Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 24
Wer ist dieser Mensch?   •    Vater an Leberkrebs gestorben / Mutter jetzt wahrs. Korsakow  
Autor Nachricht
Libertine
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.04.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 03.04.2008, 21:35    Titel: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich bin 19 Jahre alt und wohne nicht mehr zu Hause, da ich studiere. Neben meinem leiblichen Bruder (1Cool habe ich noch einen kleinen Pflegebruder (12), mit dem es nicht immer leicht ist.

Doch mein eigentliches Problem ist mein Vater (47). Er trinkt offensichtlich schon seit vielen Jahren, jedoch habe ich es erst in letzter Zeit wirklich mitbekommen. Jeden Abend trinkt er (geschätzte) 2-4 Bier, gelegentlich genehmigt er sich - laut meiner Mutter - auch einen Schluck Melissengeist, da wir keine Spirituosen zu Hause haben.
Aufgrund 2er Vorfälle in den letzten Wochen (totaler Absturz, er war so betrunken, dass er im Bad stürzte und die Dusche zerstörte, 2 Mal innerhalb weniger Wochen) und natürlich der letzten paar Jahre ist meine Mutter nun total angeekelt von ihm und hat jegliche Achtung vor ihm verloren.
Da meine Eltern momentan eh eine Krise haben (wegen anderer Sachen), ist nun natürlich alles noch schlimmer geworden.
Meine Mutter sagte heute zu mir, dass sie nur noch mit ihm zusammenbleibt, da wir sonst alle viel weniger Geld zur Verfügung hätten und sie mein bzw. in einem Jahr das Studium meines Bruders nicht finanzieren können, ohne Bausparverträge aufzulösen.
Sie ist aber todunglücklich mit der jetzigen Situation.

Ich denke, bei einer Scheidung ginge es meiner Mutter viel besser, gleichzeitig befürchte ich, dass mein Vater dann total abstürzt.

Gibt es irgendetwas, das man hier tun kann? Ich werde auf jeden Fall mit meiner Mutter sprechen, weshalb sie nicht mit ihm über eine Therapie spricht, jedoch glaube ich, dass er sein Problem nicht erkennt und es herabspielen würde.
Zudem überlege ich, ob ich meinem Vater evlt sagen (oder schreiben) soll, dass ich genau weiß, was mit ihm los ist (er geht davon aus, dass wir nichts wissen) und dass sich etwas ändern muss, damit unsere Familie nicht zerbricht...
Denn mein Vater möchte sich nicht scheiden lassen, das ist ziemlich sicher, aber wenn es so weiter geht, wird es wohl darauf hinauslaufen.

Ich komme einfach nicht damit klar, dass unsere Familie deshalb kaputtgehen soll, ich kann ihm auch nicht mehr in die Augen sehen, denn auch ich habe so ziemlich jegliche Achtung vor ihm verloren.

Meine Mutter ist heute weggefahren, damit sie ihn nicht sehen muss - er hat morgen frei und sie hat schon Angst, denn sie möchte so wenig wie möglich mit ihm zu tun haben.

Ich weiß nicht, was ich mir hier erwarte, aber ich bin dankbar für jeden Beitrag.

Liebe Grüße
Nach oben
Libertine hat zum Thema: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben
summerdream
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.02.2007
Beiträge: 6712

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 03:09    Titel: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo libertine

Zitat:
Ich komme einfach nicht damit klar, dass unsere Familie deshalb kaputtgehen soll, ich kann ihm auch nicht mehr in die Augen sehen, denn auch ich habe so ziemlich jegliche Achtung vor ihm verloren.

das glaub ich dir, auch ich kann meine mutter nicht mehr ernst nehmen - wenn sie betrunken ist hat es eh keinen sinn. und auch meine brüder (ganz besonders mein größerer) sehen sie absolut net als autoritätsperson.

dein vater ist schwer krank, aber aus dieser krankheit kann nur er herausfinden. wenn du mit ihm offen reden willst, dann tu das, ich sag mal schlimmer kann es nicht werden bzw. nicht wegen dem gespräch. ob du deinen vater mit worten erreichst, das kann ich dir nicht versprechen, aber dann hast du es auf jeden fall probiert. nicht für ihn, sondern für dich!
achja, rede mit ihm wenn er nüchtern is und probier in der "ich-form" zu bleiben, also was du dir für sorgen machst, wie es dir dabei geht etc. - wenn möglich ohne vorwürfe (ich weiß das des net so einfach is Verlegen )
bei nem brief gilt dasselbe, ich hab meiner mutter auch scho mal nen brief geschrieben und auch wenn sie dennoch weitertrinkt, mir hat das schreiben gut getan...

Zitat:
Ich denke, bei einer Scheidung ginge es meiner Mutter viel besser, gleichzeitig befürchte ich, dass mein Vater dann total abstürzt.

das erste glaube ich auch, das zweite liegt nicht in deiner hand. deine eltern sind erwachsen und können für sich selbst sorgen, es ist nicht deine aufgabe dich als kind darum zu kümmern.
ich hab scho oft gelesen (auch hier im forum heißt es so) das ein alkoholiker seinen persönlichen tiefpunkt braucht, um aufhören zu wollen und sich hilfe zu suchen - ich denke da is was dran. nur sieht der persönliche tiefpunkt bei jedem anders aus, vielleicht ist es bei deinem vater die scheidung, vielleicht kommt er aber auch erst später oder nie - das sieht bei jedem anders aus.

du hast viel von deinen eltern geschrieben, von dir wenig... wie geht es dir überhaupt? wie oft siehst du deine eltern denn noch? hast du jemanden mit dem du drüber sprechen kannst, freunde oder so?

liebe grüße
Nach oben
summerdream hat zum Thema: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben
Libertine
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.04.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 15:03    Titel: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für deine Antwort.

Mir geht es dabei natürlich schlecht, v.a. weil ich nicht wusste, dass meine Mutter so krass darüber denkt.
Aber eine Trennung kommt für meine Eltern nicht in Frage, meine Mutter sagte mir einmal, dass sie und mein Vater beste Freunde wären, aber eben kein Paar mehr, und eben noch zusammen wohnen (wegen der Kinder).
Ich werde sie mal fragen, was sie von getrennten Schlafzimmern hält, Platz dazu hätten wir und ich denke, dann müsste sie sich nicht jeden Abend ekeln, wenn er ins Bett geht.

Mein Vater ist auch nicht jeden Tag BEtrunken, er trinkt eben abends einige Bier, aber die merkt man ihm dann nicht an. Das macht er schon, seit ich denken kann, also sicherlich 15 Jahre - wenn nicht länger.
Richtig betrunken habe ICH ihn erst diese beiden Male erlebt, als er die Dusche demoliert hat, daher bin ich auch erst jetzt darauf aufmerksam geworden.
Im Urlaub (mehrmals im Jahr über mehrere Tage bzw Wochen) hat er ja auch nie etwas getrunken, wir sind nie in Bars o.ä. gegangen, waren immer im Hotelzimmer und auch im Koffer hat er sicherlich nichts mitgenommen, da meine Mutter und er den gleichen Koffer benutzen.
Deshalb denke ich, vielleicht ist es bei ihm noch nicht so schlimm? Und wenn es über so viele Jahre konstant blieb, vielleicht kann er ja damit einfach weiterleben?
Keine Ahnung, vermutlich ist das naiv, aber es ist ja nicht so, dass es immer schlimmer wird, es ist seit mind. 15 Jahren gleichgeblieben und er geht arbeiten, die Familie hat mehr oder weniger funktioniert....
Nach oben
Libertine hat zum Thema: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 226
Alter: 42
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 16:07    Titel: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Libertine,

Erstmal willkommen hier auch von mir, gut, dass Du den Weg gefunden hast.!!

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es geht nicht darum, ob Dein Vater Alkoholiker ist oder nicht, es geht darum, dass sein Alkoholkonsum jemanden stört, nämlich Deine Mutter, und Dich natürlich auch. Und es steht jedem jederzeit zu, dies auch zu äussern. Für Dich wäre da ein Gespräch mit Deinem NÜCHTERNEN Vater sicher eine gute Möglichkeit. Sollte das nicht möglich sein oder es Dir zu unangenehm sein geht sicherlich der Brief auch.
Versuche auch zu erreichen, dass Deine Mutter mit ihm darüber spricht (sofern nicht schon passiert).
Schlussendlich halte ich aber die Aussage Deiner Mutter, dass sie nur noch nicht die Konsequenzen gezogen hat, weil Ihr dann weniger Geld zur Verfügung hättet, für'ne faule Ausrede. Wenn man nicht will findet man immer eine Begründung, warum's jetzt grad nicht geht. Wenn man etwas wirklich will, findet man immer eine Möglichkeit, wie's trotzdem geht.
Kann Dein Mutter nicht für eine Weile zu Dir oder zu anderen verwandten?? Sie müssen sich ja nicht sofort scheiden lassen, aber es macht sicherlich Sinn, Deinem Vater mal vor Augen zu führen, was passiert, wenn er der Meinung ist, weiter trinken zu müssen/wollen.
Wenn er wirklich kein Alki ist, dann wird er's einsehen und sich ändern, obwohl ich das bezweifele. Du hast ja erzählt, dass er in den letzten Wochen bereits zwei Totalabstürze hingelegt hat, das macht nicht viel Hoffnung.
Machen kannst du leider gar nichts, jeder ist für sich selbst verantwortlich, selbst für das, was ihm nicht guttut.
Aber für Dich kannst Du etwas tun. Grenze Dich ab, stelle klar, dass Du nicht bereit bist, so weiter zu leben. Du wohnst nicht mehr zu Hause, das erleichtert die Sache. Aber lass Dich nicht erpressen im Sinne von "Wenn Du mich nicht besuchen kommst dann gibt's kein geld mehr".
Ich glaube bei Dir bereits Anzeichen für eine Co Abhängigkeit festzustellen. In Deinem letzten Beitrag relativierst Du bereits wieder den Alkkonsum Deines Vaters, das ist typisch für Co's. Versuche, Dich nicht weiter hineinziehen zu lassen. Die Alk Menge ist nicht entscheidend, vielmehr ist es die Regelmässigkeit und der sich schleichend einstellende Kontrollverlust, was eine Alkoholsucht ausmacht. Auch sog Trinkpausen sind typisch für Alkis.

Und wie gesagt, es ist nicht wichtig, ob Dein Vater ein Alki ist oder nicht, wichtig ist, dass es Euch stört, dass er Alk trinkt, und dass Deine Mutter einfach nicht mehr so'n stinkendes schwitzendes schnarchendes etwas in ihrem Bett haben möchte. Und das ist verdammt nochmal ihr gutes Recht.

Ich hoffe, Dir hilft das ein bißchen

Alles gute und bis bald

Der Insulaner
Nach oben
Insulaner hat zum Thema: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben
Libertine
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 03.04.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 08.04.2008, 18:37    Titel: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Das Problem ist weniger, dass ich nicht damit klarkomme, denn ich bin ja höchstens 2 Wochenenden im Monat zu Hause und außerdem habe ich ihn, wie gesagt, auch erst in den letzten Wochen zum 1. Mal betrunken erlebt.
Ich mache mir Sorgen um meine Mutter, neulich, als sie einfach irgendwo hingefahren ist, hatte ich Angst, dass sie entweder nicht mehr zurückkommt oder irgendwo gegen einen Baum fährt.
Allerdings weiß ich nicht, ob es ihr wirklich so schlecht geht, denn meine Mum ist normalerweise nicht das, was mein ein verschüchtertes Hausmütterchen oder so nennen würde, sie hat auch zu Hause "die Hosen an". Sie lässt sich nichts gefallen und ist wirklich nicht auf den Kopf gefallen, deshalb denke ich langsam, dass es gar nicht so schlimm für sie ist, wie ich den Eindruck hatte.
Und mein Vater ist, wenn ich ihn sehen, immer nüchtern - er fängt meist so gegen 20 oder 21 Uhr an, sich ein Bier einzuschenken.
Ich weiß aber nicht, wie ich das Gespräch überhaupt anfangen soll, ich trau mich das einfach nicht.
Und wenn dann möchte ich vorher mit meiner Mutter reden, aber selbst das fällt mir sehr schwer...
Wenn ich wüsste, dass sie zB mit getrennten Schlafzimmern gut leben kann, dann ginge es auch mir wieder gut, denn langsam (nachdem ich einiges hier gelesen habe) denke ich, dass mein Vater selber schuld ist und ich mache mir auch um ihm keine Sorgen mehr, sondern nur um meine Mutter, denn sie ist die einzige, die wirklich unter der Situation leidet - mir geht es nur schlecht, weil ich weiß, dass sie unglücklich ist (oder zumindest hatte ich den Eindruck).
Mit dem Alkoholkonsum meines Vaters habe ich (und auch meine Geschwister) kein direktes Problem, da sie uns ja nicht wirklich betrifft.
Nach oben
Libertine hat zum Thema: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben
Insulaner
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.02.2008
Beiträge: 226
Alter: 42
Wohnort: Falkensee

BeitragVerfasst am: 09.04.2008, 11:20    Titel: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Libertine,

Tja, da wirst Du um das Gespräch mit Deiner Mutter nicht drumrum kommen. "Wasch mich aber mach mich nicht nass" gibt's leider nicht.
Aber ein Tip noch, versuche, das Gespräch vorzubereiten, indem Du Dir z.B. die Dinge notierst, die Du mit ihr besprechen willst. Und überfalle sie nicht, sondern kündige an, dass Du mit ihr reden willst und zwar über das Thema ..... und mache mit ihr einen Termin aus. Vielleicht wendest Du Dich vorher auch mal an eine Suchtberatungsstelle (ja, die helfen auch Angehörigen), evtl macht es auch Sinn (ich weiss nicht, wie Deine Mutter reagiert), einen Moderator bei dem Gespräch dabeizuhaben. Allerdings müsst Ihr Euch auf den Moderator einigen, wenn Du ihn Deiner Mutter aufzwingst ist's für'n A..!!
Die Suchtberatung könntest Du auch gemeinsam mit Deiner Mutter aufsuchen (vielleicht als Schritt 2 nach dem ersten Gespräch zw Dir und Deiner Mutter).

Und denke immer dran, wenn Dein Vater die Konsequenzen seines Saufens nicht tragen muss wird er auch nicht aufhören, wozu auch, ist doch alles in Ordnung..!! Traurig

Alles Gute und bis bald

Der Insulaner
Nach oben
Insulaner hat zum Thema: Re: Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Mein Mann - der Trinker aktuelle Nachrichten vom Alkoholismus und der Alkoholkrankheit

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Trocken
Trocken
Umgang mit Abhängigen
Umgang mit Abhängigen
Jugendliche
Jugendliche
Frei von Angst
Frei von Angst
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de