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Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen

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dagmar007
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Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 09.06.2008, 16:04    Titel: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke, lieber Erdling. So sehe ich es auch, ich möchte leben und ich habe einfach Ansprüche an das Leben, die sind ganz klein - aber einfach ein Haus mit Grün, meine Tiere und offenen Kontakt, der auch ruhig mal Streit sein kann, aber oberhalb der Gürtellinie. Ich bin ein so direkter Mensch, dass es für mich unerträglich ist, wenn mein Gegenstück alles zurückhält. Da ist für mich keine Kommunikation möglich.

Ja Erdling, die Situation vorhin war irgendwie schon bald schamhaft. Denn das alles war so unsinnig, auch der Zeitpunkt und das wo eine Freundin da war. Wer schreibt am Arbeitsplatz Bewerbungen und möchte einen 10 Jahre Job wegwerfen, der relativ gut bezahlt und sicher ist. Ich denke, er selbe ist weniger in Richtung Einsicht als in Richtung Selbstmitleid unterwegs. Aber auch das scheidet evtl. nicht aus, dass er für sich irgendwann mal sagt "Schluss". Ich glaube es eher nicht, aber es geht mich nichts mehr an.

Für mich irre ist die Geschwindigkeit, in der da was abgeht. Eigentlich nicht nachzuvollziehen, dass innerhalb von vier Wochen - lass es mal 6 sein - nahezu das ganze Leben und alle Interessen hingeworfen werden. Und das sind ja nur die Dinge die ich sehe, zugetragen wurden mir noch weitere, die ich aber mal einfach als nicht bestätigt dastehen lasse.

Tja, lieber Erdling, da siehst Du mal, wie weit es hätte kommen können wenn Du nicht die Notbremse gezogen hättest. Und ich denke mir schon, dass dieses "Ziehen" nicht einfach war.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
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BeitragVerfasst am: 09.06.2008, 19:57    Titel: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Dagmar,

wenn ich deine Postings lese und sehe, welchen Anteil doch noch immer dein Ex oder Noch oder wie immer du ihn nennen möchtest, einnimmt, werde ich nachdenklich. Denn andererseits möchtest du uns glauben machen, dass dir das alles am A...... vorbeigeht. Sorry, das liest sich für mich, als würdest du hinter all deinen Worten vom alleine klarkommen nur die Angst vor genau diesem Zustand verstecken.

LG
Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 09.06.2008, 20:19    Titel: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Natürlich lässt es mich nicht kalt, denn ich habe den Menschen, den ich einmal kennenlernte geliebt.

Da es sich jetzt um eine süchtige Maschinerie handelt habe ich mich von ihm getrennt und baue mein Leben für mich auf. Da ich weiß wie schwer es mir fällt reduziere ich den Umgang auf nahezu Null.

Ich habe nie versucht jemandem weiß zumachen dass er mir am A.... vorbeigeht. Sonst würde ja das loslassen nicht so schwer fallen. Aber es gibt nur eine Entscheidung entweder für mich und gegen ihn - oder gegen uns beide mit ihm....

Ich denke, eines hat nichts mit dem anderen zu tun - auf der einen Seite seinen Weg sehr wohl gehen und auf der anderen Seite sehr wohl trauern um jemanden, den man früher mal liebte und trauern um das was einmal schön war.

Das alles hat aber nichts damit zu tun, dass ich in ein paar Wochen mein Haus ohne ihn beziehen werde, jetzt keine Gespräche führe und keine Anrufe annehme.

Aber egal, nein egal kann mir ein Menschenleben nicht sein, welches weg geworfen wird.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 14.06.2008, 08:21    Titel: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

oder wieder mit eigener Naivität meinem Ex auf dem Leim gegangen und dabei den Abstand bemerkt.

Das hätte so schiefgehen können, obwohl ich mehr als Glück gehabt habe. Ich habe mich auf ein Gespräch eingelassen, welches auf fast neutraler Ebene stattgefunden hat. Zuweilen habe ich Kommentare von mir gelassen, die ich mir hätte sparen sollen, da ich solche Zweideutigkeiten nicht nötig habe. Rückfall also im Prinzip, aber in meinem Fall ein absolutes "auf".

Ich habe nach dem üblichen Standardsatz "ich weiß nicht was ich will" seinen Schlafraum verlassen mit den Worten "solche Gespräche bzw. diese Spiele habe ich nicht nötig". Ich bin gottfroh, dass ich Glück im Unglück hatte. Wäre n mir nun wirkliche Einsichten entgegengekommen, wer weiß, ob ich nicht vielleicht weich geworden wäre.

So aber konnte ich nur für mich feststellen, das will ich nicht und das geht meilenweit daran vorbei, was ich mir unter einer gemeinsamen Beziehung vorstelle. Wir reden miteinander, aber ich habe den Eindruck, wir sprechen von ganz unterschiedlichen Dingen. Während er mir erklären will, dass er sich über zwei Tage im Haushalt gebessert habe versuche ich darüber zu reden, dass wir uns gegenseitig allein gelassen haben. Ich ihn beim Holz machen, er mich im Haushalt - das es also kein gemeinsames "an einem Strang ziehen gab". Es ging also nicht darum, wer was macht sondern darum, dass wir nie miteinander geredet hatten.

Es gab dann doch erstmalig Vorhaltungen wegen meines Stromverbrauchs im Katzenasyl. Die Tiere bekommen bei strengen Wintertemperaturen ein Heizlicht an, welches natürlich Strom verbraucht.
Nachdem auch ich die Hälfte der Nebenkoste trage hat mich das recht kalt gelassen, denn auch kaputte Nachtspeicherheizungen benötigen Geld oder Hochdruckgeräte in der Werkstatt. Aber es war so die Richtung von "weil Du die Heizkosten hochgeschraubt hast kann ich das Haus alleine nicht halten". Meine Argumentation nach der ersten Abrechnung (nachdem ich ausgezogen bin) eine neue Kalkulation vom Anbieter erstellen zu lassen ging per Durchzug durch die Ohren.

Boah, ich so leicht besteht Gefahr im Haus Co. Ich bin verdammt glücklich, dass ich solches Glück hatte und mittlerweile im Kopf gedachte Richtlinien im Herz angekommen sind. Noch vor ein paar Wochen wäre das vermutlich anders ausgegangen.

Ich will damit sagen, dass ein "Rückfall" nicht immer nur schlecht ist, wenn ein gewisser Abstand erreicht ist. Dennoch eine bodenlose Gefahr, der ich mich lieber nicht ausgesetzt hätte. Nun bin ich eben reingefallen und konnte rechtzeitig aussteigen und noch etwas mehr an Gewissheit gewinnen. Aber wie gesagt, ein Gefahrenmoment, der hätte ins Auge gehen können....

Ich kann mir fast vorstellen, dass eine gewisse Ähnlichkeit besteht zu einem alkoholkranken, wobei da natürlich die Gefahr ist, dass es einfach "klick" machen kann. Aber es zeigt mir persönlich, wie wichtig die Psyche selber ist, einfach der eigene Weg zu sagen "ich will trocken werden" bzw. "mein Suchtmittel tut mir nicht gut".
Keinesfalls sollte man das testen, einfach nur um seine Rückfallgfahr auszutesten. Aber in meinem Rückfall lag für mich eine Chance, vielleicht bei anderen auch - die das derzeit nur nicht so sehen können....


Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 18.06.2008, 14:18    Titel: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Die Spirale scheint sich nun bei mir zu vergrößern mit dem eigenen Lebensraum und den daraus resultierenden Freiheiten (ich war ein paar Tage bei Freunden) während seine nun enger wird. Mittlerweile ist auch sein morgendliche Trinken für mich sichtbar geworden und eine Krankmeldung an den Arbeitsplatz.

Irgendwie komisch - fast wie eine Eieruhr: der Co und sein Suchtkranker, wo der Sand auf der einen Uhrhälfte fehlt, so fällt er in die andere.

Komisch, wie viele Menschen wünschen sich eine Art symbiotischer Beziehung - wenn auch anderer Art Winken Hier scheint es eine zu geben, bei der unmittelbar ein Schritt des einen zu einem weiteren Schritt des anderen führt. Wobei immer die jeweilige Richtung offen zu sein scheint.

Das fällt mir während meines kompletten Prozeßes auf und auch bei Fish scheint es genauso abzulaufen - das ist für mich derzeit das deutlichste Beispiel neben meinem.

Ehrlich gesagt, ich bin sehr froh dass ich Abstand gewinnen konnte und nunmehr wieder 4 suchtlose Tage hatte, in denen sich alles neu über mich erfahrene setzen konnte. So sehe ich auch die neuen Geschehnisse recht gelassen. Es zeigt aber auch ganz klar, dass in Beziehungen, die vielleicht wirklich mehr verbindet als meine, eine Chance besteht wenn eine Seite sich ändert!

Ich lasse dahin gestellt sein welche Seite das ist - den egal ob suchtdruck oder co-druck beides geht nur bis zu einem gewissen Grad. Wer jetzt aussteigt, der ändert sein Verhalten und scheinbar zwangsläufig das des Partners - wobei auch hier die Richtung offen zu sein scheint.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ich kann einen Alkoholkranken nicht verstehen geschrieben

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