| Mann trank heimlich, MPU, will mich aber nicht trennen • Kann ich irgendetwas tun? |
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michaela81827 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 11.06.2008 Beiträge: 5 Alter: 34 Wohnort: München
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Verfasst am: 12.06.2008, 07:26 Titel: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Hallo,
mein Mann - mit dem ich mittlerweile seit 6 Jahren verheiratet bin- ist seit Jahren Alkoholiker. Nun hat er endlich eine ambulante Entgiftung hinter sich, eine Therapie angefangen. Dort macht er falsche Angaben, redet ständig davon, dass das alles eh nichts bringt und er bald wieder aufhören wird. Dafür hat er sich ein Buch zum Kontrollierten Trinken bestellt, das will er jetzt machen (letzlich will er immer noch was trinken, u.a. deshalb, damit die Verwandtschaft, Freunde etc. nichts von seiner Trinkere erfahren (viele haben eh schon was gespannt, nur seine Eltern natürlich nicht, die wollen es nicht sehen). Außerdem sagt er ständig, dass das Leben ohne Alk keinen Spaß macht, obwohl wir zusammen mit unserem Sohn (1,5) wirklich viele schöne gemeinsame Ausflüge machen. Was haltet denn ihr von der Idee mit dem kontrollierten Trinken? Also ich halte nämlich ehrlich gesagt gar nichts davon...
Bin gespannt auf eure Meinung |
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| michaela81827 hat zum Thema: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 12.06.2008, 07:37 Titel: Ähem, |
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so ein Modell habe ich auch hier, welches alles unter Kontrolle hat.
Wer da wen unter Kontrolle hat möchte ich doch mal dahin gestellt sein lassen. Ein Suchtmittel ist ein Suchtmittel - es bewirkt im Hirn Veränderungenen, spricht das Belohnungszentrum an und wird als Ausweg für Stresssituationen verwendet. Da wir aber alle im Leben Stress haben stellt sich dann doch wohl die Frage, was ist bei überdimensionalem Stress.
Ein Kumpel von mir war heroinabhängig und wurde mit Methadon substituiert. Während der Zeit gab es ein "bischen Koks"', alles unter Kontrolle. Das endete damit, dass er in seinem Wahn in einen Supermarkt einbrach, die Wirkung des Giftes nachließ als die Polizei da war und er als heulendes Elend mit einem Päckchen Kaugummi versteckt unter der Theke saß, geschüttelt von Krämpfen und Panik sowie Weinen.
Aber er hatte es ja unter Kontrolle
Kann ich meine Co-Abhängigkeit unter Kontrolle halten? Nur so lange, wie nicht diverse Muster und Spiele von der Gegenseite eingesetzt werden, die mich ruckizucki in Verhaltensmuster drängen die ich nicht will. Aber alles unter Kontrolle: vielleicht in 95 % der Fälle, aber was ist mit den anderen 5%.
Ich denke, diejenigen, die mit dem Thema Erfahrung haben werden Dir Ihre Meinung noch sagen, ich habe das Gefühl, da will einer auf keinen Fall auf seine Prinzessin Alk verzichten und damit er doch nicht ganz so schlaff dasteht spricht er nun von kontrolliertem Trinken....
Lieben Gruß von Dagmar
p.s.s ich kann nicht einmal kontrolliert rauchen .... weil ich süchtig bin.... |
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michaela81827 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 11.06.2008 Beiträge: 5 Alter: 34 Wohnort: München
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Verfasst am: 12.06.2008, 07:47 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Hi Dagmar,
letzlich denke ich auch, dass er sich nicht vom Alk trennen will, denn hier eine Maß, dort ein Schoppen, da kann man sich wieder ziemlich lange damit belügen und nur die Frau ist dann wieder das keifende und zickende Problem. Das zeigt ja auch die Tatsache, dass er falsche Therapieangaben macht...
Offensichtlich ist saufen einfach so viel schöner als nüchtern das Leben zu genießen...
Für mich ist das einfach so wahnsinnig unverständlich...
Gruß Michaela |
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| michaela81827 hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 12.06.2008, 08:15 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Servus Michaela,
das Thema ist ganz einfach abzuhandeln:
Ist er nicht vom Alkohol abhängig -also kein Alkoholiker- dann kann er kontrolliert trinken. Auch ohne Buch oder sonstige Anleitung. Kann er hingegen nicht (mehr) kontrolliert trinken, ist er alkoholkrank. Dann kann er nie wieder kontrolliert trinken.
Der Traum vom "Kontrollierten Trinken" wird wohl von der Masse der Alkoholiker zu irgend einem Zeitpunkt mal geträumt, weil wir uns nicht eingestehen wollen, dass wir Alkoholiker sind. Das böse erwachen aus diesem "Traum" ist dafür dann umso heftiger...
Ob er nun Alkoholiker ist oder nicht, kann nur er selbst sich beantworten - kein Arzt, Psychologe oder sonst jemand kann das mit letzter Sicherheit sagen.
Ist aber auch unwichtig. Wichtig ist, wie geht es Dir damit, wenn er trinkt. Und wenn Du für Dich damit ein Problem hast, dann ist es wichtig, dieses Problem zu thematisieren und zu lösen, da bist Du auf dem völlig richtigen Weg. Steh zu Deiner Einstellung und setze Deinen Wunsch auch durch - kein Alkohol. Es ist Dein gutes Recht, denn "nicht Trinken" ist normal, alles andere ist nicht Standard...auch wenn ein Alkoholiker 1000 Gründe gegen diese Aussage findet...
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 13.06.2008, 06:31 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Guten Morgen Michaela,
ich seh es ganz einfach so: Da dein Mann viele Gründe findet, sein Trinkverhalten nicht ändern zu müssen, ist er einfach noch nicht so weit, sich endgültig von der Flasche zu verabschieden. Wie Spedi schon ganz richtig schreibt, das Einzige, was du in die Hand nehmen kannst, ist dein eigenes Leben. Guck dir an, frag dich, ob du mit seinem Trinken leben kannst und willst und wo dabei DEIN Leben bleibt. Entscheidungen treffen und sie umzusetzen, kannst du nur für dich, für dein Leben. Er muss seinen Weg selbst finden und so wie es aussieht, muss er vielleicht noch die ein oder andere Runde drehen, bis er trocken werden kann. Du bist machtlos gegenüber dem Alkohol und er womöglich auch bereits. Diese Machtlosigkeit anzunehmen ist der erst Schritt in die richtige Richtung.
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 13.06.2008, 07:40 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Ich kann Ette nur Recht geben, da bei meinem Ex derzeit vermutlich gerade selbiger Versuch startet. Mit dem Resultat, dass der zuvor hohe Spiegel runterreduziert werden soll. Dieses aber wiederum bringt Schlafstörungen (bei meinem Ex). Er will etwas erreichen, was ihm zuvor nur mit seinem Spiegel möglich war, hat er diesen Spiegel aber nicht, so scheint er unsicher zu sein. Dieses dürfte Stress sein und vermutlich in den nächsten Tagen wieder zum Aufstocken des Spiegels führen.
Ich weiß es nicht, ich weiss nur, dass hier die langjährigen kontrollierten Versuche sich dahingehend verändert haben dass die Mengen sich verdoppelt haben, Abstürze bis zur Besinnungslosigkeit - zwar selten - aber dennoch auftreten, was es anfänglich nicht gab.
Aus dem ursprünglich kontrollierten Trinken während des Alltags wurde ein Trinken im Alltag, jedoch mit Abkehr von Hobbies, menschlichen Kontakten und Abkehr von Hygiene, gesundheitlicher Selbstversorgung (die noch nie die größte war) und vieler anderer selbstschädlicher Dinge.
Hier also - bei uns - ist die Kontrolle in die Hosen gegangen ... weil es um Kontrolle ging und nicht um Abkehr von Prinzessin Alk.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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andreas57 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2008 Beiträge: 203 Alter: 55 Wohnort: niederösterreich
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Verfasst am: 13.06.2008, 07:48 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Servus Michaela81827 !
Spedi hat dir in seiner Antwort bereits alles erklärt.
Genauso ist es und dem ist nichts hinzuzufügen. Das kann ich dir als trockener Alkoholiker nur bestätigen. Auch ich habe lange Zeit der Selbsttäuschung vom "kontrollierten Trinken" erlegen. Wurde die unsichtbare Grenze vom Alkoholmißbrauch ( der natürlich auch gesundheitsschädlich ist ) zur Alkoholsucht einmal überschritten gibt es im ganzen Leben kein zurück mehr.
Auch wenn sogar Ärzte und eigene Therapieformen das "kontrollierte Trinken" vertreten und bewerben gibt es bis dato keine verläßlichen Langzeitstudien die das belegen. Hier handelt es sich um reine Geschäftemacherei die auf dem Rücken gutgläubiger und vor allem
uneinsichtiger Alkholkranker begangen wird.
Dein Mann scheint wirklich noch nicht soweit zu sein, sich seine Alkoholsucht einzugestehen und auch nicht willig daran etwas zu ändern.
Aber das ist seine Sache - vielleicht muss er noch seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen ab dem er nur mehr eins will:
Mit dem Trinken aufzuhören!
Wie es dir mit seiner Trinkerei geht ist da viel wichtiger!
Tue etwas für dich! Empfehlungen bzw. Threads in denen andere Frauen ihre Co-Abhängigkeit beschreiben und auch davon losgekommen sind gibt es in diesem Forum genug.
Wünsche dir die Weisheit die richtigen Schritte zu setzen und deinem Mann die Einsicht, dass das kontrollierte Trinken noch nie funktioniert hat und nie funktionieren wird.
LG
Andreas
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| andreas57 hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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andreas57 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2008 Beiträge: 203 Alter: 55 Wohnort: niederösterreich
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Verfasst am: 13.06.2008, 08:57 Titel: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie |
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Servus Currlinger!
Will hier keine näheren Angaben machen, zum einen weil ich diese Form der "Selbsttäuschung" absolut ablehne zum anderen weil auch die Betreiber dieses Forums diese Meinung vertreten und bei niemanden falsche Hoffnung, die es ohnehin nicht gibt geweckt werden soll.
Wenn es dich dennoch interessiert was so alles unter dem Stickwort "kontrolliertes Trinken" an Unqualifiziertem verzapft wird brauchst du nur dazu zu googeln.
Es ist jedoch verlorene Zeit sich mit dem Thema näher zu beschäftigen.
Viel wichter ist an der eigenen Trockenheit zu arbeiten.
Lg
Andreas |
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| andreas57 hat zum Thema: Re: Kontrolliertes Trinken statt Therapie geschrieben
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