Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Was tun? - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Was tun?

Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 23
Weiß nicht weiter   •    Ich fuehle mich verantwortlich fuer meine Mutter  
Autor Nachricht
Sohnemann
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 11
Alter: 50
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 10.05.2008, 15:56    Titel: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Forengemeinschaft,
ich hatte mich kürzlich hier im Forum angemeldet, da ich obwohl mit 46 Jahren zwar erfahren im Umgang mit mit meiner Quartalstrinkenden Mutter, dennoch nach einem furchtbaren Rückfall nach 5 jähriger Abstinenz völlig geschockt war.
Gewöhnlich dauern die alkoholischen Phasen 3 Wochen und dann ist plötzlich Schluß. Im Großen und Ganzen halten sich die Verletzungen dabei in Grenzen und auch die Verbalattacken etc sind aufgrund meiner 40 jährigen Erfahrung tatsächlich zu ertragen.
Die letzten 5 Jahre hatte meine Mutter, jetzt 67 jährig, keinerlei Probleme.
Ein paar Wehwehchen die das Alter so mitbringt, aber ansonsten keinerlei Sorgen, weder finanziell noch familiär. Ich bin abgesehen von einer Nichte und einer Schwester ihr einziger Bezugspunkt. Sie ist ein sehr schwieriger Mensch in trockenen Phasen, aber dennoch ein liebenswerter Mensch.
Sie betreibt seit fast 30 Jahren eine Firma, die Sie von meinem Vater weiterführen mußte. Fachlich hat Sie keine Ahnung aber solange mein Vater lebte und ich dann später das Fachwissen einbrachte war alles okay.
Sie ist eben hauptberuflich Hausfrau und Mutter und das ist auch okay so.
Ich selbst bin Hauptberuflich anderweitig beschäftigt aber bin im Prinzip immer da wenn Not am Mann ist.
Ich wohne ca 100 km von meiner Mutter entfernt. Wir haben es so eingerichtet, dass ich 1 -2 Mal die Woche bei ihr bin,Ich regele dann die Firmenangelegenheiten. Wir telefonieren mindestens einmal täglich. Es ist ehrlich gesagt für mich sehr anstrengend, da ich natürlich an ihrer Stimme merke ob etwas nicht stimmt.
Die extremen Stimmungsschwankungen, die Angst jemand wolle ihr etwas böses und die anderen Begleitumstände sind, obwohl ich daran gewöhnt bin, doch eine sehr starke Belastung für mich. Man selbst wird ja nun auch nicht jünger!

Über Ostern ereignete sich dann ihr Rückfall. Ich kam leider nicht mehr ins Haus und ansonsten war es nicht möglich etwas zu tun. Polizei wollte ich nicht holen, Schlüsseldienst auch nicht es ist eben auf dem Dorf und ich wollte nicht so viel Trara machen, zudem hatten wir sporadisch Telefonkontakt. Nach ca 8 Tagen bat sie mich dann zu kommen um ihr ihre Brillen machen zu lassen. Die waren zwangsläufig sehr arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Ich kam dann. Sie war im Prinzip ansprechbar aber hatte so meine Einschätzung ca 2.5 - 3 Promille intus.
Das mag ein hoher Wert sein, aber es ist die Menge in der sie dann in der Zeit relativ klar wirkt. Ich ging also los und kam nach ca 20 Minuten wieder.Bevor ich wegging hatte ich natürlich erst einmal den gesamten Alkohovorrat gesichert mit Kontrolle der üblichen Verstecke etc. Nach meiner Rückkehr lag Sie dann mit einer erheblichen Kopfverletzung in Ihrer Blutlache , fast komatös, und neben sich eine leere Flasche 0,7 l Grappa. Ich dann den Notarzt gerufen, dann Krankenhaus, Wunde vernäht usw. Auf ihre Bitte hin habe ich sie wieder nach Hause gerbacht und hatte mich dann dort auf einen längeren Aufenthalt eingestellt. Ich bekam sie für fast 3 Tage trocken. Dann gab es den erneuten Rückfall.
Sie hat eben einen unbeaufsichtigten Moment abgepasst und sich Nachschub besorgt. Ich zählte dann 12 leere Flaschen Bier 0,3 und eine leere Flasche xxx 0,7. Dies alles hatte sie binnen 4 Stunden getrunken. Es gab bei der Entdeckung sehr unschöne Momente, Sie bedroht mich mit einer Waffe (Gasdruck) die ich ihr aber gut wegnehmen konnte. Die Verbalattacken waren mehr als furchtbar, zumal meine Mutter eher eine Dame im wahrsten Sinne ist und ich erschrocken war welche Worte sie kennt.
Ich bin dann nach 5 Tagen Bewachung resigniert nach Hause gefahren, ich konnte einfach nicht mehr. Kein Schlaf bzw wenig, immer auf der Hut, das Haus nicht verlassen usw. Kurz Kapitulation!!
Dann nach einer weiteren Woche konnte ich Sie mehr zwanghaft überreden mich wieder ins Haus zu lassen. Sie hatte in dieser Woche meiner Abwesenheit mein Handy gekündigt, die Türschlösser ausgewechselt meinen Firmenwagen gekündigt etc. Dies war allerdings neu für mich! Es war aber auch nicht so tragisch da ich nicht darauf angewiesen bin, ob nun über die eine Firma oder die andere Firma etwas läuft ist egal. Ich erwähne dies auch nur deahalb um hier Gedanken vorzubeugen, dass ich mich aus einer eventuellen Abhängigkeit heraus überhaupt kümmere.

Mein zweiter Anlauf war von Erfolg gekrönt zumal auch die periodische Phase bzw das Ende der 3 Wochen erreicht war. Ihr Satz ich will jetzt nichts mehr trinken reicht dann auch! (Trinken insofern als dass ich Sie mit leichtem Alkohol: Bier trocken bekomme) Mir ist schon bewußt das es nicht der richtige Weg ist aber wenn es nun einmal für den Moment hilft und wir dies seit 40 Jahren praktizieren bleibt mir nichts anderes übrig.
Nachdem sie also trocken war ging ich nach 3 Tagen dann auch weg.
Wir verabschiedeten uns sehr herzlich und es gelang mir auch sie davon zu überezugen endlich etwas zu tun.
Seitdem erhalte ich nur noch Faxe mit übelsten Beschimpfungen Drohungen usw. Eine Katastrophe!
Das geht jetzt schon seit 3 Wochen so. Zwischenzeitlich hatte wohl wieder einen Rückfall, sie hatte bei einem Mitarbeiter von mir( eigentlich auch ein Freund) auf den Anrufbeantworter gelallt und bedroht.
Sie verweigert jeglichen Kontakt. Per Fax ist es mir "gestattet" Anliegen vorzubringen, meine Vollmachten wie z.b Patientenverfügung etc als auch Bankvollmachten sind gekündigt.
Für mich hat dieser Rückfall eine noch nie dagewesene Dimmension erreicht. Es mutet fast an als hätte sie den Verstand verloren. Die Handlungen sind völlig irrational.
Die zuvor erwähnte Kopfverletzung wird wohl auch ihren Teil dazu beigetragen haben.
Ich war erschrocken über die Verletzungen bzw deren Schwere, den unvorstellbaren Alkoholkonsum, Verbrauch in den 3 Wochen:
12 Flaschen Wiskey, 7 Flaschen Grappa, 4 Kisten Bier, 3 Kisten Wein(6er)
sowie diverse andere Liköre Portweine,.
Ich denke ich bin in dem Punkt völlig schmerzfrei, aber so wie diesmal bin ich absolut sprachlos.

Was tun?

LG
Sohnemann

edit summerdream: bitte keinen markennamen - thx
Nach oben
Sohnemann hat zum Thema: Was tun? geschrieben
Sohnemann
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 11
Alter: 50
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 10.05.2008, 16:47    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich wußte das mit den Markennamen leider nicht. Sorry dafür. Stattdessen Wiskey.
Nach oben
Sohnemann hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 11.05.2008, 13:43    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo sohnemann & herzlich willkommen!

Zitat:
Ich erwähne dies auch nur deahalb um hier Gedanken vorzubeugen, dass ich mich aus einer eventuellen Abhängigkeit heraus überhaupt kümmere

wundert mich etz etwas das du das extra erwähnst, wurde es dir etwa schon von div. seiten vorgeworfen? evtl. deiner mutter?
wobei mir aber beim lesen schon eine abhängigkeit auffällt, ob meine meinung zutrifft - das kannst du nur für dich selbst feststellen. Co-abhängig - sagt dir der begriff was?

für mich bedeutet das das wohl des alkoholkranken über das eigene zu stellen, sich bis zur selbstaufgabe um den anderen zu kümmern, den süchtigen zu "schützen" - vor den konsequenzen seiner krankheit z.b. nach außen, ihn zu kontrollieren etc.
wenn du magst, kannst du hier auch gerne nachlesen, dort haben einige forummitglieder ihre persönliche definition von co-abhängigkeit aufgeschrieben http://www.forum-alkoholiker.de/forum-coabhaengigkeit.php

Zitat:
Mir ist schon bewußt das es nicht der richtige Weg ist aber wenn es nun einmal für den Moment hilft und wir dies seit 40 Jahren praktizieren bleibt mir nichts anderes übrig.

das kann tödlich oder mit folgeschäden enden, dabei spielt es keine rolle das ihr das bereits seit 40 jahren so macht. wenn deine mutter trocken werden will sollte sie zum arzt, wobei ich beim ende einer trinkphase kaum von trocken werden wollen sprechen würde. meine mutter war lange zeit wie deine quartalstrinkerin, bei ihr so in etwa im 5-wochen-rythmus, gegen ende kamen auch nach und nach die entzugserscheinungen zutage. um sich diese wohl zu ersparen is sie im letzten halben jahr etwa wohl zum fast täglichen trinken übergegangen Geschockt sorry aber mir fällt grad net ein wie ich's ohne ne prise schwarzer humor schreiben soll Verlegen

ich hab viel zu lange probiert meiner mutter zu "helfen", damit sie aufhört zum trinken, geredet, unterstützt etc. - gebracht hat das alles nix, außer das ich irgendwann an dem punkt war "ich kann und mag nimmi" - seitdem hab ich immer weniger mit ihr zu tun und mir geht es besser damit. deiner mutter kannst du nur helfen, wenn sie hilfe will und trocken werden will, vorher unterstützt du sie sogar in ihrer sucht. du bist ja immer da und verhinderst somit das sie mit den konsequenzen ihres trinkens konfrontiert wird. es muss nicht sein das sie dann trocken wird, aber die chance ist höher. aber letzten endes geht es da nicht um deine mutter sondern um dich!

du schreibst viel vom geschäftlichen, ich frage mich wie es dir geht? 40 jahre? eine lange zeit in der du für sie da bist, bestimmt von viel negativen geprägt oder?

liebe grüße
Nach oben
summerdream hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Sohnemann
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 11
Alter: 50
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 11.05.2008, 18:10    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

vielen Dank für die erste Antwort.

Zitat
[
Zitat:
i]Ich erwähne dies auch nur deahalb um hier Gedanken vorzubeugen, dass ich mich aus einer eventuellen Abhängigkeit heraus überhaupt kümmere [/i]

Zitat:
wundert mich etz etwas das du das extra erwähnst, wurde es dir etwa schon von div. seiten vorgeworfen? evtl. deiner mutter?


In der Tat begleiten mich solche Vorwürfe und natürlich auch viele andere mein Leben lang.

Mein Leben war und ist der Horror! Meine Kraft am Ende!

Co - Abhängig bin ich mit 100% er Sicherheit.

Leider habe ich mein Leben sehr stark auf meine Mutter zugeschnitten. Dies ist jetzt auch ein Problem, da ich aufgrund Ihrer zuletzt gezeigten Agressionen auch Angst habe mit der einen Firma in der Sie noch Geschäftsführerin ist große Probleme zu bekommen.
Ich hatte als mein Vater verstarb zugunsten meiner Mutter auf meinen Erbteil verzichtet. Die Firma habe ich dann praktisch weiter geleitet und wir konnten die Firma auf solide Beine stellen. Jetzt hat sie mir den Zugriff auf die Firma als auch auf ihre Entscheidungsfindung vollständig entzogen.
Wir hatten noch vor Ihrem letzte Rückfall eigentlich alles soweit vorbereitet, dass wir nur noch den Termin beim Notar hätten wahrnehmen müssen. Dies war aber weniger in Vorbereitung auf einen eventuellen Rückfall als vielmehr aufgrund ihres Rentenalters.
Zeitdruck war somit nicht gegeben, zumal meine Mutter relativ rüstig ist.

Ihre letzten geschäftlichen Handlungen deuten jedoch massiv darauf, dass sie irrsinnig geworden ist.

Ich hatte zwischenzeitlich auch Kontakt zum Sozialosychiatrischen Dienst aufgenommen, aber dort wollte bzw. konnte man mir nicht helfen.
Der Hausarzt sieht die Problematik nicht, kein Wunder, es wurde ja immer alles verheimlicht.

Ein Entmündigungsverfahren kommt für mich nicht in Frage.
Es geht mir im wesentlichen darum wie ich mich dem jetzt einsetzenden körperlichen Verfall meiner Mutter stellen kann ohne von ihr mit in den Strudel hineinbezogen zu werden.

Sie selbst sieht bei sich keine Abhängigkeit. Sie ist der Meinung wenn Sie aufhören will kann sie es ja. Und Sie kann schon auf sich allein aufpassen.

Einsicht : Null

Ich erwarte hier auch keine Rechtsberatung oder Ähnliches. Mich würde interessieren wie in gleich gelagerten Fällen reagiert wurde.

Ich werde mit Sicherheit nicht der Einzige mit diesem Problem sein.

LG
Sohnemann
Nach oben
Sohnemann hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
caro1969
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.09.2007
Beiträge: 5934

BeitragVerfasst am: 11.05.2008, 18:48    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo sohnemann...

herzlich willkommen bei uns "kindern"...

du schreibst das dein leben der horror sei..das deine kraft am ende ist....

dann glaub ich dir und kann es mir sehr gut vorstellen.

das zauberwort heisst DISTANZ!

ich als 39 jähriges kind von alkoholikern "führ"gerade selbst meinen eigenen grossen schritt der distanz durch.null kontakt zu meiner mum...warum null?weil ALLES andere NICHTS gebracht hat...als neuen "ärger"...es hat jetzt ein jahr gedauert,ich hab ALLES getan und versucht um meine mum zu "retten"...wie gesagt...NICHTS hat geholfen.traurig aber leider wahr.niemals hätt ich das glauben wollen.durch die veränderung von ihr,hat sie mich sozusagen dahin geführt den letzten schritt zu gehen....

ich muss mich retten...nicht sie..

denn ich will leben...meine mum will trinken.

egal was du tust,achte dabei nur auf DICH! seh zu das es DIR gut geht...was deine mutter macht sollte dabei KEINE rolle spielen.sie ist für ihr leben verantwortlich,mit all seinen schmerzlichen konsequenzen...

in allen "fällen"hier,musste jeder einzelne von uns,der eine früher der andere später...einsehen das wir dem alkohol gegenüber machtlos sind.

lass es nicht zu das dein leben weiterhin der horror ist!das hast du nicht verdient!beginne wirklich zu leben...

lächel,man kann das lernen...versprochen!

nimm dir zeit,lies und schreibe soviel du nur willst...es wird dir gaaaaanz bestimmt gut tun...

mir ist das forum eine riesengrosse bereicherung in meinem leben aus meiner co-abhängigkeit geworden...ich möchte es nicht mehr missen...

magst du ein bisschen mehr von dir schreiben?

ich wünsch dir auf jeden fall das du es schaffst das leben wieder zu geniessen...

liebe grüsse caro
Nach oben
caro1969 hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Sohnemann
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 11
Alter: 50
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 11.05.2008, 20:08    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Caro für die netten Worte.

Es gibt sicherlich sehr Vieles was man an unangenehmen Dingen schreiben könnte. Aber sei versichert in 40 Jahren passiert doch schon einiges.
Diverse Selbstmordversuche , den ersten als ich 11 Jahre alt war > Pulsadern aufgeschnitten< diverse Tablettenversuche usw.
Aber man lernt doch solche Dinge wegzustecken. Die Ehe meiner Eltern empfand ich als eine reine Katastrophe. Wenn ich heute noch darüber nachdenke könnte ich immer noch vor Wut an die Decke gehen. Schuld hatte ich ohnehin meißtens. Erwähnenswert wäre da auch sicher die körperliche Gewalt die mir angetan wurde. Nicht nur von meiner Mutter sondern auch von meinem Vater. Ich deute es heute als Ohmacht meiner Eltern Herr über ihre eigene Situation zu werden.
Nun waren wir das was man eine Großbürgerliche Familie nennt. Meine Kindheit war zumindest was die Rahmenbedingungen anging eher großzügig.Es gab ein Kindermädchen, eine Haushälterin einen Chaffeur einen Gärtner. Alles liebe Menschen die mir damals auch irgendwie immer helfen wollten. Glücklicherweise ergab es sich dass ich von meinem 12 bis zum 15 Lebensjahr in ein Internat kam. Ursächlich wurde mir damals mitgeteilt, dass es aufgrund meiner schulischen Leistungen notwendig sei. Heute weiss ich, dass dies aufgrund eines Selbstmordversuchs meiner Mutter hin entschieden wurde.
Ich glaube meine Mutter als auch mein verstorbener Vater waren sich beide nicht im klarem darüber was sie mir angetan haben.
Wie können Menschen sich gegenseitig so viel Kummer zufügen.??????

Ich selbst lebe in einer Partnerschaft, die jetzige seit knapp 9 Jahren, zuvor war ich 15 Jahre verheiratet. Ich habe keine Kinder.
Seit 1985 bin ich selbstständig . Ich führe ein unspektakuläres Leben.

Ich hatte immer wieder versucht den Kontakt aufzugeben, aber es klappte nicht. Immer wieder gab es diese Hilferufe und mein Vater war selbst schwer krank, Schlaganfall Bypass usw. konnte nicht helfen.
Er starb dann vor 10 Jahren mit 77, meine Mutter ist 20 Jahre jünger.

Viele meiner Bekannten haben mir schon gesagt, dass ich altruistische Verhaltensweisen an den Tag legen würde. Es ist letztendlich auch wie bei vielen von Euch das Ergebnis der Co Abhängigkeit.

Mir sind diese ganzen Dinge bewußt und im Prinzip weiss ich auch was ich tun müßte -Distanz-, richtig, aber ich mache das seit 40 Jahren!!!!!!!!!
Die kann man nicht einfach wegschieben. Das schlechte Gewissen ist der Normalzustand. Habe ich genug getan?, könnte ich nicht noch mehr tun?usw.usw.

Im übrigen ist es hier auch das erste Mal, dass ich diese Dinge so konkret anspreche. Gewöhnlich reflektiere ich diese Dinge gar nicht!

Ich bin ein erwachsener Geschäftsmann, aber ich könnte so heulen!!!!
Nach oben
Sohnemann hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Kaikoura
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.04.2008
Beiträge: 6
Alter: 26

BeitragVerfasst am: 11.05.2008, 23:54    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sohnemann

Ich bin ziemlich neu hier im Forum und versuche mich zurzeit auch von meinem Vater zu lösen, deshalb habe ich beschlossen meinen Senf auch noch hinzu zu geben Winken

Sohnemann hat Folgendes geschrieben:

Jetzt hat sie mir den Zugriff auf die Firma als auch auf ihre Entscheidungsfindung vollständig entzogen.


Kann sie das denn einfach so? Ich meine, so wie du schreibst, ist sie doch gar nicht mehr zurechnungsfähig. Die anderen Leute in ihrem Umfeld müssen das doch auch merken? Wer kümmert sich denn jetzt um euer Geschäft? Seit ihr ein Dienstleistungs-Betrieb? Wenn dem so ist, muss das ja auch die Kunden vertreiben. Normalerweise erkennt man ja Alkoholiker immer relativ schnell.

caro1969 hat Folgendes geschrieben:

egal was du tust,achte dabei nur auf DICH! seh zu das es DIR gut geht...was deine mutter macht sollte dabei KEINE rolle spielen.sie ist für ihr leben verantwortlich,mit all seinen schmerzlichen konsequenzen...


Ja, da hat sie recht.... ich denke, dass das viele Betroffene genau wissen. Aber auch bei mir haperts dort ganz eindeutig an der Umsetzung. Es ist ein schwerer Schritt sich komplett zu distanzieren. Ich versuch dies selber schon seit über 5 Jahren.... Und Sohnemann, so wie ich das sehe, machst du das um einiges länger mit als ich. Nach so langer Zeit muss es umso schwerer sein. Gehst du denn überhaupt nicht zum Psychologen? Ich denke, da gibt es vieles zum verarbeiten.
Um ehrlich zu sein: Ich will schon seit Jahren zum Psychologen gehen, habe aber irgendwie Hemmungen und hab es noch nicht geschafft. Ich hoffe, dass ich das noch hinkriege.

Sohnemann hat Folgendes geschrieben:

Ich bin ein erwachsener Geschäftsmann, aber ich könnte so heulen!!!!


Ich denke mal, dass es sch.... egal ist ob man nun Geschäftsmann, ne Putze oder sonst irgendwas ist. Seine eigene Mutter oder seinen eigenen Vater so zu erleben ist einfach schrecklich. Diese Hilflosigkeit und diese Angst sind irgendwie immer da, auch wenn man es verdrängt. Ich sag auch oft: "Mein Vater kann mich mal..." Aber ganz ehrlich: Es stimmt nicht. Irgendwie muss man damit klar kommen und sein Leben weiterleben, sonst machst du dich auch kaputt.

LG
Kaikoura
Nach oben
Kaikoura hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Sohnemann
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 07.04.2008
Beiträge: 11
Alter: 50
Wohnort: Bremen

BeitragVerfasst am: 12.05.2008, 09:42    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kaikoura,
vielen Dank auch Dir für die aufmunternden Worte.
Es tut allemal gut.
Bislang war es so, dass ich mich stark in die Arbeit geflüchtet habe um so eigentlich wenig über meine Probleme nachzudenken. Ich bin ein starker "Verdrängungskünstler" und ehrlich gesagt ist dies Leben mit meiner Mutter der Normalzustand.
Es ist letztlich aber so, dass ich derzeit damit beschäftigt bin eben diese, für mich, wichtigen Schritte der Selbstfindung zu vollziehen.
Meine Postings hier sehe ich als ersten Schritt. Ob ich einen Psychologen aufsuchen werde, wird davon abhängen ob ich den Richtigen finde.

Es ist nun aber auch nicht so , dass mein Leben ständig der Horror war, auch ich hatte natürlich meine schönen Stunden. Die latente Gefahr des Rückfalls ist natürlich immer da gewesen. Mal mehr mal weniger.
Ich konnte aber für mich feststellen, dass ich meine Mutter immer mit "Samthandschuhen" angefasst habe. Immer in der Angst etwas zu tun oder zu sagen was einen Rückfall herbeiführen könnte.
Für sie selbst muss sich der Eindruck ergeben habe, dass ich ein schwacher Mensch bin und sie damit "Macht über mich hat. Sie hat auch ständig versucht in mein Leben einzugreifen.
In meiner Jugend war es so, dass ich immer auch ein Stückchen froh war wenn sie endlich wieder trank. In den gut 3 Wochen hatte ich zumindest nicht die schreckliche Kontrolle. Es war immer so, dass sie die in den 3 - 6 Wochen vernachlässigte Erziehung (3 Wochen Trinken danach 3 Wochen
Regeneration) mit aller Macht und Härte wieder aufholen wollte. Diese Zeiten nach dem Trinken bis zum nächsten Trinken waren im Prinzip furchtbar.
Diese vermeintliche Stärke meiner Mutter, sich vollständig zu erholen nichts mehr trinken zu müssen hat sich eben immer durch besondere Härte gegen mich geäußert.
In Ihren Trinkenden Phasen denkt sie auch selbst sie sei nichts wert ist schwach usw.
Mir sind natürlich diese Persönlichkeitsstörungen relativ früh aufgefallen. Einer Manischen Phase (die Trockene) folgte immer auch die depressive Phase(die Nasse)

Bedingt durch die Verheimlichung über die Jahrzehnte, weiß natürlich niemand von der Sucht. Wenn es diese Phasen gab bin ich immer voll eingesprungen. Es fiel auch nicht weiter auf da ich durch die regelmäßigen Besuche bei meiner Mutter als fürsorglicher Sohn in der Nachbarschaft gelte. Private Kontakte pflegt meiner Mutter wenig, diese Wenigen auch sehr auf Distanz.
Geschäftlich machte es sich bislang auch nicht bemerkbar da unsere Kunden und Lieferanten mich seit Jahrzehnten kennen und auch wissen, dass ich der Mann im Hintergrund meiner Mutter bin. Wir sind im Rohstoffhandel. In dieser Art Handel ist ein besonderes Wissen über den Rohstoff, die weitere Verarbeitung als auch die Einsetzbarkeit absolut notwendig. Ich bin entsprechend ausgebildet. Ursprünglich war geplant, dass ich unseren Betrieb, dessen 7. Generation ich bin, weiterführe.
Aufgrund meiner persönlichen Situation hatte ich mich in jungen Jahren versucht mit von meinem Elternhaus "abzunabeln" und meine eigene
Firma gegründet. Weil ich aber immer wieder einspringen mußte habe ich diesen Schritt dann auch nicht in letzter Konsequenz vollzogen.

Bei meiner Mutter mit Ihrem niedrigen Selbstwertgefühl war es mir wichtig sie ihre eigenen Erfolge haben zu lassen. Dies ist wohl das Paradebeispiel für Co Abhängigkeit.
Ich hatte auch zuvor geschrieben , dass sie in erster Linie Hausfrau und Mutter ist. Nach außen hin sieht sie sich als erfolgreiche Unternehmerin, diese ist sie aber nun einmal nicht. Ihr dies jetzt klar zu machen ist zu spät.
Da sie jetzt sämtliche Vollmachten für mich gekündigt hat und bei unseren Kunden und Lieferanten verbreitet, ich sei aus der Firma ausgeschieden, sehe ich natürlich den Niedergang der Firma voraus.
Meine eigene Arbeit steckt da natürlich drin und ich wie ich denke, bin ich derjenige, der für die Firma verantwortlich ist.

Wie auch immerdas berühmte Licht am ende des Tunnels sehe ich zurzeit überhaupt nicht.

LG
Sohnemann
Nach oben
Sohnemann hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3



Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholkrankheit
Alkoholkrankheit
Essstörungen
Essstörungen
Behandlung
Behandlung
Mit 14 betrunken
Mit 14 betrunken


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de