| immer wieder streit mit freund • er sagt er geht, wie schaff ichs, dass ers wirklich tut? |
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conniealk neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.06.2008 Beiträge: 7
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Verfasst am: 13.06.2008, 12:38 Titel: Erbitte Hilfe/Rat! |
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Liebe Forumler!
Ich möchte mein Problem zum Thema Alkohol kurz schildern und würde mich sehr freuen, wenn mir vielleicht der Eine oder Andere dazu etwas schreiben, mir viell. helfen kann.
Es geht um meinen Schwiegervater. Ich muß etwas ausholen... vor reichlich 10 Jahren lernte ich meinen Mann kennen. Dies geschah, als sein Vater mit seiner Mutter mehrere Wochen im Krankenhaus lag. Er hatte unter Alkohol einen Unfall gebaut, bei welchem beide schwer verletzt wurden.
Wir zogen recht schnell zusammen - und zwar in das Haus meiner Schwiegereltern. Heute weiß ich, dass sich mein Mann keine Gedanken wegen der Probleme - die kommen mußten - machte, weil er es gar nicht anders kannte. Er erkannte damals nicht, dass sein Vater ein Problem hatte-er war damit aufgewachsen, für ihn war es normal. Jedenfalls bemerkte ich recht schnell, dass er unkontrolliert trank. Er macht das auch irgendwie heimlich, es steht selten irgendwo Alkohol, er hat da auch keine festen Zeiten. Er war ziemlich oft stark betrunken - aber nicht so, wie man das von "normalen" Menschen kennt. Fremde hätten es viell. erst auf den 2. Blick bemerkt. Er wirkt dann verquollen, selbstgefällig, irgendwie apathisch, seine ganze Persönlichkeit verändert sich extrem. Er lag dann tagelang im Bett, erholte sich nur schwer von seinen Exzessen. Ich bin ein sehr direkter Mensch, so dass ich das Thema offen ansprach. Ich wurde jedoch als die hingestellt, die sich was einbildet usw.
Nach 1 Jahr zogen wir aus. Mein Mann stellte sich gott sei Dank direkt auf meine Seite.
Seither ist es immer schlimmer geworden. Sein Vater wollte bei uns Alkohol trinken. Als mein Mann ihm dies verweigerte (er war mit dem Auto da), sagte er ihm, er hätte Leukämie und ihm würde der Rotwein helfen.... mein Mann war so geschockt, dass er ihm was gab.
Das ist nur ein Beispiel von vielen. Da meine Schwiegermutter dieses Alkoholproblem nicht sieht oder sehen will, gerieten wir immer mehr in Streit und Auseinandersetzungen. Ich fühle mich als Außenseiter, weil ich als Einzige nicht ignorieren kann, wenn er betrunken ist. Mein Mann tut sich immer noch schwer damit, konsequent bzw. offen zu sein. Das Ganze ging so weit, dass ich regelrechte Angstgefühle bekam, wenn ich auf meine Schwiegereltern traf. Ich wußte einfach nicht mehr, wie ich damit umgehen soll - mein Schwiegervater ekelte mich an und meine Schwiegermutter in ihrer Art (für mich ist er krank und hat damit eine "Ausrede", sie aber nicht) noch mehr! Ich brach dann den Kontakt erstmal völlig ab. Mein Mann erklärte ihnen auch, warum. Sie verstanden es nicht.
Ab und an läßt sich der Kontakt trotzdem nicht vermeiden. Ich will ja auch kein Unmensch sein und meinen Mann seine Familie respektieren. Aber immer wenn ich auf sie treffe, gibt es ein Alkohol-Problem. Letzte Woche war er angetrunken mit dem Auto bei uns! Vor 1 Monat war er im Krankenhaus, weil er im Suff gestürzt und sich die Rippen gebrochen hat. Natürlich behauptet man, es lag am Zucker, den er auch hat. Am Morgen darauf hat er sich im Krankenhaus übergeben und der Arzt meinte noch, er wäre ja immer noch betrunken und fragte sogar, ob er schon mal einen Entzug gemacht hat! Ich erwähne das nur, damit klar ist, dass ich mir das nicht alles einbilde! Das glaube ich zuweilen nämlich auch schon...
Meine Frage ist zuallererst, wie ich damit umgehen kann? Wie kann ich es erreichen, dass es mir damit nicht so schlecht geht? Soll ich den Kontakt komplett abbrechen? Kann man ihm helfen???
Ich könnte noch endlos weiter schreiben, aber ich denke, Ihr habt erstmal einen Einblick.
Vielen Dank fürs Lesen und meine Hochachtung an alle, die dem Alkohol den Kampf ansagen!
LG, Connie |
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| conniealk hat zum Thema: Erbitte Hilfe/Rat! geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2008, 12:51 Titel: Re: Erbitte Hilfe/Rat! |
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Hallo Connie,
leider ist die Antwort auf deine frage fast immer die selbe. Helfen kann du in so einer Situation eigentlich nicht. Du kannst dir selber helfen und den Kontakt abbrechen.
Du bist ja nicht verantwortlich für diese Situation, du zwingst deinen Schwiegervater ja nicht zum trinken, das macht er selbst.
Wenn er beschlossen hat sich Tot zu saufen, dann ist das sein Ding. da kann man leider nix machen, auch wenn man den Wunsch hat zu helfen.
Als Kind eines Alkoholsüchtigen aufzuwachsen, hinterlässt meist immer irgendwelche Narben auf der Seele eines Kindes. Das weis ich aus eigener Erfahrung. Es würde deinem Mann und vielleicht auch dir gut tun, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholsüchtigen aufzusuchen. Das wäre sicherlich nicht schlecht und wie gesagt helfen ist nicht drin. Die einzige Hilfe wäre, das Ihr eine klare : Nein zum Alkohol Stellung bezieht. Um euch selbst zu schützen und ihm zu zeigen das Ihr Beide seine Sucht nicht unterstüzt.
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Erbitte Hilfe/Rat! geschrieben
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conniealk neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.06.2008 Beiträge: 7
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Verfasst am: 13.06.2008, 12:59 Titel: Hallo Erdling! |
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Danke für Deine Antwort.
Ja, Kontaktabbruch -das betreibe ich ja schon weitestgehend. Aber es ist schwierig. Ich werde schief angeguckt, weil die Leute teilweise ja nicht wissen, warum. Sie meinen, ich wäre schwierig und würde wegen "Problemchen" Streß machen. Das tut weh. Mein Mann hat dazu nicht die Kraft... sie manipulieren ihn dann damit, dass sie meinen, ihn ginge es so schlecht und er ließe sie im Stich. Dann fühlt er sich schlecht
Man kommt sich halt auch wie ein Schwein vor, wenn man so einen Menschen quasi im Stich läßt...
LG, connie |
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| conniealk hat zum Thema: Hallo Erdling! geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 13.06.2008, 13:02 Titel: Re: Erbitte Hilfe/Rat! |
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Servus conniealk (ein recht unpassender Nich, aber naja),
ich kann Dir nur sagen, dass ich als trockener Alkoholiker zu meinem eigenen Schutz jeglichen Kontakt zu all den Familienmitgliedern eingestellt habe, die meinen Wunsch nach Trockenheit nicht respektieren.
Dazu gehört für mich auch, dass ich in einem 100% alkoholfreien Zuhause lebe und für nichts und niemanden Alkohol bevorraten werde oder zulasse, dass jemand in meinem Hause (selbst mitgebrachten) Alkohol konsumiert.
Wem das nicht passt, der muss ohne mich auskommen. Das ist mein gutes Recht, schließlich ist es mein Leben, meine Gesundheit und mein Zuhause.
Es liegt an Dir und Deinem Mann, in wie weit ihr Euch von der Sucht seines Vaters (und der eventuellen Co-Abhängigkeit seiner Mutter) "vereinnahmen" lasst oder abgrenzt. Das geht auch völlig ohne böse Worte oder Streit, ganz einfach: "Bei uns wird kein Alkohol getrunken. Wenn Du welchen trinken möchstest, dann musst du das bitte bei Dir zu Hause machen."
Lasst Euch nicht unterkriegen! Lebt Euer Leben, ihr habt ein Recht darauf!
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Erbitte Hilfe/Rat! geschrieben
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conniealk neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.06.2008 Beiträge: 7
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Verfasst am: 13.06.2008, 13:51 Titel: Hi Spedi! |
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Erstmal Glückwunsch, dass Du es geschafft hast. Ich bewundere Dich dafür, wie konsequent Du Deine Regeln durchsetzt.
Ich kann das nicht immer - mir fehlt dazu manchmal die Kraft. Bei uns gibts keinen Alkohol mehr, wenn die beiden da sind. Aber was sollen wir machen, wenn er betrunken ankommt? Oder wenn sie gemeinsam mit anderen Leuten bei uns sind (zu einer Feier), die Alkohol trinken - dann können wir es ihnen schlecht verbieten. Es läßt sich alles leicht sagen, ist aber dann nicht so leicht durchzuführen... wißt Ihr sicher alle.
Aber mich bestärkt es schon, dass Ihr meint, Kontaktabbruch wäre richtig.
Ich denke, für meinen Mann ist es schwer... sicher wäre es besser, er würde an meiner Stelle hier Hilfe suchen - er braucht sie noch viel mehr. Er verdrängt das alles, will nicht darüber reden usw.
Könnt Ihr mir kurz erklären, wie genau sich Co-Abhängigkeit äußert? Bedeutet das, dass man sich mit dem Alkohol bzw. dem alkoholabhängigen Menschen arrangiert?
Danke, Connie |
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| conniealk hat zum Thema: Hi Spedi! geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 13.06.2008, 15:49 Titel: Re: Erbitte Hilfe/Rat! |
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Servus Connie,
eine Coabhängigkeit exakt zu definieren ist nicht einfach, da sehr viele Überschneidungen zu anderen Krankheitsbildern bzw (abnormen)Verhalten dabei sind.
Bei uns Alkoholikern wird der Begriff gebraucht, wenn (meinstens der Lebenspartner) eines Alkoholikers so weit sich selbst und sein "Wohlfühlen" von den Handlungen, Stimmungen und Launen des trinkenden abhängig macht, dass er/sie seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Nöte gar nicht mehr wahrnimmt oder aber zumindest stark vernachlässigt. Die Fehler des trinkenden Partners werden häufig auch entschuldigt, klein geredet, der Alkoholmissbrauch verharmlost, abschwächende Vergleiche gesucht etc. Das kann so weit gehen, dass der nichttrinkende Partner dem trinkenden sein Suchtmittel besorgt, nur um diesen "zufrieden zu stellen".
Du siehst, die Bandbreite ist gewaltig...
Etwas anderes:
| Zitat: | | Es läßt sich alles leicht sagen, ist aber dann nicht so leicht durchzuführen... | Hier möchte ich Dir widersprechen. Wenn ich etwas möchte und von der Richtigkeit meines Handelns überzeugt bin, dann ist es nicht schwer, meinen Wunsch umzusetzen.
Sobald ich jedoch nicht selbst überzeugt bin, habe ich immer auch Schwierigkeiten, Anderen mein Anliegen plausibel zu machen. Ich bin dann nicht authentisch und eventuell sogar unglaubwürdig.
Anders gesagt: Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe...
Ich klink' mich hier mal etwas aus, Du wirst sicher noch von anderen Angehörigen Tipps bekommen, wie Du für Dich ein lebenswertes Leben aufbauen kannst und die Beeinträchtigungen durch Deine Schwiegereltern sich im für Dich erträglichen Rahmen halten lassen.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Erbitte Hilfe/Rat! geschrieben
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speedy53 Gast
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Verfasst am: 13.06.2008, 15:52 Titel: Re: Erbitte Hilfe/Rat! |
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Hallo Connie,
wenn Du magst, lies doch mal hier:
http://www.forum-alkoholiker.de/interview-buchautor.php
Das Interview hat Karsten mal mit Dr. Kolitzus geführt und beantwortet sicher viele Deiner Fragen!
Lieben Gruß
Speedy |
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| speedy53 hat zum Thema: Re: Erbitte Hilfe/Rat! geschrieben
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conniealk neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.06.2008 Beiträge: 7
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Verfasst am: 16.06.2008, 12:29 Titel: Hey! |
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Ich gebe Dir, Spedi, schon Recht damit, dass ich konsequent bleiben muß. Mir fällt es trotzdem manchmal schwer, weil ich mich wahrscheinlich zu sehr von meinem Umfeld beeinflussen lasse. Es hat sehr lange gedauert, ehe ich für mich verstanden habe, dass ich - unabhängig von meinem Mann - eine Lösung für MICH finden muß. Ich dachte vorher immer, wir müssen eine gemeinsame Lösung finden. Und da sich mein Mann verantwortlich für seine Eltern fühlt, dachte ich, ich müsse es auch. Inzwischen kann ich das einigermaßen trennen.
Es tut mir auf alle Fälle gut, wenn ich lese, dass es richtig ist, sich den Alkoholikern zu entziehen, sich auf seine eigene Meinung zu verlassen. Manchmal dachte ich auch, man müsse ihm helfen.
Habt Ihr denn eine Idee, wie ich meinen Mann beeinflussen kann, dass er sich nicht mehr so abhängig fühlt? Dass er lernt, loslassen zu können, ohne ein schlechtes GEwissen zu haben? Wie kann ich ihm versichern, dass er kein schlechter Sohn ist, wenn er sich zum Thema Alkohol klar positioniert? Oder muß er das irgendwann selbst herausfinden?
Ich habe auch Angst davor, wenn wir mal ein Kind haben... wie soll ich mich verhalten? Ich würde mein Kind nie diesen Leuten anvertrauen, aber sicherlich möchte ich ihnen auch die Gelegenheit geben, sich als Großeltern zu behaupten
Ich hab das Interview von Dr. Kolitzus gelesen. Die Co-Abhängigkeit hat sicherlich viele Seiten... in unserem Fall beziehe ich sie auf das Verharmlosen des Alkoholproblems, das Ignorieren. Es wäre leichter für mich, wenn ich nicht "nur" die Schwiegertochter wäre... dann wäre ich näher dran. So habe ich immer das Problem, nicht genau zu wissen, ob ich mir diesen oder jenen "Spruch" herausnehmen kann bzw. wie weit ich mich einmischen kann. Hach
Gruß, Connie |
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