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Wieso nur schon wieder?

 
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was tun wenn der partner trinkt?   •    Er hat wieder getrunken  
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Hina
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.04.2008
Beiträge: 3
Alter: 44
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 14:48    Titel: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo an alle Interessierte,

ich bin neu und habe mich schon im Vorstellungsbereich vorgestellt. Hier in Kurzform zu meiner Geschichte, wie Ihr sie schon etliche male gelesen habt.

Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und habe einen fast 10-jährigen Sohn.

Mein Mann hat seit 25 Jahren getrunken. Wir haben vor 12 Jahren geheiratet. Es gab wegen Alkohol viel Streit aber ich habe auch meine Augen davor verschlossen. Er hat immer offen dazu gestanden, daß er Alkoholiker ist.

Die richtige Hölle fing dann im Mai 2007 an. Ich entdeckte in seinem Auto Wodkaflaschen und auch überall in der Garage versteckt. Bisher dachte ich, er trinkt nur Bier. Ich habe zu der Zeit schon hier gelesen und wußte, daß ich das nicht mehr ignorieren kann.

Ich habe ihn angesprochen und er sagte mir, daß er ohne den Wodka nicht mehr auskommen kann.

In den nächsten 3 Monaten ging es körperlich immer mehr bergab mit ihm. Er besorgte sich in der Apotheke Aufbaunahrung usw. um überhaupt zu existieren. Er wußte selbst wie schlimm es um ihn stand hatte aber nicht die Kraft und den Mut sich da selber rauszuholen. 25 Jahre Nebel sind eine lange Zeit.

Anfang August bat er mich mit ihm zum Arzt zu gehen. Der Arzt war etwas überfordert aber nett und gab ihm eine Überweisung für eine Entgiftungsklinik. Ich rief dort an und man sagte mir, daß er sich erst dort vorstellen muß und dann eine Wartezeit von ca. 2 Monaten hat.

Er stellte sich nicht vor mit der Ausrede bald für 3 Wochen einen Kollegen vertreten zu müssen und wenn diese 3 Wochen dann überstanden wären, würde er sich kümmern.

Ende August wurde unser Sohn 9 Jahre alt. Den Geburtstag feierten wir bei meinen Eltern. Meinem Mann hatte ich verboten in diesem Zustand mitzufeiern. Mein Mutterherz blutete, weil ich jetzt auch ganz in Ruhe die ganze Wahrheit mit meinem Sohn besprechen mußte. Er hat still gelitten.

Dann kam der 19. September. Mann Mann kam total zu von der Arbeit nach Hause parkte sein Auto vor dem Haus aber stieg nicht aus sondern schlief ein. Er hat es einfach nicht mehr geschafft auszusteigen. Und all das hat mein Sohn auch gesehen.

Bei mir saß der Schock und die Verzweiflung so tief, daß ich sofort meine Eltern anrief die auch direkt kamen (Entfernung 50 km). Als er seinen Rausch nach 3 Stunden ausgeschlafen hatte kam er zu uns und war ziemlich erstaunt.

Wir redeten mit ihm und erklärten, daß es so nicht weitergehen kann. Er heulte die ganze Zeit nur und vertröstete uns auf eine Woche, wo sein Kollege, den er vertrat wieder da sei. Meine Eltern blieben so hart und verlangten von ihm jetzt sofort seinen Chef anzurufen und ihm mitzuteilen, daß er morgen nicht zur Arbeit kommt und erst einmal krank ist. (Wir konnten ihn einfach nicht mehr fahren lassen, wir mußten da an die unschuldigen Verkehrsteilnehmer denken, denen er jeden Tag begegnet)

Der Chef wußte eh schon bescheid und hatte auch schon mit meinem Mann geredet und ihm Hilfe angeboten.

Dann am 20. September (mein 40 Geburtstag) brachte ich meinen Mann mit Hilfe meines Vaters in die Notaufnahme der Entgiftungsklinik. Er wurde dann mit 2,5 Promille (10.00 Uhr) in die geschlossene Abteilung aufgenommen.

Dies war der schönste Tag in meinem Leben (außer die Geburt meines Sohnes). Endlich durchatmen, frei sein wirklich Klasse.

Während der Entgiftung sprach er auch von Langzeittherapie und ähnliches. Aber bei seiner Entlassung war er so frohen Mutes und auch überheblich, daß er meinte er brauche das alles nicht mehr. Zur Caritas ist er zwei mal gegangen.

Ich wußte, daß es anders kommen wird und nun ist es wohl soweit. Die Zeit bis vor 3 Wochen war wirklich toll. Aber dann entdeckte ich, daß er heimlich Bier trinkt. Noch nicht viel aber das wird noch kommen. Ich fragte ihn, ob er wieder ein Problem hat und wenn ja, soll er sich Hilfe holen. Er sagte, daß alles in Ordnung ist.

Ich weiß er lügt. Heute morgen habe ich mit meinem Sohn gesprochen, weil er denkt, es ist wieder alles heile Welt. Aber diese heile Welt droht bald zu zerbrechen.

Meinen Mann zu verlassen, daß wäre für mich nicht schlimm. Aber wir haben uns hier ein gutes soziales Umfeld aufgebaut. Wenn ich gehe, habe ich nichts mehr außer meinem Sohn. Mein Sohn liebt natürlich seinen Vater aber er müßte auf allen kleinen Luxus verzichten den er gewöhnt ist. Wir würden wohl von Hartz 4 leben.

Vielleicht hat ja einer bis zum Schluß gelesen, ist ja sehr lang geworden. Ich werde wohl heute abend noch mit meinem Mann reden.

Grüße Hina
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Hina hat zum Thema: Wieso nur schon wieder? geschrieben
Jenny2
Gast






BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 15:23    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Hina,

erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Zitat:
Meinen Mann zu verlassen, daß wäre für mich nicht schlimm. Aber wir haben uns hier ein gutes soziales Umfeld aufgebaut. Wenn ich gehe, habe ich nichts mehr außer meinem Sohn. Mein Sohn liebt natürlich seinen Vater aber er müßte auf allen kleinen Luxus verzichten den er gewöhnt ist. Wir würden wohl von Hartz 4 leben.


Also laesst Du lieber Deinen Sohn mit einem Alkoholiker aufwachsen. Ich selbst bin auch mit einem alkoholkranken Stiefvater aufgewachsen, ich sag Dir, dass ist kein Zuckerschlecken. Ausserdem wenn Dein Mann so weitermacht, dann vertrinkt er sowieso Haus und Hof.

Warum denkst Du denn das trotzdem noch weiter mitmachen zu muessen, wegen dem Luxus, denkst Du nicht es ist wichtiger ein Kind in einer gesunden Atmosphaere aufwachsen zu lassen? Wenn Du ihn verlassen wuerdest, dann hast Du auch die Moeglichkeit Dir eventuell einen Job zu suchen? Und warum wuerdest Du denn Dein soziales Umfeld verlassen?

Wir Co's finden da naemlich genauso die gleichen Ausreden warum wir nicht aktiv handeln wie ein nasser Alkoholiker, der trinken will.

Alles Liebe,

Jenny
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Jenny2 hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
lola41
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.04.2008
Beiträge: 49
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 16:34    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hina,
bin auch erst seit gestern im Forum, wahrscheinlich kann ich dir nicht kompetent genug antworten. Ob du mit deinem Mann darüber noch reden kannst, wage ich zu bezweifeln, es werden wahrscheinlich antworten kommen wie "ist doch nur Bier" oder "ich trinke nur zum Genuß". Aber ich laß mich gern eines besseren belehren. Bei deiner Geschichte hab ich schon geschluckt, für mich wäre schon viel früher daß Faß übergelaufen.
Überleg dir für dich was du tun willst- fürs Kind ist der Schaden größer wenn du bleibst. Viel Glück für dich und deinen Sohn! Gruß lola
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lola41 hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 19:18    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hina,

schön, Dich jetzt hier zu lesen. Lachen Ich war ja schon bei Dir im Vorstellungsbereich.

Zitat:
Meinen Mann zu verlassen, daß wäre für mich nicht schlimm. Aber wir haben uns hier ein gutes soziales Umfeld aufgebaut. Wenn ich gehe, habe ich nichts mehr außer meinem Sohn. Mein Sohn liebt natürlich seinen Vater aber er müßte auf allen kleinen Luxus verzichten den er gewöhnt ist. Wir würden wohl von Hartz 4 leben.


Hina, auch ich mußte mein soziales Umfeld aufgeben, mußte soagr meine geliebte Heimat komplett verlassen, weil ich mein und das Leben meiner zwei Kinder(8,13) buchstäblich retten mußte.
Es ist wirklich ganz schwer, den richtigen Weg für sich zu finden. Jeder muß herausfinden, ob er engültig geht, ob er bleibt, ob er redet, ob er glaubt. Aber eines ist ganz wichtig. Denke daran, daß es hierbei wirklich nicht um materielle Dinge geht, sondern um dein Leben und das Deines Sohnes.
Natürlich ist es schwierig von Hartz IV zu leben-keine Frage, denn dies ist auch unser Schicksal, aber es ist auf jeden fall besser, als ein Leben lang mit Lügen, Selbstbetrug und Uneinsichtigkeit zu leben. Bitte sieh Dir die Geschichten hier genau an! Du wirst erkennen, daß wirklich nur die absolute Krankheitseinsicht der Alkoholiker dazu führen kann, sein und in dann irgendwann Euer gemeinsames Leben zu retten. Wenn er es nicht ändert, wirst Du mit ihm den Bach runter gehen.

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, daß Du hier ganz viel wichtige Dinge für Dich entdecken wirst und Deinen persönlichen Weg gehst, der Dir und Deinem Sohn gut tun wird.

Liebe Grüße

S. Käferchen
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Susanne hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 15.04.2008, 21:05    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hina,

Deine Geschichte zeigt mal wieder eindrucksvoll, das die Krankheitseinsicht und die Bereitschaft zur Hilfe-Annahme vom Betroffenen selber kommen muß. Man kann nicht für andere trocken werden, weder für seine Frau noch für seine Kinder, man muß für sich ganz allein trocken werden wollen, sonst funktioniert alles nicht.

Und es muß auch an allererster Stelle stehen, sogar vor Frau und Kindern, die kommen sicher in der ersten Zeit der Trockenheit manchmal zu kurz und fühlen sich ausgeschlossen.
Das gibt sich aber später sicher wieder, wenn eine gewisse Stabilität erreicht ist und der Betroffene auch wieder die Kraft für seine Partnerin und seine Kinder hat.

Dein Partner wurde von Euch unter Druck gesezt, das Ergebnis solcher Bemühungen sieht man hier leider Traurig

Du kannst ihm nicht mehr helfen, er kennt mittlerweile den Weg aus der Sucht und muß ihn noch einmal gehen, und zwar allein und aus eigenem Willen.
Später könntest Du ihn sicher gut unterstützen und wärst eine wertvolle Hilfe, aber jetzt nicht.

Das Du Deinem Kind unermessliches Leid antust, wenn Du bei ihm bleibst, "kleiner Luxus" hin oder her..., wurde Dir hier schon gesagt.
Falls Du denkst, ach das geht schon irgendwie, lese mal im CO-Kinder-Bereich, dann denkst Du anders darüber Weinen

LG an Dich
Lilly
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Lilly12 hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
Mistmaus
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.03.2008
Beiträge: 59
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 16.04.2008, 06:25    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Hina,

ich bin auch noch relativ neu hier, und eigentlich habe ich mich angemeldet, weil meine Schwester ein Alkoholproblem hat.

Aber zu deiner Geschichte möchte ich was sagen, als heute erwachsene Tochter eines sogenannten Quartalsäufers.

Mein Vater hat nicht so exzessiv getrunken wie dein Mann. Nicht täglich und nicht solche Mengen.
Wir hatten ein Haus mit Garten, mein Vater hat gearbeitet, keine finanziellen Sorgen. Meine Schwester und ich haben eine gute Ausbildung -

aber wir sind heute beide KRANK

Ich leide seit frühester Kindheit unter Panik- und Angstattacken und meine Schwester ist Alkoholikerin. Wir haben beide schon Therapien hinter uns bzw. sind mitten drin und ein wichtiger Grund für unsere Probleme ist der Alkoholkonsum meines Vaters (der übrigens vor ca. 12 Jahren mit einer Zigarette bei 2,6 Promille eingeschlafen ist und bei einem Schwelbrand ums Leben kam).

Meine Mutter hat ihn erst nach 20 Jahren (auf mein Drängen hin) verlassen - und selbst da war er nicht bereit den Alkohol wegzulassen.

Was aber bei der Therapie noch herausgekommen ist, ist, daß ich meiner Mutter nur sehr schwer verzeihen kann, daß sie so lange gewartet hat, bis sie mit uns weggegangen ist. Als Kind empfand ich das nicht so - aber heute - rückblickend - fühle ich es so, als hätte sie uns im Stich gelassen, uns nicht beschützt. Und das ist auch ein wichtiger Aspekt warum meine Schwester und ich (als Erwachsene von 38 und 42 Jahren) heute noch so leiden.

Du sagst, dein Sohn hätte still gelitten, als du ihm die Wahrheit über deinen Mann erzählt hast. Ja still - das waren wir auch immer. Das Ergebnis sehen wir heute.

Gerne hätten wir auf allen kleinen Luxus verzichtet - und nachts ruhig geschlafen, ohne Angst, ohne Sorgen, wie das alles weitergeht. Glaube bitte nicht, dein Sohn würde das alles so wegstecken.

Ich weiß, das sind harte Worte, die ich hier schreibe - und sie werden dir vielleicht Angst machen. Aber mit dieser Angst, wie du sie jetzt kurz verspürst, habe ich seit 42 Jahren täglich, 24 Stunden zu kämpfen. Bitte erspar das deinem Sohn und dir - und handle.

Liebe Grüsse
Mistmaus
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Mistmaus hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
Hina
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.04.2008
Beiträge: 3
Alter: 44
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 16.04.2008, 08:23    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo an alle,

ich möchte mich erst einmal bei denen bedanken, die mir hier so nett geantwortet haben.

Es ist hart zu lesen, weil man weiß, das alles was geschrieben wurde richtig ist.

Ich muß jetzt erst mal an meinem Selbstbewußtsein arbeiten, dies ist nämlich in den ganzen Jahren leider verloren gegangen.

Grüße Hina
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Hina hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben
webby
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.05.2006
Beiträge: 133
Alter: 39
Wohnort: Lüneburger Heide

BeitragVerfasst am: 16.04.2008, 08:44    Titel: Re: Wieso nur schon wieder? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Hina...

hier ein kleines Lunchpaket für Deine Reise zum Selbstbewußtsein...

edit:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

...du ahnst sicher noch nicht was alles in dir steckt....aber mit dem ersten Schritt...wirst du rasend schnell dahinterkommen...

Hab Mut...liebe Grüße Kathrin

P.S. ...meine Kinder sind mir dankbar und ohne Ihren "Luxus" haben sie sogar viel schönere Interessen und klarere Gedanken als vorher Winken

edit.speedy53//bitte keine Zitate einstellen - Danke!
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webby hat zum Thema: Re: Wieso nur schon wieder? geschrieben

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