| ... möchte mich auch hier vorstellen • Es geht um meinen besten Freund..... |
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 29.03.2008, 12:57 Titel: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo zusammen,
seit Mitte der Woche bin ich dabei mir ein Leben ohne Alkohol aufzubauen. Es ist nicht der erste Anlauf aber ich will nicht einfach nur ein Saufpause einlegen, sondern dauerhaft ohne Alkohol leben. Daher nehme ich auch alles an Hilfe in Anspruch, was ich bekommen kann. Was ich vorher eigentlich nie getan habe oder nur sehr begerenzt getan habe.
Was ich fragen wollte : Ich habe früher immer viel Sport gemacht und möchte dieses Hobby nun auch wieder regelmäßig betreiben. Klar werd ich erstmal wieder klein anfangen aber was meint Ihr : wieviel Zeit braucht der Körper, um sich zu erholen. Damit ich ihn durch den Sport nicht unötig zusätzlich Belaste, wegen der Entgiftung? Bin den dritten Tag nüchtern.
Oder wäre es sinnvoll vorher nochmal kurz beim Arzt vorbeizuschauen?
Wie geht Ihr mit Situationen um, in denen Ihr früher immer was getrunken habt? Z.B. mit Geburstagen etc. ,weil das doch Situationen sind in welchen man ja immer Alkohol angeboten bekommt. Gerade wenn man als trinkfest bekannt ist. Nicht hingehen?
Wenn wer sonst noch einen Tip für mich hat, ich bin über alles dankbar.
Hier ein Beitrag aus dem Vorstellungsbereich | Code: | | http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic11084.html |
Vielen Dank
Erdlind |
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| Erdling hat zum Thema: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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ontas Gast
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Verfasst am: 29.03.2008, 13:35 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo Erdling,
erst einmal möchte ich Dir schreiben, dass es eine gute Entscheidung ist, nicht nur eine Saufpause einzulegen, sondern dauerhaft abstinent zu sein!
Nun zu Deinen Fragen:
Es ist absolut nicht empfehlenswert, alleine zu Hause zu entgiften. Natürlich solltest Du einen Arzt aufsuchen, nicht nur wegen der Frage nach dem Sport, sondern erst einmal wegen der Entgiftung. Die dauert übrigends etwa 10 Tage. Alleine zu Hause zu entgiften ist sehr gefährlich, damit kannst Du Dich in Lebensgefahr begeben!
Sich ein bisschen zu bewegen, kann garantiert nichts schaden. Ausgedehnte Spaziergänge, vielleicht auch mit einem zügigen Schritt kann auch schon recht ausgleichend auf die Gefühlswelt wirken, denke ich mir. Also so kenne ich es von mir jedenfalls.
Gefahrensituationen würde ich erst einmal aus dem Wege gehen, je nach dem, wie die Freunde so drauf sind. Für mich war es sehr wichtig, zu sagen, was mit mir los ist. Ich habe mich vom ersten Tage der Abstinenz an geoutet, das war sehr hilfreich. Wenn es Leute sind auf solchen Anlässen, die einem dann trotzdem etwas anbieten, würde ich mir wirklich überlegen, nicht hinzugehen. Man muss sich ja nicht in Gefahr begegen, die unnötig ist.
Meine Meinung:
Mir kommt Dein Beitrag irgendwie seltsam vor. Ich weiß nicht, ob ich mich da irre, aber kann es sein, dass Du das alles etwas auf die leichte Schulter nimmst?
Liebe Grüße
Mone |
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| ontas hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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Schiene neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2007 Beiträge: 21 Alter: 28 Wohnort: Ostsachsen
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Verfasst am: 29.03.2008, 14:26 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hi,
zum Thema Sport kann ich dir empfehlen, dich während des Entzuges zu bewegen. Wie viel Du dabei machst, ob nur etwas Gymnastik oder draußen z.B. joggst, da musst Du wohl auf Deinen Körper hören, ob Du dir das zutrauen würdest. Ich bin letztes jahr einmal auf Entzug 40 km mit dem Fahrrad gefahren. Während der Bewegung ist das Zittern einfach stark reduziert und ich hatte mich besser unter Kontrolle. Zu empfehlen ist das aber sicherlich weniger, besser kleine Schritte.
Kalten Entzug habe ich immer zu Hause gemacht, während der Therapie aber gesehen, was das bewirken kann. Da gab es einige Fälle, die hatten Krampfanfälle davon bekommen. Die sehen ähnlich aus wie epileptische Anfälle. Und das nach z.T. einigen Tagen der Abstinenz! Einer fuhr z.B. mit dem Rade, bekam einen Krampfanfall, stürzte und danach war er weitest gehend gelähmt. Er konnte sich am Ende der Therapie wieder relativ gut bewegen, aber ohne seinen Rolli ging kaum etwas. Also besser trinken und sich so in die Entgiftung einweisen lassen. Bei mir haben die häufigen kalten Entzüge aber zum Glück kaum Spuren hinterlassen, bei Aufregung ein leichtes Zittern und Verkrampfen wie beim Entzug, das war's.
Und dann kann ich Dir nur eine Langzeittherapie empfehlen. Diese dauert zwar 12-16 Monate, aber die zeit ist gut investiert. Zuvor habe ich öfters versucht, abstinent zu leben, aber spätestens nach 2-3 Wochen ging es nicht mehr. Und eine Woche darauf war ich dann wieder beim Vodka angelangt. Es hat in der Langzeittherapie etwa 3 Monate gedauert, bis ich mir eine Abstinenz vorstellen konnte. 1 Monat war dann Festigung. 2-3 Monate dürfte wohl auch die Zeit sein, wie die Nerven brauchen, sich wieder auf die veränderte körperchemische Situation einzustellen, d.h. von der Überreaktion im negativen Sinne wieder einen Normalwert zu bekommen. Tagesklinik und Suchtberater allein konnten nicht viel ausrichten, aber seit der Therapie habe ich es wohl geschafft.
Gruß Schiene |
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| Schiene hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 29.03.2008, 15:11 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo
danke für eure Antworten.
Auf die leichte Schluter nehme ich das ganze sicher nicht. Auch wenn es sich vielleicht so ließt aber über den ernst der Lage bin ich mir bewusst.
Eigentlich hatte ich die Hoffnung mein Leben mit einer intensiven abulanten Behandlung wieder in den Griff zu bekommen. Sprich ambulate Therapie und mehrmals SHG pro Woche.
Weil so intensiv wie jetzt habe ich noch nie hilfe von außen angenommen. Ich möchte auch gerne mein Studium abschließen, das könnet ich in einem Jahr schaffen und dann endlich Geld verdienen. Das ist mein Ziel was ich vor Augen habe.
Wenn ich nun eine Terapie über einige Monate mache, verliehre ich wieder min ein oder zwei Semester.
Vielleicht ist das zu naiv gedacht von mir aber ich will es schaffen.
Dennoch werde ich über eure anregungen nachdenken, die kommen ja sicherlich nicht von ungefähr.
Ich danke euch
Grüße
erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 29.03.2008, 15:31 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo Erdling,
im Grunde genommen kommt es auf deine Einsicht an, entweder zeitlebens alkoholsüchtig zu bleiben oder deiner Zukunft auch in Hinsicht deines Studiums und auch Berufes jetzt gewissenhafte Wege vorzugeben.
Eine klinische Entgiftung ist unbedingt ratsam, da kalte Entzüge auch mit Krampfanfällen, Delirium tremans etc. tödlich enden können, einem Mitglied meiner ambulanten Gruppe passiert.
Ein Arztbesuch mit offenheit ist auch ein Grundbaustein der Trockenheit.
Hier z.B. ein aktueller Erfahrungsaustausch, das Annehmen von Erfahrungen Langzeittrockener, wirklich sein Alternativdenken abzulegen und einfach zu vertrauen ... auch eine ambulante Therapie mit ständiger Reflektion und Wertschöpfung, kann dir ebenso viel oder so wenig geben wie eine Langzeittherapie.
Es kommt auf dich an !!!
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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Schiene neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2007 Beiträge: 21 Alter: 28 Wohnort: Ostsachsen
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Verfasst am: 29.03.2008, 16:58 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Wenn Du es schaffst, zu studieren ohne zu trinken, ist das in Ordnung. Ich habe es nicht geschafft und beides zusammen geht eben auch nicht.
| Zitat: | | ... auch eine ambulante Therapie mit ständiger Reflektion und Wertschöpfung, kann dir ebenso viel oder so wenig geben wie eine Langzeittherapie. |
Der Unterschied einer Langzeittherapie ist der, dass man sozusagen unter einer großen Glasglocke sitzt. Die Möglichkeit zu trinken hat man auch oft, aber es wird meist sofort bemerkt, so dass die Hemmung größer ist als bei einer ambulanten Therapie, etwas zu trinken. Ambulant bin ich auch während der Therapie rückfällig geworden, stationär hatte ich zwar das negative Erlbnis auch im Hinterkopf und wollte es vermeiden, aber ich bin ab da nicht mehr rückfällig geworden. Ambulant war bei mir höchstens der Einstieg in die Therapie und der Beginn des Nachdenkens. |
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| Schiene hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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ontas Gast
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Verfasst am: 29.03.2008, 17:11 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo Erdling,
schön, dass Du ernst nimmst, worum es hier geht. Meine Frage sollte auch kein Angriff sein, sondern eben nur eine Nachfrage.
Das mit dem Studium ist doch ein Ziel, das Du vor Augen hast, also eine Perspektive. Das finde ich gut. Ich habe eine ambulante Therapie gemacht, und konnte deswegen all meine üblichen Dinge weiter machen. Bei mir fanden die Therapiesitzungen 2 mal in der Woche statt, und dauerten jeweils 100 Minuten. Außerdem waren sie zeitlich so angelegt, dass kaum jemand eine Freistellung für den Arbeitsplatz benötigte. Warum sollte dabei also Dein Studium leiden, oder Dir ein Semester verloren gehen?
Was ich an einer ambulanten Therapie zu schätzen gewusst habe war, dass ich meine Therapie eben mitten im Leben machen konnte, und so in der Lage war, die Schwierigkeiten, die sich in dieser Zeit ergeben haben, zu bearbeiten. Ich hatte also meine Therapie sehr lebensnah.
Ich glaube, dass es von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich ist. Einige kommen sehr gut mit stationären Entwöhnungsbehandlungen zurecht, weil sie eben aus dem Umfeld erst einmal weg sind, und so Zeit haben, sich nur auf die Therapie zu konzentrieren. Andere hingegen, so wie ich, sind ganz froh über die therapeutische Begleitung im Alltag. So muss sich das jeder eben überlegen.
Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, nach einer stationären Behandlung in eine ambulante Nachsorge zu gehen.
Nach meiner Therapie habe ich noch eine Psychoanalyse begonnen, bei der ich nach wie vor aktiv bin. Das hat mir bisher auch sehr gut getan, weil ich denke, dass die Entwöhnungsbehandlung mir persönlich nicht gereicht hätte. So ist eben jeder anders.
Liebe Grüße
Mone |
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| ontas hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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Freund Gast
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Verfasst am: 29.03.2008, 18:20 Titel: Re: Ein paar allgemeine Fragen |
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Hallo Erdling,
ich wurde von einem Mitglied darauf hingewiesen, dass diese meine Formulierung gefährlich und mißverstanden werden kann:
| Freund hat Folgendes geschrieben: | | im Grunde genommen kommt es auf deine Einsicht an, entweder zeitlebens alkoholsüchtig zu bleiben oder ... |
Alkoholkrank bleibt man auf jeden Fall, ... muss neue verinnerlicherte Wege gehen und auch an Grundbausteinen festhalten, allerdings geschieht das auch aus neuem Lebensgenuß, so meine Erfahrung ...
... alkoholsüchtig wird man sich dann aber rein psychisch nicht mehr fühlen, weil man sich vom Alkohol geistig lösen kann.
Aber dieser Weg bedarf elementarer Lebensveränderungen und braucht auch seine Zeit.
Gruß, Freund. |
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| Freund hat zum Thema: Re: Ein paar allgemeine Fragen geschrieben
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