| Eine lange Geschichte, die immer noch nicht vorbei ist... • Hilfe finden? |
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Maria20 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.03.2008 Beiträge: 3 Alter: 25 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.03.2008, 12:43 Titel: Meine Mama.... |
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Ich bin jetzt 20 Jahre alt und lebe nun schon fast ein Jahr nicht mehr bei meiner alkohokranken Mutter.Es fiel mir schwer zu gehen.Seit ich denken kann mache ich mir große Sorgen um meine Mam.Ich habe früh erkannt das sie alkoholabhängig ist.Da ich Einzelkind bin und zu meinem Vater nie richtigen Kontakt hatte war meine Mutter immer die einzigste Bezugsperson in meinem Leben.In meiner Kindheit hatte ich alles was man sich wünschen kann.Sie konnte mir alles geben außer Liebe und Zeit.Und wenn sie abends betrunken nach Hause kam,dann war sie nicht mehr meine Mutter,denn die Person war aggressiv und böse und hat ihren ganzen Frust an mir ausgelassen.Kurz vor meinem 15 Geburtstag kam sie wieder einmal betrunken an mein Bett und sagte:Maria,ich weiß das ich dir oft wehgetan habe und eine schlechte Mutter war,aber ich habe immer versucht dir alles zu geben was ich konnte.Ich habe keine Kraft mehr und keine Lust und möchte sterben.
Ich war in Tränen aufgelöst und habe versucht sie zu beruhigen.Aber sie meinte bloß ich soll jetzt schlafen.Ich hatte so eine Angst um sie und habe die ganze Nacht heimlich vor dem Balkon gesessen und sie beobachtet.Ich habe mich so hilflos gefühlt.Als sie dann doch endlich im Bett lag war ich überglücklich.Mich begleitet immer die Angst das sie es doch irgendwann tut.Und dann ist im April 2006 plötzlich der Lebensgefährte von meiner Mam an einem Herzinfakt gestorben.Sie waren 12 Jahre zusammen.Für meine Mam ist eine Welt zusammengebrochen.Er war ihr einzigster Halt.Denn durch ihre aggressive Art und Weise im Suff hat sie es sich mit den meisten Leuten verscherzt.Aber dieser Mann hat immer zu ihr gehalten.Ich wusste sofort was das bedeutet und sah meine Mutter schon zu Grunde gehen.Ich habe versucht ihr beizustehen,aber konnte trotzdem nicht mehr zu Hause wohnen bleiben.Ständig war sie betrunken und es gab Theater.Jedesmal nahm sie mir die Haustürschlüssel weg,beschimpfte mich.Ich musste raus und schaffte dies auch mit der Hilfe vom Jugendamt.Nun wohn ich mit meinem Freund zusammen.Aber ich krieg mein Leben nicht richtig auf die Reihe.Und umso älter ich werde umso mehr merke ich,wie sehr mich das Leben bei meiner Mutter geprägt hat.Diese ständige Angst um sie und das Gefühl verantwortlich zu sein.Sie ist so ein toller Mensch und hat mir viele Werte im Leben mitgegeben.Aber der Alkohol zerstört sie.Auch jetzt noch terrorisiert sie mich mit anrufen wenn sie betrunken ist ,sie will sich umbringen und es ist alles Sche***.Ich soll dann zu ihr kommen,sie ist so alleine und dann wird sie wieder aggressiv.Ich hasse es wenn sie betrunken ist.Mein ganzes Leben lang musst ich das ertragen und ich will und kann nicht mehr.Aber ich kann sie doch nicht im Stich lassen,sie hat doch nur mich.Ich habe schon so oft versucht mit ihr darüber zu reden.Aber vergebens,immer sind die anderen Schuld,ich übertreibe und dann fängt sie an mir Vorwürfe zu machen.Nach einer Therapie war sie auch schonmal knapp 1 Jahr trocken.Ich war so froh und stolz auf sie.Meine Mutter war eigentlich immer sehr ehrgeizig und hatte hohe Ansprüche an sich.Ihre Mama[meine Oma] war auch Alkoholikerin und ist mit 52 gestorben.Meine Mam wollte nie so werden wie sie und hat mir in gewissen Dingen ein besseres Leben ermöglicht.Sie ist jetzt 43 und genauso alkoholkrank wie ihre Mutter.Oft habe ich mich gefragt wie ich ohne sie weiterleben soll?Ich hoffte das das vorbei gehen würde wenn ich älter werde,aber nun bin ich erwachsen und die Angst ist noch immer dieselbe.Was soll ich machen?Mich mit dem Gedanken abfinden das sie für sich selber verantwortlich ist.
Muss ich sie loslassen können?Kann ich das?Sie hat das nich verdient,sie ist ein wunderbarer Mensch.Sie hatte auch viel Pech im Leben.Ich weiß einfach nicht wie es weitergehen soll ,wie ich mich verhalten soll...Es interessiert niemanden und alle nehmen Abstand von ihr.Doch ich sehe ihre leeren glanzlosen Augen und weiß das sie sich aufgegeben hat.Ich will einfach nur das sie wieder glücklich ist...und ich mein Leben sorglos verbringen kann...was soll ich bloß machen....? |
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| Maria20 hat zum Thema: Meine Mama.... geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 20.03.2008, 13:14 Titel: Re: Meine Mama.... |
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Liebe Maria,
erstmal herzlich Willkommen hier im Forum.
Du machst Dir Sorgen um Deine Mutti, Du fuehlst Dich fuer sie verantwortlich, willst sie nicht alleine lassen, willst sie nicht verlieren.
Aber die ehrlich Antwort, die Du von mir bekommst, ist, dass Du ihr nicht helfen kannst. Sie selbst muss erkennen, dass sie suechtig ist und etwas machen muss. Sie selbst ist diejenige, die es in der Hand hat, ob sie Alkohol trinken muss oder nicht. Wenn sie Dich beschimpft, Dir droht sich umbringen zu wollen, da spricht die Sucht aus ihr, die Sucht nach Bestaetigung, dass sie doch nicht alleine ist und der Alkohol ihr Leben nicht zerstoert.
Als Angehoeriger koennen wir nur helfen indem wir NICHT helfen, indem wir machen lassen.
Ich weiss das schmerzt und Du willst ihr helfen, aber sobald Du ihr aktiv hilfst, nimmst Du ihr die Chance die Konsequenzen ihrer Suchterkrankung zu erkennen.
Du bist schon sehr stark gewesen, dass Du ausgezogen bist, raus aus den Wirren dieser Sucht, aus der Atmosphaere in der Du aufgewachsen bist, bei der Du als Kind soviel Verantwortung uebernommen hast, Verantwortung, die Du nicht tragen kannst, weil sie Dir nicht gehoert.
Das Beste was ich Dir rate kann ist, in eine Selbsthilfegruppe zu gehen, erkundige Dich auch mal bei einer Suchtberatungsstelle in Deiner Naehe, hol Dir Hilfe. Es ist schonmal sehr gut, dass Du Dich hier angemeldet hast, damit Du siehst, dass Du nicht alleine mit Deinem Problem bist, hier kannst Du Dir auch die Geschichten durchlesen von anderen Menschen mit den selben Erfahrung und wie sie dort rausgekommen sind.
Du musst Dich um Dich selbst kuemmern, musst aufhoeren die Verantwortung fuer Deine Mutti zu uebernehmen, denn die kannst Du nicht uebernehmen.
Alles Liebe,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: Meine Mama.... geschrieben
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Maria20 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.03.2008 Beiträge: 3 Alter: 25 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.03.2008, 21:47 Titel: Re: Meine Mama.... |
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Liebe Jenny
Ich danke dir für diesen Rat. Ja,ich muss lernen in bestimmten Situationen loslassen zu können.Ich habe keine Lust mehr mir ihre Beleidigungen anzuhören und alles runterzuschlucken um sie nicht noch aggressiver zu machen.Früher musst ich das über mich ergehen lassen.Aber jetzt kann ich einfach nach Hause gehen,jedoch begleitet mich dann meistens das schlechte Gewissen.Ich sage mir dann, jetzt meldest du dich erstmal nicht mehr bei ihr.Aber meistens rufe ich schon 2 Tage später wieder an um zu fragen wie es ihr geht.Sie weiß das ich für sie da bin und vielleicht nutzt sie das auch irgendwie aus.Meine Mam hat sich nur ein einziges Mal bei mir entschuldigt,als ihr im Suff die Hand ausgerutscht ist.Meistens jedoch konnte sie sich an gar nix mehr erinnern.Ich glaube ich muss vieles vielleicht noch verarbeiten um endlich Ruhe zu finden und wahrscheinlich schaff ich das nicht alleine. |
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| Maria20 hat zum Thema: Re: Meine Mama.... geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 21.03.2008, 13:32 Titel: Re: Meine Mama.... |
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Liebe Maria,
Du musst das ja auch nicht alleine schaffen, Du kannst Dir Hilfe von einer Selbsthilfegruppe suchen und auch bei der Suchtberatungsstelle. Einige von uns erwachsenen Kindern, deren Elternteil Alkoholiker sind, machen auch eine Therapie, einfach um all das was wir in unserer Kindheit erlebt haben zu verarbeiten.
Wichtig ist, dass Du Dich an erste Stelle stellst, Dir geht es nicht gut und Du musst Dich um Dich selbst kuemmern und nicht um Deine Mutti, die muss erkennen, dass sie ein Problem hat und dann muss sie den Willen entwickeln aus der Sucht rauszukommen.
Schreib Dir hier alles von der Seele, hier ist immer jemand da im Forum.
Alles Liebe,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: Meine Mama.... geschrieben
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