Mandy2 Gast
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Verfasst am: 21.05.2008, 22:58 Titel: Re: soziale Phobie |
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Hallo zusammen,
habe das hier gerade aufmerksam gelesen, ich finde Euere Schilderungen
sehr interessant, so habe ich mich mit meinem Probl. Autofahren, noch gar nicht betrachtet.
Da habe ich in Laufe der Zeit auch viele Strategien entwickelt um fast gar nicht oder kaum zu fahren oder nur wenns ebend muss.
Mal klappt es gut, dann will ich irgendwo hin, bin ganz mutig und dann ganz plötzlich kriege ich eine grosse Unruhe und grosse Angst.
Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, fahre ich unbekannte Strecken,
vorher mit meinem Mann ab, um eine gewisse Sicherheit zu haben, wenn ich Alleine fahren muss.
Ich fahre keine Autobahn, die hasse ich sogar als Beifahrer.
Auch wenn das Auto vor der Türe steht, fahre ich öfter mit der Bahn, aus Angst es könnte was passieren.
Ich male mir immer die schlimmsten Sachen aus und ich weiss, das es bestimmt nicht eintrifft, aber............
Mein Mann und gute Freunde können das überhaupt nicht verstehen,
Sie meinen ich fahre doch gut, ich hatte noch nie einen Unfall.
Ich schneide mich damit auch oft, von Unternehmungen ab, erst willige ich ein, freue mich, habe richtig Lust zu fahren und dann kneife ich.
Ansonsten bin ich eher optimistisch und aufgeschlossen ich verstehe das gar nicht.
Manchmal war ich sogar froh, konnte ich doch sagen, ne ich habe getrunken oder Restalkohol.
MLG Marion |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 23.05.2008, 07:17 Titel: Re: soziale Phobie |
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Ängste hat sicherlich jeder Mensch, was auch normal ist. Ich selber bin eine Person, die beständig im öffentlichen Leben gestanden hat, andere überzeugt hat, laut der Meinung anderer vollstens im Leben stand und doch hatte ich immer Angst vor ganz vielen Dingen, die ich nicht kalkulieren oder beheben kann (kaputtes Auto, eine Tagung die mir nicht gelingt, eine Beziehung die bricht).
Ich bin gegen die Ängste angegangen und habe auch gegen sie gekämpft. Aber in mir waren sie immer. Somit auch ein schädlicher Arbeitsplatz, an dem ich nicht nur ausgebeutet wurde sondern mich noch freiwillig ausbeuten ließ und eine Partnerschaft die mir nicht gut tat.
Am Arbeitsplatz musste rationalisiert und Kosten gespart werden somit versuchte man mich über den unsauberen Weg los zu werden. Ich habe geschaltet und sofort Rechtsanwalt, Hausarzt und Psychotherapeutin eingeschaltet.
Ich bekam Antidepressiva. So und nun begann das Aufwachen weil die Ängste anders gespürt wurden.
Ich bin nach wie vor froh nicht mehr an diesem Arbeitsplatz zu sein, arbeitslos ist nicht toll, aber ich kann was, ich will was und werde auch den passenden Arbeitgeber dazu finden. Es gab schon Gespräche, probearbeiten ect. Und zum ersten Mal habe ich mir selber eingestehen können, dieser Job wo Du gerade Praktikum machst, der ist nicht dein Stil. Früher hätte ich - um nicht arbeitslos zu sein - einen solchen Job angefangen und mich darin zu Tode gelitten.
Eine unglückselige Beziehung ist beendet, ich weiß dass es gut und wichtig ist, ich weiss nur noch nicht wie ich es verkraften soll. Aber es muss sein.
Angst - Angst - Angst - Angst - Angst - Angst - Angst - Angst - Angst
Sie bestimmte mein souveränes Leben still im Herzen, niemand spürte es, niemand kam auch nur im gerinsten darauf, dass diese Frau, die häufig in Radio oder Presse zu sehen ist Angst hat. Ich habe Angst weite Strecken zu fahren weil das Auto kaputt gehen könnte oder ich mich heillos verfahren könnte. Auf solche Ideen käme niemand bei mir - weil ich letztendlich doch starte. Aber viel Kraft und viele Nerven dazu benötige.
Aber genau wie Pfedejan schreibt: sich der Angst stellen, kleine Anforderungen stellen und sich auch erlauben "stop(p)" zu sagen. Der Weg ist das Ziel gilt hier vielleicht noch viel mehr als an manchen anderen Stellen.
Schritt für Schritt, wie ein kleines Kind, immer weiter auf die Ziele zugehen und sich jeden dieser Schritte bewußt machen. Spüren, es geht, ich schaffe es und stolz sich selber auf die Schulter klopfen.
Gewiss, diese Angst lähmt, sie macht uns das Leben schwer. Nur: ich weiß um meine Ängste und versuche mit ihnen einen Kompromiss zu schließen und sie zu minimieren. Wie viele Menschen kommen nicht soweit und landen dann tatsächlich bei Drogen oder Alkohol. Sie und ich haben dasselbe Problem: Angst - nur die Lösung ist dann anders und somit auch die Folgen.
Viele Ängste können sich ins Gegenteil verkehren: ich hatte früher mal Angst vor Spinnen, liebe aber Pflanzen. Spinnen befreien meine Pflanzen vor Schädlingen. Keine Spinne wird von mir kaputt gemacht, jede kommt ins Freie. Käfer, die mir nicht gefallen werden dennoch aus der Regenrinne befreit, da kein Lebewesen unter Schmerzen oder unnötig sterben oder leiden sollte. Hier gibt es keine Angst mehr, die hat sich ganz langsam einfach durch Nachdenken (schon lange vor den Antidepresiva) erledigt.
Wir alle, die wir uns Gedanken um unsere Ängste machen sind vielleicht viel gesünder als all jene, die souverän wirken und dennoch voller Ängste sind mit denen sie sich nicht konfrontieren.
LIeben Gruß von Dagmar |
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