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RobinGood
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Anmeldungsdatum: 22.03.2008
Beiträge: 10
Alter: 64

BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 19:12    Titel: Trocken und sicher? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nach einer ganzen Reihe von erfolgreich trockenen Jahren möchte ich hier einige meiner Erfahrungen kundtun, wohlwissend, dass ich hier keine allgemeingültigen Dinge platziere, aber vielleicht gibt es ja Verwandte im Geiste und ich kann mich in meinem Konzept mit anderen verbunden fühlen.

Als ich den Entschluss fasste, trocken werden zu wollen, hatte ich meine Familie noch, meinen Beruf und einige gute Freunde (die aber nicht wirklich etwas von meiner Alkoholabhängigkeit wussten. Ich war noch nicht in der Gosse.
Dass ich Alkoholiker bin, war mir schon lange klar, aber ich mochte es mir (natürlich) nicht eingestehen.
Ich habe jahrelang heimlich getrunken, meine Frau hat das auch mitbekommen, mich zur Rede gestellt...
Dann begann ich, morgens zu trinken und hatte bis Mittag mindestens schon 5 bis 6 Flaschen Bier intus. Ich bemerkte, dass ich unter Entzug nicht mehr flüssig schreiben konnte - meine Handschrift veränderte sich bis hin zur Unleserlichkeit. Zur Schule konnte ich dann natürlich nicht mehr; ich meldete mich immer häufiger krank.
Im Jahre 1999, es war am 15. Oktober, bekam ich ein Buch in die Finger, in dem ich sehr deutlich beschrieben bekam, was mit mir passiert, wenn ich so weitermache. Die Aussicht auf einen viel zu frühen Tod (und einen schrecklichen dazu) hat dann wohl Entscheidendes bewirkt.
Ich habe mich krank gemeldet, meinen Hausarzt angerufen, ihm gesagt, dass ich einen Entzug machen will und den dann innerhalb von 2 Tagen (ohne Delirium und andere schrecklichen Dinge) zuwege gebracht. Meine Frau hat mir sehr dabei geholfen, der Arzt kam mehrfach, um mich zu sehen...
Und was soll ich sagen? Danach war ich durch! Über einen Kollegen bin ich einige Male bei den xxxxxxx gewesen - hat mir offen gestanden nicht so zugesagt. Ich habe dann keine Gruppe mehr besucht.
Was für mich sonnenklar ist seit dieser Zeit: Ich darf keinen Alkohol mehr trinken; ich empfinde es als sehr vorteilhaft, immer nüchtern zu sein und fühle mich in dieser Zustand sehr wohl. Keinen Kater mehr, kein schlechtes Gewissen, immer ein klarer Kopf, meine körperliche Befindlichkeit wurde immer besser, ich fing wieder mit Sport an, nahm ab, kurzum mein Leben entwickelte sich wieder nach vorn.
Ich bin mir auch im Klaren darüber, dass es die sichere Trockenheit nicht gibt; ich habe mein Suchtgedächtnis; es lässt sich nicht auslöschen. Ich bin wachsam und passe auf mich auf.
Meine Familie, meine Kollegen und Freunde wissen, dass ich Alkoholiker bin, ich mache daraus kein Geheimnis. Lustig ist so manche Reaktion: Waaaaas Du? Alkoholiker? Niemals!! Als ob's auf der Stirn geschrieben sein muss.
Mit das schönste ist die Achtung vor mir selbst, auch Stolz, niemals aber Überheblichkeit, so nach dem Motto, ich bin durch, mir kann nichts mehr passieren. Alkoholiker bin ich bis zum Ende meiner Tage, aber bis dahin dauert es noch ein bisschen...
Viele Grüße
RG
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RobinGood hat zum Thema: Trocken und sicher? geschrieben
klarerkopf
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 31.12.2007
Beiträge: 122
Alter: 47
Wohnort: Österreich

BeitragVerfasst am: 23.03.2008, 23:46    Titel: Re: Trocken und sicher? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Sorry Robin,

mir ist hier ein kleiner Fehler unterlaufen.

Wollte dir eigentlich meine volle Zustimmung zu deinem Beitrag mitteilen, besonders zu den Zeilen
"Keinen Kater mehr, kein schlechtes Gewissen,........kurzum, mein Leben entwickelte sich wieder nach vorn. Dein Erlebtes stimmt mit meinem Erlebten ziemlich genau überein, auch bei mir war Ehe, Arbeit,... noch in Ordnung, als ich mich entschied, mich in Therapie zu begeben. Bin heute froh drüber und möchte keinen Tag missen, das heisst auch, ich möchte es nicht missen, dass ich in dieser Zeit sehr viele (ehrliche) Menschen kennengelernt habe. Heute schaue ich bewusst besser auf mich und meine Gesundheit (Sport, Yoga,..) und schätze die ständige "klare Birne", meinen guten körperlichen Zustand und das ganze Drumherum, das das Leben im Zustand der Alk-Abstinenz lebenswert machen. Oft denke ich an die Zeit ( bis Okt. 2005 ) zurück und danke dann Gott dafür, dass mir die Eingebung erreichte, etwas gegen diese heimtückische Sucht zu unternehmen.
Das Leben ist jetzt für mich ein entspannteres, ruhigeres und ausgeglicheneres.

lg klarerkopf
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klarerkopf hat zum Thema: Re: Trocken und sicher? geschrieben

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