leiter sehr sympathisch, da dieser auch Alkoholiker ist (hat aber schon die 20 Jahres-Marke geknackt im Trockenbleiben!).
Irgendwann fand ich den Flyer von dieser Gruppe wieder, rief spontan an und bekam gleich einen Platz. Ich fühle mich dort sehr gut aufgenommen und mir tut die Struktur, also sich einmal in der Woche auch nach außen mit dem Thema zu befassen, sehr gut.
Natürlich gibt es auch sehr traurige Geschichten dort und in der kurzen Zeit, die ich jetzt die Gruppe besuche, sind schon zwei Rückfälle passiert. Für mich ist das ziemlich gruselig, weil ich mir ja selber ständig darüber Gedanken mache.
Diese SHG gehört zum Klinikum "Wahrendorf", vielleicht gibt es diese auch in Deiner Nähe. Das Klinikum ist jedenfalls sehr bekannt.
Tja, und zu meinem Statement ist noch folgendes zu sagen:
Manchmal traut man sich nicht, hier im Forum zu schreiben, man sei erst 11 Monate trocken, um dann Tipps zu geben, als sei man schon 11 Jahre ohne Alk. Letztendlich kann ich ja auch nicht wissen, ob alle guten Ratschläge, Beiträge oder sämtl. Informationen, die ich über diese Krankheit verschlungen habe, nicht irgendwann von mir über den Haufen geschmissen werden.
Ein Arzt hat vor kurzem gesagt: "Wollen heißt nicht können!" Auch das hat mich nachträglich wieder dazu angeregt, nicht alles so euphorisch zu betrachten, sondern ständig sich selbst in Frage stellen und an sich arbeiten, keine alten Strukturen wieder aufzubauen oder den normalen Alltagsdruck zu erhöhen. |
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| lobanshee hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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lobanshee Gast
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Verfasst am: 15.09.2008, 07:41 Titel: Re: eine ganz normale Firmenfeier |
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Ich nochmal,
eigentlich sollte mein Beitrag erst in die Vorschau gehen, um noch die Satzstellung zu korrigieren, aber da war "Absenden" schneller!
Also, liebe Grüße an Dich !
Lobanshee
PS: Yes, we can!!!  |
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| lobanshee hat zum Thema: Re: eine ganz normale Firmenfeier geschrieben
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