| Was tun? • Am Grab |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
crumble13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.05.2008 Beiträge: 8 Alter: 38 Wohnort: Irland
|
Verfasst am: 30.05.2008, 19:05 Titel: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
Hallo,
ich bin neu hier und weiss eigentlich auch noch gar nicht nach was ich hier eigentlich suche. Ich bin 34 Jahre alt und habe zwei Kinder (3 und 5 Jahre). Meine Mutter ist schon seit Jahren alkoholabhaengig. Vor 9 Jahren bin ich nach Irland ausgewandert und gleichzeitig hat meine Mutter einen sehr netten Mann geheiratet. Sie waren sehr gluecklich miteinander. Ihr Mann ist dann leider an Krebs erkrankt und vor einigen Wochen verstorben. Nachdem er an Krebs erkrankt war hat meine Mutter einen Entzug im Krankenhaus machen muessen weil der Alkohol Galle und Leber beschaedigt hatte. Sie war ca. 6 Monate clean und hat dann wieder angefangen. Obwohl es in ihrer Naehe ein sehr gutes Therapiezentrum gibt wollte sie dort nicht hin, da sie ihren schwerkranken Mann nicht 1/2 Jahr alleinlassen wollte (was ja auch verstaendlich ist). Bevor meine Mutter diesen Mann kennenglernt hatte habe ich immer unter der Last gelitten fuer mich fuer sie verantwortlich zu fuehlen und jetzt da er gestorben ist, fuehle ich, dass diese Last nun wieder auf mir liegt. Ich kann meine Mutter nicht einfach alleine lassen, ich bin der wichtigste Mensch in ihrem Leben, vor allem gerade jetzt.
Hat irgendjemand aehnliche Erfahrungen und wie geht man damit um?
Liebe Gruesse
crumble13 |
|
| Nach oben |
|
| crumble13 hat zum Thema: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Skye Gast
|
Verfasst am: 31.05.2008, 10:00 Titel: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
Hallo Crumble,
herzlich Willkommen im Forum und bei den „Kindern“. Du wohnst also im schönen Irland, herrlich, ich beneide Dich ein wenig. Bleib auch da, es ist besser für Dich und für Deine Familie. Ich weiß wie das ist sich verantwortlich für die eigene Mutter zu fühlen weil sie trinkt und dadurch offenkundig ihr Leben ruiniert und nicht mehr im Griff hat. Ich weiß wie das ist und wie sich das anfühlt, wenn man hilflos daneben steht, wenn die eigene Mutter sich Schluck für Schluck umbringt. Ich weiß wie das ist, wenn man helfen möchte, aber nicht weiß wie und dabei alles Mögliche und Unmögliche versucht. Ich weiß wie weh diese Hilflosigkeit tut.
Fakt eins ist, Du kannst nicht helfen. So sehr Du das möchtest und so sehr Du Dir das wünscht, Du kannst nicht. Meine Mutter ist letztes Jahr indirekt an den Folgen ihrer Sucht gestorben. Vorher war sie in 5 Jahren 2x zur Langzeittherapie und 7x zur offiziellen Entgiftung. Wenn ich ihre ganzen Krankenhausaufenthalte mitrechne, wo sie unfreiwillig und zwangsläufig entgiftet wurde, sind es noch einige mehr. Sie war zur ambulanten Therapie, sie ging zur Selbsthilfegruppe und sie hatte psychologische Betreuung. Sie hatte alle Möglichkeiten trocken zu werden. Hilfe und Tipps von Betroffenen, Ärzten, Therapeuten. Das alles hat nichts gebracht, weil sie nicht aufhören wollte zu trinken. Am Ende liegt es am Alkoholiker selbst ob er aufhören will zu trinken oder nicht.
Trotz dieser ganzen Hilfe habe ich viele Jahre davor und auch noch während dessen, immer noch gedacht ich finde den Stein der Weisen, der sie vom Alkohol wegbringt. Ich war für sie da wann immer sie wollte, ich habe getan, gemacht, geredet, zu gehört. So lange bis ich selbst am Ende war und vor fast 3 Jahren vor dem Scherbenhaufen meines Lebens stand. Geholfen haben all diese gutgemeinten Dinge nicht. Gut gemeint, heißt nicht gut gemacht.
Fakt zwei ist, Du bist nicht für Deine Mutter verantwortlich. Für Deine Kinder bist Du verantwortlich. Die sind klein und ohne Dich hilflos, für die bist Du verantwortlich. Deine Mutter ist eine erwachsene Frau, sie kann sich um sich selbst kümmern. Sie ist Alkoholikerin, aber sie ist kein Kind, sie ist nicht hilflos. Wenn sie will, dann kann sie. Wenn sie nicht will, wirst Du sie nicht dazu bringen. Wenn Du ihr das abnimmst, sich um ihr Leben zu kümmern, dann erleichterst Du ihr nur zu trinken. Du wirst damit aber nicht erreichen, dass sie aufhört, wenn sie nicht will.
Wenn ich Deine Worte richtig verstanden habe, weiß Deine Mutter wo sie Hilfe bekommen kann und wie es geht. Wenn sie trotzdem trinkt, dann weil sie will. Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg. Wenn sie gewollte hätte, hätte es mit Sicherheit eine Lösung gegeben, bei der sie hätte entgiften und eine Therapie machen können und in der Nähe ihres Mannes sein. Sie wird nicht automatisch aufhören, nur weil Du da bist. Ob hier oder in Irland, Du wirst nicht verhindern können, dass sie trinkt wenn sie will.
Wir wachsen damit auf, dass man sich um seine Eltern kümmern soll, wenn sie krank sind und nicht mehr können. Deine Mutter kann aber durchaus, sie muss nur wollen. Sie ist zwar krank, aber sie ist nicht hilflos.
Solange ich denken kann, hat meine Mutter mir gesagt ich bin der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Ich weiß, dass das so war und sehr lange hat mich das auch dazu gebracht weiter zu funktionieren und für sie da zu sein. Irgendwann kam jedoch der Zeitpunkt, da habe ich das Gefühl gehabt ich bekomme keine Luft mehr. Da waren diese Worte für mich nicht mehr mit Liebe und Zuneigung verbunden, sondern sie waren Ketten für mich, Ketten die mir die Luft abschnürten. Ich fühlte mich erpresst. Erpresst zu tun was sie wollte, damit sie das Gefühl haben konnte, ihr Leben ist noch normal, alles im Lot. Doch normal war da schon lange nichts mehr. Es war nur noch der Alkohol wichtig.
Wo ich blieb war meiner Mutter ihr nicht mehr wichtig, dass einzige was wirklich wichtig war in ihrem Leben, war der Alkohol. Wenn er da war, dann konnte sie sich auf mich oder andere einlassen, aber nur dann. Irgendwann war auch das nicht mehr, da gab es nur noch den Alkohol und sie war zufrieden wenn man sie trinken ließ. Das ist nicht Ausnahme, dass ist leider die Regel, dass ist Sucht. Alles andere außer dem Suchtmittel wird unwichtig und nebensächlich, auch die eigenen Kinder.
Ich habe meine Mutter auch immer als hilfloses Opfer Ihrer Sucht gesehen. Sie war ein Opfer, aber sie war nicht hilflos. Wenn sie gewollt hätte, dann hätte sie Hilfe bekommen können, aber sie wollte nicht. Sie wusste wo diese Hilfe zu bekommen war und was sie dafür tun musste. Sie hat die den Alkohol und damit die Flucht statt des Lebens gewählt. Nichts was ich getan habe konnte das ändern, nichts was ich noch hätte tun können hätte das geändert. Bei Deiner Mutter ist es nicht anders, sie weiß wo es Hilfe gibt, sie muss nur danach fragen. Nichts was Du tun könntest wird erreichen, dass sie sie annimmt solange sie nicht will. Diesen Willen kannst Du nicht beeinflussen. Sucht ist so.
Wir neigen stark dazu Hilfe zu geben wo noch gar nicht danach gefragt wurde. Wir sehen, da könnte jemand Hilfe gebrauchen, also machen wir, ungefragt. Ich kann verstehen, dass Du Dich aufgrund der Entfernung zwischen Euch noch hilfloser fühlst. Doch wenn Deine Mutter um Hilfe bittet, ist es immer noch Zeit zu überlegen, ob Du ihr diese Hilfe geben kannst und willst. Du hast das Recht das zu entscheiden und auch jedes Recht nein zu sagen.
Wenn Du ihr die Sorge um ihr tägliches Leben abnimmst, sie behütest und umsorgst, hilfst Du ihr nicht trocken zu werden, Du würdest sie nur beim trinken unterstützen.
Niemand kann einen Alkoholiker retten, niemand außer ihm selbst. Das kann man ihm nicht abnehmen.
Du hilfst Deiner Mutter nicht, wenn Du Dein Leben aufgibst. Du zerstörst nur Deines und das Deiner Kinder. Die sind hilflos und von Dir abhängig nicht Deine Mutter. Die erwachsen und fähig ihr Leben selbst zu bestimmen.
Ich verstehe Dein Dilemma, ich weiß wie schwer es ist an sich zu denken. Doch es ist gut und richtig an sich zu denken.
Gruß
Skye |
|
| Nach oben |
|
| Skye hat zum Thema: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |
crumble13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.05.2008 Beiträge: 8 Alter: 38 Wohnort: Irland
|
Verfasst am: 31.05.2008, 11:56 Titel: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
Hallo Skye,
vielen Dank fuer deine Antwort. Es hat mir sehr gut getan deine Worte zu lesen. Ich habe mich hier nur gemeldet, weil ich wissen wollte, ob mir hier irgendjemand helfen kann und deine Antwort hat mir gezeigt, dass es so ist. Nochmals Danke.
Ich glaube nicht, dass meine Mutter mein Leben kaputtmachen kann, ich glaube dafuer bin ich zu stark, nur manchmal ueberkommt einen das Gefuehl der Hilflosigkeit und dann sucht man einfach nur Antworten. Deine Worte haben mir klar gemacht, was im schlimmsten Fall mit meiner Mutter passieren wird, und es ist gut das zu wissen. Ich weiss nicht ob es bei dir auch so war, aber ich habe das Glueck, dass ich (nicht immer, aber wenigstens ab und zu) recht offen mit meiner Mutter ueber ihr Problem reden kann. Sie hat einmal erwaehnt zu uns zu ziehen und ich habe ihr gesagt, dass es nicht in Frage kommt, es sei denn sie trinkt nicht mehr. Aber ich merke natuerlich auch, dass es nur Ausreden sind, die sie sich selbst macht um weitertrinken zu koennen. Frueher war es die Krankheit ihres Mannes und jetzt ist es die Trauer um ihren Mann. Im Juli gehe ich nach Deutschland und dann wollen ich und meine Schwester mit ihr nochmal ueber eine Therapie reden. Sie hatte bisher immer Angst vor einer Therapie. Ich weiss nicht woran es liegt, sie hat vor allem vor den Gespraechen mit den Therapeuten Angst. Vielleicht ist da irgendwas versteckt von ihrer Kindheit wo niemand weiss. Vielleicht mache ich mir etwas vor, aber ich denke oft, wenn sie endlich mal eine richtige Therapie mit Gespraechen machen wuerde, koennte sie es schaffen.
Noch eine Frage and dich. Wie bist du mit dem Tod deiner Mutter fertiggeworden? Das muss ja unheimlich hart fuer dich gewesen sein...
Nochmals danke fuer dein Antwort.
LG
crumble13  |
|
| Nach oben |
|
| crumble13 hat zum Thema: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |
caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
|
Verfasst am: 31.05.2008, 17:48 Titel: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
hallo crumble...
zum einen erstmal...herzlich willkommen hier.
zum anderen..
ganz egal was deine mutter für "gründe"haben könnte...
DU hast es auch nicht leicht,dir macht so einiges auch zu schaffen.richtet deine mutter dir deshalb auch besondere rechte ein?NEIN...
ganz egal was für gründe du hast und egal was für gründe du deiner mutter einrichtest.es spielt leider keinerlei rolle...an der tatsache,das sich nichts ändert solange SIE das nicht will.
DU kannst nur anfangen dir bewusst zu machen...das du weiterhin auf dich acht geben solltest...
wir helfen dir bei bedarf dabei sehr gern..
liebe grüsse caro |
|
| Nach oben |
|
| caro1969 hat zum Thema: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
|
Verfasst am: 31.05.2008, 20:59 Titel: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
Hallo Crumble!
Du schreibst, du hast schon früher unter der Last gelitten, dich für deine Mutter verantwortlich zu fühlen.
Für mich klingt das meinen Problemen, die ich zum großen Teil meiner Mutter verdanke, sehr ähnlich. Sie hat zwar noch nie getrunken (dazu ist sie viel zu geizig), aber ich war / bin noch immer von ihr abhängig.
Dieses zu ändern hilft mir meine Therapie, die ich aufgrund der Alkoholsucht meines Mannes angefangen habe.
Ich kann dir nur empfehlen, dir fachliche Hilfe zu suchen, dich stark zu machen, damit du mit der Situation besser umgehen kannst. Gibt es bei dir dort ( Irland ist das Traumland meines Mannes - irgendwann in weiter Ferne fliegen wir hin) auch Selbsthilfegruppen? Das Forum hier ist Spitze! aber suche dir noch was eigenes für dich persönlich. Wirst sehen, dann fühlst du dich bald noch besser.
Liebe Grüße, Gotti. |
|
| Nach oben |
|
| Gotti hat zum Thema: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |
Skye Gast
|
Verfasst am: 01.06.2008, 11:00 Titel: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter |
|
|
Hallo Crumble,
ich konnte auch mit meiner Mutter über Ihre Krankheit reden. Allerdings hat das nichts gebracht. Es war ein Teil des „Spiels“ das wir jahrelang gespielt haben. Indem sie mit mir über ihre Krankheit geredet hat, hat sie mir Hoffnung gemacht. Ich hatte das Gefühl der Einsicht bei ihr und das hat mich, unter anderem, auch länger bei der Stange gehalten als gut für mich war. Meine Mutter war sich ihrer Krankheit wohl bewusst, aber die letzte Konsequenz aus dieser Erkenntnis und der Einsicht, nämlich trocken zu werden, hat sie nie gezogen. Das wollte ich lange nicht wahr haben. Durch das was sie mir erzählt hat ist es mir auch sehr schwer gefallen, mich abzugrenzen. Ich denke, zumindest unbewusst, war das auch das Ziel meiner Mutter. So konnte sie mich besser an sich binden.
| Zitat: | | Sie hat einmal erwaehnt zu uns zu ziehen und ich habe ihr gesagt, dass es nicht in Frage kommt, es sei denn sie trinkt nicht mehr. Aber ich merke natuerlich auch, dass es nur Ausreden sind, die sie sich selbst macht um weitertrinken zu koennen. Frueher war es die Krankheit ihres Mannes und jetzt ist es die Trauer um ihren Mann. |
Deine Worte machen mir den Eindruck, dass Du schon recht gut erkannt hast, wie das „Spiel“ funktioniert. Bis ich solche Aussagen nicht mehr als Hoffnungsschimmer, sondern als das was sie sind, nämlich nichts als Ausreden, gesehen habe, hat es eine Weile gedauert. Auch weil ich es lange Zeit nicht so sehen wollte, denn das was es heißt gefiel mir nicht und machte mir Angst. Es hieß nichts anderes, als das sie nicht wollte.
| Zitat: | | Sie hatte bisher immer Angst vor einer Therapie. Ich weiss nicht woran es liegt, sie hat vor allem vor den Gespraechen mit den Therapeuten Angst. Vielleicht ist da irgendwas versteckt von ihrer Kindheit wo niemand weiss. Vielleicht mache ich mir etwas vor, aber ich denke oft, wenn sie endlich mal eine richtige Therapie mit Gespraechen machen wuerde, koennte sie es schaffen. |
Ich denke da machst Du Dir etwas vor. Es gibt keine „richtige“ Therapie, es gibt nur die „richtige“ Einstellung dazu. Wenn sie es schaffen will trocken zu werden, dann ist jede Therapie dafür die Richtige. Wenn sie es nicht will, wird es immer etwas geben, was sie stört und was verhindert, dass ihr geholfen wird. Wenn sie will, dann wird sie dafür sorgen, dass das was sie stört verschwindet. Wenn sie nicht will, ist das was sie stört der Grund warum sie es nicht schafft.
Wie bin ich mit dem Tod meiner Mutter fertig geworden? Garnicht und ich werde es wohl auch nie. Ihren Tod an sich konnte und kann ich als Erlösung sehen, denn sie wollte zum Schluss auch nicht mehr, sie hatte sich selbst aufgegeben. Dieses Wissen hat mir den Abschied in gewisser Weise erleichtert. Doch fehlen wird sie mir den Rest meines Lebens.
Der Schmerz hat sich verändert im letzten halben Jahr und er wird sich sicherlich auch weiter verändern, aber ich glaube nicht, dass er verschwinden wird. Ich musste mich nicht nur von meiner Mutter verabschieden, ich musste mich auch von Hoffnungen und Wünschen verabschieden. Wie groß die waren und welchen Raum sie in meinen Gedanken eingenommen haben, habe ich erst in letzter Zeit wirklich begriffen. Die letzten Jahre waren nicht annähernd so, wie man sich das Verhältnis mit einer Mutter vorstellt oder vorstellen würde. Sie waren stark geprägt von ihrer Sucht und allem was dadurch passiert und was sie verursacht, es waren keine schönen Zeiten. Diese guten Erinnerungen fehlen mir, aus dieser Zeit sind nur sehr viele Hoffnungen und Wünsche da. Hoffnungen auf eine bessere Zeit, auf eine Zeit die mir meine Mutter wieder gibt, Wünsche das es mal wieder so wird wie es vor Jahren war, eine Mutter die für mich da ist, ansprechbar, die mit mir lebt, statt neben mir zu vegetieren. Es gab wohl schöne Momente in den letzten Jahren, die ich mir auch in meiner Erinnerung bewahren werde, aber schöne Zeiten waren das nicht.
Ich musste mich nicht nur von dem was früher und zuletzt war verabschieden, sondern auch von dem was hätte sein können. Keine einfache Situation. Fertig werde ich damit nie, aber ich denke der Schmerz wird irgendwann erträglich sein und zu meinem Leben gehören, wie meine braunen Augen, mit denen kann auch gut leben, auch wenn sie kurzsichtig sind.
Bleib dabei, grenze Dich weiter ab, denke an Dich und lass Dich nicht einwickeln. Das heißt ja nicht, dass Du Deine Mutter nicht liebst. Doch man muss sich nicht selbst aufgeben dafür, dass wäre falsch verstandene Liebe.
Einen schönen Sonntag wünscht
Skye |
|
| Nach oben |
|
| Skye hat zum Thema: Re: Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter geschrieben
|
|
 |