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Astoria
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 23:40    Titel: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo zusammen,

nun wurde ich freigeschaltet und danke nochmals dafürSmilie ich werde mein geschriebenes einfach mal kopieren, dann muss ich das nicht erneut schreiben:

nun bin ich hier gelandet, weil ich mir mal ein wenig was von der seele schreiben möchte und um über meine erfahrungen mit einer schwerst alkoholikern zu berichten. es handelt sich um die mittlerweile ehemalige lebensgefährtin meines vaters. ich selber bin 29 und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, es ist ziemlich viel passiert.
mein vater lebt(e) seit 14 jahren mit seiner lebensgefährtin zusammen. beide waren anfangs sehr glücklich und alles lief super. mein bruder und ich haben sie als neue frau an der seite meines vaters sofort akzeptiert, war sie doch einfach nur nett. der kontakt zu meinem vater war noch nie sehr gut und so habe ich die entwicklung der lebensgefährtin zur alkoholikerin gar nicht so mitbekommen. wenn man mal zu besuch war, ist einem schon aufgefallen, dass sie "streng" roch, wenn sie am helligten tage aus dem keller kam, aber ansonsten nichts auffälliges weiter. nun ist es so, dass ich aus privaten gründen wieder in mein elternhaus zurückziehen musste- das vor 1 1/2 jahren- und somit mit meinem vater und seiner lebensgefährtin unter einem dach wohnte.
bevor ich das tat habe ich schon von meinem vater mitbekommen, dass die lebensgefährtin viel trinkt und auch schon desöfteren in die ambulante suchtaufnahme aufgenommen wurde, hatte aber keine ahnung wie schlimm es wirklich um sie stand. eine therapie erfolgte dort auch schon, aber die war nicht von erfolg gekrönt.

seit nun 1 1/2 jahren wohne ich wie gesagt in dem haus und habe dinge mitbekommen, die einfach nur schrecklich sind. die lebensgefährtin, nennen wir sie g., war eine äußerst erfolgreiche akademikerin, ärztin, sehr gutaussehend und erfolgreich. von dem ist nun nichts mehr übrig geblieben. seit fünf jahren ist es besonders schlimm. wenn sie trinkt, dann nur noch exzessiv, sprich saufen bis um umfallen. sie isst dann 10-12 tage nichts mehr, ist nur noch am trinken, uriniert überall hin und scheißt sich von oben bis unten voll. als ich einzog waren noch gewisse abstände zwischen dem komasaufen, mittlerweile ist es nur noch exzessiv. ihre praxis hat sie verloren,(sie hat teilweise patienten volltrunken mit vollgeschissenen hosen behandelt) was sie noch tiefer hat stürzen lassen. g. hat zu allen tageszeiten gesoffen und wenn die flasche leer war, dann ist sie los und hat sich neuen alk besorgt- egal welche uhrzeit es war.
eine angewohnheit von ihr, wenn sie volltrunken war, ist das nackt rumlaufen. sie ist im haus nur noch nackt rumgetorkelt und wenn sie nicht mehr zur tanke gehen konnte, ist sie eben gekrochen oder hat mich oder meinen dad angebettelt ihr alk zu besorgen. ich habe das nie gemacht, mein vater aber schon, denn er ist ganz, ganz stark co-abhängig. sie hat sich ständig was gebrochen, ihr körper war von blauen flecken übersät. ihre betriebstemperatur liegt ungefähr bei 3 promille. da steht sie vor einem und kann noch normal reden. oft hat sie kein geld gehabt, dann ist sie eben klauen gegangen.
beim einkaufen im supermarkt hat sie sich ne flasche wein mit drehverschluß geschnappt und die auf ex im laden heimlich ausgesoffen. die nachbarn kennen sie hier alle, steht sie doch da des nachts vor der tür, klingelt und bettelt um alk.
sie hat schon mehrmals versucht aufzuhören, auch selbstentzüge, aber das hat nie was gebracht. wenn sie denn mal aufgehört hat, hat sie epileptische anfälle bekommen und delirien folgten mit allem was dazu gehört, sprich stimmen hören, halluzinationen usw.
g. wollte nie hilfe annehmen und wenn sie im komasaufen war, dann endete das grundsätzlich mit dem krankenhaus. sie hat sich immer total gewehrt und es kam auch oft vor, dass der krankenwagen ohne sie abgefahren ist weil sie die obligatorische frage der krankenpfleger, ob sie denn mit in die klinik kommen möchte, immer verneinte. wir wußten nicht mehr weiter weil wir auch keine nacht mehr durchschlafen konnten, da sie immer terror gemacht, gegen unsere türen getreten hat, geschrien wir sollten ihr doch bitte helfen. die hilfe bestand dann darin ihr ne flasche zu besorgen.
wenn man nach hause kam wußte man nie, ob sie noch lebt oder ob sie sich schon totgesoffen hat. sie kann nicht regulieren wieviel sie trinkt, sie säuft wie ein loch bis nichts mehr geht. als beispiel: sie wurde mal mit 5,6 promille bewußtlos aus unserem haus in die klinik gebracht, hat da ein mittel bekommen, war dann auf 4,6 promille, war drei stunden dort, hat dann randaliert, wurde entlassen und hat dann im haus weitergesoffen. und das war keine seltenheit, das kam oft vor. die frau ist absolut fertig, war auch schon desöfteren in der geschlossenen. sie kann keine entscheidungen mehr treffen, gar nichts. aufgrund dessen haben wir den sozialpsychiatrischen dienst (spd)eingeschaltet, der helfen sollte. eine amtsärztin kam mehrmals vorbei, hat sie zwangseingewiesen, sie war mal wieder ne woche in der klinik, kam dann aber raus und hat gleich und sofort exzessiv weitergesoffen. wir wußten nach drei bis fünf tagen ist sie wieder nicht ansprechbar. nackt über den boden kriechen, tagelang mit einem beinbruch rumlaufen, sich die haare abfackeln (sie ist auch noch kettenraucherin), finger aufgrund der kippen bis zum knöchel verbrennen, überall hinmachen, das alles gehörte zum alltag. mir gings psychisch immer schlechter weil ich das alles mitansehen musste und ihr nicht helfen konnte. ich habe meinen paps irgendwann letztes jahr an die hand genommen und zum suchtzentrum geschleppt weil sich irgendwas ändern musste. er selbst hatte gar keine kraft mehr, hat psychosomatische herzprobleme bekommen.
nachdem wir erzählten was zuhause alles abläuft, meinte der mensch nur, dass es ihm ungeheuer leid täte, aber in deutschland hat jeder das recht sich totzusaufen und wenn wir dabei nicht mit drauf gehen wollen, müssen wir sie rausschmeißen, denn ansonsten sähen wir zu wie sie sich tot säuft. das war ziemlich hart und mein paps konnte diesen schritt zu diesem zeitpunkt noch nicht gehen weil er selbst total tief in dem sumpf drin steckte. sein schlechtes gewissen plagte ihn, er hatte angst sie "im stich" zu lassen, aber nachdem sie dann wieder vollgeschissen irgendwo im haus lag, sie wieder in die klinik kam, war klar, jetzt muss sich was ändern!

wenn sie mal nen klaren moment hat, dann ist sie wie ausgewechselt und genau in eben so einem hat mein vater ihr gegenüber die trennung ausgesprochen. bis es dann zum endgültigen auszug von g. kam, vergingen monate. (sie war ab november 2007 in ner klinik) nun lebt sie seit februar 2008 in ihrer eigenen wohnung, die ihr ihre tochter (24 jahre) besorgt hat. ich habe schon geahnt, dass sie nicht aufhört mit der sauferei und genauso ist es auch gekommen. nach kurzer zeit rief die vermieterin an und meinte, dass g. aus der wohnung müsse, sie klingelt nachts bei den nachbarn und bettelt um alk. sie selbst schläft da zwischen flaschen aufm boden. sie hat niemanden mehr, der sich um sie kümmert und ihr momentanes leben spielt sich zwischen klinik und wohnung ab. 10 tage dauer-saufen, dann ne woche klinik, wieder exzessiv-saufen, dann wieder klinik usw... wir haben davon wenig mitbekommen, nur ab und zu mal was durch die tochter.

5 monate ist die trennung jetzt her und vorletzte nacht klingelte es gegen vier uhr morgens sturm an der haustür. es war g., restlos besoffen, blutiges gesicht. sie stand da mit nem taxifahrer, der bezahlt werden wollte und wollte ins haus. mein vater verweigerte das, sie machte wieder terror, trat gegen die tür, schrie, ging zu den nachbarn und terrorisierte diese. wir haben die polizei gerufen, diese kam, verwies sie des platzes, sie ging kurzzeitig weg, die polizei fuhr ab, sie kam wieder und terrorisierte uns weiter. sie sagte sie hätte ihren wohnungschlüssel verloren. wir ignorierten das weil sie sowieso nur alk von uns wollte. am nächsten tag bzw. ein paar stunden später, lag sie immer noch vor der haustür bis ein nachbar wieder die polizei rief weil sie mit steinen die fenster einschlagen wollte. sie wurde abgeführt, kam in eine ausnüchterungszelle und wurde dann gegen mittag entlassen. eine nachbarin teilte uns am abend mit, dass sie g. vor nem einkaufszentrum in unserem stadtteil gesehen hätte, die leute dort anbettelnd. das war wieder ein zusätzlicher schock weil ich es nicht fassen konnte wie sehr sie unten war. ich kannte sie doch als tolle, quicklebendige und super erfolgreiche frau. und nun bettelt sie leute auf der straße an. das geschah gestern. seitdem ist sie verschollen und keiner weiß wo sie ist. die tochter rief uns an und meinte alle polizeiwachen der stadt inklusive der krankenhäuser würden sich sofort bei ihr melden, wenn sie dort eingeliefet wird. die tochter hat ebenfalls alle noch verbliebenen bekannten angerufen (die g. aus shg's kannte), aber auch dort war g. nicht. verschwunden ist sie in ihrer alkikarriere noch nie. nun ist sie es aber und ich habe totale angst, dass sie irgendwo tot rumliegt. das ist leider keine utopie, sondern grausame realität. mein vater hat ihr mindestens 15 mal das leben gerettet. ohne ihn wäre sie schon längst tot. es mag hart klingen, wenn ich das jetzt sage, aber mein dad und auch ich hatten schon mehrmals böse gedanken, dass der tod für sie echt eine erlösung wäre. ganz furchtbar ist das. auch wenn sie alle chancen der welt gehabt hat, alle sie unterstützt hätten, sie aber jegliche hilfe ausgeschlagen hat, ist sie ja doch ein lieber mensch (gewesen) und ihr tod würde mich mehr als nur mitnehmen. wie gesagt, sie ist nun von der bildfläche verschwunden, keiner weiß wo sie ist und wer weiß wann sie wieder auftauchen wird, wenn sie das überhaupt noch lebendig tut. ich wollte das einfach mal loswerden, denn so nen werdegang mitanzusehen ist mehr als nur grausam. andere kämpfen um ihr leben, sie schmeißt es weg... ich werde auf jeden fall weiter berichten, wenns neuigkeiten gibt. ich finde es im übrigen ganz toll, dass es solche foren wie diese gibt und wünsche jedem, der wirklich den willen hat mit der trinkerei aufzuhören, nur das beste und maximale erfolge! in diesem sinne alles gute und bis bald,

astoria
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Astoria hat zum Thema: schlimmes ende... geschrieben
Astoria
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 23:41    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo zusammen,

erstmal vielen vielen dank für eure anteilnahme. es tut gut zu wissen, dass man irgendwie nicht alleine ist- gerade wenn man sich so alleine fühlt. heute morgen kam ein anruf der tochter, die einen anruf aus einer klinik bekam (die klinik, in der sie immer eingeliefert wird, wenn nichts mehr geht) g. wurde wohl irgendwie gefunden, dort eingeliefert, hat dort randaliert und wurde irgendwo anders hingebracht, um sich auszunüchtern. das problem ist dabei nur, dass sie das nicht kann und überhaupt nicht schläft. so ist sie in der zelle auf und ab gegangen und hat dort ebenfalls randaliert. das krankenhaus hat dann wie gesagt die tochter angerufen, sie solle ihre mutter abholen. das wollte die tochter aber nicht weil sie ja auch gar nicht weiß wohin mit ihr. die tochter ist ebenfalls eine ganz liebe und macht den wahnsinn schon auch ganz lange mit, hat sich aber davon ein wenig distanziert, was ich mehr als nur verstehen kann. sie war irgendwie nie das kind, sondern immer die mama, die sich um ihre eigene mutter kümmern musste. nun wurde g. wieder entlassen- wohl heute morgen- und jetzt weiß wieder keiner wo sie ist. sie kann ja in ihre wohnung nicht rein, da sie ihr portemonnaie und ihren haustürschlüssel verloren hat. es ist wirklich sehr schwer und es ist auch schlimm meinen vater jetzt wieder zu sehen, der sich eigentlich ganz gut erholt hatte und nun durch den nächtlichen vorfall vor zwei tagen und die konfrontation mit g. wieder völlig aus dem gleichgewicht geworfen wurde. er steckt da wieder voll drin und mich kotzt das so an. wir haben im letzten monat angefangen das haus hier zu renovieren, sprich alle spuren von g. zu beseitigen (zig brandlöcher im holzfußboden, ekelhafte urin und kotflecken im teppich usw.) um es hier wieder schön zu machen. ich muss auch dazu sagen, dass mein vater auch trinkt, aber nullst vergleichbar mit g. ist. seitdem ich in diesem haus lebe und wirklich krasse sachen miterlebt habe, habe ich auch mal im bekanntenkreis darauf geachtet wieviel alk überall konsumiert wird und gerade im freundeskreis meines vaters wird super viel gesoffen. ich wette dort gibt es auch alkis, aber gerade weil die alle einen geregelten job nachgehen und gutes geld verdienen, fällt es eben nicht so schnell auf. die sind nicht wie g. und verstecken die flaschen draußen im garten oder verbuddeln sie.
mich ärgert das jetzt auch irgendwie total, dass wir da wieder so reingezogen werden weil wir echt unser leben weiterleben müssen, was gerade meinem dad furchtbare schwierigkeiten bereitet. nur wenn dann wieder die frau vor dir steht, wie ein monster aussieht (es ist nichts mehr von ihrer schönheit, die sie mal inne hatte, zu sehen) dann ist das schwer neutrale gefühle aufzubringen. das geht ja einfach nicht.
als ich hier einzog, hatte ich anfangs noch voll das mitleid mit ihr. ich sah sie über den teppich hier kriechen und wenn ich sie nicht sah, dann hörte ich sie. entweder polterte es im haus weil sie mal wieder hinfiel oder es "raschelte" weil sie versuchte über den teppich zu kriechen. ich weiß nicht wie oft sie mich rief, aufm boden lag, nackt, nicht mehr aufstehen konnte, das telefon in der hand hielt und von mir wollte, dass ich die nummer meines vaters wähle weil sie nicht dazu in der lage war.

anfangs hat sie sich noch mir gegenüber bemüht den schein zu wahren, aber das ging ja gar nicht, die frau war zu heftig drauf. ich arbeite viel am abend und komme dementsprechend nach hause und da war sie immer voll breit- nur konnte man sich da noch mit ihr unterhalten und sie wirkte normal. dann aber der praxisverlust und dann war nur noch exzessiv-saufen angesagt.
wenn man das so erzählt dann denkt ihr "ja, das ist ja krass alles", aber das zu hören und zu erleben ist wirklich was ganz anderes, aber das wissen ja viele von euch.
wenn wir jetzt peu a peu das haus renovieren finden wir auch manchmal noch versteckte flaschen. verstecke gab es hier überall im haus. mein dad hat mal in einer "aufräumaktion" 200-250 kleine jägermeisterflaschen hier gefunden. irgendwann ist sie aber umgestiegen auf wein, zumindest hat sie hauptsächlich wein gesoffen und keinen korn mehr. 8 flaschen wein am tag waren normal, wenn nicht mehr und das dann 10 tage durchziehen ohne was zu essen, ohne auch nur zwischendurch ein glas wasser zu trinken.
eines nachts bin ich mal nach hause gekommen und sah wie ein taxi vor der tür stand, g. vor dem taxi im bademantel. sie ging dann rein, hatte mich gar nicht bemerkt und ich zu dem taxifahrer hin, fragte was er hier mache. es stellte sich heraus, dass es sich um ihren ex-lebensgefährten handelte, den sie anrief und fragte, ob er ihr nicht ne flasche wein bringen könnte. er selbst wußte auch nicht wie schlimm es um sie stand und so hat er das gemacht. man hatte echt keine ruhige minute im haus, ständig ist irgendwas vorgefallen.
man ist morgens um 9 uhr nach unten gegangen, die haustür stand sperrangelweit offen, die küche war voller glasscherben, sie lag und saß mittendrin, man fragte was hier los sei (auch wenn man das ja gar nicht mehr fragen müsste) und sie guckt einen völlig fertig an und pinkelt erstmal vor einem los. man weiß einfach nicht was man dazu sagen soll. wie das bett von g. aussah, muss ich ja gar nicht erst erwähnen.
zuerst hat mein dad immer noch die bettwäsche gewechselt, aber später hat er auch resigniert und sie einfach drin liegen gelassen. das mag sich jetzt hart anhören, aber was soll man machen? mein vater hat immer wenn er von der arbeit kam, ihre flaschen gesucht. damit wir nachts mal durchschlafen können, hat er ihr oft fünf euro gegeben damit sie sich für die nacht alk besorgen kann und damit wir nicht gestört werden. ja, das ist alles ganz unglaublich und schockierend.

einmal kam die nachricht sie sei im krankenhaus weil sie sich nen arm gebrochen hat. sie war an der tanke, hatte aber kein geld mehr, hat dann dort geklaut, wurde erwischt, die polizei kam, sie wurde aggro und die polizei hat ihr beim handschellen anlegen den arm gebrochen. sie hatte oft kein geld mehr, mein vater musste ihr das einteilen weil sie sonst immer dafür alk gekauft hätte. wenn es immer hardcore wurde hat sie auch uns bestohlen und ist teilweise mit nem "pfennigglas" (in dem sich ein, zwei cent-stückchen befanden) los zur tanke. dieser anblick wie sie da über den glas hockte, restlos besoffen und da die cent-stücke zusammenkratzte, tat sowas von weh, das kann man sich gar nicht vorstellen. das war mal so eine toughe und tolle frau und gerade das macht es ja so hart.
wenn sie nach sechs tagen durchsaufen an die tür klopfte mit ihrer obligatorischen frage "kannst du mir mal helfen bitte" dann wußte man sie braucht wieder alk. ich habe immer nur gesagt "ja, ich helfe dir und hole einen arzt, ok?" das wollte sie nie. immer nur dass ich ihr alk besorge. und wenn man die tür dann wieder zugemacht hat, dann kam sie alle zwei sekunden wieder an und fragte dich genau das gleiche.
wenn sie irgendwo im haus lag und man an ihr vorbeigehen bzw. über sie rübersteigen wollte, dann klammerte sie sich teilweise an dir fest und bettelte dich um alk an. man kam gar nicht von der stelle so eine kraft hat sie da entwickelt.
wenn ich nachts im bett war und hörte wie ihre schlafzimmertür aufging (sie und mein vater hatten getrennte schlafgemächer) dann habe ich schon herzrasen bekommen und mir wurde übel. man wußte ja nie was als nächstes kam. ich kann einfach nur sagen, dass meine lebensqualität total abnahm weil meine gedanken ständig bei g. waren. anstatt sich mit freunden zu treffen ist man zuhause geblieben aus sorge sie könne die treppe runterstürzen oder sonst was. ich wollte aber nicht in diese co-abhängigkeit und bin irgendwie dagegen angegangen.

mein vater fuhr einmal in den urlaub für 14 tage und ließ mich mit g. allein. ich dachte, dass ich das schon hinkriege, hatte sie doch vier wochen vorher nichts getrunken. da war sie nicht trocken, das war nur ne trinkpause wie ich immer sage. mein vater war keine stunde aus dem haus, da ist sie los und hat "eingekauft". ich habe das zuerst gar nicht mitbekommen weil ich unterwegs war, aber als ich denn zuhause war, waren alle anzeichen fürs saufen gegeben: die post wurde nicht geöffnet, kein benutzter teller usw.. drei tage später stand sie vor meiner tür, nackt und wollte, dass ich nichts meinem vater sage, wieder restlos besoffen. ich war noch nie mit ihr alleine gewesen und hatte voll die panik. sechs tage habe ich das mitgemacht, dann konnte ich nicht mehr und bin zu meiner mum, zu der ich ein sehr gutes verhältnis habe. ich habe meinen vater angerufen, meinte, dass ich das nicht mehr kann hier, totale angst um mein leben hätte(weil sie ja ständig brennende zigaretten hat fallen lassen und für eine kippe eine schachtel streichhölzer zum anzünden benötigte) und jetzt zu meiner mutter ziehe für die zeit, die er nicht da ist. ich sagte ihm, dass ich nicht wie er die verantwortung übernehmen werde und keine lust habe völlig co-abhängig wie er zu werden. er verstand das sofort, hatte dann aber auch panik, denn g. alleine im haus und mitten im komasaufen geht nicht gut. es fand sich aber wieder wer der sich dann um sie kümmerte, was mich auch ein wenig ärgerte.
sie wurde ins krankenhaus gebracht und während die sich kümmernde person g.'s personalien angab, haute g. schnell ab, sprang in ein taxi, fuhr zur tanke, kaufte alk und es ging wieder ins haus. das kam oft vor. es ist alles ganz schrecklich und mir kommen auch die tränen, aber was soll man machen. ihr habt alle recht, wenn ihr sagt, man könne ihr nur helfen, wenn sie denn hilfe auch will, aber ansonsten nicht. sie wird es auf gar keinen fall packen und es ist nur eine frage der zeit bis ein anruf kommt, der aussagt, dass sie tot sei. ich wünschte, ich würde mir jetzt nicht so viele gedanken machen, es war doch die letzten monate so gut... mal gucken, was als nächstes so kommt, nun ist sie ja wieder auf freiem fuß, wenngleich auch keiner weiß wo sie steckt. ich halte euch auf dem laufenden. vielen dank für eure reaktionen ihr lieben. macht es gut und nochmals danke! liebe grüße,

astoria
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Astoria hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Astoria
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Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 23:41    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo zusammen,

nun schreibe ich wieder mitten in der nacht, aber ich kann mal wieder nicht schlafen. heute war ein sehr schlimmer tag. schon am frühen morgen traf mich eine hiobsbotschaft bis ins mark. ein alter schuldfreund von mir rief mich an und wollte die telefonnummer meiner ma haben. auf die von mir etwas verwundert gestellte frage warum, sagte er, dass seine mutter vor ein paar stunden gestorben sei. die mutter ist eine gute freundin meiner mutter und ich war sehr schockiert. sie ist knapp 50 jahre alt geworden und an einem blutgerinsel im kopf verstorben. vielleicht fragt ihr euch jetzt warum ich das erzähle und fragt euch ebenfalls, ob das hier was zu suchen hat, aber ich finde schon, denn es kamen gedanken auf, die im grunde nicht mehr schön waren...
wieso musste diese frau sterben und nicht g. , die ihr leben wie ein stück dreck wegwirft. ich finde es irgendwie ungerecht und habe gleichzeitig auch schreckliche gewissensbisse weil ich so denke. ich bin kein schlechter mensch und wünsche wirklich niemanden den tod, das auf gar keinen fall, aber ich frage mich das trotzdem.

nachdem g. heute mittag verschwunden war, hat sich die tochter erneut zur polizei begeben und wollte, dass diese g. suchen. da es sich aber "nur" (laut polizei) um einen alkoholiker handelte, wollte die polizei nichts unternehmen, also sagte die tochter g. sei extrem geistig verwirrt und schon wurde nachgeforscht.
es kam heraus, dass sie aus einer klinik entlassen wurde, in der sich unter anderem räume befinden, die nur aus kacheln, einem silo in der mitte des raumes und einer matratze bestehen. dort steckt man ganz schwierige fälle rein, die sich selbst anpischern oder vollkoten, sodass man zur reinigung des raumes nur noch mit einem großen schlauch schnell alles wegspülen kann. dort war sie und wurde dann entlassen.
laut polizei hat sie sich dann ein taxi richtung wohnung genommen. die tochter fuhr bei ihr rum, aber g. war nicht in ihrer wohnung vorzufinden. es kann aber gut sein, dass sie gerade wieder auf alkfang war.

das nächtliche auftreten g.'s vor nun vier tagen, hat meinen vater völlig aus der bahn geworfen. ich habe das schon bemerkt wie er wieder vor gedankenmacherei ganz verrückt wurde und heute ist der zusammenbruch erfolgt. ich saß oben bei mir im zimmer, las ein wenig, er kam rein und fragte mich, ob ihr im forum einen tipp habt wie man loslassen kann. (ich habe meinem dad erzählt, dass ich angefangen habe hier alles zu schildern) daraufhin fing er schrecklich an zu weinen und meinte, dass er nicht mehr könne. er muss immer an g. denken, wie sie da in ihrer wohnung liegt und krepiert. er findet das so schrecklich, hatte ja auch gute zeiten mit ihr und er habe absolut keine kraft mehr. er verspürt eine leere in sich wie noch nie, ist mutlos geworden. er sackte zusammen und lag gekrümmt auf meinem schoß, wie ein kleines baby und hat auch ebenso stark geweint. ich kann euch nicht sagen wie es ist, wenn man ein elternteil so verzweifelt sieht. ich fing dann auch noch zu heulen an und sagte ihm erstmal wie stark er doch sei, dass er g. ein paar tage zuvor nicht reingelassen habe. ich habe versucht ihm mut zu machen und auch versucht ihn aufzubauen, aber ich bin da ja im grunde gar nicht so fähig zu. ich machte den vorschlag ihn nächste woche zu einer shg zu schleppen und egal was passiert wir dahin gehen, denn ich habe keinen bock, dass er wegen g. drauf geht. mein vater hat die totale angst zu ner shg für co-abhängige zu gehen. angst vor nem seelenstriptease, aber ich sagte ihm, dass die ihm dort ja nichts böses wollen und es anfangs vielleicht nicht so leicht, dann aber immer besser werden würde.
"ich will unbedingt von ihr weg", das sagte er mir heute mehrmals und mir ist egal, was er nächste woche sagt, ich gehe da auf jeden fall mit ihm hin.
mein vater braucht auch immer einen tritt in den hintern weil er einfach unfähig ist in dieser sache zu handeln.

ich weiß nicht wie ich meine gefühle beschreiben soll. ich verspüre wut auf g. dass sie so viele menschen mit ins verderben zieht und ihr leben so wegwirft. wirkliche wut. mich kotzt das einfach nur noch an, denn alle welt macht sich gedanken um einen menschen, der überhaupt nicht gewillt ist mit dem saufen aufzuhören. ich bin emotional auch sehr betroffen, nur habe ich irgendwie (fragt mich nicht wie) eine gewisse distanz zu g. gefunden und das gott sei dank. nur sehe ich halt wie sehr mein vater leidet, sich selbst dann abends wein reinschüttet um schlafen zu können und das bringt mich einfach schon wieder zum heulen. ich möchte einfach nur noch, dass alles aufhört, denn das ist ein leid, das unvorstellbar ist.
ich denke immer, dass ich noch ganz gut reagiere und relativ standhaft bin, aber heute zum beispiel habe ich bemerkt, dass ich oft stark sein muss-gerade für meinen vater- und ich schaffe das irgendwie nicht. ich weiß, ich bin diejenige, die jetzt auch einen gewissen einfluß auf meinen dad hat und ich weiß auch, dass er mit mir zu ner shg gehen wird und gerade deswegen bleibe ich auch stark.
ich habe den ganzen alkmist von g. erst 1 1/2 jahre miterlebt, mein vater und ihre tochter jahrelang. aber was ich erlebt habe, habe ich euch schon berichtet und das langt mir. ich bin ja auch quasi im endstadium dazu gestoßen, in die krasseste phase g.'s überhaupt. es geht um leben und tod.
ich möchte einfach nur, dass mein vater wieder lebensfreude verspürt und sich endgültig geistig von g. lösen kann. er geht sonst ebenso drauf und kaputt, er ist jetzt einfach nur noch fertig. meine ma ist dazu auch fertig weil ja ihre freundin gestorben ist und ich frage mich echt in was ich da nur reingeraten bin, aber sowas kann man ja leider nicht beeinflussen.

ich hoffe so sehr, dass mein vater ein anderes bewußtsein in der shg bekommt. aber wie geschieht das? wie macht man ihm dort klar, dass er loslassen muss und vor allem so, dass er es auch tut? ich kann ihm da keine antworten geben weil ich noch in keiner shg war. ich gehe aber auf jeden fall ein paar mal mit damit er die termine auch wirklich einhält. ich verkrafte g.'s geschichte auf jeden fall besser und kann noch klar durchblicken. ich bin auch echt froh, dass ich nie gemacht habe, was g. wollte, sprich ihr alk zu besorgen. ich habe auch nie nach flaschen gesucht oder den inhalt derer weggekippt. auch wenn g. mal völlig besoffen auf mich zukam und fragte, ob ich sie zur tanke begleite oder auch alleine gehe, um ne buddel zu kaufen, ich das verneinte und sie dann mit einem fiesen unterton sagte:"ich habe dir schon so oft geholfen!" bin ich nie auf sie eingegangen. meine antwort war ganz klipp und klar:"nein, ich besorge dir keinen alk, ich habe keine lust an deinem untergang beteiligt zu sein. wenn du alk willst, hol ihn dir selbst, aber frag mich nie wieder, da beißte dir die zähne aus!" das mag sich jetzt vielleicht cool anhören, aber innerlich war mir ganz schlecht, mein herz raste, weil sie manchmal einen blick drauf hat, der durch mark und knochen geht. als wenn sie dir gleich an die gurgel springt.

im grunde habe und hatte ich auch angst vor ihr. das ist ganz schwer zu beschreiben. ich hatte keinen schiß weil sie besonders aggro war oder so, nee, das ist was anderes und ich überlege gerade, was genau das ist.
ich habe auch keine angst vor ihren forderungen, denn die schmettere ich ohne probleme ab. ich glaube mir macht diese heftige wesensänderung so ne angst. von einer agilen frau zu einem zombie. dieses rumgeschleiche nachts im haus, die damit verbundenen ekelhaften geräusche, das poltern tag und nacht...ich bin zum beispiel nachts, wenn sie dann auf war und komasaufen veranstaltet hat, nicht mehr auf toilette gegangen weil ich schiß hatte ihr zu begegnen weil sie auch so gruselig aussah. hämatome überall, aufgeschlagene nase usw..

manchmal, meist nach 8-10 tagen komasaufen, also schon im sehr, sehr kritischem zustand, stand auch ihre schlafzimmertür auf (sonst hatte sie die immer geschlossen) da sich die schlafzimmer hier alle im oberen stockwerk befinden und ich an dem ihren vorbei muss, um in meins zu gelangen, habe ich dann öfter mal gesehen, wie sie völlig fertig auf dem bett hockte, den kopf immer so zwischen den beinen und ganz merkwürdige geräusche von sich gab. das waren eigentlich mehr laute, die keiner identifizieren konnte. auf die frage meines vaters, ob sie denn stimmen höre, sagte sie ja. deswegen hatte ich wahrscheinlich angst weil der alk aus ihr auch ne psychisch völlig kranke frau gemacht hat.
ich hatte ja schon erwähnt, dass sie auch delirien hatte und eins habe ich mal mitbekommen. da kam sie alle zwei minuten in mein zimmer und fragte mich, warum es denn überall im haus so laut ticke, ob ich die bohrer hören würde, warum es draußen schneit etc..alles war natürlich nur einbildung. sie hat dann aufgrund des von ihr wahrgenommenen tickens eine uhr im ganzen haus gesucht... sie hat aber auch schon ihren bruder im haus gesehen, der da angeblich rumlief (natürlich war er gar nicht da) oder ne fee, die übers bett schwebt, einen bissigen hund unter der bettdecke etc.. einfach nur ganz schlimm.
und weil das ja lebensgefährlich ist, wollten wir sie unbedingt ins krankenhaus bringen, aber das war praktisch ein ding der unmöglichkeit. ich weiß auch gar nicht mehr wie wir das geschafft haben, es ist auch einfach zuviel passiert.

jetzt gerade hat sie schon seit einer woche nichts mehr gegessen, ist ja nur draußen und keine ahnung wo und sieht aus wie ne kloake. man kann es leider nicht anders sagen. eine woche die unterwäsche und klamotten nicht gewechselt. die hose im schritt voll mit urin und durchfall. das ist einfach nur furchtbar und wenn ich mir vorstelle, das wäre meine lebensgefährtin über jahre gewesen, dann würde ich durchdrehen.

wißt ihr zufällig, ob es sowas wie trockene alkoholiker wg's oder sowas gibt? die tochter würde das sehr begrüßen, wenn es so etwas gäbe, denn g. hat große probleme mit dem allein sein und kann einfach auch nicht alleine wohnen. auch sprach die tochter von so ner einrichtung, in der die betroffenen regelrecht den ganzen tag vorgeschrieben bekommen, was sie zu tun haben. das ganze ist ne art bauernhof und da muss man sich einbringen. alles mit betreuung. sie wollte das g. nochmal in einem ihrer klaren momente vorschlagen, aber wenn ihr mich fragt bringt das sowieso nichts. ich sehe kein gutes ende mehr und bin da absolut realistisch. sie will nicht. aber wie paolo hier schon schrieb, die hoffnung stirbt zuletzt und das gerade bei der tochter, es ist ja schließlich ihre mama. für mich ist g. leider hoffungslos. vielleicht ist das auch falsch von mir, aber ich will mir nichts vormachen und das tue ich auch nicht. mir tut es einfach nur unendlich weh wie aus einer so intelligenten und lieben frau so ein wrack werden konnte. es ist so unfassbar, ganz schlimm. ich werde jetzt mal versuchen zu schlafen, morgen wird bestimmt wieder ein anstrengender tag. in diesem sinne gute nacht euch und danke,

astoria
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Astoria hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Astoria
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 23:42    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo ihr lieben,


vaan hatte mich gefragt, ob wir die möglichkeit einer zwangseinweisung bzw. einer entmündigung schon in kauf genommen haben. ja, das haben wir und das mehr als genug. immer wenn sie komasaufen veranstaltet hat, haben wir den sozialpsychiatrischen dienst (spd) benachrichtigt, der dann auch ein paar mal vorbeigekommen ist, um sich g. anzuschauen. g. war immer restlos fertig, es ging wirklich nichts mehr und wenn wir glück hatten, wurde sie für ne woche in die klinik zwangseingewiesen, aber eben immer nur für ne woche oder weniger.
wir haben denen gesagt, dass g. überhaupt nicht mehr in der lage ist entscheidungen für sich selbst zu treffen und auch eine große gefahr für sich selbst und auch für andere (für uns im haus) wäre, da sie, wie schon mal erwähnt, kettenraucherin ist und die kippen überall im haus einfach fallen lässt. es gibt hier im haus soviele brandlöcher, das geht auf keine kuhhaut mehr. es ist ein wunder, dass das haus noch nicht abgebrannt ist. der spd meinte daraufhin, dass das kein grund für ne entmündigung (und auch kein grund für ne zwangseinweisung!) wäre, da sie nicht expilzit angekündigt hat sich umzubringen und keine waffe oder ähnliches auf sich oder andere gerichtet hat. als wir dann erneut erwähnten, dass g. aber eine gefahr für uns darstelle, bekamen wir zur antwort, dass dies einfach kein grund wäre, da wir ja schließlich aus dem haus ausziehen oder eben g. aus dem haus rauswerfen könnten. ich muss dazu sagen, dass das haus meinem dad gehört und er bestimmt nicht aus seinem eigenen haus auszieht!
auf unser drängen hin (auch mit anwalt) das aber unbedingt was gemacht werden müsse weil sie sonst stirbt, ging ein psychiologischer gutachter in die klinik, besuchte g. und sprach mit ihr mit dem ergebnis, das g. keinen gesetzlichen betreuer benötige. ich hatte ja schon erwähnt, dass g. eine hochintelligente frau war, die wenn sie nicht trinkt voll, auf zack ist und wie eine komplett normale frau wirkt. sie kann andere sehr gut täuschen und nur ein arzt meinte mal, dass er bei g. nicht nur eine starke alkoholsucht sähe, sondern auch eine schlimme psychische erkrankung. bestätigt wurde das aber nie.
es ist in deutschland unheimlich schwer einen gesetzlichen betreuer zu bekommen, was ja auch einerseits sehr gut ist, denn mit ner entmündigung darf man ja nicht mal mehr einen bonbon kaufen, weil man dann im grunde den status eines 6 jährigen inne hat, der keinerlei rechtsgeschäfte mehr abschließen darf, aber in so einem fall wie g. wäre es absolut berechtigt.

g. war die letzten monate in einer klinik, hat an diversen gruppentherapien und anderen intensiven therapien teilgenommen und hat die zeit über auch nichts getrunken. sie hat also klare momente gehabt, aber sobald sie auch nur einen tag auf freien fuß ist und entlassen wird, ist ihr erster gang in den supermarkt alk kaufen. sie sieht, dass sie ein heftiges problem hat, das schon, aber wenn man sie zum beispiel darauf anspricht, ob sie denn jetzt trocken sei, dann dreht sie sich einfach um und geht. sie macht vollkommen zu und man hat da auch keinerlei chancen an sie ranzukommen.
mein dad hat- so pervers es sich jetzt auch anhört- einige fotos von ihr geschossen, wenn sie restlos dicht und nackig irgendwo lag, um ihr die dann mal in einem klaren moment zu zeigen. schocktherapie oder was weiß ich, aber g. sah diese fotos nur und ist dann sofort wieder los, um sich alk zu kaufen. also gleich wieder auf den schock saufen, bloß vergessen.
ich habe das gefühl, dass sie überhaupt nicht therapierbar ist, denn dafür müsste sie sich etwas öffnen und das macht sie einfach nicht. sie gibt sogar meinem dad die schuld, dass sie so stark abhängig ist, was ihn natürlich total mitnimmt. er hat ein so schlechtes gewissen, denn er sagte mal zu mir, dass sie ne zeitlang- wo noch überhaupt nicht absehbar war, dass sie abhängig ist- beide immer ne flasche wein abends mit nach hause brachten und diese dann auch getrunken wurden. irgendwann brachte jeder zwei flaschen wein mit, die dann auch gesoffen wurden. aber mein vater merkte irgendwann, dass das zu heftig ist und er das nicht mehr will. also hat er damit aufgehört, g. aber nicht. somit macht er sich furchtbare vorwürfe weil er denkt, dass er mitschuldig ist, denn schließlich hat er ja mit ihr mitgesoffen.

spanijoggel fragte, ob unser hausarzt da nichts machen könne, aber der macht wirklich gar nichts. im äußersten notfall hat er sie einmal eingewiesen, aber auch nur weil sie sich da die unterarme aufgeritzt hatte. und der spd kommt auch schon gar nicht mehr, wenn man sie anruft, weil die keine hoffnung mehr für g. sehen. das war original ihre antwort.

g.weiß bescheid über ihr elend und auch wie sehr sie abgerutscht ist. als sie einmal wieder 4,8 promille intus hatte, in die klinik kam, weil nichts mehr ging, sie dort aber nach zwei stunden entlassen wurde weil sie anfing zu randalieren und zu brüllen, kam sie nach hause getorkelt. mein vater hatte sie nach oben in ihr schlafzimmer gebracht, saß dann wieder unten im wohnzimmer und hörte nach einiger zeit ein "klicken". er ging nachgucken, g. stand vorm waffenschrank (mein vater ist jäger) und versuchte die kombi einzutippen. auf die frage meines dads, was sie denn da mache und ob sie an die waffen wolle, sagte sie lallend "ja, will mich totschießen". daraufhin hat mein dad sofort die kombi geändert, sodass sie nicht mehr rankam. mir hat das einen totalen schock versetzt, denn bei g. weiß man nie, was als nächstes kommt. gott sei dank war sie zu breit, um die kombi richtig einzutippen oder eben doch nicht gott sei dank? ich weiß manchmal nicht, ob es nicht besser ist, wenn sie endlich stirbt, weils echt ne erlösung wäre, aber die gedanken darf man ja eigentlich gar nicht aussprechen weil sie so furchtbar sind. ich tue es trotzdem weil ich sie habe und wissen möchte, ob solche gedanken normal sind oder einfach nur pervers. ich mag g. sehr, aber eben nur wenn sie sie ist und nicht als alkmonster. leider gibt es "sie" schon lange nicht mehr, glaube ich. ich habe keine ahnung, aber mir kommt es so vor.

vorletzte woche rief ein mann aus holland an, der g. aus einer therapie kannte. sie war mal drei monate in oberberg, einer institution extra für ärzte, die alkoholiker sind und da war dieser mensch auch. er erzählte meinem dad, dass g. ihm 6-8 mal angerufen habe, restlos fertig und ihm sagte, dass sie sich jetzt umbringt, tabletten schmeißt. der mann war vollkommen fertig mit den nerven, wußte gar nicht wie ihm geschah, denn er hatte jahre nichts von g. gehört, konnte sich aber noch erinnern und hatte auch unsere telefonnnumer. aus lauter verzweiflung rief er nun meinen dad an und schilderte ihm das. sie wollte, dass er zu ihr käme und ihr helfe, aber er kann ja nicht in einer halben stunde aus holland nach deutschland kommen und rief somit die polizei, die auch bei g. vorbeifuhr, sie aber nicht mitnahm. erst stunden später riefen nachbarn erneut die polizei, weil sie überall klingelte, und um alk bettelte. dann wurde ein krankenwagen gerufen und sie kam wieder für ein paar tage in die klinik.

desöfteren kamen hier auch noch anrufe von den guttemplern, die sich sorgen um g. machten, weil sie nicht zur shg erschienen war. einmal war eine frau dabei, die sowas von breit war- ich konnte sie kaum am telefon verstehen- und wollte g. sprechen. ich sagte ihr, dass g. hier nicht mehr wohne und in der klinik sei. "wieso? ihr ging es doch so gut und sie hatte doch in der klinik alles im griff" erwiderte sie. da sieht man mal wie sehr g. andere täuschen kann. sie hat tausendmal irgendwelche sachen gefragt, aber nichts kapiert aufgrund ihres besoffenen zustandes. ich habe innerlich wut bekommen und wurde total unfreundlich bis sie dann auflegte.

ich weiß auch nicht mehr, was man noch machen kann. einerseits will man sie nicht verrecken lassen (das ist genau der richtige ausdruck), aber andererseits können wir nichts machen. hilfe!!! was kann man noch tun jetzt. habt ihr vielleicht tipps bezüglich eines gesetzlichen betreuers? gesetzeslücken oder sonst was? kennt ihr irgendwelche institutionen für solche harten fälle? verzweiflung macht sich breit und ich hoffe auf reaktionen... bis dahin alles liebe für euch,

astoria
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Astoria hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 226
Alter: 42
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 12:58    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Astoria,

erstmal willkommen hier in der "Kinderstube", gut, dass Du hergefunden hast.!!

Sorry, dass Du so lange keine Antworten bekommen hast, aber ich denke, Deine Schilderungen mussten wir alle erstmal verdauen, Nicht nur, weil es für den Aussenstehenden fast wie SciFi klingt sondern auch (bei mir zumindest) weil es mich doch sehr an meine Mutter erinnert (kein Sinn mehr für Ordnung und Reinlichkeit (um die Worte vollp... und vollsch.. mal zu "umschreiben"), Delirien, Leuten den Alk aus'm keller klauen, nicht ins Khs wollen bzw sich dort selbst wieder entlassen, das volle programm halt)!!!
Wie hat Dein Dad das bloss so lange ausgehalten?? Weinen

Eines musst du mir noch kurz erklären: Deine Beiträge sind alle am gleichen tag und innerhalb weniger minuten hier eingestellt. Hast du sie aus einem anderen Bereich hier hineinkopiert??

So traurig und erstmal niederschmetternd es auch klingen mag (und das hat Du sicher hier auch schon mehrfach gelesen): IHR könnt g. nicht helfen!!! Wenn ich mir Deine Schilderungen so durchlese würd ich sogar noch einen Schritt weiter gehen: IHR DÜRFT IHR NICHT HELFEN!!
Denn wenn Ihr's versuchen würdet, dann würdet ihr Euch nur noch tiefer mit hinein ziehen lassen, Euch immer wieder Hoffnung machen, dass es nun endlich vorbei sien könnte usw. Daran würdet Ihr zerbrechen, Du und ganz besonders Dein Dad. Geht bitte so schnell es geht zu einer Suchtberatung (Dein Dad scheint mir da auch gefährdet, ich sage nur Wein zum schlafen) und schlepp ihn auf jeden Fall zur Shg.
IHR KÖNNT NUR ETWAS FÜR EUCH SELBST TUN, der Alki kann sich nur selber helfen. Und es ist in Deutschland nicht verboten, sich totzusaufen..!!

Was Betreuung usw angeht:
erstens: Wir dürfen hier keine Rechtsauskünfte geben.
Zweitens: Der SPD war schon bei ihr, sieht aber keine Möglichkeiten, damit ist der Fall erledigt, mehr konnten sie und könnt Ihr nicht machen.

Wie gut ist denn das verhältnis zw Euch und der Tochter von g. ?? Könnt Ihr Euch nicht zusammentun?? Nicht, um g. zu helfen sondern, um Euch zu helfen.
Könnt Ihr nicht Deinen Dad schnappen und einfach mal einige Zeit wegfahren, damit Ihr erstmal aus der Schusslinie seid?? Ich meine, solange g. auf "freiem Fuss" ist besteht ja die Gefahr, dass sie bei Euch Randale macht, oder??

Ich find's übrigens gut, dass Du mit ihm zur Shg willst (unbedingt machen!!) und auch, dass Ihr die Wohnung peu a peu "g." frei macht. Ich denke, wenn man nicht mehr tagtäglich auf die Hinterlassenschaften (im wahrsten Sinne) von g. schauen muss, dann verblasst es vielleicht auch irgendwann.

Also, wie gesagt, Ihr könnt nur für Euch was tun, für g. leider nicht. Versucht, Euch (auch gedanklich) frei zu machen von ihr.

Alles Gute, ganz viel Kraft und bis bald

Der Insulaner
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Insulaner hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Astoria
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 17:10    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo insulaner,

um zuerst deine frage bezüglich der texte zu beantworten. ja, ich habe die texte kopiert. ich hatte beim vorstellungsgespräch schon viel geschrieben, da ich nicht so auf die freischaltung warten konnte weil mir diese dinge auf der seele brannten. ich weiß, ist viel lesestoff auf einmal, aber ich hoffe es wird nicht zu langweilig Winken verzeih der ironie Winken

mein vater und ich haben kontakt zu der tochter. es ist auch ein herzliches verhältnis, aber ich würde sagen, dass meine person sie nicht oft hört oder spricht. ich erfahre die news meistens von meinem dad, der dann mit der tochter telefoniert hat. im großen und ganzen halten wir auch zusammen, nur darf man ja nicht vergessen, dass es immer noch ihre mutter ist. nach dem auszug g.'s hatte sich die tochter weniger bei uns gemeldet, was ich persönlich auch gut verstehen kann. ich würde sagen, dass sie am besten mit der "sache" umgehen kann. sie ist auch diejenige, die sagt: "top oder flop", entweder kriegt sie die kurve oder sie stirbt eben. natürlich ist sie auch fertig, gar keine frage. sie macht seit jahren ne therapie und die erfolge sind absolut sichtbar, aber das macht natürlich nicht frei von schlimmen gefühlen, wenn sie ihre mutter so kaputt sieht oder hört, dass noch ein weiterer schritt nach unten gegeben wurde: das betteln vorm supermarkt. das tut ihr verdammt weh, wie uns allen.

wegfahren können wir leider nicht, da wir ja auch arbeiten.

g. war jetzt nicht nochmal hier, was auch sehr gut ist, aber du hast recht insulaner, vom ding her könnte sie hier jederzeit wieder auftauchen. man weiß es nicht. ich hoffe es nicht, denn der nächtliche besuch letzte woche hat alle vollkommen aus der bahn geworfen. das ist es ja auch: wir hören monate nichts, bzw. sehen sie nicht (ab und zu von der tochter dann doch was gehört) und dann zack steht sie des nachts völlig trunken vor der tür und will ins haus.
für mich trifft der ausdruck "aus den augen, aus dem sinn" vollkommen zu. nicht, dass ich nicht an g. in den letzten monaten gedachte habe, das schon, aber durch das nicht-sehen gings der seele definitiv besser. jetzt wurde halt sehr viel wieder aufgerissen und das kotzt mich ja so an. entschuldige die wortwahl, aber es ist einfach so.

ich finde es total traurig, dass der staat bei so einem fall nicht eingreift. ich meine wesentlich schlimmer kanns doch gar nicht mehr werden. nur kann g. die menschen echt gut täuschen, was ihre psychische verfassung angeht. ich glaube aber, dass dem auch nicht mehr sooo ist, denn der alk hat meines erachtens schon super viel vom hirn zerstört.

als ich noch nicht hier im hause wohnte und g. geburtstag hatte, ich anrief, um zu gratulieren und wir dann in etwa ne woche später wieder telefonierten, fragte sie mich, ob wir überhaupt an ihrem geburtstag gesprochen hätten...
als ich dann hier wohnte, hat sie mir dinge teilweise viermal erzählt, weil sie einfach nicht mehr wußte, dass sie sie mir erzählt hatte. echt ganz schön traurig...

insulaner- ich danke dir für deine anteilnahme. du kannst das ja nachvollziehen wie man sich fühlt- einfach nur beschi***n. es heißt jetzt wieder nach vorne blicken und das positive denken nicht verlieren. wenn es neuigkeiten gibt oder es auf der seele brennt, melde ich mich wieder. bis dahin alles liebe,

astoria
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Astoria hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Jamie72
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 12.12.2007
Beiträge: 331
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 09.04.2008, 21:42    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Astoria

Einiges von dem,w as du beschreibst, kenne ich leider nur zu gut von meiner Stiefmutter. Von daher kann ich dich wirklich gut verstehen.

Grundsätzlich kann ich mich Insulaner anschliessen: ihr könnt g. nicht helfen, aber euch selber! Nehmt die Hilfsangebote war (hier schreiben ist ja schon einmal ne gute Sache), redet und schaut fpür euch! Taucht g. nochmals in der Nacht auf und randaliert - Meldung an die Polizei, anders geht das nicht! Ich habe grad vor 2 Wochen meine Stiefmutter bei der POlizei gemeldet - sie hat zwr danach getobt, aber es hat sie auch geschockt und war mit ein Grund, dass sie jetzt endlich mit ihrer Ärztin gerdetet hat. Auch wenn es böse klingt, aber erst einmal müsst ihr euch vor ihr schützen, sonst geht ihr in dem Tornado wirklich mit unter!

Liebe Grüsse und ganz viel Kraft
Jamie
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Jamie72 hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben
Astoria
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 16.04.2008, 21:20    Titel: Re: schlimmes ende... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo zusammen,

wollte nur kurz sagen, dass keiner mehr was seit etwa zehn tagen von g. gehört hat. vorherige woche hat erneut die vermieterin g.`s die tochter angerufen und g. eine abmahnung erteilt, da es nachts immer poltert und die flaschen mittlerweile im treppenhus stehen...

die tochter hat angst nach ihrer mutter zu gucken, da die vermutung, sie läge schon tot in ihrer bude, nicht so abwegig ist. mein dad lasse ich da auf gar keinen fall hin, zumal er auch die adresse nicht wirklich weiß. (ich kenne die straße, aber nicht die hausnummer)
ich werde mich also morgen mal mit meiner mum auf die lauer legen und gucken, ob ich sie sehe. da klingeln werde ich auf gar keinen fall, aber halt mal gucken, ob man sie beim alkfang sieht. dann weiß man wenigstens, ob die tragödie endlich vorbei ist oder sie noch lebt- auch wenn sich das hart anhört. wollte euch das nur kurz berichten Smilie . alles liebe,

astoria
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Astoria hat zum Thema: Re: schlimmes ende... geschrieben

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