| Wie wird es weiter gehen? • Mona |
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 26.03.2008, 13:15 Titel: Stichwort Normal |
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Hallo Ihr Lieben,
ja nun endlich mein eigener Thread...wurde dazu ja schon mehrfach aufgefordert. Is mir auch klar, denn sonst wißt Ihr ja nicht mit wem Ihr eigentlich redet.
Ich habe die ganz Zeit nach einem passendem Anfang gesucht...mir is aber nix eingefallen.
Normalität. Das ist für mich immer wieder ein wichtiger Punkt. Ich weiß oft nicht was "normal" ist. Was liegt in meiner Partnerschaft am Alkohol, was an den Persönlichkeiten oder anderen Dingen. es fällt mir sehr schwer die Dinge auseinander zu klamüsern. Ich glaube ich kenne kaum jemanden der eine normale Beziehung führt. . .
Ich bin nun schon ne Weile hier, hab viel gelesen und auch einiges geschrieben. Es hat mir unheimliche Angst gemacht das hier immer dazu geraten wurde den Partner zu verlassen und das es keinen anderen Weg gibt... Inzwischen sehe ich das, auch hier, etwas differenzierter.
Momentan möchte ich noch mit meinem Partner zusammen bleiben. ABER ich kann mir auch vorstellen wenn es mir zu schlecht geht und die Situation sich dramatisch verschlechtern würde dann auch zu gehen - aus Selbstschutz.
Manchmal kommt es mir hier vor als würde alles so auf die Co-abhängigkeit geschoben...das find ich nicht so gut. Aber vielleicht kann ich es auch nicht richtig einschätzen weil ich zu tief drinstecke.
Coabhängigkeit hat für mich nicht nur mit dem Alkohol zu tun...das was ich als meine eigene Co-abhngigkeit bezeichne fing schon in meiner Kindheit an . . .
Ich denke ich bin soweit das ich seit einiger Zeit intensiv versuche Grenzen zu ziehen und dieses so oft genannte Loslassen zu üben. Mich nicht mehr soviel um seine Sachen zu kümmern.
Mein Freund trinkt jeden Abend Wein. Mindestens eine Flasche. Wenn er am Wochenende mal weggeht oder sich mit nem Kumpel trifft trinkt er noch viel mehr... Soweit ich das jetzt in Erfahrung gebracht habe hat er vor unserer Beziehung auch schon täglich getrunken, bzw. früher ne menge anderes Zeugs genommen. Ich habe das am Anfang leider alles nicht so mitbekommen bzw. durchschaut . . . aber das hätte wohl auch nichts genützt, weil ich mir sicher eingebildet hätte Ihm helfen zu können. Diese Einbildung habe ich noch manchmal, aber anders...
Es ist mir klar das ich mich viel besser um mich selber kümmern muß. Etwas was ich bis jetzt in meinem Leben wohl nicht gelernt habe... und jetzt so aus der kalten damit anzufangen ist gar nicht so einfach. Was heißt sich um sich selber zu kümmern?
Ich habe festgestellt das ich viele Sachen zu lange aushalte und mich nicht wirklich dagegen stelle... hab ich wohl auch in meiner Kindheit so gelernt.
Naja, aufjedenfall war ich dieses Jahr eigentlich komplett krank. Mein Körper macht nicht mehr so mit...vonwegen Augen zu und durch. Versuche grad wieder fit zu werden. Mich aufzubauen und was für mich zu tun. Deshalb bin ich auch oft hier. Hab auch therapeutisch was in die Wege geleitet, aber das geht nicht so schnell.
Habe oft das Gefühl das mir die Zeit wegläuft. Und wenn ich auf mein Leben blicke gibt es da eigentlich nicht viel mit dem ich zufrieden bin.
Das solls erstmal gewesen sein. Freue mich auf Reaktionen.
Danke
Karotte |
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| Karotte hat zum Thema: Stichwort Normal geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 26.03.2008, 13:45 Titel: Re: Stichwort Normal |
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Hallo Karotte,
schön das du jetzt hier deinen eigenen Thread hast, das freut mich.
Ich denke das wird dich auch weiter bringen.
| Zitat: | | Was liegt in meiner Partnerschaft am Alkohol, was an den Persönlichkeiten oder anderen Dingen. es fällt mir sehr schwer die Dinge auseinander zu klamüsern. |
Das kannst du auch gar nicht, Karotte, denn der Alk verändert die Persönlichkeit.
Erst nach einer längeren Trockenheit kannst du die Persönlichkeit wieder neu entdecken.
Liebe Grüsse
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 26.03.2008, 14:34 Titel: Re: Stichwort Normal |
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| Danke liebe Elocin, hoffentlich krieg ich auch´n paar Anworten... |
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| Karotte hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Emma P neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.09.2007 Beiträge: 225 Alter: 38 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 26.03.2008, 15:39 Titel: Re: Stichwort Normal |
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Hallo Karotte !
Schön, dass Du Deinen eigenen Thread hast.
Ich bin sicher nicht diejenige, die Dir die ultimative Antwort geben kann. Auch ich habe meinen Verlobten lange nicht verlassen....
Ich habe trotz seiner Alkoholexzesse, Lügereien und Betrügereien immer noch an seine Liebe zu mir geglaubt.
Und ich habe mir immer vorgestellt, ob ich den Gedanken ertragen konnte, dass WENN ich ihn verlasse, ihn lustig in einer Bar hätte saufen sehen können mit einer anderen Frau im Arm.
Das konnte ich lange Zeit NICHT.
Ich wollte die Frau an seiner Seite sein, die stark ist und ihn so sehr liebt, dass ihm Alkohol, Drogen und Profilneurosen nicht mehr wichtig sind.
Irgendwann hat es klick gemacht. Ich weiß nicht was genau der Auslöser war. Vielleicht mein Afrikaurlaub, vielleicht die Tatsache, dass ich gemerkt habe, dass es auch andere Männer gibt, mit denen ein besseres Miteinander möglich WÄRE (bin nach wie vor Neu-Single) oder das ich allein einfach entspannter leben kann.....
Er könnte mich jetzt anrufen und mir von seiner neuen Liebe berichten.. Es wäre mir egal.
Ich habe noch immer mit meiner Wut zu kämpfen, dass ich 2 Jahre mir seine Lippenbekenntnisse angehört habe und vieles was für mich heute völlig absurd war so hingenommen habe.
ICH werde keinem raten (auch Dir nicht) den trinkenden Partner zu verlassen. Das kommt von selbst. Irgendwann ist die Grenze der leidensfähigkeit erreicht und dann tut es auf einmal nicht mehr weh.
Ich wünsche Dir viel Kraft.
Emma |
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| Emma P hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 26.03.2008, 20:59 Titel: Re: Stichwort Normal |
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| Elocin hat Folgendes geschrieben: |
| Zitat: | | Was liegt in meiner Partnerschaft am Alkohol, was an den Persönlichkeiten oder anderen Dingen. es fällt mir sehr schwer die Dinge auseinander zu klamüsern. |
Das kannst du auch gar nicht, Karotte, denn der Alk verändert die Persönlichkeit.
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Tja, dann weiß ich eigentlich gar nicht wie er wirklich ist. Denn solange ich Ihn kenne hat er jeden Abend getrunken. Er erzählt immer was er nicht alles tolles früher gemacht hat...kann mir das gar nicht vorstellen. Er sitzt JEDEN Abend vor dem Computer und zockt und am Wochenende will er auch am liebsten seine Ruhe haben, schlafen, zocken und sonst nix außer seine Kumpels rufen an, da springt er dann gleich. Mit mir will er nicht weggehen, da er sich mit dem Alkohol nicht zusammenreißen will und das von daher wahrscheinlich nicht gut gehn würde. Toll.
Er erzählt mir doch echt das es Ihm Spaß macht zu trinken. Jeden Abend. Irgendwann einmal hatte er zugegeben das sein Konsum schon ungesund wäre...und jetzt nix mehr. Er will es nicht sehen. Das schlimme er trinkt auch wenn er krank ist und Medikamente nimmt...
ja, ok es geht um Ihn das soll es ja nicht...is ja mein Thread. Aber das muß mal raus...hab niemand dem ich das erzählen kann.
Aber ich verstehe das einfach nicht das er das nicht checkt. Er schläft schlecht, hat keine Lust, is Morgens grantig und hat gern mal Kopfweh. Hallo! Da muß man sich doch selber mal fragen...
Auf der anderen Seite habe ich vor Ihm noch nie einen Mann kennengelernt der soviel Verständniss für mich hatte und mit dem ich so gut reden konnte und hatte auch noch nie ne Beziehung mit soviel Offenheit. Er ist total charmant und kann, wenn er will, echt nen guten Eindruck machen... bei seinen Eltern is er allerdings eher untendurch, aber wg. anderen Sachen. Ich glaub die merken nix...von wg. Alkohol, und seine Freunde auch nicht....
Ich versuche nicht die Meckerziege zu sein und mich Gefühlsmäßig rauszuhalten wenn er z.B. mal wieder Abends draußen is...habe auch aufgehört mich um seine Wäsche, sein Aufstehn und sein Frühstück zu kümmern...Frühstück macht er jetzt bei sich...findet er auch noch gut...
Manchmal will ich einfach nur weg. Das alles los sein.
Mein erster fester Freund war auch Alki...als ich den kennenlernt war es aber noch nicht so...der hat sich immer am Wochenende die Dröhnung gegeben (beide Eltern Alkis)..hat Unfälle gebaut, is im Job Strafversetzt wurde... etc. Das war schon echt ne schlimme Zeit. Hab Ihn manchmal in seiner Kotze vorm Haus aufgesammelt oder kurz vor der Alkoholvergiftung hinter der Tür gefunden...oder auf der Straße...das ich damals nicht den Notarzt gerufen hab...kraß. Aber da hat ich noch weniger Plan wie heute. Na ja wir wohnten zusammen, er war dann zu oft bei ner anderen und nach einem Jahr habe ich es geschafft zu gehen...
Aber das is jetzt alles nicht. Mein jetziger trinkt so ruhig vor sich hin und kriegt irgendwie auch noch alles auf die Reihe...
Gut wenn er was getrunken hat kann man nicht viel mit Ihm anfangen vorallen Dingen keine Diskussionen...
Aber mir gehts so nicht gut. Ich hab echt ne andere Vorstellung, nicht das immer alles von mir ausgeht. Und das mit Familie und Kind kann ich ja wohl auch abhaken.......
Ach is das ein Elend.Mist. |
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| Karotte hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Skye Gast
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Verfasst am: 26.03.2008, 22:19 Titel: Re: Stichwort Normal |
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Hallo Karotte,
| Zitat: | | Coabhängigkeit hat für mich nicht nur mit dem Alkohol zu tun...das was ich als meine eigene Co-abhngigkeit bezeichne fing schon in meiner Kindheit an . . . |
Diesen Satz habe ich mit Erleichterung gelesen. Denn genauso ist es und wird leider von so vielen übersehen. Was als Co-Abhängigkeit bezeichnet wird, bekommt oftmals erst in dem Zusammenhang mit dem Alkoholiker eine Bedeutung, das Kind bekommt einen Namen. Was mich jedoch dafür anfällig macht, ein Übermaß an Hilfe anzubieten, zu geben, wo gar nicht danach verlangt wird, mich selbst hinten an zu stellen oder schlimmstenfalls vollkommen zu vernachlässigen, das war schon vor dem Abhängigen da. Er nutz nur was vorhanden ist.
Ich habe in meiner Ehe ein absolut co-abhängiges Verhalten an den Tag gelegt und war nicht mit einem Alkoholiker verheiratet. Alles für ihn und die kümmerlichen Reste oder nichts für mich.
| Zitat: | | Manchmal kommt es mir hier vor als würde alles so auf die Co-abhängigkeit geschoben...das find ich nicht so gut. |
Das deckt sich mit meinem Empfinden. Gut finde ich es auch nicht, denn es verhindert leider bei vielen, dass sie das eigentliche Problem sehen, nämlich ihr eigenes Verhalten, ihre verquere Einstellung zu sich selbst. Ihr Verhalten ihrer gesamten Umwelt gegenüber, nicht nur gegenüber dem Süchtigen. Diese Selbstaufgabe zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben, es bezieht sich nicht nur auf den Alkoholiker, da sind die Freunde und Bekannten, die Nachbarn, die Eltern, der der mit dem vollen Wagen in der Schlange an der Kasse vor möchte, obwohl man selbst nur ein Teil hat. Jeder, entschuldige, Depp bekommt, was man sich selbst verwehrt.
Oft ist jedoch der Blick darauf verstellt, weil es als normal angesehen wird, alles für alle zu machen. Man kennt es ja gar nicht seine Bedürfnisse zu berücksichtigen bzw. noch schlimmer man kennt seine eigenen Bedürfnisse vor lauter Selbstverleugnung gar nicht mehr.
Die Sichtweise eröffnet Dir eine Chance, die Chance das Übel an der Wurzel zu packen. Häufig habe ich das Gefühl, das gedacht wird, verschwindet der nasse Alkoholiker aus meinem Leben, verschwindet auch die Co-Abhängigkeit. Ein fataler Fehler, denn oft ist es nicht weit bis zur nächsten kranken Beziehung. Ich spreche da aus Erfahrung, was nach meinem Ex-Mann an Beziehungen kam war auch nicht besser und allesamt keine mit Alkoholikern.
| Zitat: | | Habe oft das Gefühl das mir die Zeit wegläuft. Und wenn ich auf mein Leben blicke gibt es da eigentlich nicht viel mit dem ich zufrieden bin. |
Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, doch wie Deine Zukunft aussieht liegt ganz allein in Deiner Hand. Es ist nicht schön, wenn man zurück blickt und feststellt, dass man Jahre verloren hat. Jahre die einfach vorbei gezogen sind, in denen man sein Leben aus der Hand gegeben hat und die nicht wiederkommen und damit auch die Chancen nicht die man nicht genutzt hat. Ich kenne das nur zu gut, ein recht bittere Erkenntnis.
Doch ich würde mir einen schlechten Dienst erweisen wenn ich, jetzt wo ich es sehe, die nächsten Jahre genauso vergeuden würde. Da ist auch viel Angst mit im Spiel, etwas zu wagen, schwer sich nach all den Jahren etwas zu trauen, mir selbst etwas zuzutrauen. Doch wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich habe inzwischen wesentlich mehr gewonnen, als ich verloren habe.
Sieh zu das Du wieder Zufriedenheit in Dein Leben bringst. Ich finde es gut, dass Du therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen willst. Mir hat das sehr geholfen. Ich habe gelernt die Dinge auch mal von einer anderen Seite zu betrachten, von einer Seite von der ich vorher gar nicht wusste, dass sie existiert.
| Zitat: | | Ich hab echt ne andere Vorstellung, nicht das immer alles von mir ausgeht. |
Dann setze die Vorstellung doch in die Tat um. Es liegt allein in Deiner Hand. Wie wär’s wenn Du Dich nur noch um die Dinge kümmerst, die Dir wirklich wichtig sind? So als Anfangsvorschlag….
| Zitat: | | Und das mit Familie und Kind kann ich ja wohl auch abhaken....... |
Hallo?!? Du bist 32, da hast Du ja mal noch locker 8-10 Jahre Zeit. Ich weiß nicht, was Du Dir da so vorgestellt hast, was Du geplant hast. Pläne sind dazu da um sie zu ändern. Zurückdrehen kannst Du die Zeit nicht. Das sollte im Moment wohl das kleinere Problem sein.
| Zitat: | | Mein jetziger trinkt so ruhig vor sich hin und kriegt irgendwie auch noch alles auf die Reihe... |
Ist die Frage wie lange noch. Lull Dich nicht selbst ein, damit Dir zu sagen es ist alles nicht so schlimm. Es ist schlimm, es stört Dich also ist es schlimm. Verglichen mit Deinem Ex-Freund sicherlich harmlos, doch das muss nicht so bleiben und wird es wohl auch nicht. Wenn er nicht trocken wird, führt der Weg zwangsläufig immer weiter nach unten, wo das Ende ist, wer weiß. Das ist kein Pessimismus, sondern Realitätssinn bzw. leidvolle Erfahrung.
Verschwende nicht noch mehr Zeit indem Du Dich selbst belügst. Es stört Dich das er trinkt, egal wie viel, es stört Dich. Sorge für Dich, kümmere Dich um Dich, sieh zu, dass Du nicht weiterhin zu kurz kommst. Das soll keine Aufforderung sein ihn zu verlassen, dass musst Du ganz allein für Dich entscheiden. Das soll ein Denkanstoß sein, an Dich zu denken, Dir selbst ein emotionales Gerüst zu geben, das Dich hält und stützt. Dir selbst das Gefühl zu geben, dass Du Dein Leben im Griff hast, dass Du Dich auf Dich selbst verlassen kannst, Deinen eigenen Wert wieder zu entdecken. Alles andere, Beziehung, Kinder sind das Sahnehäubchen und die Kirschen auf Deinem Lebenskuchen. Doch wenn der keine eigene Konsistenz hat, halten auch die Sahne und die Kirschen nicht darauf.
| Zitat: | | Manchmal will ich einfach nur weg. Das alles los sein. |
Das Gefühl kenne bzw. kannte ich nur zu gut. Weglaufen oder den Kopf in den Sand stecken löst auch keine Probleme, je eher man sie angeht, desto eher sind sie gelöst. Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit mal ein paar Tage irgendwo, für Dich auszuspannen, einfach mal raus, das klärt auch schon mal den Blick.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 27.03.2008, 00:30 Titel: Re: Stichwort Normal |
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Liebe Skye,
Tausend Dank für deine Worte. Mir kullern grad so die Tränen. Es ist echt krass so ne Antwort bei sich selber zu lesen. DANKE |
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| Karotte hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 28.03.2008, 00:06 Titel: Re: Stichwort Normal |
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| Skye hat Folgendes geschrieben: |
Man kennt es ja gar nicht seine Bedürfnisse zu berücksichtigen bzw. noch schlimmer man kennt seine eigenen Bedürfnisse vor lauter Selbstverleugnung gar nicht mehr.
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Ja, genauso ist das - Ich weiß was ich nicht will, aber ich weiß nicht was ich will und auch nicht was ich brauche.. es ist immer wieder erschreckend.
| Skye hat Folgendes geschrieben: |
Die Sichtweise eröffnet Dir eine Chance, die Chance das Übel an der Wurzel zu packen. Häufig habe ich das Gefühl, das gedacht wird, verschwindet der nasse Alkoholiker aus meinem Leben, verschwindet auch die Co-Abhängigkeit. Ein fataler Fehler, denn oft ist es nicht weit bis zur nächsten kranken Beziehung. |
Ja. Ich glaube ich hatte noch keine einzige normale Beziehung und auch das was ich von zu Hause kenne ist nicht "normal". Ich dachte aber eigentlich das ich schon weiter bin. Hatte schon mal eine Therapie und dachte auch immer das ich mich genug auseinandersetze...
Was ich aber nicht gelernt hab...ist mich wirklich zu respektieren und ernst zu nehmen und so zu lieben wie ich bin...also ich mag mich schon, aber ich bin nicht wirklich von mir überzeugt und zweifel stark und hinterfrage mich stänig. Einer meiner täglichen Schatten heißt schlechtes Gewissen.
| Zitat: |
Die Vergangenheit kannst Du nicht ändern, doch wie Deine Zukunft aussieht liegt ganz allein in Deiner Hand. Es ist nicht schön, wenn man zurück blickt und feststellt, dass man Jahre verloren hat. Jahre die einfach vorbei gezogen sind, in denen man sein Leben aus der Hand gegeben hat und die nicht wiederkommen und damit auch die Chancen nicht die man nicht genutzt hat. Ich kenne das nur zu gut, ein recht bittere Erkenntnis.
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Vorallendingen da ich dachte ich wäre in den letzten Jahren witergekommen. Aber ich habe festgestellt das ab da als ich diese beziehung einging wieder alles gestoppt hat. Ich habe mich wieder verloren und das obwohl ich den festen Vorsatz hatte dies nicht zu tun...manchmal bin ich echt naiv.
| Zitat: | | Dann setze die Vorstellung doch in die Tat um. Es liegt allein in Deiner Hand. Wie wär’s wenn Du Dich nur noch um die Dinge kümmerst, die Dir wirklich wichtig sind? So als Anfangsvorschlag…. |
Also hab einiges in die Hand genommen: werde demnächst was für meine Fitness tun, bin schon angemeldet...das wird mich mehr zu mir selber bringen. Außerdem mache ich noch 2 Workshops mit...da gehts auch um Selbstfindung/Stärkung etc. Bin schon sehr gespannt und hoffe das ich immer mehr zu mir finde.
| Zitat: | | Dann setze die Vorstellung doch in die Tat um. Es liegt allein in Deiner Hand. Wie wär’s wenn Du Dich nur noch um die Dinge kümmerst, die Dir wirklich wichtig sind? So als Anfangsvorschlag…. |
Wenn das immer so einfach wäre...ich würde so gern mal wieder was kreatives tun..da is soviel in meinem Kopf und ich komme einfach nicht ins Handeln...
| Zitat: | Hallo?!? Du bist 32, da hast Du ja mal noch locker 8-10 Jahre Zeit. Ich weiß nicht, was Du Dir da so vorgestellt hast, was Du geplant hast. Pläne sind dazu da um sie zu ändern. Zurückdrehen kannst Du die Zeit nicht. Das sollte im Moment wohl das kleinere Problem sein. |
Naja, ich wollte immer ne große Familie, aber inzwischen denke ich auch das es vielleicht gut ist keine Kinder zu haben, die würden ja meine ganzen Störungen abkriegen...
Wenn mein Freund nun noch Jahre braucht um sein Problem zu erkennen? Oder ich mich doch irgendwann trenne und dann wieder jemand kennenlernen muß - das dauert ja auch seine Zeit... naja wahrscheinlich solls nicht sein. Ich kann grad keine Babys mehr sehen...und hier gibst viele ...
Heute war ich zu nem Vortrag bei der Suchtberatung - war irgendwie echt komisch dort und sehr steif. Aber es war ganz interessant. Aber ich wills glaub ich immer noch nicht kapieren das ich für Ihn nix tun kann...ich merke wie ich immer wieder darauf hoffe doch noch einen Tip zu bekommen. Ich sehe die Nebenwirkungen des Alkohols - er sieht es nicht.
Wenn ich mich nur noch um mich kümmere wird von uns wahrscheinlich nicht mehr viel übrig sein.
Aber ich weiß auch nicht ob ich nicht zu überspitzte Erwartungen an eine Beziehung habe. Wieviel eit verbringt man denn normalerweise so... bei uns ist das sehr begrenzt - hab ich so das Gefühl.
Ach man, ich schwanke zwischen der Euphorie das ich nun zu Beratungen gehe und bald Kurse besuche und dem Gefühl der Einsamkeit und das es vielleicht wirklich keinen Sinn macht die Beziehung aufrecht zu erhalten (um so mehr ich hier lese).
Seid gegrüßt. Danke für alle Anworten
Gute Nacht
die Karotte |
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| Karotte hat zum Thema: Re: Stichwort Normal geschrieben
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