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SilentAngel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2007 Beiträge: 6
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Verfasst am: 27.03.2008, 23:11 Titel: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen |
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Hallo Ihr Lieben!
Ich lese schon seit ein paar Wochen hier im Forum und habe meine Situation - die ich nun schon lange Zeit mitmache - in vielen Geschichten wieder gefunden, wie viele andere sicherlich auch. Ist schon komisch, man meint immer, sowas gibt es so kein zweites mal.
Erstmal zu mir und meiner Geschichte. Ich bin 23 und meine Mutter ist 44. Sie trinkt schon, seit ich denken kann. Vor 3 Jahren wurde eine Leberzirrhose bei ihr festgestellt und sie hat absolutes Alkoholverbot erteilt bekommen. Sie hat aber nach dem Krankenhausaufenthalt LEIDER keine Therapie gemacht, aber hat es trotzdem geschafft immerhin ein gutes halbes Jahr trocken zu bleiben.... ich muss dazu sagen, meine Mama ist sehr labil, leidet an Depressionen und so weiter. Dann kam es zu einem schicksalsschlag und sie fing das Trinken wieder an. Erst heimlich aber dann auch so das wir es mitbekommen haben. Immer wenn ich sie darauf ansprach oder versucht habe mit ihr zu reden, gab es Streit. Sie sagte immer : es ist mein Leben, misch dich nicht ein. Ich mache was ich will. In den letzten Jahren machte ich mir immer Sorgen, mal mehr mal weniger, je nachdem wie es meiner Mutter halt ging. Doch das letzte Jahr war das schlimmste für mich. Sie ging garnicht mehr vor die Tür, trank schon morgens und teilweise auch nachts, eigentlich immer. Gegessen hat sie wenn überhaupt nur sehr wenig aber alles was wir ihr als Familie sagten war falsch und sie wollte es nicht hören. Sie fühlte sich gleich angegriffen und ich hatte das Gefühl, dass sie dadurch für sich selbst noch einen Grund mehr hatte zur Flasche zu greifen. Da ich aber wusste, wie gefährlich ihre Situation ist hab ich alles versucht sie zum Arzt zu bekommen, aber es klappte nicht, ich musste nur das Wort "Arzt" erwähnen und sie ging die Wände hoch. Es war schrecklich. Ich konnte keine Nacht ruhig schlafen, weil ihr teilweise echt schlimme Dinge im Alltag passiert sind, die sie sonst mit links gemacht hat. Essen auf Ofen vergessen - mit Zigarette eingeschlafen - um nur einige Dinge zu nennen. Die letzten 2 Wochen vor ihrer Einlieferung ins Krankenhaus (vor 4 Wochen) waren die schlimmsten. Sie war nicht mehr in der Lage alleine zur Toilette zu gehen, stürzte und brach sich das Schultergelenk. Selbst da wollte sie nicht ins Krankenhaus. Mein Vater und ich wussten nicht mehr weiter. Sie lag im Bett mit gebrochenen Knochen und das einzige was sie im Sinn hatte war dieser scheiß Alkohol. Entschuldigt bitte, aber dafür finde ich keine anderen Worte.... Wir haben ein paar Mal den Notdienst gerufen aber die konnten nichts machen, weil meine Mutter nicht wollte und dann haben wir überlegt, sie zwangseinweisen zu lassen, auch das war vergeblich, denn die meinten, solang sie noch in der Lage ist "nein" zu sagen haben die keine chance. Ich fand das so bitter. Nun ja, dann haben wir bei einer Selbsthilfegruppe angerufen und einen Psychater am tel. gehabt und ich weiss nicht, was dieser Mann meiner Mutter am tel gesagt hat, aber ich weiss, dass ich ihm sehr dankbar bin, denn er hat es geschafft, dass meine Mum einen Tag später ins Krankenhaus gegangen ist, bzw. das wir einen krankenwagen geholt haben. Sie ist da jetzt seit 4 Wochen und ich bin ziemlich fertig, denn es geht mal auf und dann wieder bergab und ich hab einfach angst vor dem was mich erwarten wird. Sie ist einen Tag nach Einlieferung ins Koma gefallen. Lag 12 Tage im Koma und dann haben sie sie wieder wach werden lassen. Sie wurde künstlich beatmet, diese Tage waren schrecklich. Ich wusste ja schon, wie ernst die Lage ist, aber das es so krass kommt da hab ich garnicht gewagt dran zu denken. Sie ist mittlerweile seit 4 wochen auf der intensivstation, war für 3 tage aus dem Koma raus, erzählte aber nur wirres zeug, was ich erst garnicht so schlimm fand und das irgendwie auf das Koma geschoben habe. Dann bekam sie aber einen Rückfall, die Lunge musste von schleim abgesaugt werden und da stellte sich dann beim Ultraschall raus, dass sich eine leichte Lungenentzündung gebildet hat. Daraufhin haben sie sie dann wieder ins Koma gelegt. Ich war so froh, dass sie wieder erwacht war und dass es gut aussah, werte waren alle ok, zwar nicht super aber die Ärzte meinten, wenn es so bleibt dann kann man damit leben. Nur jetzt hat sie einen totalen Rückfall bekommen und die Leber arbeitet so gut wie garnicht mehr und das schlimme ist im Moment dieses Ammoniak.Ich weiss nicht mehr weiter. Ich weiss, ihr könnt mir keine Antwort auf meine wichtigste Frage geben, aber vielleicht hat jemand ähnliches erlebt und mag mir seine Geschichte schreiben. Ich weiss einfach nicht, ob ich noch Hoffnung haben kann. Die Ärzte drücken sich auch nicht richtig aus, also sie antworten nur sehr wage, was ich auch irgendwo verstehen kann. Sie können mir ja nichts versprechen oder vorhersagen. Sie sagen immer, wir können nur abwarten.... aber kann sich eine Leber denn wieder erholen ? Soviel ich weiss doch nicht ?!?! Ich hab soviele Fragen und keiner kann mir Antwort geben. Wenn ich sie da so liegen sehe zerreisst mir das mein Herz. Meine Mutter war immer was besonderes für mich und ich will sie nicht verlieren...sie ist mein ein und alles ... ( Vielen Dank an alle die sich meinen kleinen Roman durchgelesen haben - auch wenn es sehr viel war, es tat gut das alles mal aufzuschreiben. Liebe Grüße, SilentAngel..... |
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| SilentAngel hat zum Thema: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen geschrieben
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MS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.08.2007 Beiträge: 326 Alter: 42 Wohnort: Oberbayern
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Verfasst am: 27.03.2008, 23:23 Titel: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen |
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Liebe Angel,
das ist wirklich eine schlimme Zeit, die du gerade durchmachst.
Ich musste mich ja auch mit dem Thema Leber auseinandersetzen - ja, sie kann sich regenerieren, die Leber ist ein unglaubliches Organ - sie kann unheimlich viel ab - bis zu einem bestimmten Punkt...wenn sie durch die Zirrhose verkapselt ist oder schon zu mehr als 2/3 abgestorben ist, dann geht nichts mehr - und ich denke, die Ärzte versuchen das gerade herauszufinden...und dann ist es natürlich wichtig, dass deine Mum künftig wirklich nichts mehr trinkt - und das kann keiner der Ärzte vorhersagen.
Als mein Bruder im künstlichen Koma lag, sagte mir die Ärztin, dass eine Lungenentzündung nach mehr als 3 Tagen künstlicher Beatmung normal ist - da brauchst du dir also keine großen Gedanken zu machen.
Ich wünsche dir viel Kraft, denn die wirst du brauchen
Alles Liebe
Marina |
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| MS hat zum Thema: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen geschrieben
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SilentAngel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.05.2007 Beiträge: 6
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Verfasst am: 27.03.2008, 23:32 Titel: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen |
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Hallo Marina,
vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Ich hoffe wirklich, dass man ihr noch helfen kann. Das stimmt, sie MUSS danach damit aufhören, aber ich denke, dass schaffen wir alle zusammen. Ich denke mal, wenn sie das alles übersteht dann wird sie "geheilt" (doofes wort)sein, bzw. endlich Hilfe annehmen. Der Arzt meinte auch, wenn sie das schaffen sollte, darf sie ihrer Leber NICHTS mehr zumuten. Ja, das hab ich auch schonmal gehört, dass die Lungenentzündung durch den schlauch im Hals begünstigt werden kann. Hat sie auch gut überstanden, hat ein ANtibiotikum bekommen und ist zum Glück wieder okay. Nur jetzt wird sie aus dem Koma nicht mehr wach, dh. sie öffnet schon die Augen wenn ich da bin aber ich hab das Gefühl sie hat nicht die Kraft sich wach zu halten. Das hatte sie aber davor auch schon so, das dauert denke ich noch ein paar tage durch die Medikamente die sie bekommen hat (Koma...) nur mir macht halt sorgen, dass die Leberwerte so in den Keller gegangen sind. Das macht mir solche Angst. Auch das Ammoniak ins Gehirn übergeht und so weiter. Ich hoffe es wird alles gut. Vielen Dank nochmal, alles liebe Angel... |
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| SilentAngel hat zum Thema: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen geschrieben
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MS neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.08.2007 Beiträge: 326 Alter: 42 Wohnort: Oberbayern
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Verfasst am: 29.03.2008, 13:45 Titel: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen |
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Liebe Angel,
ja, die Medis werden ihr zu schaffen machen - und ich vermute mal, die Ärzte halten sie auch absichtlich in diesem Zustand, um ihr den Entzug zu erleichtern...
Natürlich macht es dir Angst - und schon die Atmosphäre auf so einer Intensivstation, die ganzen Geräte und alles machen einem ja Angst...
Ich denk an dich!
Marina |
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| MS hat zum Thema: Re: ich bin verzweifelt - Mama - Intensivstation-Leberversagen geschrieben
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