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Alkoholiker

Traurige Geschichte

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@Vaan   •    "alkfreies bier"-nein danke  
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live2008
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.05.2008
Beiträge: 290

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 07:11    Titel: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo
ich bin eine 37-jährige Frau und Alkoholikerin.
Mein trinken begann vor ca.12 Jahren nach einer schrecklichen Ehe, die ich durch Misshandlungen von meinem Ex, diese auf der Intensivstation mit Schädelbruch, Nasenfraktur und div. anderen Verletzungen beendet wurde. Ich trank um abzuschalten.
Vor 5 Jahren hatte ich einen schrecklichen Autounfall, wo ich durch ein riesen Glück mit meinen Kindern überlebte.
Und genau vor 5 Jahren ließ ich das trinken - ich begann einfach zu saufen, es hat ca.2 Jahre gedauert bis ich mir endlich klar war - ich habe Alkoholproblem.
Diverse male habe ich das trinken weggelassen und dann wieder angefangen und eines Tages hatte ich den ersten Entzug – grauenvoll, aber der wein war stärker und hat mich wieder eingeholt.
Vor ca.2 Wochen hatte ich mir etwas mehr erlaubt und trank ununterbrochen Wein - Bier zum Frühstück – Wein – Bier, bis ich merkte ich komme aus der Saufgeschichte nicht mehr los.
Mittwoch früh fuhr ich ins Krankenhaus und gestand endlich dem Arzt - ich habe Alkoholproblem.
Ich habe so gezittert, dass ich den Aufnahmebericht nicht mal unterschreiben konnte, aber ich bestand darauf, dass ich da bleiben will, um Entzug zu machen.
Nach dem ich auf die Station aufgenommen wurde ging es richtig los, zittern, schwitzen, Angstzustände, Halluzinationen.
Am ersten Tag haben sie mir Infusion gegeben und so viele Beruhigungsmittel, sodass ich die erste nacht überstanden habe.
Dazu wurde das Blutdruck jede 2 Std. gemessen und edit-Medikamentenname entfernt edit verabreicht.
Der zweite Tag war auch nicht berauschend aber am dritten Tag ging es mir relativ gut und ich begann mich zu freuen, dass ich neues Leben anfangen kann, aber ich merkte, dass etwas nicht stimmte.
Ich kriegte von Tag zu Tag mehr Tabletten, am Freitagabend waren es schon 4 verschiedene und obwohl mir es gut ging, musste ich diese schlucken.
Im Bett begann das nächste Horror -mein Körper war komplett bewegungslos aber mein Gehirn arbeitete und ich konnte nicht einschlafen und langsam dachte ich, ich beginne verrückt zu werden.
Samstag morgen gut gelaunt und nach dem Frühstück gibt mir die Schwester 6 Tabletten - ich habe Schock gekriegt, wo ich schon am Vortag insgesamt 9 geschluckt habe und ich fragte, wozu so viel und was ist das alles, sie dazu - ich soll schlucken.
Nachdem alle 6 Tabletten im meinem Magen waren, begann ich zu überlegen wozu Tabletten? Es ging mir schon gut- super Blutdruck, kein Zittern und 0 punkte nach der Messung.
Ich packte meine Klamotten und sagte;dass ich nach Hause gehe.Erstmal hatte ich sehr langen Gespräch mit dem Arzt:"ich soll Langzeitterapie machen und für ca. 2 Monate bei den auf Station bleiben".Ich sagte NEIN. Die haben mich entlassen und für drei Tage Tabletten gegeben, für jeden Tag jeweils ca.12 Stück.
Nach den 6 Tabletten am morgen konnte ich mich kaum auf den Beinen halten- die anderen Tabletten habe ich natürlich liegen lassen.
Keine Ahnung was das sollte, jetzt sitze ich hier fest entschlossen nie wieder zu trinken, bin aber am grübeln wegen dem Krankenhausaufenthalt und der ganzen Portion Tabletten, die vor mir liegen.......

live2008
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live2008 hat zum Thema: Traurige Geschichte geschrieben
JoeDoe
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 612
Alter: 37
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 07:37    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo live2008,

erst einmal ein herzliches Willkommen hier im Forum und schön, dass Du Dich auf die Reise in ein trockenes Leben begeben hast.

Zu Deiner Geschichte kann ich nicht viel sagen, außer, dass Du wohl doch einige nicht ganz unerhebliche Entzugserscheinungen bekommen hast. Und nicht zuletzt deswegen hast Du natürlich auch Medikamente bekommen. Zu den Tabletten selbst kann und darf Dir hier keiner etwas sagen, aber ich würde Dir dringend raten, diesbezüglich heute noch einmal einen Arzt zu konsultieren. Denn auch wenn Ärzte auch nur Menschen sind, so sind sie doch diejenigen, die die medizinische Notwendigkeit einer Medikation am besten beurteilen können!

Nutze den Tag und mach einen Termin.

Liebe Grüße und Alles Gute

J.
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JoeDoe hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben
live2008
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.05.2008
Beiträge: 290

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 07:54    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo JoeDoe,

ich war gestern schon beim Arzt. Er war schockiert als er die allen Pillen gesehen hat.
In den 12 Tabletten befinden sich 3 Vitamintabletten und meine Alergietablette.
Die anderen 8 sehen verdächtlich aus.
Ich habe das Krankenhaus am Samstag verlassen und ich habe keinen Entlassungsbericht bekommen.
Mein Arzt hat auf der Station angerufen, die wollten telefonisch keine Auskunft geben.
Jetzt müssen wir warten, was in dem Entlassungsbericht stehen wird.

Ich wollte erst die ganzen Tabletten wegspühlen aber ich tat es nicht. Wenigstens habe ich einen Beweis.
Am Sonntag war ich noch ziemlich kao aber ich habe es durchgehalten.

Ich habe keine Lust von einer Sucht in die andere zu geraten.

Ich wünsche allen einen schönen Tag!
live2008
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live2008 hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 08:27    Titel: mich würde interessieren, Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

für was Du einen Beweis benötigst Live2008.

Denn ich sehe an Vitaminpillen nichts schlechtes, gerade für einen Körper, der die letzen Jahre gelitten hat. Sehen nicht alle Tabletten verdächtig aus? Fragt man sich nicht bei jeder Tablette, was ist da wohl drin und wo sind die Nebenwirkungen.

In Sachen Arzt bin auch ich nicht leicht zufrieden zu stellen - ich fahre zum Zahnarzt, zu dem ich oft muss, einfach 120 km. Aber Vertrauen muss sein, sonst kann der Körper ja in der Psyche nicht mit gesunden.

Ich finde es klasse, dass Du aufhören willst. Ich denke, eine Therapie wäre gar nicht schlecht. Damit man sich selber besser kennenlernt, lernt die Muster zu durchbrechen und andere Lösungswege zu gehen. Ich stelle es mir sehr schwer vor, in Drucksituationen nicht auf die altbekannte Art und Weise zu reagieren.

Unbewußt habe ich meinem Ex ganz viel an Alltagsproblemen abgenommen ohne es zu merken. Erst jetzt, nach fehlen meines Suchtmittels, begreife ich viele dieser unbewußten Handlungen. Noch immer habe ich oft nicht begriffen, wie sie detailliert ausgelöst werden - dennoch ich merke: diese Art des Auftretens kann bei mir bewirken dass ich aus der Fassung gerate.

Also ich wäre da öfters mal froh über begleitende Hilfe.

Ich wünsche Dir viel Kraft für alles, was Du noch zu bewältigen hast.

Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: mich würde interessieren, geschrieben
Spedi
Gast






BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 08:42    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus live2008,

mal eine sehr direkte Frage: was soll das für ein Weg in die Trockenheit werden, wenn Du schon den Fachleuten (=Ärzten) einer Entzugsstation (oder -Klinik) nicht vertraust, deren Rat nicht annimmst und dann noch eigenmächtig den Aufenthalt beendest?

Auch wenn ich Dir zu den Medikamenten etwas erzählen könnte, ich will es nicht. Das ist Aufgabe der Ärzte, und die werden Dich auch aufklären, wenn du sie danach fragst.

Aus Deinem Kommentar kann ich nicht erkennen, welche Schritte Du für die Zukunft eingeleitet hast - ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen, dass es keinesfalls reicht, einfach nur "nichts zu trinken".

Suche Dir Hilfe, die Du auch bereit bist, anzunehmen! Hole Dir Unterstützung und eigne Dir Wissen über unsere Krankheit an, damit Du überhaupt in der Lage bist, Dich und die Vorgänge um Dich (=Deine Krankheit) herum richtig zu bewerten.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben
JoeDoe
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 02.08.2007
Beiträge: 612
Alter: 37
Wohnort: Köln

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 09:14    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo live2008,

gut, dass Du Dich bereits zu Deinem Arzt begeben hast. Wenigstens hast Du Dich so einer professionellen medizinischen Aufsicht nicht völlig entzogen, denn diese ist gerade in den ersten Tagen sehr, sehr wichtig. (Egal, ob mit oder ohne Tabletten)

Aber wie soll es jetzt mit Dir weiter gehen?

12 Jahre hast Du mehr oder weniger viel getrunken, hast dabei Grenzen durchbrochen und (schlechte) Trinkgewohnheiten entwickelt. Das kann man nicht so mal eben mit einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus vom Tisch wischen. Was möchtest Du also unternehmen, damit Du in Zukunft nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällst?

Würde mich freuen, Deine Gedanken dazu lesen zu dürfen.

Liebe Grüße

J.
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JoeDoe hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 04.06.2008, 09:26    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, ich war dieses jahr auch schon 2 mal im KH...und auch sehr unzufrieden. Bis ich dann mit einer Freundin gesprochen habe die ein Praktikum im KH gemacht hatte. Das ist dort eine eigene Welt mit eigenen Regeln. Wenn Du etwas nicht weißt oder nicht verstehst dann bitte um ein Gespräch mit dem Arzt. Du hast das Recht zu fragen was Du einnimmst und wozu....sicher wirst Du eine Antwort bekommen. Man muß da manchmal ganz schön auf sein Recht pochen. Und in gewisser Weise stur bleiben...aber veilleicht war es auch nicht die richtige Klinik für Dich. Ich hoffe dein Hausarzt ist besser und Du bekommst das geklärt.
Ich denke auch das es nicht reicht einfach nicht mehr zu trinken. Aber dazu findest Du hier sehr viele Geschichten und Erfahrungsberichte, die dir die Augen öffnen werde.
Dir auf jeden Fall alles Gute...leg los! Der erste Schritt ist getan.

Viele Grüße
Karotte CO
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Karotte hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben
live2008
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.05.2008
Beiträge: 290

BeitragVerfasst am: 05.06.2008, 06:26    Titel: Re: Traurige Geschichte Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Dagmar007 wg den Beweis-es ging mir darum, dass ich wenigstens die Tabletten in der Hand hatte und konnte dem Arzt überhaupt zeigen, was ich da alles schlucken musste. Und er war schockiert.
Vitamine ist gut aber der Rest waren Antidepressiva, Behruhigungstabletten und Schlaftabletten.
Das weiss ich.
Wir warten jetzt den Entlassungsbericht und dann wird der Arzt schon sehen welche Tabletten genau und in welcher Stärke.

Spedi und das stimmt mit dem Vertrauen.
Wenn ich am Freitag voll lebendig den Tag beginne, zur Selbsthilfegruppe im KH renne, Ergoterapie mache ich auch und dann am Abend kriege ich 4 Tabletten. Wozu?
Ich habe Horror erlebt. Ich konnte mich mit letzter Kraft duschen, weil sich das ganze Bad gedreht hat und dann im Bett lag ich da völlig bewegungslos. Ich konnte meine Arme meine Beine nicht bewegen ganz zu schweigen von sich vielleicht im Bett zu drehen in die andere Position.
Ca. 1 std später hatte ich so grausame Erlebnisse im meinem Kopf.
Ich dachte ich träume aber nicht-ich hörte die Flugzege, ich hörte meine Nachbarin schnarchen.
Es war grauenvoll, so etwas ist ja auch ganz schwer zu beschreiben, zumal ich es so etwas noch nie erlebt habe. Ich hörte Stimmen,Klingeln, ich hatte Angst, dass jemand aus der Geschlossen abhaut und uns umbringt, und ständig dieser Gedake:los weg hier.
Am nächsten Morgen, zwar etwas kaputt aber super gelaunt kriege ich 6 Tabletten. Heeee? Wozu???

Alle auf der Station sind wie Zombies rumgelaufen, ich dachte erst-man sind die echt krank. Kein Lächeln, kein Gespräch-nichts.
Und als ich am Samstag gegen 11.00 Uhr zu Hause war begann bei mir auch so ein Zombietag. Ich konnte mich auf den Beinen nicht halte, ich konnte nicht mal telefonieren so müde war ich aber ich konnte nicht schlafen und deshalb habe ich auch die Tabletten nicht genommen, die ich von den Ärzten in KH bekommen habe.

Ich habe noch ein Spruch von meiner Zimmernachbarin gehört: "du hattes schweren aber kurzen Entzug, jetzt werden die dich Tablletenabhängig machen, damit du wieder kommst und Tabllettenentzug machs und der dauert richtig lange"

Ich möchte mich an alle, die mir geschrieben haben bedanken.
Für mich war es große Überwindung am Montag zum Arzt zu gehen und jetzt ist mein Vertrauen natürlich im Keller.

Ich habe mir Freitag frei genommen und werde erstmal 3 Tage an die Ostsee alleine wegfahren, damit ich Ordnung in mein Kopf schaffen kann.

Wenn hier jemand ist, der mir in Berlin seriöse Beratungsstellen, Selbsthifegruppen bzw. AA empfehlen kann, würde ich mich sehr freuen.

Ich wünsche allen schönes Wochenende.

Liebe Grüße
live2008

P.S.
Falls mich jemand stark krietisieren möchte, bitte ich es zu unterlassen.
Ich bin zur Zeit in solcher Verfassug, dass ich es schlecht ertragen kann bzw. aufnehemen kann. Danke
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live2008 hat zum Thema: Re: Traurige Geschichte geschrieben

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