| Trockenheitsgeburtstag • Ich in trocken - möchte aber einem Rückfall helfen. Wie? |
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Andy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.01.2008 Beiträge: 300 Alter: 52 Wohnort: Abuja, Nigeria
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Verfasst am: 14.04.2008, 10:51 Titel: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? |
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Hallo Miteinander,
seit einiger Zeit schon beschäftige ich mich mit der Akzeptanz unserer Krankheit in der Gesellschaft und durch die verschiedenen sozialen Gesellschaftsschichten hinweg.
Da ich relativ geringe Probleme mit der Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber anderen mit meiner Krankheit habe und den Grundsatz eines meiner, leider mittlerweile verstorbenen, Lehrer lebe: "Was andere von mir denken, das könnte mich nie kränken ! Was stört mich andrer Leute Sinn, ich muss selbst wissen wer ich bin !", (@Karsten: ist nach seiner damaligen Aussage von ihm selbst) habe ich damit auch schon die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht.
Am Meisten bin ich erstaunt darüber, dass viele Leute mit höherem Niveau, von denen ich eher erwartet hätte gemieden zu werden, mir volles Verständnis entgegen bringen, Interesse an mir bekunden und sich bei jedem Kontakt wohlwollend nach meinem Befinden erkundigen und mir weiterhin alles Gute wünschen. Wobei anders herum, Leute mit normalem Niveau, von denen ich dachte, dass sie mich eher verstehen würden, eher entsetzt reagierten und von da ab spürbar Kontakte zu mir vermeiden.
So haben sich z. B. mein Unternehmensberater und sein gesamter Freundeskreis, welchen ich bisher nur flüchtig kannte, voll hinter mich gestellt und jegliche Unterstützung signalisiert. Auch mein Anwalt betrachtet mich nach wie vor, als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.
Hier wird sogar freiwillig, bei jedem Treffen dem ich beiwohne, auf alkoholische Getränke verzichtet.
Wogegen ein Freund (früherer Schulkammerad und Arbeitskollege), mit seiner gesamten (Arbeiter)-Familie, welche ich schon seit fast 40 Jahren kenne, bei denen aber ein Verwandter Alkoholiker ist, nunmehr jeden Kontakt zu mir abgebrochen hat.
Oder, als ich in Begleitung von "gemischten Bekannten" eine Messe besuchte und mir dort unerwartet Alkohol zum probieren angeboten wurde, ich mit dem Hinweis auf meine Krankheit deutlich abwies, da wandten sich einige meiner "normalen" Begleiter sofort zur Seite und taten, als ob sie nicht zu mir gehörten ( , hat mich durchaus zum Schmunzeln gebracht).
Es gibt also unterschiedlichste und unerwartetste Reaktionen.
Welche Erfahrungen habt Ihr bei der Offenheit mit Eurer Krankheit gemacht?
Wie habt Ihr diese Offenheit und in welchen Kreisen erfahren?
LG, Andy |
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| Andy hat zum Thema: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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Babsi11 Gast
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Verfasst am: 14.04.2008, 12:24 Titel: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? |
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| ottonv hat Folgendes geschrieben: | | Am Meisten bin ich erstaunt darüber, dass viele Leute mit höherem Niveau, von denen ich eher erwartet hätte gemieden zu werden, mir volles Verständnis entgegen bringen, Interesse an mir bekunden und sich bei jedem Kontakt wohlwollend nach meinem Befinden erkundigen und mir weiterhin alles Gute wünschen. Wobei anders herum, Leute mit normalem Niveau, von denen ich dachte, dass sie mich eher verstehen würden, eher entsetzt reagierten und von da ab spürbar Kontakte zu mir vermeiden. |
Hallo Andy,
ich frage mich gerade, wie du den Begriff "Niveau" definierst. Meinst du damit Bildungsniveau und sozialer Status?
Deine Beispiele lassen darauf schließen:
| Zitat: | So haben sich z. B. mein Unternehmensberater und sein gesamter Freundeskreis, welchen ich bisher nur flüchtig kannte, voll hinter mich gestellt und jegliche Unterstützung signalisiert. Auch mein Anwalt betrachtet mich nach wie vor, als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft.
Hier wird sogar freiwillig, bei jedem Treffen dem ich beiwohne, auf alkoholische Getränke verzichtet. |
| Zitat: | | Wogegen ein Freund (früherer Schulkammerad und Arbeitskollege), mit seiner gesamten (Arbeiter)-Familie, welche ich schon seit fast 40 Jahren kenne, bei denen aber ein Verwandter Alkoholiker ist, nunmehr jeden Kontakt zu mir abgebrochen hat. |
| Zitat: | Oder, als ich in Begleitung von "gemischten Bekannten" eine Messe besuchte und mir dort unerwartet Alkohol zum probieren angeboten wurde, ich mit dem Hinweis auf meine Krankheit deutlich abwies, da wandten sich einige meiner "normalen" Begleiter sofort zur Seite und taten, als ob sie nicht zu mir gehörten ( , hat mich durchaus zum Schmunzeln gebracht). |
Als Unterscheidungskriterium bezüglich der Reaktionen auf deine Krankheit führst du hier lediglich unterschiedliche Berufsgruppen an.
Das ist meiner Meinung nach zu oberflächlich.
Zum einen hängt es wohl nicht nur vom erlernten Beruf und sozialen Status ab, ob ein Mensch in der Lage oder willens dazu ist, für die Erkrankung und die damit verbundene Problematik eines anderen Menschen offen zu sein.
In meinen Augen spielen da Kriterien wie die soziale oder die emotionale Intelligenz eine weitaus größere Rolle.
Zum anderen denke ich, es ist ein gefährlicher Trugschluss zu glauben, Menschen aus gesellschaftlich höheren Schichten würden der Alkoholkrankeit offener begegnen als Menschen aus sozial niedrigeren Schichten.
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Erstgenannten mitunter sehr viel verlogener und scheinheiliger mit der Alkoholkrankheit umgehen. Dass gerade in dieser Schicht sehr viel gesoffen, dies aber als chic deklariert wird. Dass es gerade hier viele "versteckte" Alkoholkranke gibt, die es aber vehement von sich weisen, krank zu sein. Weil es gerade in dieser Schicht einen großen Makel bedeutet, sich mit dieser Krankheit zu outen.
Gesoffen darf werden, aber bitteschön ohne zu klagen!
Dass du in den von dir benannten Berufsgruppen aus höherer Schicht auf Akzeptanz bezüglich deiner Krankheit gestoßen bist, sollte dich, meiner Meinung nach, nicht dazu verleiten, zu pauschalisieren.
Zum einen sind es nur wenige Beispiele, die du da anführst.
Zum anderen weißt du nicht, was gerade diese Leute hinter deinem Rücken reden.
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade von Leuten aus der höheren Schicht vordergründiges Verständnis gezeigt wurde, aber dann, wenn es um Konsequenzen daraus ging, dieses Verständnis schnell einer Nichtakzeptanz und Distanzierung wich.
| Zitat: | | "Was andere von mir denken, das könnte mich nie kränken ! Was stört mich andrer Leute Sinn, ich muss selbst wissen wer ich bin !" |
Wirklich? Dann verstehe ich die beiden folgendenen Äußerungen von dir nicht so ganz.
| Zitat: | | seit einiger Zeit schon beschäftige ich mich mit der Akzeptanz unserer Krankheit in der Gesellschaft und durch die verschiedenen sozialen Gesellschaftsschichten hinweg. |
| Zitat: | | Wie habt Ihr diese Offenheit und in welchen Kreisen erfahren? |
LG
Babsi |
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| Babsi11 hat zum Thema: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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andreas57 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.03.2008 Beiträge: 203 Alter: 55 Wohnort: niederösterreich
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Verfasst am: 14.04.2008, 13:02 Titel: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? |
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Servus ottonv !
Da du dieses Thema ansprichst möchte ich dir auch meine Erfahrungen die das Thema deine Threads betreffen mitteilen:
Ich konnte nicht feststellen, dass Personen mit höherem Niveau (was ist höheres und was normales Niveau) bzw. höherer Bildung mich anders behandlen als sogenannte kleine Leute. Vielleicht haben Menschen mit
höherer Bildung ein größeres Allgemeinwissen und daher auch mehr Wissen über die Alkoholkrankheit.
Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass Alkoholsucht bei Menschen aller Rassen und Bildungsschichten vorkommt.
Ich vermute vielmehr, dass sich die Akzeptanz der Alkoholsucht eines befreundeten oder bekannten Menschen im emotionalen Bereich abspielt.
Freunde die um meiner selbst Willen mit mir befreundet sind und mich als Person respektieren, werden auch meine Alkoholkrankheit akzeptieren und respektieren. Von Saufkumpanen aus vergangenen nassen Tagen kannst du hingegen kein Verständnis erwarten zumal sie ohnehin mit dem Pflegen und Weiterentwickeln ihrer eigenen Alkoholsucht beschäftigt sind.
Dazwischen gibt es natürlich auch Menschen die aus Unwissenheit und Borniertheit das Existieren einer Krankheit namens Alkoholkrankheit ablehnen. Hier wäre von den öffentlichen Stellen noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
Aber sei es wie es sei:
Ich bin absoluter Egoist in Sachen Nüchternheit und stelle alles andere hintan:
das gilt für Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften.
Wer nicht für meine Trockenheit ist, ist gegen mich und hat in meinem nüchternen Leben nichts verloren!
Liebe Grüße
Andreas |
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| andreas57 hat zum Thema: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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Andy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.01.2008 Beiträge: 300 Alter: 52 Wohnort: Abuja, Nigeria
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Verfasst am: 14.04.2008, 15:31 Titel: Re. |
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| Babsi11 hat Folgendes geschrieben: |
Meinst du damit Bildungsniveau und sozialer Status? |
Hallo Babsi,
ja, genau das hab ich gemeint.
Wer hat welche Erfahrungen, im Bezug auf seinen offenen Umgang, oder nennen wir es hier "Outing", mit seiner Alkoholkrankheit, beim Zusammentreffen mit welchem der o. g. und unterschiedlichsten Bildungs- und Sozialen-Niveaus gemacht ?
In welcher Ecke dieser jeweiligen Status traf man persönlich auf die höchste bzw. geringste Akzeptanz ?
Natürlich hast Du recht, dass die soziale und emotionale Intelligenz eines Jeden, dem man sich offenbart, hier eine größere Rolle spielt.
Du schilderst ja auch aus Deinen Erfahrungen, dass diese mit gesellschaftlich höheren Schichten nicht so besonders berühmt waren. Was ist Dir denn da passiert ?
Ich gebe mich da auch keiner Illusion hin, das vielleicht gerade diese Schichten abgewandt an mir vorbei laufen würden, wenn ich auf der Straße läge, wo ein "Penner" vielleicht versuchen würde mir wieder auf die Beine zu helfen, also Pauschalierung liegt mir fern und ich wollte auch keine soziale Statusdiskussion lostreten.
Leider sind auch meine Beispiele etwas begrenzt, denn von den ca. 10 "Freunden" die ich vorher hatte und die waren Arbeiter und Kleinstunternehmer, sind nur 3 geblieben. Mein Bekanntenkreis ist da etwas größer, aber spielt mehr in der Berater-, Freiberufler- und Selbständigen-Liga. Meine Kundschaft behellige ich prinzipiell nicht mit meiner Krankheit, es sei denn ich bekomme dort etwas angeboten und lehne es generell, auch zur Vorbeugung für vielleicht weitere Male, dankend mit dem Hinweis ab.
Aber ich finde es dennoch interessant darüber mehr zu erfahren und zu diskutieren, bei welcher Gelegenheit und bei welchem Kontakt der Einzelne auf welche/s Reaktion/Verhalten beim Selbst-"Outing" traf.
Vielleicht hilft dieser Thread ja auch mit den geschilderten Erfahrungen einigen, die Probleme haben mit ihrer Offenkeitsarbeit, diese Lücken zu überbrücken.
LG, Andy
P.S. Danke Andreas auch für Deine Meinung dazu. |
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| Andy hat zum Thema: Re. geschrieben
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Rose2 Gast
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Verfasst am: 14.04.2008, 20:50 Titel: Geoutet und gemieden, oder verstanden und respektiert ? |
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Hi Andy,
.......Geoutet und gemieden hab ich so krass noch nicht erfahren,.....
Verstanden und respektiert würde ich mir noch öfters wünschen !
Meine Erfahrung ist, innerhalb meiner Familie ist die Akzeptanz meiner Alkohol-Krankheit viel schwieriger zu vermitteln, da spielt auch die Scham und die Vorstellung vom "Penner auf der Parkbank" immer noch eine sehr große Rolle.
Im Arbeitsleben oder auch bei Bekannten ist es sehr viel einfacher, da wird die Ehrlichkeit und Offenheit "gelobt", das nicht Alkohol trinken wird einfach respektiert, akzeptiert und hat schon einige über das eigene Trinkverhalten zum Nachdenken gebracht.
Soziale- und Bildungsunterschiede, hm.......in der angeheirateten "Family" meiner Tochter sind fast alle Lehrer, Prof`s, Künstler, gerade die haben die meisten Probleme mit der Akzeptanz der Alkoholkrankheit, vielleicht weil sie selbst zu gerne "trinken" ?!
Liebe Grüße, Rose |
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| Rose2 hat zum Thema: Geoutet und gemieden, oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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Andy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.01.2008 Beiträge: 300 Alter: 52 Wohnort: Abuja, Nigeria
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Verfasst am: 15.04.2008, 08:00 Titel: Re:Geoutet und gemieden, oder verstanden und respektiert ? |
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| andreas57 hat Folgendes geschrieben: | Dazwischen gibt es natürlich auch Menschen die aus Unwissenheit und Borniertheit das Existieren einer Krankheit namens Alkoholkrankheit ablehnen. Hier wäre von den öffentlichen Stellen noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.
Wer nicht für meine Trockenheit ist, ist gegen mich und hat in meinem nüchternen Leben nichts verloren! |
| Rose2 hat Folgendes geschrieben: | | Meine Erfahrung ist, innerhalb meiner Familie ist die Akzeptanz meiner Alkohol-Krankheit viel schwieriger zu vermitteln, da spielt auch die Scham und die Vorstellung vom "Penner auf der Parkbank" immer noch eine sehr große Rolle. |
Hallo Rose, hallo Andreas,
da bin ich voll Eurer Meinung. Ich hab auch so einen Fall in der Familie. Meine Schwägerin (53, aber mit etwas beschränktem Horizont), trinkt selber nie Alkohol, ist absolut der Meinung, dass jeder Alkoholiker die volle und alleinige Schuld an seinem "Schicksal" (nicht Krankheit) trägt, es nicht besser verdient hat und sie ist dabei in keiner Weise vom Gegenteil zu überzeugen. Für sie sind Alkoholiker Aussätzige, die es nach bester Möglichkeit zu meiden gilt. Leider kommt sie, auf Grund der Familienbande, nicht an mir vorbei , aber wenn zu einer Feierlichkeit bei mir zu laden gilt, findet sie immer einen Grund (und sie zieht auch meinen Bruder da mit hinein) nicht kommen zu müssen. Da wir aber im Großen und Ganzen eine lustige Familie sind und sie wegen ihres losen Mundwerkes sowieso immer ins Lächerliche gezogen wird, hab ich nicht die geringsten Probleme damit.
LG, Andy |
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| Andy hat zum Thema: Re:Geoutet und gemieden, oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 15.04.2008, 08:27 Titel: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? |
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@all,
meiner Erfahrung nach wurde meine Abstinenz immer dann akzeptiert und unterstützt, wenn ich glaubwürdig meine eigenen Belange vertreten habe. Dabei spielten die sozialen Schichten eine eher untergeordnete Rolle.
Sowie eine etwaige Diskussion jedoch auf "generelle" Schauplätze zu sprechen kam (z.B. Werbung oder "der Alkoholiker an sich" etc.), sank die Akzeptanz stark ab.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Geoutet und gemieden oder verstanden und respektiert ? geschrieben
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Andy neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.01.2008 Beiträge: 300 Alter: 52 Wohnort: Abuja, Nigeria
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Verfasst am: 16.04.2008, 20:56 Titel: Hallo Spedi |
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| Spedi hat Folgendes geschrieben: | | Sowie eine etwaige Diskussion jedoch auf "generelle" Schauplätze zu sprechen kam (z.B. Werbung oder "der Alkoholiker an sich" etc.), sank die Akzeptanz stark ab. |
Hallo Spedi,
ich habe so etwas auch schon oft festgestellt und diese Verhaltensweise wirft eigentlich eine ganze Menge Fragen auf.
Woran liegt das, dass die Akzeptanz/ bzw. der Wunsch Näheres zu erfahren dann so stark absinkt ?
Daran, dass Nichtbetroffene kein Interesse daran oder selbst zu wenig Aufklärung und Erfahrung damit haben, oder insgeheim von der gleichen Krankheit geplagt werden ?
Oder, dass man seinem Gegenüber und sich selbst im Endeffekt nicht erklären kann, warum und wie man Alkoholiker werden konnten, weil man ja nur nach vorn blickt um Abstand zu gewinnen und das Vergangene, das ja immerhin ein nicht geringer Bestandteil des bisherigen Lebens war, einfach wegwischt ?
Oder weil es ein gesellschaftlich fest verankert und verkrusteter Stereotyp ist, der über einem schwebt und das Urteil über den Betroffenen und sich "Outenden" eigentlich schon fest steht ?
Ein Faktum, das genauso schwer aus den Köpfen der Menschen zu bekommen ist, wie aus dem Eigenen der Alkohol ?
Wird man beim "Outing" überhaupt respektiert (ausser von einigen Wenigen, die einem wirklich Nahe stehen und deren Respekt evtl. eher Mitgefühl ist, oder Erleichterung - Der Groschen ist endlich gefallen-?), oder ist man dann abgestempelt und kann sich nur noch mit enormem Kampf behaupten (wie die Frauen z. B. als Manager oder in der Politik) ?
Würde einem dann nicht eigentlich nur noch eines helfen, Rückblick-Ursachenforschung-Öffentlichkeitsarbeit-Aufklärung ?
Warum begegnet man sich fast ausschliesslich in anonymen Foren, bei AA´s, oder zu konspirativen Hinterzimmertreffen in SHG ?
Sind die öffentliche Anerkennung als Krankheit und die eigene Kapitulation vor Alkohol wirklich genug ?
Wird man also überhaupt respektiert oder wird man gemieden ?
Meidet man sich am Ende selbst
Die Gedanken an diese Fragen waren begleitet von Gedanken an meinen Sohn und viele andere Kinder/Jugendliche.
LG, Andy |
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| Andy hat zum Thema: Hallo Spedi geschrieben
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