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Vater verändert sich.....

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Sonnenblume77
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BeitragVerfasst am: 13.03.2008, 20:17    Titel: Vater verändert sich..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Habe gestern mit meinem Vater telefoniert...... ich kann nicht mit ihm reden. Will ihn nicht sehen und kann ihm noch nicht mal sagen warum.
Er erzählt mir stolz er habe aufgehört sein bier zu trinken, statt dessen nun Wein.
Merkt er denn nicht das es genau das selbe ist, nur eben ein anderes Getränk???
Die ganzen Sachen meiner Mama hat er weggetan... fliegt ohne sie in den urlaub.
Sie ist nun 7 Monate Tod.... und ich fange an meinen Vater zu hassen.
Wenn man sieht das seine eigene Frau krank ist weiter abnimmt, nichts ist, keine Kraft mehr hat zum laufen, wieso weißt man sie dann nicht ins Krankenhaus ein.... wieso hat er nichts gemacht???
Und nun fängt er an sein Leben zu genießen. Meine Mama hatte Angst vorm fliegen. Aber nun auf einmal ist geld da für Sachen die vorher nicht möglich waren???
Es kommt mir so vor als ob er sich befreit fühle als wenn der Klotz am Bein nun endlich weg ist.
Ich habe Angst vor meinen eigenen Gefühlen.....
danke
cora
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Sonnenblume77 hat zum Thema: Vater verändert sich..... geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 13.03.2008, 23:48    Titel: Re: Vater verändert sich..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sonnenblume,

ich kann verstehen, dass Dir Deine Mutter fehlt und dass es Dir die Sache nicht einfacher macht, dass Dein Vater trinkt. Mir geht es nicht anders, mir fehlt meine Mutter und mein Vater trinkt.

Doch genauso wenig wie wir bei unseren Müttern etwas machen konnten, können wir das bei unseren Vätern. Weil wir einen Menschen an den Alkohol verloren haben, wird der Rest der Welt nicht aufhören zu trinken. So sehr wir den Alkohol auch verdammen, er wird wohl noch für lange Zeit in dieser Welt bleiben, ich tippe mal auf so lange wie es Menschen gibt. Also besser etwas akzeptieren, dass wir ohnehin nicht ändern können. Wir müssen den Alkohol nicht in unser Leben lassen, aber wir können nicht verhindern, dass er in der Welt ist.

Denkst Du nicht, Du bist Deinem Vater gegenüber ungerecht? Was hätte er denn machen sollen, Deine Mutter einsperren lassen damit sie nicht mehr an Alkohol kommt? Sie zwangseinweisen lassen ins Krankenhaus oder zwangsversorgen durch Schwestern und Ärzte? Mal unabhängig davon das so etwas in diesem Land nicht möglich ist, Deine Mutter war ein freier Mensch mit freiem Willen, wie hätte das gehen sollen. Glaubst Du wirklich, sie hätte das mit sich machen lassen? Deine Mutter war erwachsen, für sich selbst verantwortlich und durchaus in der Lage das Maß an Verantwortung für sich zu übernehmen, dass sie wollte. Wenn Deine Mutter gewollt hätte, hätte sie selbst das Taxi rufen können, das sie zum Arzt gebracht hätte oder das Klino, das sie ins Krankenhaus gebracht hätte.

Meine Mutter war im letzten Jahr bald mehr im Krankenhaus und in der Entgiftung als zu Hause. Sie ist trotz allem immer noch beim Arzt gewesen, wegen all der Krankheiten die sie durch den Alkohol hatte. Mein Vater hat sie immer gefahren. Er hat getan, er hat geredet, immer gedrängelt, sonst wäre sie sicherlich zu keiner einzigen Entgiftung im letzten Jahr gewesen. Die Termine hat sie übrigens immer selbst gemacht. Gebracht hat das alles nichts, kaum zu Hause hat sie spätestens nach 3 Tagen wieder getrunken. Er ist zum Schluss sogar hergegangen und hat sich selbst zu ihrem Kerkermeister gemacht und ihr den Alkohol zugeteilt. Allein die Vorstellung lässt mich schaudern, ich habe es zum Glück nur einmal erlebt. Meine Mutter hat ihn angebettelt. Mein Vater hat etwas getan, ob richtig oder falsch darum geht es jetzt gerade nicht. Er hat etwas getan und meine Mutter ist trotzdem tot. Sie ist nicht tot, weil mein Vater oder ich oder sonst wer nichts getan hat, sondern weil sie nichts getan hat.

Ich kann Deinen Kummer nur zu gut verstehen, doch indem Du versuchst einen Schuldigen für den Tod Deiner Mutter zu finden tust Du Dir selbst keinen Gefallen. Es hat nur einen Menschen gegeben der dafür hätte sorgen können, dass Deine Mutter weiter gelebt hätte. Deine Mutter selbst! Sie und nur sie allein hätte rechtzeitig die Reißleine ziehen müssen und können. Doch sie wollte oder konnte nicht, das konnte ihr jedoch keiner abnehmen.

Jeder Mensch trauert anders, der eine sichtbar, der andere unsichtbar für andere. Der eine braucht die Anwesenheit des Verstorbenen durch die persönlichen Dinge, der andere kann sie nicht ertragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Dein Vater nicht trauert, er tut es nur anders als Du. Selbst wenn er nicht trauern sollte, wird er seine Gründe dafür haben. Es steht ihm genauso wie Dir zu, auf seine Art mit dem Tod Deiner Mutter umzugehen.

Was ist falsch daran, wenn er sein Leben genießt? Es ist weder Dir noch ihm geholfen, wenn er sein Leben jetzt aufgibt. Ich denke mal, das wird auch letzte gewesen was Deine Mutter gewollt hätte, dass einer von Euch beiden sein Leben aufgibt. Ich weiß, dass meine Mutter es so nicht gewollt hätte, sie hat offen darüber gesprochen, auch wenn ich es nicht hören wollte. Sie wollte, dass wir beide glücklich sind, wenn sie mal nicht mehr ist. Ich bemühe mich für mich nach besten Kräften und es gelingt mir auch immer besser. Doch auch wenn ich Spaß am Leben habe, heißt das nicht, dass ich meine Mutter nicht vermisse. Sie wird mir immer fehlen. Doch sie kommt nicht dadurch wieder, dass ich mich aufgebe. Damit würde ich mir einen schlechten Dienst erweisen.

Ich würde mir wünschen, mein Vater hätte etwas mehr von Deinem. Denn er gräbt sich ein, lebt genauso weiter wie vorher und es sieht bei ihm auch immer noch genauso aus wie vorher. Ich würde mich freuen, wenn er wieder mehr am Leben teilhaben würde, wieder aus seinem Loch herauskäme. Doch ich kann meinen Vater genauso wenig ändern, wie Du Deinen. Ich muss ihn machen lassen, es ist sein Leben. Ich würde mir wünschen, wir könnten uns gegenseitig helfen und stützen, aber das funktioniert irgendwie nicht. Wir haben einfach nicht den passenden Draht zueinander, was Gefühle angeht, nie gehabt. Dafür hatten wir immer einen Dolmetscher, meine Mutter. Den Dolmetscher gibt es jetzt nicht mehr. Doch wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten für einander da zu sein.

Vielleicht solltest Du doch mal versuchen mit ihm zu reden, vielleicht könnt ihr euch gegenseitig helfen. Wenn es nicht klappt, dann leb Du Dein Leben und lass Deinen Vater seines Leben leben. Konzentriere Dich auf Dich, auf Deine Trauer und Dein Leben. Ich glaube damit hast Du genug zu tun.

Eine gute Nacht wünscht…

Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Vater verändert sich..... geschrieben
K-chan
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.01.2008
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 14.03.2008, 10:53    Titel: Re: Vater verändert sich..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sonnenblume,

ich kann Dich nur zu gut verstehen. Bei mir ist es auch so, das meine Mutter, die noch lebt, nach dem Tod meines Vaters (Nicht direkt durch den Alkohol, aber sicherlich dadurch induziert, Herzinfarkt mit 70) jetzt plötzlich Halligalli.......party macht, einen neuen Freund hat, und richtig Gas gibt. Aber ich kann nicht richtig beurteilen, ob ich sie ihr Leben denn leben lassen kann, wo Sie doch trinkt, und meint es ist gut so. Ich werde jetzt versuchen eine Therapie zu machen, um herauszufinden, ob ich einfach zu enstirnig bin, oder ob sie die ist, die mich fertig macht.
Das Dein Vater nichts hat tun können, stimmt aber wohl. Deine Mutter hätte es selbst wollen müssen, genauso, wie Dein Vater merken muss, dass das mit dem Wein auch nix ist, und er letztlich den ganzen Alkohol aufgibt. Wahrscheinlich sind wir beide verletzt, da uns niemand die Aufmerksamkeit gibt, die wir bräuchten, da einer unserer Elternteile gestorben ist. Stattdesssen tröstet sich der andere mit Geld, und wir sind außen vor.

Wie war denn vor dem Tod Deiner Mutter das Verhältnis zu Deinem Vater?
Ich muss bei mir eingestehen, dass ich auch vorher schon Probleme mit meiner Mutter hatte.

Letztlich bringt es aber nichts, immer nur das Kopfkino laufen zu lassen, sondern man muss was tun, oder die Gedanken aufgeben, da man sich damit nur selbst schadet.

Ich hoffe, es geht irgendwann wieder besser, und Du hast nicht ständig die Wut auf Deinen Vater im Kopf.
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K-chan hat zum Thema: Re: Vater verändert sich..... geschrieben
Sonnenblume77
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 16.03.2008, 18:36    Titel: Hallo Skye Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye... deine nachricht hat mich nachdenklich gemacht....
Ich will ja nicht das mein vater nur trauert..... er soll ja weiter leben. Aber dennochH verstehe ich ihn nicht. Als meine Mutti noch gelebt hat, hatten sie noch nicht mal das geld um zur geburt ihres Enkelkindes zu kommen. Sie haben sie nur gesehen, als meine Schwester runter gefahren ist nachdem meine Nichte schon fast 1 1/2 geworden war. Und auch so sind sie nie groß weg gefahren. Ich bin auch nicht sauer das er ihre sachen wegtut aber das er sie verkaufen möchte....
Er plant das Geld für Sachen ein, aber es steht noch nicht mal ein Grabstein.
Ja ich bin wütend das er sie nicht eingeliefert hat. Aber er war auch oft beim Arzt für sie um Medikamente zu holen. Warum bestand er nciht darauf das der Arzt mal einen Hausbesuch macht???? Warum hat er solange gewartet mit der zwangeinweisung, obwohl sie immer wieder zu hause vor Schwäche zusammen gebrochen ist???? Sie war so schwach- er hätte etwas tun müßen.
Und vorallem Dingen hätte er nicht in ihrem beisein trinken dürfen.... das ist ja wie verlockung. Genauso mit dem Rauchen. er hat immer 2 Zigaretten angemacht.... gleich eine für sie mit.
lg cora
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Sonnenblume77 hat zum Thema: Hallo Skye geschrieben
Sonnenblume77
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.06.2007
Beiträge: 108
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Wohnort: berlin

BeitragVerfasst am: 16.03.2008, 18:39    Titel: Danke Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo K-chan... auch dir danke ich für deine Antwort....
Vor dem Tod meiner Mutter war mein Vater zur mir mehr wie Aufpasser.. er wollte immer bestimmen. Und auch meine Mama vermittelte oft zwischen der ganzen Familie.
Ich habe oben ja schon einges mehr dazu geschrieben...
lg cora
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Sonnenblume77 hat zum Thema: Danke geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 16.03.2008, 20:51    Titel: Re: Vater verändert sich..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sonnenblume,

Zitat:
Aber dennoch verstehe ich ihn nicht.

Zitat:
Er plant das Geld für Sachen ein, aber es steht noch nicht mal ein Grabstein.


Warum fragst Du ihn dann nicht? Warum fragst Du ihn nicht, wenn Du etwas was er tut nicht verstehst? Warum fragst Du ihn nicht, warum noch kein Grabstein steht?

Ich weiß nicht, wie Euer Verhältnis ausgesehen hat, als Deine Mutter noch lebte. Doch nun ist sie nicht mehr da, da heißt es eventuell umdenken und raus aus den eingefahrenen alten Mustern.

Wie bereits gesagt, meine Mutter war früher immer der Dolmetscher zwischen mir und meinem Vater. Ich hatte mir einfach angewöhnt, sie anzusprechen wenn ich etwas wollte, egal was. Sie war auch mein Ansprechpartner wenn ich Probleme hatte. Ich wusste, dass sie dann auch mit meinem Vater spricht. Es ist mir immer schwer gefallen, ihn wegen etwas anzusprechen, u. a. auch weil ich ihn und seine Reaktionen so schlecht einschätzen konnte. Wenn ich im letzten Jahr diesbezüglich nicht schon umgedacht hätte, weil sie einfach nicht mehr ansprechbar war, weil sie nicht mehr für mich da sein konnte entweder mit ihren Entzugsproblemen oder mit ihrem Suff, dann hätte ich es spätestens jetzt getan, tun müssen. Es fällt mir immer noch nicht so leicht meinen Vater was gewisse Dinge angeht direkt anzusprechen. Doch wenn ich da nicht umgedacht hätte, hätte ich nicht nur meine Mutter verloren, sondern auch meinen Vater.
Das hat mir keiner abgenommen, da musste ich schon selbst durch. Das konnte ich nicht auf ihn abwälzen, denn ich habe ja ihn nicht gefragt, nicht umgekehrt. Das ist etwas was allein in meiner Verantwortung liegt, in meiner Verantwortung für mich und mein Wohlergehen.

Zitat:
Als meine Mutti noch gelebt hat, hatten sie noch nicht mal das geld um zur geburt ihres Enkelkindes zu kommen.


Meine Eltern hatten auch für viele Dinge kein Geld. Zumindest war es das, was mir gesagt wurde. Doch mit der Zeit habe ich auch gemerkt, dass dieses Argument sehr häufig dafür verwendet wurde, wenn sie etwas nicht wollten. Sicherlich hat es Zeiten gegeben, da war gerade mal Geld für das absolut Lebensnotwendige da, aber die waren schon eine Weile vorbei. Das eine oder andere wäre jetzt schon drin gewesen, wenn der Wille da gewesen wäre. Meine Mutter war der Motor für Unternehmungen jeder Art. Meinen Vater hat das meiste nicht so sehr interessiert, dass er sich die Mühe gemacht hätte etwas selbst in Angriff zu nehmen. Außerdem hat er sich im Laufe der Jahre darauf verlassen, dass sie sich schon kümmert.

Meine Mutter hat das die letzten Jahre immer weniger getan und zwar nicht wegen mangelndem Geld, sondern aus mangelndem Interesse. Zum einen macht Alkohol gleichgültig und desinteressiert, zum anderen wäre sie dann von der regelmäßigen Versorgung mit Alkohol abgeschnitten gewesen. Weiter war da dann immer noch die Gefahr der Entdeckung. Wie Du sicherlich auch erlebt hast, leben Alkoholiker in ihrer Scheinwelt, dass niemand merkt, dass sie trinken und ihnen jeder ihre Lügen glaubt. Außerhalb des gewohnten Umfeldes hat meine Mutter sich zum Schluss bedroht gefühlt, aus Angst vor Entdeckung und Bloßstellung. Irrational, es wusste ohnehin jeder, aber das konnte und wollte sie sich nicht eingestehen. Hast Du Dir zudem mal überlegt was das für ein logistischer und planerischer Kraftakt für einen Alkoholiker ist, sich seinen Stoff in der gewünschten Menge außerhalb seines Umfeldes zu besorgen und die Versorgung einigermaßen aufrecht zu halten? Er ist enorm! Der Alkohol ist das Wichtigste, irgendwann wird der Stress zuviel noch anderes daneben im Leben zu haben und dann wird das andere auf’s Abstellgleis geschoben, sogar die eigenen Kinder und Enkel. Traurig, aber leider auch wahr.

Da stellt sich mir die Frage, ob bei Deinen Eltern es wirklich ein nicht können, sondern eher wie bei meinen ein nicht wollen war. Aus welchen Gründen auch immer.

Zitat:
Ja ich bin wütend das er sie nicht eingeliefert hat. Aber er war auch oft beim Arzt für sie um Medikamente zu holen. Warum bestand er nciht darauf das der Arzt mal einen Hausbesuch macht???? Warum hat er solange gewartet mit der zwangeinweisung, obwohl sie immer wieder zu hause vor Schwäche zusammen gebrochen ist???? Sie war so schwach- er hätte etwas tun müßen.


Da stellt sich mir immer noch die Frage, was er denn hätte tun sollen. Kannst Du sie mir mal genau beantworten?

Weitere Fragen die sich mir stellen: Warum hat Deine Mutter es erst soweit kommen lassen? Warum hat sie nicht vorher etwas unternommen? Warum hat sie sich selbst aufgegeben?

Das sind Fragen die nur Deine Mutter beantworten könnte. Das bedeutet auch, sie war für sich und ihr Wohl selbst verantwortlich, nicht Dein Vater. Weist Du was in ihr vorgegangen ist? Weist Du was bei Ihnen vorgegangen ist? Ich denke es gibt Bereiche in einer Ehe, die uns Kindern verborgen bleiben. Vielleicht ist das auch etwas das Du Deinen Vater mal fragen solltest, warum er nichts getan hat. Vielleicht bekommst Du eine Antwort und vielleicht eine die Du nicht hören willst.

Meine Mutter ist in den letzten Jahren auch mehr als einmal gestürzt oder zusammen gebrochen, von den ganzen anderen Dingen die stionärer Versorgung bedurft hätten ganz zu schweigen. Doch wenn man nur das Wort Krankenhaus erwähnt hat wurde sie schon verquer und bockig. Krankenhaus?? Da gehe ich nicht hin, die behalten mich ohnehin da. Sie war immer erst ins Krankenhaus zu bekommen, wenn sie sich nicht mehr wehren konnte, weil sie bewusstlos war, sich einfach nicht mehr rühren konnte oder es so schlimm war, dass sie es selbst mit der Angst zu tun bekam. Sowie sie aber wieder einigermaßen auf den Beinen war, hat sie sich auf eigene Gefahr entlassen lassen. Da konnten sowohl mein Vater als auch ich reden wie wir wollten. Bis zum nächsten mal…. Der Alkohol zog sie immer wieder nach Hause.
Zum Arzt ist sie nur deshalb regelmäßig gegangen, weil sie wusste, es geht anschließend wieder nach Hause. Auch wenn ich es mir manches mal gewünscht hätte, zwangseinweisen ging nicht, solange sie noch nein sagen konnte und das konnte sie immer sehr laut und deutlich sagen. Da konnte noch so gut sichtbar sein, dass sie besser im Krankenhaus aufgehoben war, solange sie nicht wollte, war nichts zu machen.

Ich weiß, dass meine Mutter sich aufgegeben hatte. Was ich oder auch mein Vater getan hätten, sie wollte ihr Leben nicht mehr und wir konnten sie nicht daran ketten. Das lag außerhalb seiner und auch meiner Möglichkeiten. Diese Machtlosigkeit musste ich akzeptieren. Das war unendlich schwer, aber ich habe es geschafft, sonst hätte ich sie auch nicht in Frieden gehen lassen können.

Zitat:
Und vorallem Dingen hätte er nicht in ihrem beisein trinken dürfen.... das ist ja wie verlockung. Genauso mit dem Rauchen. er hat immer 2 Zigaretten angemacht.... gleich eine für sie mit.


Warum hat Deine Mutter den Raum nicht verlassen? Warum hat sie ihn nicht gebeten, es in ihrer Gegenwart zu unterlassen zu trinken? Wenn sie es getan hat, warum hat sie dann nicht die Konsequenzen gezogen und sich darum gekümmert, dass sie dem nicht mehr ausgesetzt war? Warum hat Deine Mutter die Zigarette genommen? Warum hat sie sie nicht verqualmen lassen? Warum hat sie nicht aufgehört zu Rauchen?

Sie hätte all das tun können, wenn sie gewollt hätte. Das lag nicht im Verantwortungsbereich Deines Vaters, sondern im ihrem, denn es war ihr Leben.

Wir alle sind für unser Leben selbst verantwortlich ohne wenn und aber und ohne Ausnahme. Jeder für sich trifft Entscheidungen, auch nichts zu tun ist eine Entscheidung. Jeder muss auch mit den Konsequenzen seiner Entscheidung klar kommen. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob wir die Konsequenzen oder ihre Tragweite vorher absehen konnten. Wir haben eine Entscheidung getroffen und müssen mit dem Ergebnis klarkommen. Egal ob gut oder schlecht!

Es hat lange gedauert bis ich mir das auch selbst eingestanden habe und es war zum Teil sehr schmerzhaft. Denn im Nachhinein habe ich gesehen, wie ich mein Leben durch Abwarten und Stillhalten aus der Hand gegeben habe. Ich habe Jahre verschenkt und musste letztendlich einsehen, auch das war meine Entscheidung. Eine Entscheidung die ich nicht bewusst getroffen habe, sondern dadurch, dass ich einfach nichts für mich getan habe. Dabei ist es auch unerheblich, dass ich zum Teil nicht das Handwerkszeug hatte, dass ich gebraucht hätte, denn ich hätte mir Hilfe holen können. Das war eine sehr bittere Erkenntnis.

Unsere Mütter haben ihre Entscheidung getroffen, auch dafür waren sie selbst verantwortlich.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Vater verändert sich..... geschrieben
Sonnenblume77
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.06.2007
Beiträge: 108
Alter: 35
Wohnort: berlin

BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 14:24    Titel: Hallo Skye Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skye...deine Email hat mich sehr berührt. Und ich kann dir nun einige Fragen beantworten...
Ich weiß nicht warum ich meinen Vater nicht frage, weil ich nicht mit ihm reden kann, und viellicht auch nicht will.
Er war schon immer sehr dominant und herschsüchtig. ich hatte keinen respekt, sondern Angst.
Und so wird es bei meiner Mama auch gewesen sein. Du hast recht, es gibt Seiten die weiß ich nicht, denn meine Mama hatte mir auch oft gesagt... Du weißt noch längst nicht alles.
Ja warum hat sie nicht nein gesagt???? Das kann ich mir auch nicht beantworten... vielleicht weil es schon seit Jahren so war??? Ich kenne es nicht anders.Er hat ja immer alles für sie mit gemacht- Bier und Schnabs eingegossen... ohne sie zu fragen willst du, aber sie hat mit getrunken.
Auch zu mir hat sie gesagt als ich sie bat ins Krankenhaus zu gehen... wenn ich da rein gehe komme ich nicht mehr raus.
Ich habe mir auch noch nicht soviele Gedanken gemacht, wie mühsam es sein muss sich außerhalb seinen Umfeldes mit dem Alk zu versorgen, aber die sehe ich jetzt anders.
Vielleicht gehören diese Gefühle nun dazu.... und die Wut auf meinem Vater kam jetzt erst zum Vorschein, jetzt wo der Vermittler nicht mehr da ist.
Ich bin auch in Therapie und wir redeten über meinen Vater... und dsie sagte auch, das liegt viel Tiefer, aber die Illusion die ich hatte gibt es nun nicht mehr.
Ich denke ich muss ihn noch viel mehr los lassen, mich abgrenzen, damit ich endlich kapiere... er will so leben... es ist sein Leben und ich bin die letzte die ihm da helfen kann.
Aber wie schwer wird es denn noch????
Ich danke dir für deine ehrlichen Worte...
lg cora
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Sonnenblume77 hat zum Thema: Hallo Skye geschrieben
Jenny2
Gast






BeitragVerfasst am: 18.03.2008, 16:39    Titel: Re: Vater verändert sich..... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Cora,

ich kann Dich zum Teil gut verstehen. Es ist ziemlich schwierig damit aufzuwachsen und noch schwieriger jemanden an den Alkohol zu verlieren.

Irgendwie verlernen haben wir verlernt uns wirklich abzugrenzen und fuehlen uns zum Teil manchmal hilflos und weggestossen.

Wichtig ist, all die Fragen, die in Deinem Kopf sind auch Deinem Vater zu stellen, einfach weil er Dir dann die Antworten drauf gibt und Du Dir nicht die Antworten darauf gibst. Alkoholismus ist eine sehr teuflische und sehr unterschaetzte Erkrankung in unserer Gesellschaft.

Ich selbst kann Dir nur raten, sprich mit Deinem Vater und grenze Dich ab, Deine Mutter wird sicherlich auch gewusst haben, dass es ihre Entscheidung mit dem Alkohol war.

Alles Liebe,

Jenny
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Jenny2 hat zum Thema: Re: Vater verändert sich..... geschrieben

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