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Wie ich mich kennen lernte...

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Lütze
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BeitragVerfasst am: 02.04.2008, 21:56    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich lese hier auch gern mit.
Machs nicht so spannend.

Lütze
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Lütze hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
kommal
sehr aktiver Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 03.04.2008, 04:51    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und danke für euere Antworten, aaaber

ich bitte um etwas Geduld, ich habe kein Manuskript erarbeitet sondern schreib´s vom Kopf in die Tasten.

Zitat:
in lockerer Folge.


Aber trotz der nötigen "Änderungen" wg. der Anonymität möchte ich so authentisch wie möglich bleiben.

Ich bleib dran-

LG kommal
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kommal hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
kommal
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2007
Beiträge: 6319
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Wohnort: Niederrhein

BeitragVerfasst am: 04.04.2008, 16:46    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich trank meine acht Flaschen Bier und überlegte, was ich noch tun konnte und wusste ich, was ich vor dem Krankenhaus machen wollte (ich schreib´s, wie es mir in den Sinn kam):



ICH MUSS MEINE BUDE TROCKEN LEGEN!


Dienstag

Ich hatte gut geschlafen (war ja “im Tran“) und versuchte erneut, mit der Klinik zu telefonieren. Diesmal rief ich die Zentrale an und bekam eine andere Durchwahl- die dritte. Oh Gott, jemand nahm ab…. Aber ich war falsch gelandet und bekam- eine Durchwahl. Ich versuchte die, aber ohne Erfolg.

Und langsam kam ein ungutes Gefühl auf. Heute Mittag war ja der Termin beim Direktor- die Einladung, die mein Umdenken bewirkt hatte. Nun, unser oberster Boss ist fachlich ein Genie, kann aber im zwischenmenschlichen Bereich recht schnell einen Stimmungswechsel vollziehen- ein Choleriker.

Ich ging also zum vereinbarten Termin zu meinem Vorgesetzten (dem Briefschreiber) und traf dort auch auf den Abteilungsleiter. Beide begrüßte ich ausgesprochen fröhlich, was diese- wohl angesichts des Gesprächsgrundes- wohl etwas verwunderte. Mich ehrlich gesagt auch, aber ich war in einer dermaßen lockeren Stimmung wie lange nicht mehr. Eine Mischung aus Erleichterung, Freude über meinen “Mut” und sicherlich auch Angst. Weniger vor dem anstehenden Termin sondern mehr vor dem Unbekannten, ja, meiner Zukunft.

Wir gingen in den Besprechungsraum, nicht ohne vorherigen Kontakt mit einigen Kollegen, die mich augenscheinlich nicht beneideten.

“Er” kam und begann das Gespräch leise- ganz leise. Ich hatte mir vorgenommen, niemanden zu unterbrechen und hielt mich auch daran.

Anschließend schilderte ich meine Sicht der Dinge, wie es (ich) zu meiner Sauferei gekommen war. Um´s abzukürzen: Die Anderen, die Arbeit, die ganzen besonderen Umstände (auf die ich hier nicht näher eingehen kann) bzgl. meines Arbeitsplatzes… Zu meiner Überraschung stellte ich während meines Monologes fest, dass es mir gelang, einige Vorwürfe als Argumente für mich zu nutzen. Wohl das Ergebnis der Tatsache, dass ich mal wirklich zugehört hatte.

Der Boss verlangte anschließend von mir, umgehend Schritte einzuleiten bis… hier schlug mein Abteilungsleiterleiter bis Montag vor… nein, “bis Freitag!” wollte er wissen, was ich zu tun gedenke.

Ich gab zu Protokoll, dass ich bereits mit einer Beratungsstelle Kontakt hätte, meine Versuche die entsprechende Station in der Klinik zu erreichen bisher aber gescheitert wären.

“Und sie machen eine Therapie” - Wie ein Peitschenhieb kam dieser Satz, den ich natürlich bejahte (was macht “man” da fragte ich mich innerlich). “Und dann reden sie mal mit Herrn X, bei dem war´s früher ganz schlimm und heute ist er ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft!”

“Sie haben einen Marathonlauf vor sich” - der nächste Knaller. Ich sagte lapidar. “Ich weiß” und weiß heute, dass ich damals NICHTS wusste.

Zum Schluss bat ich die Anwesenden um Entschuldigung für die Unruhe, die durch meinen Ausfall entstanden wäre, was gnädig zur Kenntnis genommen wurde.

Mir war klar, dass der Boss mich auf meinem Arbeitsplatz nicht mehr haben wollte, aber zunächst hatte ich ja andere Sorgen: “Bis Freitag!”

Dieser Termin machte mir weniger Sorgen, weil ich ja nur noch zwei Tage Zeit hatte, sondern deshalb, weil freitags um 14 Uhr mein Wochenendbesäufnis begann. - Was würde passieren, wenn ich da nichts trinke? Die Frage tauchte übrigens mehrfach in meinem Denken auf: Wie wird das - “ohne”?

Das Gespräch war beendet und ich sagte den beiden Vorgesetzten zu, sie über alle meine Schritte zu informieren. Anschließend ergaben sich noch einige Gespräche mit Kollegen, die entsprechend neugierig waren, wie´s gelaufen ist. Ich hatte nämlich niemandem verheimlicht, worum es ging.

Mir war natürlich mulmig zu Mute. Entlassen werden konnte ich nicht, da hatte ich mich erkundigt. Aber was sollte werden?

Ich versuchte noch mal, jemanden in der Klinik zu erreichen - vergeblich.

Abends zog ich Bilanz: Noch drei Abende bis Freitag…


UND ICH HATTE NOCH DREIUNDZWANZIG FLASCHEN BIER!
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kommal hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
Paolo
sehr aktiver Teilnehmer


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Beiträge: 2849

BeitragVerfasst am: 04.04.2008, 18:07    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kommal,

da haben sie Dich aber ganz mächtig an die Wand gedrängt.
Muß schon ein unangenehmes Gefühl
sein so plötzlich als Säufer am Pranger zu stehen.

Gut finde ich wie ruhig und professionell
Deine Vorgesetzten gehandelt haben und das Du
Deinen Kollegen nichts verheimlicht hast. Hut ab!

Bin auch gespannt wie
es weiter geht. Winken

LG
Paolo
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Paolo hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
kommal
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2007
Beiträge: 6319
Alter: 53
Wohnort: Niederrhein

BeitragVerfasst am: 05.04.2008, 05:01    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Abends zog ich Bilanz: Noch drei Abende bis Freitag…


UND ICH HATTE NOCH DREIUNDZWANZIG FLASCHEN BIER!



Welche Gedanken hatte ich damals? Naja, mir war klar, das ich nicht einfach aufhören KONNTE. Das hatte ich ja oft genug versucht. Zuletzt immer wieder über eine Reduzierung meiner täglichen Menge von acht Flaschen Bier nach Feierabend. Aber selbst, wenn mir aus bestimmten Gründen nur ein drittel der abendlichen Saufzeit blieb, schaffte ich immer noch sieben.

Wie würde das sein, da zu sitzen und kein Bier zu saufen? Die Idee, die Zeit mit sinnvollen Tätigkeiten auszufüllen und Grundlegendes in und an meinem Leben zu verändern, ja- wieder zu leben- kam mir da noch nicht.

Ich fühlte mich andererseits aber zufrieden (heute weiß ich, dass ich “nur” erleichtert war), weil sich ja “etwas” bewegte. Dass ICH das war, merkte ich noch nicht. Aber ich fühlte dieses Alleinsein, das ich immer verdrängt hatte.
.
Mein Lügengebäude bröckelte. Ich hatte stets meine Unabhängigkeit, meine Freiheit propagiert. Im Familien- und Bekanntenkreis die Beziehungen gesehen, die gescheitert waren. Das passiert mir nicht; hatte ich mir vorgenommen. Dabei hatte ich nur Angst! Ich war einsam, obwohl ich täglich mit vielen Menschen zu tun hatte. Ich hatte zig Einladungen in den letzten Jahren abgelehnt- “die Arbeit, ich kann nicht, muss noch… (Ausreden hatte ich immer); aus dem Vereinsmenschen und Sportler war ein “einsamer Wolf” geworden. Aber ich hab´s zugelassen. Meine privaten Kontakte “pflegte” ich nur noch übers Telefon. Meistens am Wochenende, wenn ich die ersten Flaschen getrunken hatte. Die Toleranz war so hoch, dass ich nicht lallte oder andere Auffälligkeiten zeigte. (bis auf die Fahne, die ich morgens wohl oft vor mir her trug). Tatsächlich bin ich froh, dass nie “etwas” passiert ist. Ich hätte tot sein können, mein Beruf birgt gewisse Risiken und fordert einen wachen Verstand.

Aber die ganze Zeit spürte ich auch diese ungewohmte Freude, dass ich jetzt endlich Klarheit hatte- für mich. Und eine gewisse Kontrolle hatte ich mir ja auch auferlegt: Dadurch, dass ich meine Nachbarn, Kollegen und Bekannten informiert hatte, wähnte ich mich ja unter Beobachtung. Diese Informationspolitik war zum einen sicher ein Ausdruck, dass ich mir selbst nicht traute. Andererseits zeigte sie aber eine durchaus positive Wirkung: ICH REDETE. Und ich glaube, ich war einfach nur froh, mich nicht mehr verstecken zu müssen. Es tat mit gut, mir “alles” von der Seele zu reden. Ich hatte viele Gespräche, bekam Zuspruch und winkte ab, wenn gut gemeinte Verharmlosungen formuliert wurden, “sooo schlimm ist es ja nicht”. Interessanterweise erfuhr ich von guten Freunden meiner Eltern, dass mein Vater kurz vor seinem plötzlichen Tod die Befürchtung geäußert hatte, ich könnte nicht mehr “ohne”.

Mir gingen tausend Gedanken durch den Kopf, aber ich konnte nachts gut schlafen. Meinen Schlaf hatte ich von jeher schon als Gradmesser für mein Befinden genommen: Hatte ich von der Arbeit geträumt und wurde klatschnass geschwitzt wach, versuchte ich, Urlaub zu bekommen.

Mittwochmorgen durchforstete ich meine Wohnung nach Alkoholvorräten. Ich wusste, dass ich noch einen kleinen Bestand an Wein und Sekt hatte- Weihnachtsgeschenke der vergangenen Jahre, die ich nie angerührt hatte- ich trank ja “nur Bier”. (In Wahrheit waren es Nothelfer, die dann zum Zug kamen, wenn es mir nach einer tagelangen Sauferei im Urlaub zu schlecht ging, um ein paar Kisten Bier zu kaufen. Das Kofferraumvolumen meiner verschiedenen Autos bezifferte ich übrigens von zwei bis fünf- Bierkastengrößen).

Ich hatte also noch (geschätzt) sieben Flaschen Wein und drei Flaschen Sekt.

Und noch fünfzehn Flaschen Bier.

Ich griff nochmal zum Telefon...


UND IN DER KLINIK NAHM JEMAND DEN HÖRER AB
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kommal hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
Paolo
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 30.12.2006
Beiträge: 2849

BeitragVerfasst am: 05.04.2008, 10:41    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kommal,
ich noch mal.

8 Flaschen Bier gehörten auch zu meinem
täglichen Ritual. In der Tat grenzt es an ein
Wunder das man morgends heile und unbehelligt
zum Arbeitsplatz kam.

Ich habe immer darauf geachtet das meine Autos
tadellos waren, aus Angst mal angehalten zu werden.

Daran sieht man doch wie das komplette Leben
auf die Sucht ausgerichtet war...
innerlich wußte ich das immer,
habe es aber nach Kräften verdrängt.

So, jetzt will ich Deinen Thread auch
nicht weiter "verunstalten"

Schönes WE
Paolo
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Paolo hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
Plejaden
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.08.2007
Beiträge: 1174
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 05.04.2008, 11:21    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hehe, du bist ein Meister des Cliffhangers Lachen . Also warte ich geduldig ab wie es weiter geht Winken
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Plejaden hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben
kommal
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2007
Beiträge: 6319
Alter: 53
Wohnort: Niederrhein

BeitragVerfasst am: 06.04.2008, 15:42    Titel: Re: Wie ich mich kennen lernte... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich hatte also noch (geschätzt) sieben Flaschen Wein und drei Flaschen Sekt. Und noch fünfzehn Flaschen Bier.

Dann versuchte ich noch Mal mein Glück…


UND IN DER KLINIK NAHM JEMAND DEN HÖRER AB

Herzklopfen. Ich stellte mich vor und erzählte, ich hätte eine Überweisung von meinem Hausarzt und hätte gerne einen Aufnahmetermin. Die freundliche Dame am anderen Ende sagte: “Moment, da kommt gerade eine Schwester” - Ich hatte mit einer Patientin gesprochen!?!?!? Die Schwester gab mir dann die Durchwahl vom Schwesternzimmer und hier kam ich dann weiter: “Sie können gleich morgen kommen.” Herz klopft bis zum Hals… “Da kann ich nicht….” Ich rang in zehntel Sekunden um eine Ausrede… “…ich muss zuerst meine Wohnung trockenlegen”. Das Argument zog natürlich (heute weiß ich wie richtig es war) und sie sagte: “Dann Freitag um 9 Uhr”. Ich sagte zu und die Panik die ich innerlich verspürte (ausgerechnet Freitag, wollte doch noch mal…das Wochenende “genießen“…wie soll das gehen?… ANGST!… und dann nächste Woche in Ruhe…) die Panik wich nach und nach meiner Neugier, was wohl Freitag werden würde, so um 14 Uhr, wenn normalerweise 1/45 geöffnet würde. Das ich das “da” ganz schnell sagen müsste, war mir klar. Denn Angst hatte ich. Ich klärte noch, was ich außer den Papieren mitbringen sollte (“Sportsachen, Turnschuhe reichen notfalls, das Übliche halt. Sie laufen hier nicht im Schlafanzug rum.) und wie ich die Station auf dem Gelände finde. Weiter wurde ich aufgeklärt: Kein Alk und alkhaltige Sachen (Rasierwasser und so…) und in den ersten beiden Tagen die Station nicht verlassen. Erst nach o.k. vom Arzt- aus Sicherheitsgründen. Dauer: Beim ersten Mal (“???“): 10 Tage.

Auf dem Weg zum Personalbüro traf ich meinen Abteilungsleiter, den ich über den Termin informierte. Er war erfreut über mein schnelles Handeln, wohl auch, weil er die Botschaft ja weitergeben musste.

Weiter informierte ich die nette Dame von der Beratungsstelle und meinen Wohnungsaufpasser, den ich schon akquiriert hatte. Dort “entsorgte” ich auch meine Wein- und Sektbestände. Das war geschafft.

Was hatte ich also?
-Den Aufnahmetermin,
-den Kontakt zur Beratungsstelle,
-eine gehörige Portion Angst gepaart mit einer ebenso großen Portion Neugier und…

-…die Gewissheit, dass mir anschließend (wie bis zu diesem Zeitpunkt auch) dumme Fragen erspart blieben, weil ja ALLE Bescheid wussten wo ich war und warum.

-Ein geographisches Ziel- die Klinik-, das ich mir auf der Karte nochmals ansah. Das erscheint mir heute lächerlich, weil´s halt nicht weit weg (ca 15 km) liegt und mir die Gegend ja nicht unbekannt war. Also warum sollte ich mein Auto da nicht hinlenken können (dass ich mit dem Wagen kommen durfte hatte ich geklärt). Nur hatte ich ja in den letzten Jahren meine Wirkungsstätte kaum noch verlassen. Und das war ein großes Problem, denn öffentliche Verkehrsmittel konnte ich nicht benutzen, da war ich “blockiert”. Ich wollte also zeitig genug losfahren um Umwege einzukalkulieren.

Ich erinnere mich, das ich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr unterwegs war, als in den letzten Jahren zusammen. Ich fuhr mit dem Fahrrad umher, besucht Bekannte und erzählte, was ich vorhatte, ich war auf dem Weg in die Freiheit, war dabei, selbst errichtete Mauern einzureißen (das war mir alles nicht so bewusst, aber ich fühlte mich ungemein erleichtert- ich FÜHLTE!) Ich hatte meine ganze Garderobe und andere Sachen jahrelang über den Versandhandel gekauft und plötzlich ging ich in richtige Geschäfte. Bei einer Anprobe sagte eine Verkäuferin zu mir: “SIE brauchen doch keine Größe 54, IHNEN passt doch locker eine 52.” Das tat echt gut.

Abends fasste ich einen Entschluss: Ich hatte noch 15 Flaschen Bier für die verbleibenden zwei Abende. Acht waren die übliche Dosis pro Abend. Ich wollte heute und morgen nur sieben trinken und dann die letzte wegkippen.

Ich öffnete an diesem Abend also bewusst zu einem späten Zeitpunkt die erste Flasche, um meine geringere Dosis über die Zeit zu bringen bzw. bis zur Schlafenszeit. Ich wollte mit beweisen, dass ich zumindest das kann. Ich hatte auch nur sieben Flaschen kühl gestellt, warm “schmeckte” es ja nicht. Sieben Flaschen für den vorletzten Abend… das war mein Plan.

Und doch …

DIE LETZTE FLASCHE DIE ICH TRANK WAR WARM
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kommal hat zum Thema: Re: Wie ich mich kennen lernte... geschrieben

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