| Warum mach ich mir Sorgen?? • Spiritus mischbar? |
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lola41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2008 Beiträge: 49 Alter: 45
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Verfasst am: 14.04.2008, 22:14 Titel: lange hat es gedauert |
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Guten Abend, habe mich im Vorstellungsbereich ja bereits vorgestellt, hier noch mal kurz (geht eigentlich gar nicht!): Bin 41, bereits seit fast 25 Jahren mit meinem Mann zusammen und eigentlich ziehen sich die Alkoholprobleme wie ein roter Faden durch unsere Ehe. Bald merkte ich, daß mein Mann andere Trinkgewohnheiten hat wie andere: er trank immer schon gerne, viel und oft schon bevor wir weggingen oder fand hinterher immer noch einen Grund für ein Bier. Nachdem alle anderen auch bei Feiern tranken, erschien mir das noch nicht so abnorm.
Erst als ich merkte, daß er immer wieder heimlich trank oder stärker angetrunken war, als daß es nur ein Bier gewesen sein konnte, wurde ich langsam sensibel. Ich sprach ihn immer wieder darauf an, er versprach Besserung und das ganze ging wieder eine Weile gut.
Es kamen schöne Wochenenden und Urlaube, die Kinder wurden größer, ich hatte außerdem selbst genug zu tun mit Arbeit, Haushalt und den beiden Kindern (heute 15 und 20 Jahre). Ich hielt das ganze zunehmend für eine Marotte, weil er oft Wochen gar nichts trank, am Wochenende nie, bei Besuchen hielt er sich zurück und auch das Feierabendbier war nicht immer da. Er war gut im Job, hat noch nie einen Tag in der Arbeit gefehlt und mit Führerscheinentzug o.ä. nie konfrontiert. Wir lebten das Bild einer netten Familie mit Eigenheim. Trotzdem fühlte ich zunehmend, daß ich irgendwann irre werde, wenn das so weitergeht. 2xpro Woche angetrunken, läppisch, dann wieder nüchtern, maulig, dieses Wechselbad zwischen Streiten, gedemütigt sein, wieder Hoffnung, ein Hamsterrad.
Kurz vor Ostern wieder das übliche Montagsbier (einer seiner Lieblingstage) etc., dann hab ich gesagt, es geht hier ernsthaft nicht so weiter. Daraufhin auch seinerseits die Einsicht, er bräuchte Hilfe, er sei am Ende usw. Ja er würde das jetzt in die Hand nehmen. Ostern vergeht, passiert ist nix, außer daß er wieder angetrunken war. Daraufhin bin ich mal eine Nacht weg, wir haben wieder viel miteinander gesprochen, er sieht alles ein doch nix passiert. Daraufhin hab ich jetzt ganz klar gesagt, daß die Sauferei aufhören muß oder wir müssen uns trennen. Wir haben diskutiert, geheult etc. Psychodramen pur. Ich habe jetzt für Donnerstag einen Termin bei der Suchtberatung für mich und hoffe mir davon Klarheit.
Er trinkt seit 10 Tagen nix mehr, sagt er möchte es schaffen, doch die Vorstellung nie mehr ein Bier trinken zu können, erscheint für ihn nicht möglich, zumal wir in Bayern leben, wo jeder Bier trinkt.
Für mich steht jedoch fest, ich bleibe diesesmal hart, keine faulen Kompromisse mehr. Die Lösung des Problems nur noch mit Betreuung (Suchtberatung etc.) und das wird denke ich auch völlige Abstinenz bedeuten. Ein bischen schwanger gibts nicht und ich denke es gibt auch nicht ein bischen Alkoholiker. Er sieht sich nicht so, ich wollte es auch lange nicht glauben, hab das Ganze wohl immer runtergespielt. Doch in den letzten Monaten hab ich gemerkt, daß meine Energien und meine ganze Lebensfreude immer am selben Punkt resignieren: das Alkoholproblem. In diesem Sinne, ich geh es jetzt an und wenn es nicht klappt, dann pfeiff ich auf Ehe, Eigenheim etc. und fang noch mal von vorne an. Freu mich auf euren Austausch, lange hab ich nur gelesen. Liebe Grüße Lola |
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| lola41 hat zum Thema: lange hat es gedauert geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 14.04.2008, 22:29 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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Hallo Lola,
erstmal herzlich Willkommen.
Deine Geschichte gleicht sich wie viele hier. Es ist gut, dass DU fuer Dich jetzt etwas tust, dass Du etwas fuer Dich in Bewegung bringst und Du so nicht weitermachen moechtest. Das ist der erste Schritt raus aus diesem ganzen Alkohol-Co-Abhaengigkeits-Hamsterrad.
Du hast Deinen Mann jetzt offen damit konfrontiert Du hast das ausgesprochen, was schon ewig in der Luft hang . Das ist gut so. Wichtig ist, dass Du jetzt sehr konsequent bist, denn nur durch Konsequenz gibst Du Deinem Mann zu verstehen, wie ernst es Dir ist. Wirst Du schwach und machst Drohungen nicht wahr dreht sich das Hamsterrad immer weiter.
Es ist auch gut, dass Du Dich hier angemeldet hast, hier findest Du rund um die Uhr immer eine Moeglichkeit Fragen und Sorgen loszuwerden, hier verstehen Dich die Leute, auch wenn manche Antworten manchmal etwas harsch klingen, aber wichtig ist, dass Du und wir ehrlich zueinander sein duerfen.
Alles Liebe,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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lola41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2008 Beiträge: 49 Alter: 45
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Verfasst am: 14.04.2008, 22:38 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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Hallo Jenny,
ja das war ja jahrelang, genaugenommen über 20 Jahre mein Problem nie konsequent genug zu sein. Hab mich immer wieder einlullen lassen von " ich schaff das selber", " ich lieb dich doch" etc. Ich wollt ja auch immer glauben, wollte Familie haben, wollte den Traum von der glücklichen Ehe leben. Aber viel ist davon nicht übrig geblieben, vielleicht weil ich die Problematik nicht sehen wollte. Wir leben in einer Kleinstadt auf dem Lande, da trinken alle, hab nie geglaubt, daß mein Mann ein Alkoholiker ist.
Jetzt ist aber mittlerweile soviel passiert, daß ich nicht mehr weiß, ob ich in nüchtern bzw. trocken überhaupt noch mag. Immer diese Lügen und die Ungewissheit wie kommt er heute wieder von der Arbeit heim, das macht einen völlig fertig.
Gott sei Dank ist er diese Woche beruflich verreist, Zeit die Gedanken wieder auf die Reihe zu kriegen und die verheulten Augen wieder zu beruhigen. Denn weh tuts trotzdem!
Freu mich, daß ich jetzt hier schreibe, dann bleibe ich am Ball und verliere nicht mein Ziel! Danke fürs Zuhören sagt Lola |
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| lola41 hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 15.04.2008, 09:11 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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Servus Lola41,
wenn Du das durchziehst, | Zitat: | | ...ich geh es jetzt an und wenn es nicht klappt, dann pfeiff ich auf Ehe, Eigenheim etc. und fang noch mal von vorne an... | bist Du auf jeden Fall "safe".
Ich kann Dich nur ermuntern und bestärken, Dich von diesem geraden Weg durch nichts und niemand abbringen zu lassen. Wie Du richtig schreibst, | Zitat: | | ...Ein bischen schwanger gibts nicht und ich denke es gibt auch nicht ein bischen Alkoholiker... | gibt's das nicht.
Und wichtig ist auch nicht, wie es Deinem Göttergatten und seiner Einstellung zum Alkohol in Bayern geht, sondern wie es Dir mit seinem Konsum geht. Und Dir geht's -mit verlaub- beschi..en damit, also wird's geändert.
Kopf hoch, zieh das durch, klare Ansage, klare Konsequenzen!
Ich wünsch Dir viel Kraft auf Deinem Weg!
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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lola41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2008 Beiträge: 49 Alter: 45
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Verfasst am: 15.04.2008, 12:49 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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Hallo Spedi,
danke für die netten Worte, brauch jetzt schon Bestärkung in meinem Denken, damit die Sache ein für alle mal geregelt wird. Hoffe, daß es Tag für Tag ein Stückchen weiter geht. Habe heute morgen mit meinen Eltern geredet, so richtig Tacheles, schön zu wissen, daß sie mir finanziell helfen werden und somit ihren Enkelkindern die vertraute Umgebung erhalten werden kann.
Also hab ich doch gute Karten - und falls er sich fürs gelegentliche Bier entscheidet statt Suchtberatung und Therapie- selber schuld!
Aber wie man hier im Forum lesen kann, zieht halt der ein oder andere doch vor weiter zu trinken und die Familie sausen zu lassen. Jeder wie er will und kann. Hab mittlerweile gemerkt - es läßt sich einfach nix erzwingen.
In diesem Sinne, habt alle einen schönen entspannten Tag
Lola |
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| lola41 hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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katrine neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.12.2007 Beiträge: 52 Alter: 50 Wohnort: Bochum
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Verfasst am: 15.04.2008, 16:34 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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| Hallo Lola ! Also unter deinem Post könnte original mein Name stehen. Genauso habe ich es erlebt von 1983-2007. Dann konnte ich nicht mehr. eine Freundin hat mir eine Broschüre über CO-Abhängigkeit gegeben. Da wußte ich, ich bin in Phase 3: Zitat :"Co-Abhängige sind am Ende ihrer körperlichen Kraft und seelischen Belastbarkeit. Sie fühlen sich ausgelaugt, sind bisweilen selbst krank"- Zitat-Ende. Ich habe seit ca. 9 Jahren schwere Magen-Darm-Probleme.Wußte das nicht einzuordnen. Dann nahm mich die Freundin mit zur Kreuzbund - SHG. Ich bin heute so froh über den Schritt. Im September 2007 folgte die Trennung nach langem hin und her. Ich kann auch Dank meiner Eltern und vielen Freunden und Bekannten zu denen ich offen war, mein Leben heute genießen. Der Schritt lohnt sich so sehr. Jetzt habe ich meinen Mann in der Hand und nicht mehr er mich. Wir haben uns damals wegen unseren 9-järigen Tochter in "Guten" getrennt. Er sieht bis heute nicht ein, irgendwas gegen sein Saufen zu machen. Heult mir ständig vor, er sei so allein und trinkt vor lauter Einsamkeit. Gott und allen, die mir geholfen haben und noch helfen, sei Dank, weiß ich es besser und falle auf keine traurigen Augen und falschen Beteuerungen mehr rein. Ich muß echt jeden Monat rechnen, aber die Ruhe und Zufriedenheit lasse ich mir um nichts in der Welt mehr nehmen. Ich glaube, auch mein Darm kapiert das langsam. Alles braucht eben seine Zeit. Ich bin noch in psychologischer Beratung und das tut so gut. Und nicht zuletzt bestätigt mir auch dieses Forum, daß ich alles richtig gemacht habe (Trennung usw.). Also Mut für alle, die ihn brauchen wünscht euch Katrine |
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| katrine hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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lola41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2008 Beiträge: 49 Alter: 45
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Verfasst am: 15.04.2008, 16:41 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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Hallo Katrin,
ja unsere Daten sind ähnlich, ich hab meinen Mann 1983 kennengelernt, seit 1986 verheiratet. Im nachhinein fallen mir viele Episoden ein, bei denen es auch schon um Alk ging, ich das aber nicht so dramatisch sah. Doch im letzten viertel Jahr merk ich, daß ich einfach seelisch kaputt geh. Das hält einfach kein Schwein aus, diese ewige hin und her. Wollt mich ja schon oft trennen, hab mich überall ausgeheult und irgendwann hab ich nix mehr gesagt weil ich mir schon lächerlich vorkam. Jetzt muß einfach was geschehen, laß mir doch mein Leben nicht von seinem Alk kaputt machen. Soll er doch gehen, kann er trinken wann und wo er will, dann ists mir egal. Bin nur froh, daß ich so große Kinder hab /15 u. 20 ), das macht die Sache entschieden leichter.
Aber gut, Donnerstags Termin Suchtberatung und alles wird hoffentlich noch klarer. Danke für dein Zuhören. Es grüßt Lola |
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| lola41 hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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lola41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.04.2008 Beiträge: 49 Alter: 45
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Verfasst am: 16.04.2008, 12:44 Titel: Re: lange hat es gedauert |
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| Hallo, bin heute furchtbar schlecht drauf. Meine Gedanken kreisen ständig um das Thema Trennung, Alk. etc. Wahrscheinlich liegts daran, daß mein Mann gestern angerufen hat, und - obwohl er groß posaunte auch auf der Dienstreise alkfrei zu leben- hat er natürlich wieder Bier getrunken. Er war überrascht, daß ich mich immer noch nicht eingeklinkt habe. HAllo???Der kapiert aber auch gar nichts. Hab ihm klar gemacht, daß er- wie eigentlich besprochen- sich seinen Termin bei der Suchtberatung eigentlich sparen kann. Ach ich ärgere mich über mich selber, daß mich das Ganze so auffrisst. Gut ist nur, daß ich so begreife, daß er sich nie ändern wird und ich, falls ich mich nicht jetzt trenne, in 20 Jahren immer noch unglücklich bin. Geknickte Grüße Lola |
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| lola41 hat zum Thema: Re: lange hat es gedauert geschrieben
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