Honey 3 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 615
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Verfasst am: 25.03.2008, 02:33 Titel: Re: Ich mache mir so Sorgen um meine Mutter!! |
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Hallo Bess,
schön das Du hier her gefunden hast und entschuldige das ich erst jetzt antworte.
Deine Geschichte erinnert mich ein wenig an meine.
| Zitat: | Wenn sie betrunken ist, kriegt sie immer einen Moralischen und suchte eben auch meine Nähe. Aber ich wies sie dann immer ab. Ich konnte nicht anders.
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Absulut verständlich und da hast Du auch vollkommen richtig gehandelt. Ich habe das immer mit mir machen lassen und bin jetzt erst dabei dies zu ändern.
Und auch als ich Ausgezogen bin von daheim war es ein Drama ohne Ende. Sie meinte ich werde das erst verstehen wenn ich selber Kinder haben. Naja, ich finde man kann auch übertreiben.
| Zitat: | Ärzte drauf angesprochen, Therapie (scheint wohl nichts zu bringen, irgendwie)...aber dennoch ist sie tief unten drin, in diesem "Sog der Sucht" und kommt nicht heraus.
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warum scheint Therapie nichts zu bringen, also ganz ehrlich, ich glaube das sagt sie Dir nur so weil sie gar nichts ändern will. Weil sonst würde sie es nämlich versuchen. Hat sie denn schon mal eine gemacht? (Sorry aber ich habe noch nicht alle Deine Beiträge gelesen, deshalb frag ich so blöd)
So hart es klingt, doch Du kannst Deiner Mutter nicht helfen. Unsere Eltern verwechseln da immer wieder etwas, wir sind die Kinder und nicht umgekehrt.
Doch ich kann Deine Verzweiflung verstehen, ich kenne das alles von meiner Mutter.
Du mußt lernen Dich abzukapseln. Nicht immer für sie da zu sein...
Wielange bist Du denn schon mit Deinem Freund zusammen?
Mein Freund kann mir auch nicht viel helfen aber er ist für mich da und das zählt.
Liebe Grüße Honey |
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Honey 3 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2007 Beiträge: 615
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Verfasst am: 25.03.2008, 02:41 Titel: Re: Ich mache mir so Sorgen um meine Mutter!! |
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Hab jetzt alles gelesen deswegen wollt ich Dir nochmal kurz was sagen.
Genau die gleichen Worte wie Du habe ich teilweise auch in meinem Thread geschrieben.
Meine Mutter ist meine beste Freundin und so...
Doch das war sie mal... Sie ist es schon lange nicht mehr, ihre Krankheit hat soviel kaputt gemacht...
Wo ist denn Deine Mutter noch für Dich da ausser in finanzieller Hinsicht? Kannst Du zu ihr gehen wenn Du Sorgen und Kummer hast, kann sie Dich auffangen?
Bei meiner war es lange nicht so und ist es auch heute nicht wirklich...
Und auch was die Familie angeht, hat sie nur noch mich...
Das macht es umso schwieriger... Deshalb versteh ich Dich auch so gut!
Ich habe meiner Mutter mal ne Collage gemacht mit Ausschnitten vom Forum und ihr angedroht den Kontakt ganz abzubrechen wenn sie sich nicht endlich helfen lässt...
Und sie ging dann tatsächlich auf Entzug, zwar net lang aber immerhin ist es heut nicht mehr ganz so schlimm wie früher...
Du könntest Ihr ja auch mal nen Brief schreiben oder so?
Ich drück Dich mal, denn ich fühle mit Dir.
Gruß Honey |
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marie-ann neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 18.03.2008 Beiträge: 16
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Verfasst am: 25.03.2008, 12:34 Titel: Re: Ich mache mir so Sorgen um meine Mutter!! |
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| Zitat: | | Wo ist denn Deine Mutter noch für Dich da ausser in finanzieller Hinsicht? Kannst Du zu ihr gehen wenn Du Sorgen und Kummer hast, kann sie Dich auffangen? |
genau das meinte ich auch. ich hatte jahrelang irgendwie die illusion, dass mein vater uneingeschränkt für mich da ist. aber als ich dann mal reflektiert hatte, wann er NICHT für mich da sein konnte, wegen des alkohols - überwiegt diese seite doch. umzüge bei denen er helfen wollte, mein geburtstag, an dem er nicht mehr hochkam, weil er die nacht durchgemacht hatte - die liste ist schier endlos. mein bruder hat vor sechs monaten eine neue wohnung bezogen: denkst du, er war mal da? fehlanzeige!
| Zitat: | | und ihr gott sei Dank jetziger Erxfreund hat ihr den Alkohol förmlich in den Rachen gekippt... dauernd Feste, dauernd Alkohol, die ganze Küche stand voller Flaschen mit Hochprozentigem. Meine Mutter war damals sehr schwach um Nein zu sagen. Dieser Ex hat noch viel mehr Mist angestellt in unserem Leben, heute sind wir ihn los. |
du gibst dem exfreund vielleicht die schuld daran, deine mutter an den alkohol gebracht zu haben. aber es ist ganz wichtig, dass du weisst: deine mutter hatte immer eine wahl. man kann immer ablehnen. sie hat sich aber entschieden, mitzutrinken und sie entscheidet sich jetzt auch weiterhin allein weiterzutrinken. wenn sie wirklich aus der misere raus möchte, könnte sie sich hilfe holen, eine therapie machen, zur selbsthilfegruppe gehen. überleg mal, wie oft man allgemein im alltag an alkohol "vorbei" muss: an der supermarktkasse, an riesigen plakaten und nicht zuletzt die werbung, in denen vitale, schöne menschen fleissig mit sprechenden hirschen trinken oder frauen im abendkleid dekadent am glas champagner nippen. da muss sie dann auch durch! du kannst ihr ja schlecht jedes mal die augen verbinden
meine vater weiss beziehungsweise wusste auch immer, wo die selbsthilfegruppe sich trifft und wann. er hätte sich nur in den bus setzen müssen. beim sprit-besorgen hatte er dann aber die tollsten ideen: taxifahrer bestellen und den im nächsten dorf einkaufen lassen. selbst zu fuss ist er nachts los und hat sich was an der tanke besorgt - und das war ein seeehr langer fussmarsch.
| Zitat: | | Schäbig hab ich mich gefühlt, richtig schäbig. Lügen zu müssen, nicht zu dem stehen zu können, was die Mutter hat. Aber ich hätte es ja schlecht erzählen können. Meine Mum will unbedingt, dass es niemand weiß! Traurig |
natürlich will sie es nicht. es ist ihr unangenehm. aber ich würde nicht mehr für sie lügen an deiner stelle. damit deckst du sie ja noch. du machst ihr unbewusst damit den weg frei, räumst eventuell unangenehme fragen anderer aus dem weg und gibst den weg frei für alkohol.
bei mir ist es was anderes, die umgebung (nachbarn, freunde...) wissen von der sucht meines vaters. aber ich habe immernoch manchmal die situation, dass ich angesprochen werde von nachbarn, ich soll doch endlich mal was machen, ich bin die tochter und müsste ihn doch mal wegbringen oder irgendwas. ich erkläre ihnen dann, dass er es selbst nicht anders möchte und dass ihm niemand helfen kann außer er selbst. natürlich fühle ich mich danach auch mies, ich kann da auch nicht vollkommen cool bleiben, das haut mich auch noch manchmal um. aber es IST tatsache.
vor ein paar jahren habe ich in mühevoller kleinarbeit die ganzen pullen zusammengesucht und ausgekippt, alles abgesucht (die verstecke waren der absolute oberkracher) usw. aber es hat rein gar nichts gebracht. denn er ist nachdem ich weg war sofort los und hat sich neuen stoff besorgt.
ich kann dich wirklich sehr gut verstehen. es ist verdammt schwer und ich habe auch ganz lange gebraucht, viele, viele jahre, um das so zu sehen.
lg
marie-ann |
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