| Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? • Puh, der Saufdruck steigt!!! |
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Juli10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.07.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 18.06.2008, 22:22 Titel: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? |
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Hallo Ihrs, ich war schon eine Weile nicht mehr hier, bin seit 2,5 Jahren trocken, mir gehts prima, aber jetzt braucht jmd aus meiner Gruppe Hilfe wegen Rückfall und ich bin ziemlich ratlos. Theoretisch weiß ich viel, in der Praxis merke ich doch, dass ich etwas hilflos und unsicher bin, wie am besten zu reagieren ist. Könnt Ihr mir helfen?
Mein Gruppenmitglied (wie ich eine Frau, 10 J. älter, wir sind übrigens beim KBd), rief mich heute an. Betrunken, sie trinkt schon seit paar Tagen wieder. Ich mag sie sehr gerne, war aber etwas ratlos in meiner Hilfe und reagierte eher intuitiv. Sie wollte nur reden, keine Aktion, war natürlich auch nicht mehr klar in Denken und Aussprache. Ich bot an, sie in eine Klinik zu bringen, ihren Hausarzut zu kontaktieren, Familie hinzuzurufen, auch vorbeizukommen (wobei ich dabei Unbehagen verspürte - Selbstschutz?). Warum sie wieder trinkt, war nicht ganz klar, ihr war nur nach Reden, Angst machte mir, dass sie sagte, sie wolle nicht mehr leben. Ihr Mann war aber zuhause, beide schweigen sich zwar an, jedoch meinte ich sie dadurch geschützt vor Suizid.
Im Endeffekt bat ich sie, jetzt schlafen zu gehen, zu trinken hatte sie nichts mehr, sie wollte auch trocken bleiben und nix mehr holen. Wir (ich) wollen morgen früh wieder telefonieren, und überlegen, was wir tun können (und was sie will). Problematisch ist, dass wir zur Zeit Probs und Spannungen in unserer SHG haben, sodaß ihr weder das Gespräch mit dem gruppenleiter etwas brachte, noch sie morgen zum Gruppenabend möchte. Ich bot an, mit ihr morgen in eine andere SHG zu gehen, Hauptsache, sie ist "unter Gleichgesinnten" und kann reden. Denke, der Schritt in die Offenheit war sehr wichtig, denke, den muß sie weitergehen. Ich würde sie auch in eine Klinik bringen. Aber ich merkte dass ich doch unsicher war, wie soll ich reagieren, trotz allem theoretischen Wissen und aller Gruppengespräche. Ich frage sie auch, was sie von mir erwartet, was sie sich wünscht, sie meinte "reden, zuhören". Mir erscheint es zu wenig, ich würde ihr so gerne mehr anbieten, einen "Aktionsplan". Unsere SHG hilft hier im Moment nicht. Was würdet Ihr tun? Bitte gebt mir möglichst schnell einen Rate.
Vielen Dank |
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| Juli10 hat zum Thema: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7456 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 18.06.2008, 23:20 Titel: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? |
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hallo juli
hör bitte auf deinen bauch. dir geht es bei dem gedanken nicht gut und da ist man schneller wieder im teufelskreis als man denkt. rede mit ihr wenn sie nüchtern ist, das ist so weit ok, nur grenz dich da auch ganz klar ab. hilfe in so weit sie zum arzt zu bringen, zur shg begleiten, zur suchtberatung, das geht, nur mehr nicht. du bist kein psychologe oder therapeut und kannst hier ganz schnell in was reinrutschen das dich auch überfordert wenn sie anfängt sich im besoffenen kopf bei dir auszuheulen. mitleid und hilfe ist nur so lange in ordnung solange du dich nicht selbst in gefahr bringst. lass dich da nicht in was reinziehen was du gar nicht willst. du weißt wie das läuft mit den faulen ausreden und falschen versprechen, das brauche ich dir nicht erklären, bleib auf der hut und zieh dich zurück wenn es zu viel wird. ich kann aus der ferne natürlich nicht beurteilen wie ernst es deiner bekannten ist mit dem wieder aufhören, aber wenn sie wirklich will dann sollte das in den nächsten paar tagen passieren, ansonsten halt dich zurück, denn bei dem problem bist du nicht schon sondern erst 2,5 jahre trocken. du verstehst schon was ich meine. lass es nicht zu nah an dich ran.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 19.06.2008, 09:31 Titel: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? |
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Servus Juli10,
ich kann mich Doro nur anschließen: bleibe auf Distanz, um Deine Trocklenheit nicht zu gefährden. Dein Unbehagen in manchen Situationen sollte Dir als ernste Warnung dienen, Dich nicht zu sehr aus Deinem sicheren Umfeld "locken" zu lassen.
Eines möchte ich Dir aber noch zu bedenken geben, da ich selbst dem Kreuzbund angehöre. Es gibt dort eine (ungeschriebene?) Regel die lautet, dass interne Dinge (und dazu gehört ein Rückfall) auch intern (=in der Gruppe) besprochen werden, und nicht extern - also in einem Telefonat zwischen zwei Mitgliedern.
Warum? Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es bei solchen 1:1-Gesprächen sehr schnell zur Übernahme von "Verantwortung" kommen kann, zu der der Übernehmende gar nicht bereit und in der Lage ist. Der Rückfällige kann also wieder manipulieren.
Zum zweiten haben wir sehr oft festgestellt, dass es innerhalb der Gruppe durch diese Art der Kommunikation zu extremen Spannungen kommt: ein Teil fühlt sich ausgeschlossen, reagiert darauf (falsch), was wiederum (falsche) Gegenreaktionen hervorruft. Ein Teufelskreis, der sich nicht selten bis zum Zerfall der Gruppe aufschaukelt.
Dritter und letzter Punkt, den ich beleuchten möchte: eine Gruppe ist ein Gruppe ist eine Gruppe. Die Gruppe kann durch einen Rückfall wachsen, gerade, wenn momentan Spannungen existieren. Ihr konzentriert Euch wieder auf die Kernkompetenz, und die lautet: ich helfe mir selbst, indem ich über mich spreche und mich und meine Bedürfnisse ernst nehme. Es ist also an Euren rückfälligen Mitglied, sich in die Gruppe einzubringen und aktiv Hilfe einzufordern, indem sie ihre Situation schildert. Es kann nicht Eure Aufgabe sein, ihr eine alternative Plattform zu bieten/basteln, auf der sie sich die "Sahnehäubchen" der Hilfe raussucht (und die ihr "passenden" Personen dazu).
Tut sie das nicht, dann ist das ihre Entscheidung gegen die Gruppe und für den Alkohol. Ihre Entscheidung. Nicht Eure!
Lass das ganze mal sacken, trotz Deinem Wunsch, ihr zu helfen. Die beste Hilfe ist die, die Sie sich selbst holt, bei der sie selbst aktiv wird.
LG
Spedi
(sorry, das ich so viel dazu geschrieben habe. War/ist mir aber wichtig, dass Du aus der Nummer rausfindest) |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? geschrieben
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Juli10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.07.2007 Beiträge: 4
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Verfasst am: 26.06.2008, 15:23 Titel: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? |
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Hallo Ihr, ich hatte noch keine Gelegenheit, Euch für die prompte Hilfe zu danken. Eurer Rat war mir eine Hilfe, weil er mich in dem bestärkt hat, was ich tat. Ich bot Hilfe im "Tun" an, dh andere Gruppe mit ihr zu besuchen, da sie zZt in unsere (KB) nicht gehen möchte, mir ihr z Hausarzt, Therapeuten, Krankenhaus oder gar Suchtklinik (wo ich auch meinen Entzug vor gut 2 Jahren gemacht hab), zu gehen. Wollte sie alles nicht, überhaupt wiegelte sie ab, man solle sie nur in Ruhe lassen. Auch nicht anrufen oder vorbeikommen. Das mußte ich akzeptieren, für mich war klar, dass sie sich ihren Raum schafft, in dem sei voerst trinken WILL. Dagegen kann ich nix tun. Was ich nicht mache, ist lallende Telefonate mit ihr führen oder zu ihr fahren, wenn sie betrunken ist und inmitten von Alk sitzt. Da greift mein Selbstschutz. Ich helfe, wenn sie sich entscheidet, nicht mehr zu trinken, ich lasse sie aber, solange sie entscheidet, im Moment trinken zu wollen. Ich finde es furchtbar traurig, dieses bewußte Wiederanfangen mit allen Konsequenzen nach jahrelanger Abstinenz, aber ich weiß genug über die Krankheit/Sucht, um sie zu lassen. Ich höre auch sehr auf meinen Bauch (Danke Euch für diesen Rat, war mir eine Bestätigung), handle entsprechend, und bin wiedermal sooo unendlich froh, selbst trocken bleiben zu können.
Danke wiedermal für Eure Hilfe. Juli10 |
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| Juli10 hat zum Thema: Re: Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? geschrieben
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