| Bin verzweifelt • Sein Glück versus mein Glück - was ist richtig? |
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susanna41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.03.2008 Beiträge: 19 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 17.03.2008, 11:59 Titel: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hi ihr alle,
ich hoffe, es ist okay, daß ich ein neues Thema eröffne, obwohl ich noch eins "am laufen habe"?
Aber mir ist das echt wichtig. Sicher sind die meisten von Euch schon zu dieser Erkenntnis gelangt, bei mir hat´s erst vor kurzem Klick gemacht: Es genügt nicht, wenn ich "nur" aufhöre zu trinken.
In meiner damaligen Therapie habe ich das oft gehört und auch geglaubt, ich hätte das verstanden. Aber scheinbar nicht, denn dann wäre ich jetzt nicht wieder ganz am Anfang. Ich habe mein Leben nach der Therapie so weiter gelebt wie vorher auch, nur daß ich eben nicht getrunken habe. Und ich habe mich kein Stück verändert. Ich wollte immer noch everybody´s darling sein, immer nett, bloß keinem auf die Füße treten. Ich hätte mich sogar beim Vertreter entschuldigt, weil ich ihm leider keinen Staubsauger abkaufen kann. Ich habe auf meine Bedürfnisse und Wünsche keine Rücksicht genommen und hab´s erst gemerkt, als ich meinen dicken Hals mit nem Kasten Bier runterspülen mußte.
Jetzt versuche ich, besser auf mich zu achten und auch einen gesunden Egoismus zu entwicken. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich habe nie gelernt, meine Bedürfnisse anzumelden und auch darauf zu bestehen. Mal "Nein" zu sagen, wenn ich irgenwas nicht möchte.
Das ist verdammt schwer und ich übe jeden Tag. Es sind zwar nur kleine Dinge, aber ich nehme sie wahr und es wird leichter.
Für manch einen von Euch mag das albern klingen, aber zum Beispiel "traue ich mich" meinem Partner zu sagen, daß ich seine Planung für´s Wochenende nicht klasse finde und lieber einen Gammeltag einlegen möchte. Oder ich lasse ihn allein vor der Glotze hocken und verkrieche mich mit meinem Lieblingsbuch ins Bett. Ich hab sogar mit ihm geschlafen, obwohl ich gar nicht wollte, nur damit es IHM gutgeht. Klar ist er etwas sickig deswegen und die ersten paar Male hatte ich richtiges Herzklopfen.
Aber ich habe kapiert, daß es für meine Trockenheit wichtig ist, auf das zu hören, was ICH will. Ich mag nicht mehr tun, was andere von mir erwarten und immer nett sein, wenn ich eigentlich innerlich koche. Das ist saugefährlich für mich.
Wäre toll, wenn von Euch Beiträge kämen. Vielleicht geht es einigen ähnlich, vor allem Frauen. Ich denke nämlich, daß dies größtenteils bei Frauen vorkommt.
Liebe Grüße aus Aachen! |
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| susanna41 hat zum Thema: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32787 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.03.2008, 12:34 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hallo Susanne,
ich bin zwar keine Frau, aber ich verstehe Dich dennoch sehr gut.
Gesunder Egoismus, sich wieder wichtig zu nehmen, ist ein Grundbedürfnis, was wir verlernt haben.
Sicherlich ist es wichtig, anderen Menschen und Partnern Freude zu bereiten, aber nur, wenn wir diese Freude auch teilen.
Gerade die kleinen Dinge sind es, die sich zu einer allgemeinen Unzufriedenhait aufbauen können und hat man erstmal angefangen, Dinge hinunter zu schlucken und einem anderen Menschen zum Gefallen, nachzugeben, staut sich mit der Zeit eine Wut an, die dann irgendwann hinaus platzt und oft der Alkohol als einzige Lösung angesehen wird.
Im Gegenteil, wenn man auf seine Bedürfnisse achtet, sich wichtig nimmt, steigt auch das Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein.
Der Satz "Nur nicht trinken reicht nicht" beinhaltet sehr viel. Jeder muß für sich erkennen, welche Veränderungen notwendig sind, diese auch erkennen lernen und dann auch umsetzen.
Gruß
Karsten
__________________
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| Karsten hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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susanna41 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.03.2008 Beiträge: 19 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 17.03.2008, 13:04 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Guten Morgen Karsten,
da kommt mir der Gedanke: Wann gehe ich zu weit mit meinem gesunden Egoismus? Wann trete ich meinem Gegenüber auf die Füsse? Wie ich mich kenne, könnte der Schuss glatt nach hinten los gehen, weil ich mich mies fühle, wenn ich denke, ich hätte wen verletzt.
Beispiel: Seit Sommer arbeite ich mit einer Frau zusammen, die nicht sonderlich beliebt ist (nett beschrieben ) und weil ich ja doch soooo nett bin, habe ich die Mittagspause mit ihr verbracht, obwohl mich das absolut ankotzt. Ich habe mir ihr dummes Geschwätz angehört und war immer freundlich, obwohl ich ihr gern mal die Meinung gesagt hätte. Nach meinem Urlaub, der in 14 Tagen vorbei ist, möchte ich versuchen, die Pause so zu verbringen, wie ich es möchte. Allein oder mit einer netten Kollegin. Ich habe da regelrecht ein wenig Bammel vor, dieser Frau zu sagen, daß ich keine Lust mehr habe, mit ihr Kaffee zu trinken.
Und dann kommt wieder dieser Ärger auf mich selbst: Warum hast du nicht eher was gesagt? Dann hättest Du jetzt dieses Problem nicht. Jetzt trittst Du der armen Frau auf die Füsse nur weil Du bisher zu feige warst, was zu sagen.
Ich denke, das kommt nicht so gut, wo ich doch "gut zu mir selbst sein soll". |
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| susanna41 hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32787 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 17.03.2008, 13:28 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hallo Susanne,
sicherlich ist es dann für diese Frau nicht gut, aber Du bist nicht für die Gefühle von anderen Menschen verantwortlich.
Dein bisheriges Verhalten ihr gegenüber war ja auch nicht ehrlich und vor allem ging es Dir nicht gut.
Mit anderen Worten, warum soll ich mich so verhalten, damit es anderen gut geht, wenn ich mich damit schlecht fühle? Du kannst ihr ja ehrlich sagen, was Du denkst und damit schaffst Du Dir Freiraum und gleichzeitig gibst Du ihr die Chance, sich zu ändern, damit sie nicht mehr gemieden wird.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 17.03.2008, 13:33 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Servus Susanna,
ich bin nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.
Sondern ich habe meine ureigensten Vorstellungen davon, was mir gut tut. Und die möchte ich so lange umsetzten, wie es in meine Verantwortung und meinen Bereich fällt. Meine Mittagspause gehört ja wohl mir, oder ist es die von jemand anderem?
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Plejaden sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.08.2007 Beiträge: 1356 Alter: 33
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Verfasst am: 17.03.2008, 13:38 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hallo Susanna,
du könntest mir aus der Seele schreiben . Ich hab auch nie auf meine Bedürfnisse geachtet. Dabei steckte bei mir jedoch selten der Wunsch dahinter, dass es dem anderen gut geht, sondern dass es keinen Ärger gibt. Nachgeben um des lieben Frieden willens, keine Konfrontationen eingehen aus Angst, ja doch nur verlieren zu müssen. Also war ich in gewisser Weise schon egoistisch aber irgendwie... verdreht.
Ich versuche mit kleinen Schritten weiter zu kommen, wie du auch. Zuerst habe ich angefangen, mir Zeit zu verschaffen bevor ich eine Entscheidung gefällt oder irgendwas gemacht hab. Das kann ich inzwischen ganz gut. Jetzt versuche ich bei einigen Gelegenheit, tatsächlich auch meine Bedürfnisse durchzusetzen und die dadurch entstehenden Konflikte/schlechtes Gewissen für mich aufzuarbeiten. Es ist mir z.B. wichtig, die Ablehnung eines Wunsches höflich, aber bestimmt vorzubringen. Darauf achte ich, weil ich weiß, dass ich aus Panik/schlechtem Gewissen heraus sonst dazu neige, pampig oder laut zu werden.
LG
Plejaden |
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| Plejaden hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Andi Gast
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Verfasst am: 17.03.2008, 13:51 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hallo Susanna,
ich persönlich habe viele Jahre vergebens versucht"nur nicht zu Trinken"
jenes über den Willen gesteuert,und bin vollendst gescheitert!
Für andere war ich nur da,wenn ich daraus meine eigenen Vorteile sah,um an meinen Stoff zu kommen,um ungestört saufen zu können!
Heute sehe ich das aus einer ganz anderen Perspektive,heute habe ich Eigenverantwortung für mein Leben! übernommen,und nicht für mein Überleben!.
Handeln aus Eigenverantwortung für mein Leben bestimmt heute meinen Weg,wie es anderen dabei ergeht resultiert aus meiner heutigen Sichtweise,meines klaren Verstandes,auch wenn ich bei so manchen damit anecke,komme ich damit sehr gut zurecht!
Gruß Andi |
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| Andi hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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Sabine M aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 543 Alter: 49 Wohnort: Mainz
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Verfasst am: 17.03.2008, 19:13 Titel: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht |
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Hallo Susanne.
Finde es gut, dass Du diesen Thread eröffnet hast. Auch ich fange langsam, Schritt für Schritt an, mein Leben neu zu organisieren. Und natürlich bin auch ich damit schon öfters angeeckt, dass ich nicht mehr alles einfach schlucke.
Besonders Dinge, die meine Partnerschaft betreffen sind da ein sehr heikles Thema. Zuerst hat mein Mann, der mich ansonsten sehr unterstützt, einfach abgeblockt. Aber ich bin zäh und versuche es halt einfach immer wieder.
Was ich allerdings für mich festgestellt habe: Es kommt bei all diesen 'Neins', die ich jetzt vermehrt austeile sehr auf den Ton an, in dem ich sie vortrage. Manchmal nämlich reagiere ich dabei sehr emotional oder agressiv und das kommt dann eben nicht so gut an. Aber den richtigen Ton muss ich auch erst wieder langsam erlernen. Während meiner Zeit mit Alkohol waren nämlich alle meine "Neins" agressiv und ich musste mir Mut antrinken, um sie überhaupt aussprechen zu können.
LG Sabine |
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| Sabine M hat zum Thema: Re: Nicht-Trinken allein reicht nicht geschrieben
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